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Performance Level Ton Mehrkanal
Welche Ton-Kategorien bewerten die AVITECT Performance Level — und was misst jede davon?
Die Domäne Ton Mehrkanal der AVITECT Performance Level ist die Domäne des spielenden Systems: Sie bewertet, was am Hörplatz ankommt, wenn Lautsprecher, Verstärker, Einmessung und Bass-Arrays zusammenarbeiten — den Frequenzgang gegen die Zielkurve, die Gleichmäßigkeit über alle Sitzplätze, die Pegelreserven, die Kalibrierung, die räumliche Abdeckung durch Surround- und Höhenlautsprecher. Gemessen wird der Endzustand mit aller Technik, auf der Skala von L1 bis L5, die für alle Domänen gilt.
Der Klang eines Heimkinos hat zwei Hälften. Die eine ist der Raum selbst, noch ohne Technik — den bewertet die Akustik-Domäne. Die andere ist das, was Deine Anlage in diesem Raum tatsächlich abliefert: wie ausgewogen sie klingt, ob jeder Sitzplatz denselben Klang bekommt, wie laut sie sauber spielen kann und ob alle Lautsprecher richtig aufeinander abgestimmt sind. Um diese zweite Hälfte geht es hier. Für die wichtigsten dieser Eigenschaften gibt es je eine eigene Seite, die erklärt, was gemessen wird und welche Werte gut sind.
Abgrenzung zur Akustik-Domäne
Die beiden Domänen teilen sich die Klangfrage entlang einer klaren Linie: Die Akustik-Domäne bewertet den Raum ohne elektronische Korrektur — Nachhall, Reflexionen, Modenverhalten als Eigenschaften des Bauwerks. Die Ton-Domäne bewertet das System mit allem, was Elektronik leistet: Einmessung, DSP, Bass-Management und Bass-Arrays wie Multi-Sub oder DBA zählen hier als Leistung der Anlage. Deshalb taucht etwa das Abklingverhalten im Modenbereich in beiden Domänen auf — einmal roh (im Register AKU-MOD), einmal als Systemwirkung inklusive Korrektur (im Register TON-MOD-DEC). Aus dem Abstand zwischen beiden Werten liest Du ab, wie viel die Elektronik im Bass tatsächlich leistet.
Als externer Anker der Domäne dient CEDIA/CTA-RP22, die Planungsempfehlung der Fachverbände CEDIA und CTA für private Kinoräume mit eigenen vier Leistungsstufen. AVITECT ordnet sie in der Regel so ein: RP22 Stufe 1 bis 4 sind die Untergrenzen für AVITECT L2 bis L5; das oberste AVITECT-Level L5 wird je Kategorie an der strengsten belegbaren Referenz verankert, auch wenn die über RP22 hinausgeht.
Diese Regel gilt seit dem Entscheid vom September 2026 in jeder Kategorie der Domäne, auch bei der Surround-Winkeldichte und bei der Höhenebene. In beiden stand die Winkelbedingung zuvor auf der gleich gezählten RP22-Stufe, während die Pegelbedingung derselben Zeile dem Versatz folgte — zwei verschieden gezählte Stufen in einer Zeile. Jetzt läuft die ganze Zeile im Versatz, und die Paare aus RP22 bleiben zusammen: 80° mit 6 dB auf L3, 60° mit 4 dB auf L4, 50° mit 2 dB auf L5. Auf L2 verlangt RP22 für den Winkel nichts; dort setzt AVITECT 90° und weist den Wert als eigene Setzung aus.
Was die Leitern dieser Domäne ausweisen, hängt am Zeitpunkt: Vor dem Bau ist es eine Prognose aus Lautsprecherzahl, Lautsprecherklasse und Verstärkerreserve, nach dem Bau ein Messergebnis. Welcher der beiden Fälle vorliegt, steht als Wort an jeder Stufe: „L4 (geplant)" oder „L4 (gemessen)".
Die Kategorien der Domäne
Für die Domäne Ton stehen 22 Kategorien im AVITECT-Register; Kürzel ist der Registername, der auf den Einzelseiten wiederkehrt. Bewertung sagt, wie eine Kategorie ins Level eingeht: Leiter heißt, sie hat fünf eigene Stufen; Verweis heißt, dieselbe Größe wird in einer anderen Domäne gemessen und gewichtet; Festlegung heißt, es gibt hier nichts zu erreichen, nur etwas zu bestimmen. Gewicht gibt in Prozent an, wie stark eine Kategorie das Level der Domäne bestimmt; die Summe über alle gewichteten Kategorien ist 100, und Kategorien ohne Gewicht bleiben außerhalb der Rechnung. Beleg unterscheidet Leitern, die fest stehen — ihre Stufen sind mit vorliegenden, geprüften Normen und Referenzen belegt —, von Leitern, deren Werte vorläufig sind und derzeit geprüft werden. Kritisch ist eine Kategorie, wenn ein Mangel dort die Nutzung des Systems grundsätzlich in Frage stellt — die genaue Regel steht auf der Hub-Seite. Die beiden letzten Spalten sagen, wie verlässlich die Stufe schon im Angebot steht: planbar mit leicht, mittel oder schwer nach der Sicherheit, mit der sie aus Stückliste, Sitzplan und Datenblättern folgt; messbar mit denselben drei Werten nach dem Aufwand des Nachweises im fertigen Raum. Was die Werte im Einzelnen bedeuten, erklärt die Hub-Seite.
| Kategorie | Kürzel | Bewertung | Gewicht | Beleg | Kritisch | planbar | messbar | Einzelseite |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Frequenzgang gegen Zielkurve (Referenzsitz) | TON-FG | Leiter | 11 ◦ | fest | ja | mittel | mittel | Frequenzgang |
| In-Room-Zielkurve | TON-ZIELKURVE | Festlegung | — | — | — | — | — | Zielkurve |
| Sitz-zu-Sitz-Konsistenz Mittel-/Hochton | TON-SZS | Leiter | 8 | fest | ja | schwer | mittel | Sitz-zu-Sitz-Konsistenz |
| Bass-Gleichmäßigkeit über die Sitzfläche | TON-BASS-GL | Leiter | 10 | fest | ja | schwer | mittel | Bass-Gleichmäßigkeit |
| Bass-Extension in-room | TON-BASS-EXT | Leiter | 5 | fest | nein | mittel | mittel | Bass-Extension |
| Abklingverhalten Modenbereich (mit Korrektur) | TON-MOD-DEC | Leiter | 6 | fest | nein | schwer | mittel | Modenabklingen |
| Pegelfähigkeit Screen/Surround/LFE | TON-SPL | drei Leitern, eine je Kanalgruppe | 15 ◦ | fest | nein | mittel | schwer | Pegelfähigkeit |
| Nutzbarer Dynamikumfang | TON-DYN | Leiter | 3 | vorläufig | nein | mittel | mittel | keine (siehe unten) |
| Pegel-, Zeit- und Polaritätskalibrierung | TON-CAL | Leiter | 3 ◦ | vorläufig | nein | leicht | leicht | Kalibrierung |
| Bass-Management / Sub-Integration | TON-BM | Leiter | 3 ◦ | fest | nein | mittel | mittel | Bass-Management |
| Güte der Raumkorrektur / Einmessung | TON-RC | Abnahme-Checkliste und Prognose-Eingang | — | — | — | leicht | mittel | keine (siehe unten) |
| Timbre-Gleichheit der Lautsprecher rundum | TON-TIMBRE | Leiter | 3 ◦ | fest | nein | schwer | mittel | Timbre-Gleichheit |
| Surround-Winkeldichte und Abdeckung | TON-SUR-DENS | Leiter | 3 ◦ | fest | nein | leicht | leicht | Surround-Winkeldichte |
| Height-Layer-Abbildungsqualität | TON-HGT | Leiter | 5 ◦ | fest | nein | leicht | leicht | Height-Layer |
| Kanalzahl (diskret gerenderte Kanäle) | TON-KANAL | Leiter | 6 ◦ | fest | nein | leicht | leicht | Kanalzahl |
| SPL-Differenz zwischen den Screen-Lautsprechern | TON-SCREEN-SPL-DIFF | Leiter | 5 ◦ | fest | nein | leicht | leicht | Pegeldifferenz Screen |
| Wide-Lautsprecher-Winkel | TON-WIDE | Leiter | 3 ◦ | fest | nein | leicht | leicht | Wide-Winkel |
| Erstreflexionen im System | TON-ER-SYS | Verweis in die Akustik-Domäne | — | — | — | — | — | keine (siehe unten) |
| Sitz-Wand-Mindestabstand | TON-GEOM | Leiter | 3 | fest | nein | leicht | leicht | noch keine (siehe unten) |
| Störgeräusch im Betriebszustand (Gerätegeräusch) | TON-NOISE-SYS | Verweis mit eigener Reihe für den Geräteanteil | 5 ◦ | fest | nein | mittel | leicht | Gerätegeräusch |
| AV-Synchronität | TON-AVSYNC | Leiter | 3 | vorläufig | nein | mittel | mittel | noch keine (siehe unten) |
| Integrität der Signalkette | TON-SIG | Verweis in die Domäne Kette & Betrieb | — | — | — | — | — | keine (siehe unten) |
◦ Wert wird derzeit geprüft.
Die meisten Leitern der Domäne stehen fest; ihre Stufen hängen an Normen und Referenzen, die vorliegen und geprüft sind. Drei werden derzeit geprüft: der Dynamikumfang, die Kalibrierung und die AV-Synchronität. Wo eine einzelne Stufe aus dem Muster ihrer Leiter fortgeschrieben ist, sagt die zugehörige Einzelseite es an der Stelle. Was für alle Leitern noch aussteht, ist die Prüfung an gemessenen Projekten.
Die Gewichte haben sich zuletzt verschoben, weil drei Kategorien dazugekommen sind. Ihre 14 Punkte stammen aus fünf bestehenden Kategorien: Die Surround-Winkeldichte gibt fünf ab, die Kalibrierung drei, Timbre-Gleichheit, Bass-Management und Höhenebene je zwei. Die Summe der Domäne bleibt bei 100. Alle acht geänderten Werte werden derzeit geprüft; besonders die Surround-Winkeldichte, die von acht auf drei Punkte fällt, obwohl sie weiterhin der Messausweis für die Winkelverteilung ist.
Zwei Bedingungen gelten quer über die Winkelkategorien, ohne selbst ein Gewicht zu bekommen. Erstens die Zonenbedingung: Alle Lautsprecher stehen in den Zonen, die CEDIA/CTA-RP22 für ihre Gruppe empfiehlt. Wo das nicht erfüllt ist, wird die betroffene Winkelkategorie auf L2 gedeckelt — RP22 lässt auf jeder Stufe null Lautsprecher außerhalb der Zonen zu, deshalb gibt es hier keine Staffelung. Zweitens die Nebensitzbedingung auf der obersten Stufe von Surround-Winkeldichte und Höhenebene: Die größte Winkellücke am ungünstigsten bewerteten Sitz liegt höchstens eine Stufe unter der am Referenzplatz. Ohne diese Bedingung ließe sich L5 an einem einzigen Sessel erreichen, während die Nachbarplätze eine Lücke im Klangbild hören.
Die Sitz-zu-Sitz-Konsistenz führt seit demselben Datum zwei Reihen: eine für die Screen-Lautsprecher, wie bisher, und eine zweite für Surround- und Upper-Lautsprecher, die erst ab L4 eine Bedingung setzt. Beide stammen aus RP22, das für die beiden Gruppen verschieden streng ist.
Drei Kategorien sind kritisch: der Frequenzgang gegen die Zielkurve, die Sitz-zu-Sitz-Konsistenz und die Bass-Gleichmäßigkeit über die Sitzfläche. Der Grund: Ein System, das die Zielkurve deutlich verfehlt oder auf den Außenplätzen völlig anders klingt als in der Mitte, ist für ein Mehrpersonen-Heimkino unbrauchbar, egal wie beeindruckend die einzelnen Geräte sind — und keine andere Kategorie gleicht das aus. Die Kalibrierung steht nicht darunter, obwohl sie den Klang genauso formt: Ein Pegel- oder Laufzeitfehler ist durch Nachmessen behebbar. Eine vertauschte Polarität, die den Bass zwischen zwei Lautsprechern auslöscht, ist in der untersten Stufe der Kalibrierungsleiter abgebildet.
Ein Verfahrensdetail hat sich bei der Pegelfähigkeit geändert: Für Screen- und Surround-Kanäle endet die Messung dort, wo der Frequenzgang um 3 Dezibel zusammenfällt, statt wie früher an einer Klirrgrenze von 3 Prozent. Der LFE-Kanal bleibt bei 10 Prozent Klirr, und die Pegelzahlen der Leiter ändern sich durch den Wechsel nicht. Was das für die Messung heißt, steht auf der Seite zur Pegelfähigkeit.
Zwei Kategorien gibt es nicht in jedem Raum. Ohne Höhenlautsprecher entfällt die Height-Layer-Kategorie, ohne Wide-Lautsprecher die Kategorie zum Wide-Winkel. Die Maximalsumme der Domäne verkürzt sich dann um deren Gewicht, und im Bericht steht zum Beispiel „bewertet: 17 von 18 Kategorien".
Die drei jüngsten Kategorien haben ihre Einzelseiten bereits: Die Kanalzahl zählt, wie viele Kanäle das System wirklich getrennt wiedergibt, die Pegeldifferenz zwischen den Screen-Lautsprechern misst, wie weit die Pegel der Frontlautsprecher an den Randplätzen auseinanderliegen, und der Wide-Winkel bewertet die Aufstellung der seitlichen Frontlautsprecher. Ihre Zahlen stammen aus den Parametern 2, 4 und 7 der Planungsempfehlung RP22, und alle drei stehen im Angebot fest, bevor irgendetwas gemessen wird.
Geplant und gemessen in dieser Domäne
Acht Kategorien der Domäne lassen sich am Sitzplan, an der Stückliste oder am Angebot ablesen und sind leicht planbar: die Kalibrierung (TON-CAL) als Ausführungszusage, die Surround-Winkeldichte (TON-SUR-DENS), die Höhenebene (TON-HGT), die Kanalzahl (TON-KANAL), die Pegeldifferenz zwischen den Screen-Lautsprechern (TON-SCREEN-SPL-DIFF), der Wide-Winkel (TON-WIDE) und der Sitz-Wand-Abstand (TON-GEOM) — dazu die Einmess-Klasse aus dem Angebot (TON-RC), die selbst kein Level hat, aber die Vorhersage von drei anderen Kategorien verschiebt. Sieben Kategorien folgen einer Rechenregel und sind mittel planbar, mit L4 als Obergrenze der Prognose: der Frequenzgang (TON-FG) aus Lautsprecherklasse, Erstreflexionen und Einmess-Klasse, die Bass-Extension (TON-BASS-EXT) aus der Grenzfrequenz im Datenblatt, die Pegelfähigkeit (TON-SPL) aus Empfindlichkeit, Verstärkerleistung und Hörabstand, der Dynamikumfang (TON-DYN) als Differenz zweier Vorhersagen, das Bass-Management (TON-BM) nach der Fähigkeit des Einmess-Systems, das Gerätegeräusch (TON-NOISE-SYS) aus den Datenblattpegeln und die AV-Synchronität (TON-AVSYNC) aus der veröffentlichten Bildlatenz. Vier Kategorien stehen im Planungsprofil als Spanne zweier Nachbarstufen, weil ihnen eine belastbare Regel fehlt: die Sitz-zu-Sitz-Konsistenz (TON-SZS), die Bass-Gleichmäßigkeit (TON-BASS-GL), das Modenabklingen mit Korrektur (TON-MOD-DEC) und die Timbre-Gleichheit (TON-TIMBRE). Die Spanne rechnet mit ihrer unteren Grenze; ihre obere bleibt als Aussicht im Angebot sichtbar.
Die Einmess-Klasse wirkt auf drei dieser Vorhersagen: Ohne Korrektur oder mit einer Entzerrung über ein einzelnes Band bleibt die Basisstufe stehen; eine Einmessung über mehrere Positionen hebt Frequenzgang, Sitz-zu-Sitz-Konsistenz und Bass-Gleichmäßigkeit um eine Stufe, eine Mehrpunkt-Einmessung mit Zeit- und Phasenkorrektur um zwei — nie über L4 hinaus. Was die Rechenregeln außerdem brauchen, sind die Kennwerte der Lautsprecher — Empfindlichkeit, Grenzfrequenz, Abstrahlverhalten nach CTA-2034-A —, die AVITECT je Serie als Kennwertliste hinterlegt; fehlt ein Wert, steht sie im Planungsprofil auf n/p und nennt ihn.
Beim Nachweis fällt die Domäne in drei Pakete. Zum Standardumfang jeder Übergabe gehören die acht leicht messbaren Kategorien — Kalibrierung, Surround-Winkeldichte, Höhenebene, Kanalzahl, Pegeldifferenz Screen, Wide-Winkel, Sitz-Wand-Abstand und Gerätegeräusch —, die sich mit Maßband, Winkelmesser, Schallpegelmesser und der Einmess-Dokumentation prüfen lassen. Das Messpaket Ton umfasst die zehn Kategorien am Messmikrofon: Frequenzgang, Sitz-zu-Sitz-Konsistenz, Bass-Gleichmäßigkeit, Bass-Extension, Modenabklingen mit Korrektur, Dynamikumfang, Bass-Management, Timbre-Gleichheit, AV-Synchronität und die Raumkorrektur-Checkliste. Als Einzelposition steht allein die Pegelfähigkeit, weil sie über alle Kanalgruppen bis an die Grenze gemessen wird, an der der Frequenzgang zusammenfällt.
Sechs Kategorien ohne Einzelseite — und warum
16 der 22 Kategorien haben eine eigene Einzelseite, die Messgröße, Schwellen je Level und Planungsfolgen erklärt. Sechs fehlen, und die Gründe dafür sind verschieden.
Zwei Kategorien werden in einer anderen Domäne geführt. Erstreflexionen im System (TON-ER-SYS) und die Integrität der Signalkette (TON-SIG) standen als Spiegelkategorien im Register, bis AVITECT ihre Zuordnung festgelegt hat: Erstreflexionen bewertet die Akustik-Domäne unter AKU-ER, die Signalkette gehört zur Domäne Kette & Betrieb. Beide bekommen in der Ton-Domäne weder eine Leiter noch ein Gewicht; ihre Zeilen bleiben als Nachweis der Entscheidung stehen.
Das Gerätegeräusch ist der dritte Verweis, und der einzige mit eigener Seite: Messvorschrift und Bewertungskurve kommen aus der Akustik-Domäne, angewendet werden sie hier auf den Anteil, den die Geräte selbst beisteuern.
Der Dynamikumfang bleibt, mit Bedacht gewichtet. Der nutzbare Dynamikumfang (TON-DYN) ergibt sich rechnerisch aus Pegelfähigkeit und Störpegel, die beide schon einzeln bewertet werden: Pegelfähigkeit und Gerätegeräusch. AVITECT führt ihn trotzdem als eigene Kategorie, mit demselben Argument, das beim Bild Schwarzwert, Weiß und Kontrast nebeneinander stehen lässt: Eine Anlage mit mäßigem Maximalpegel kann dank exzellentem Ruhepegel einen guten Dynamikumfang haben, und genau das soll sichtbar sein. Das Gewicht ist klein angesetzt, damit die dritte Größe die Balance der Domäne nicht kippt.
Die Raumkorrektur wird nicht mehr gestuft. Für die Güte der Einmessung (TON-RC) zählt nur der Endzustand, und den bewerten Frequenzgang, Sitz-zu-Sitz-Konsistenz und Bass-Gleichmäßigkeit bereits vollständig. Eine eigene Leiter wäre dieselbe Messung ein viertes Mal. Was bleibt, ist eine Abnahme-Checkliste ohne Gewicht: Einmessung dokumentiert, Korrektur oberhalb der Übergangsfrequenz nur breitbandig, keine schmalbandigen Anhebungen über 6 dB, Filter und Zielkurve im Messbericht.
Dafür hat die Kategorie eine zweite Aufgabe bekommen: Sie ist der Eingang für die Prognose der drei Kategorien, die sie ohnehin bestimmt. Wer gar keine Korrektur einplant oder nur eine Entzerrung über ein einzelnes Band, rechnet ohne Zuschlag; eine Einmessung über mehrere Positionen hebt die erwartete Stufe von Frequenzgang, Sitz-zu-Sitz-Konsistenz und Bass-Gleichmäßigkeit um eine Stufe an, und eine Mehrpunkt-Einmessung mit Zeit- und Phasenkorrektur um eine weitere. In der Prognose ist bei L4 Schluss: Die oberste Stufe verlangt in allen drei Kategorien einen Messnachweis, und den ersetzt keine Geräteklasse.
Zwei weitere Kategorien haben eine Leiter, aber noch keine Seite. Der Sitz-Wand-Mindestabstand (TON-GEOM) misst die Aufstellung im Grundriss — wie nah der hinterste Platz an der Rückwand sitzt, wo die Wandreflexion im Bass Auslöschungen erzeugt, die weder Einmessung noch Absorption vollständig auffangen. Seine Werte stammen aus RP22 Parameter 1 (Seite 46 und 122) und decken sich dort Zahl für Zahl; RP22 misst allerdings zusätzlich zur Wand auch zu einer vorstehenden Lautsprecherschallwand. Er bleibt eine eigene Kategorie mit kleinem Gewicht, weil er eine Länge misst und die Surround-Winkeldichte einen Winkel; beides in einer Leiter zu verrechnen ergäbe keine lesbare Zahl. Bei der AV-Synchronität (TON-AVSYNC) stehen die unteren Stufen auf den Akzeptanz- und Detektionsschwellen einer ITU-Empfehlung, die zwei Praxisstufen darüber werden derzeit geprüft.
Die Schwesterdomäne Akustik
Die Ton-Domäne misst den Endzustand; was der Raum davon selbst beisteuert, bewertet die Schwesterdomäne Performance Level Akustik ohne Elektronik. Wer ein Projekt beurteilt, liest beide Profile zusammen: Ein hohes Ton-Level über einem schwachen Akustik-Level sagt, dass die Elektronik viel auffängt — und dass dieser Anteil mit der Technik altert. Die Rechenregeln dahinter — Gewichte, Abrundung, kritische Deckel — stehen für alle Domänen gemeinsam auf der Hub-Seite.
Quellen
Kategorien, Gewichte und die Leitern L1 bis L5 stammen von AVITECT. Sie werden derzeit geprüft. Der externe Anker CEDIA/CTA-RP22 ist in der Fassung 1.2 von 2023 im Volltext gelesen; die vier Leistungsstufen und ihre Lesart stehen dort in Abschnitt 3.2 auf Seite 38. Die Schwellenwerte je Kategorie und ihre Belege stehen auf den Einzelseiten.