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CEDIA/CTA-RP22
Was ist CEDIA/CTA-RP22 — und was sagt es aus, wenn ein Raum als Level 3 geplant wird?
RP22 ist eine Empfehlung für die Planung von Mehrkanal-Audiosystemen in privaten Räumen. Sie beschreibt, welche messbaren Eigenschaften ein Raum und seine Anlage erreichen sollten, und fasst diese Eigenschaften zu vier Anspruchsstufen zusammen. Herausgeber sind die Branchenverbände CEDIA und CTA; die hier zugrunde gelegte Fassung 1.2 stammt von September 2023.
Bisher wurde die Güte einer Heimkinoanlage mit Worten beschrieben — gut, besser, Referenz. Solche Worte bedeuten bei jedem Anbieter etwas anderes, und vergleichen lässt sich damit nichts. RP22 ersetzt sie durch nachprüfbare Größen: wie leise der Raum ist, wie laut die Anlage störungsfrei spielen kann, wie ähnlich es auf dem zweiten Sitzplatz klingt wie auf dem ersten. Daraus werden vier Stufen. Der praktische Nutzen für Dich: Zwei Angebote lassen sich daran messen, was sie tatsächlich liefern sollen, statt daran, wie sie sich beschreiben.
Wer es herausgibt und was das für die Verbindlichkeit heißt
CEDIA ist der Verband der Fachbetriebe für Wohnraumtechnik, CTA der US-Verband der Unterhaltungselektronik. Beide sind Branchenverbände und keine Normungsorganisationen im engeren Sinne — RP22 verweist selbst auf die einschlägigen Normungsgremien, unter anderem ANSI, AES, EBU, IEC, ISO, ITU-R und SMPTE, und ordnet sich damit unter sie ein.
Die Bezeichnung Recommended Practice ist wörtlich zu nehmen, und das Dokument macht es an seiner eigenen Sprachregelung fest. Der Abschnitt zur Compliance-Notation auf Seite 17 kennt genau zwei Begriffe: should und should not, erläutert als „bevorzugt, aber nicht zwingend erforderlich". Ein shall, das in Normtexten die harte Anforderung markiert, kommt als Compliance-Begriff nicht vor. Abschnitt 3.2.2 sagt zusätzlich in einem Satz: Die Level sind nicht verpflichtend. RP22 ist damit weder eine Norm noch eine Zulassungsvoraussetzung, sondern eine gemeinsame Sprache: Wenn zwei Fachbetriebe „Level 3" schreiben, meinen sie dasselbe.
Vorgänger war CTA/CEDIA-CEB22. Das ältere Dokument beschrieb ausschließlich Räume der Referenzklasse — eine sehr kleine Teilmenge dessen, was gebaut wird. RP22 hat deshalb zwei Stufen darunter und eine darüber ergänzt und deckt damit einen erheblich größeren Teil realer Projekte ab.
Aufbau des Dokuments
Die Fassung 1.2 umfasst 156 Seiten und gliedert sich in elf Abschnitte und fünf Anhänge. Die Seitenzahlen helfen beim Nachschlagen:
| Abschnitt | Gegenstand | Seiten |
|---|---|---|
| i–vi | Einleitung, Geltungsbereich, Mitwirkende, Referenzen, Compliance-Notation, Einheiten | 12–17 |
| 1 | Glossar mit Definitionen und Symbolen | 19–25 |
| 2 | Überblick immersives Audio, kanal- gegen objektbasiert, Rendering | 26–31 |
| 3 | Leistungsziele, Performance Levels, Parameterindex | 33–42 |
| 4 | Sitzanordnung: Referenzsitzplatz, Hörzone, Wandabstand, Nullstellen | 43–46 |
| 5 | Lautsprecher-Layout: Formate, Screen, Surround, Wide, obere Ebene, Ausrichtung, Einbau | 47–71 |
| 6 | Lautsprecherauswahl: Abstrahlverhalten, Phasenkohärenz, Maximalpegel | 73–80 |
| 7 | Subwoofer und Tieftonoptimierung | 81–89 |
| 8 | Schallisolation und Grundgeräusch | 91–99 |
| 9 | Raumakustik: Nachhall, Behandlung, Materialien, Erstreflexionen, Leinwand | 101–111 |
| 10 | Geräteaufstellung, Rack, Strom, Bedienung | 113–115 |
| 11 | Kalibrierung der Elektroakustik, Regeln für die Entzerrung | 117–119 |
| Anhang A | Gesamttabelle der 21 Performance-Level-Parameter | 121–124 |
| Anhang B | Tiefton-Optimierung, Bass-Management, fortgeschrittene Verfahren | 125–127 |
| Anhang C | Bauweisen und NCB-Kurvenschar | 129–135 |
| Anhang D | Nachhallzeit-Berechnung | 137–141 |
| Anhang E | Lautsprecher-Layouts von 5 bis über 19 diskreten Kanälen | 143–152 |
Jeder der 21 Parameter steht zweimal im Dokument: einmal in der Wertetabelle seines Fachabschnitts und einmal in der Gesamttabelle des Anhangs A. Der Index in Tabelle 3-1 auf Seite 42 verweist auf beide.
Die drei Leistungsgruppen
RP22 sortiert alle Auslegungsziele unter drei Überschriften. Diese Dreiteilung ist der eigentliche Kern des Dokuments, weil sie die Zielkonflikte sichtbar macht.
Räumlichkeit (Spatial Resolution) beschreibt, wie genau ein System einen Klang an der richtigen Stelle im Raum abbildet. Sie hängt an der Zahl diskret angesteuerter Lautsprecher, an ihren Positionen, an den Sitzpositionen und an der Raumakustik.
Dynamik (Dynamic Range) beschreibt die Spanne vom leisesten zum lautesten wiedergebbaren Ereignis. Sie hat zwei Enden: Nach unten begrenzt sie das Grundgeräusch des Raums, nach oben der störungsfrei erreichbare Schalldruck. Beide Enden gehören zusammen — ein sehr lautes System in einem lauten Raum gewinnt keine Dynamik.
Klangfarbe (Timbre) beschreibt die Treue der Wiedergabe im Frequenzbereich, auf und außerhalb der Achse, samt Phasenlage und Verzerrungsarmut.
Der Zielkonflikt dazwischen ist im Dokument ausdrücklich benannt: Wer bei festem Budget die Zahl diskreter Kanäle erhöht, verbessert die Räumlichkeit und verschlechtert bei gleichem Gesamtbetrag Dynamik und Klangfarbe je Kanal. Mehr Lautsprecher bedeuten nach RP22 also nicht automatisch besseren Klang — Räumlichkeit ist nur einer von drei Teilen. Das ist eine bemerkenswert ehrliche Feststellung für ein Dokument einer Branche, die an zusätzlichen Kanälen verdient.
Die 21 Parameter
Insgesamt definiert RP22 einundzwanzig Auslegungsparameter, verteilt auf die drei Gruppen:
Räumlichkeit, Parameter 1 bis 11 (Fachabschnitte 4 und 5, Seiten 46 bis 71):
| Nr. | Gegenstand | gilt für |
|---|---|---|
| 1 | Mindestabstand der Hörzone zu Raumwänden und zu einer vorstehenden Lautsprecherschallwand | Sitzplatz |
| 2 | Zahl diskret gerenderter Kanäle des Decoders, ohne Subwoofer | Raum |
| 3 | Zahl der Screen-Lautsprecher außerhalb der empfohlenen Zonen | Raum |
| 4 | Größte Pegeldifferenz zwischen zwei Screen-Lautsprechern | Sitzplatz |
| 5 | Größte horizontale Winkellücke zwischen benachbarten Surrounds | Sitzplatz |
| 6 | Größte Pegeldifferenz zwischen zwei Surround-Lautsprechern | Sitzplatz |
| 7 | Abweichung der Wide-Lautsprecher vom Medianwinkel | Raum |
| 8 | Zulässigkeit nach oben abstrahlender Elevation-Lautsprecher | — |
| 9 | Größte vertikale Winkellücke zwischen benachbarten oberen Lautsprechern | Sitzplatz |
| 10 | Größte Pegeldifferenz zwischen zwei oberen Lautsprechern | Sitzplatz |
| 11 | Zahl der Surround-, Wide- und oberen Lautsprecher außerhalb der Zonen | Raum |
Dynamik, Parameter 12 bis 15 (Fachabschnitte 6 und 8, Seiten 79 und 99):
| Nr. | Gegenstand | gilt für |
|---|---|---|
| 12 | Schalldruckfähigkeit der Screen-Lautsprecher am Referenzsitzplatz, nach Kalibrierung und ohne Clipping | Raum |
| 13 | Dasselbe für die übrigen Lautsprecher, Endstufenreserve eingerechnet | Raum |
| 14 | Gesamt-Schalldruckfähigkeit bei LFE-Frequenzen, Bass-Management eingerechnet | Raum |
| 15 | Grundgeräusch mit allen Geräten und der Gebäudetechnik in Betrieb | Raum |
Klangfarbe, Parameter 16 bis 21 (Fachabschnitte 5, 7 und 9, Seiten 58, 71, 89 und 106):
| Nr. | Gegenstand | gilt für |
|---|---|---|
| 16 | Sitz-zu-Sitz-Abweichung des Frequenzgangs über die Screen-Lautsprecher | Sitzplatz |
| 17 | Dasselbe über Wide-, Surround- und obere Lautsprecher | Sitzplatz |
| 18 | Untere Grenzfrequenz im Raum | Raum |
| 19 | Frequenzgang am Referenzsitzplatz gegen die Zielkurve, unterhalb der Transitionsfrequenz — im Dokument „The Result" | Sitzplatz |
| 20 | Sitz-zu-Sitz-Abweichung unterhalb der Transitionsfrequenz — „The Consistency" | Sitzplatz |
| 21 | Pegel früher Reflexionen gegenüber dem Direktschall | Raum |
Die konkreten Grenzwerte je Level stehen im Dokument selbst und werden hier nicht wiedergegeben — sie sind sein eigentlicher Inhalt und urheberrechtlich geschützt. Wer damit arbeitet, braucht das Original.
Vier Details der Systematik sind für die Lesart wichtiger als die Zahlen. Erstens sind die Schalldruckwerte in dBC angegeben, also C-bewertet — der Tiefton zählt dort mit. Zweitens steht das Grundgeräusch als Grenzkurve je Oktavband und nicht als eine einzelne Zahl — so, wie es die Bewertungskurven beschreiben; RP22 verwendet dafür die NCB-Kurvenschar nach ANSI S12.2-2008 und misst mit allen Geräten und der Gebäudetechnik in Betrieb, während kein Programm läuft. Drittens führt das Dokument zu mehreren Parametern eine zweite, strengere Empfehlungszeile neben der Mindestzeile. Und viertens sind die Parameter 19 und 20 auf ein Band bezogen, dessen obere Grenze der Raum bestimmt: die Transitionsfrequenz, unterhalb derer die Raummoden die Wiedergabe am Sitzplatz verändern. Das Glossar auf Seite 24 setzt sie in kleinen Räumen bei rund 150 bis 500 Hertz an; „klein" heißt dort ein Volumen unter etwa 1.000 Kubikmetern.
Zu jedem Parameter steht unter seiner Tabelle, wie er zu ermitteln ist. Durchgehend beschreibt RP22 dabei eine Vorhersage aus der Planung, kein Abnahmeverfahren — was zum Ausschluss im Vorwort passt.
Die vier Level und wie sie zu lesen sind
Die Definitionen stehen in Abschnitt 3.2 auf Seite 38:
| Level | Bedeutung nach RP22 |
|---|---|
| 1 | das Mindestmaß, um die künstlerische Absicht im Grundsatz zu vermitteln |
| 2 | eine höhere Stufe, die die künstlerische Absicht genauer wiedergibt |
| 3 | erreicht oder übertrifft die Referenzbedingungen kommerzieller Kinovorführung |
| 4 | das über jeden Parameter hinweg maximal Erreichbare |
Zwei Regeln entscheiden darüber, was eine solche Angabe wert ist.
Ein Level gilt nur, wenn jedes einzelne Kriterium erfüllt ist. Es wird nicht gemittelt und nicht verrechnet. Ein Raum, der in zwanzig Parametern Level 3 erreicht und in einem Level 1, ist ein Level-1-Raum. Das ist streng, und es ist der Punkt, an dem die Systematik ihren Wert hat: Sie verhindert, dass ein starkes Merkmal ein schwaches verdeckt.
Das Level des Raums ist nicht das Level des besten Platzes. Bezugspunkt ist zunächst die Referenz-Sitzposition. Das Level des ganzen Raums gilt erst dann, wenn zusätzlich mindestens ein benachbarter Sitzplatz dieselbe Stufe erreicht. Ein Kino, das genau in der Mitte hervorragend und daneben mäßig klingt, bekommt damit keine hohe Einstufung.
Worauf RP22 sich stützt
Ein Teil der Anforderungen steht in Unterlagen, auf die RP22 nur verweist. Vier davon sind für das Lesen wichtig.
CTA/CEDIA-CEB23-B steht auf Seite 14 unter den normativen Referenzen und ist damit die einzige Quelle, ohne die RP22 unvollständig ist. Für Leinwandgröße, Sitzabstand und Bildwinkel verweist RP22 durchgehend dorthin — an vier Stellen, unter anderem bei der Festlegung des Referenzsitzplatzes und bei der Leinwand. Wer RP22 anwendet, braucht CEB23-B mit.
Vermerk 2026-09-05: CEB23-B ist nicht normativ (§ 3, S. 10 PDF) und kennt keinen Referenzsitzplatz — RP22 § 4.1.1 und die Referenzliste S. 14 stellen das anders dar. CEB23-B erklärt in eigener § 3 ausdrücklich, keine normativen Elemente zu enthalten, und definiert stattdessen eine „primary seating position" aus dem Kundengespräch (§ 7.1.1/§ 7.1.2), die dem Referenzsitzplatz nur dem Sinn nach entspricht.
AES75-2022 und ANSI/CTA-2034-A nennt RP22 als die Verfahren, mit denen die Schalldruckfähigkeit aus den Parametern 12 bis 14 zu bestimmen ist. Eine Klirrgrenze in Prozent nennt RP22 dabei nicht; sein Kriterium lautet, dass das System den Pegel ohne Clipping erreicht, Endstufenreserve eingerechnet.
ANSI S12.2-2008 liefert die NCB-Kurvenschar für das Grundgeräusch. RP22 gibt sie in Anhang C nur als Abbildung wieder; wer die Oktavband-Grenzwerte je Stufe braucht, kommt an der ANSI-Norm oder am ASHRAE-Handbuch nicht vorbei. Abschnitt 8.5 lässt eine andere Geräuschkennzahl als NCB übrigens ausdrücklich zu — unter der Bedingung, dass sie über den Frequenzbereich üblicher Haushaltsgeräusche vergleichbar aussagt und dass Verfahren und Ergebnis dokumentiert werden.
Häufiges Missverständnis
„Der Raum ist RP22-Level-3-zertifiziert." Das kann er nach der Fassung 1.2 nicht sein, denn diese enthält kein Verfahren, um einen fertigen Raum nachzumessen. Das Dokument schließt Mess- und Nachweismethoden ausdrücklich aus und kündigt sie für eine eigene, spätere Empfehlung an. Ein Level ist damit eine Auslegungsaussage aus der Planung — eine rechnerische Vorhersage —, keine geprüfte Eigenschaft des gebauten Raums. Wer eine solche Angabe bekommt, sollte fragen, ob sie berechnet oder gemessen wurde, und wenn gemessen: nach welchem Verfahren.
„Level 4 ist das Ziel, alles andere ist Kompromiss." Level 3 entspricht bereits den Referenzbedingungen kommerzieller Kinos. Level 4 verlangt das Maximum in jedem Parameter gleichzeitig, und wegen der beschriebenen Zielkonflikte wird das mit jedem Schritt teurer, ohne dass der hörbare Gewinn im selben Maß mitwächst. Die sinnvolle Frage ist deshalb nicht, welches Level das höchste ist, sondern welches zu Raum, Nutzung und Budget passt — genau dafür wurden die unteren Stufen eingeführt.
„RP22 sagt, wie viele Lautsprecher ich brauche." Es sagt, welche Eigenschaften erreicht werden sollen, und die Kanalzahl ist nur einer von einundzwanzig Parametern. Das Dokument warnt selbst davor, die Zahl der Lautsprecher mit Qualität gleichzusetzen.
Nicht zu verwechseln mit
- Norm: RP22 ist eine Empfehlung und ausdrücklich nicht verpflichtend.
- Zertifizierung: Es gibt zur Fassung 1.2 kein Prüfverfahren und folglich kein Siegel.
- AVITECT-Systemstufen: Eine eigene Nomenklatur mit anderem Zuschnitt. Beide Systeme beschreiben Anspruchsniveaus und meinen nicht dasselbe.
- THX-Zertifizierung: Eine Prüfung durch ein Unternehmen, nicht die Auslegungsempfehlung eines Verbands.
Was RP22 nicht behandelt
Drei Ausschlüsse stehen im Dokument selbst und begrenzen seinen Anwendungsbereich spürbar:
- Keine Mess- und Nachweisverfahren für gebaute Systeme; sie sind für eine eigene, künftige Empfehlung angekündigt.
- Nur Heimformate, keine Vorgaben für die kommerzielle Kinovorführung.
- Keine Lautsprecherpositionierung um großflächige selbstleuchtende Bildwände. Für Projekte mit LED-Wand statt Leinwand fehlt damit genau der Teil, der dort am dringendsten gebraucht würde.
Bild, Sitzabstand, Videotechnik und Bedienung sind ohnehin nicht Gegenstand — RP22 ist ein reines Audiodokument und verweist dafür auf CEB23-B.
Wer im Dokument nach bestimmten Größen sucht, findet sie an einigen Stellen bewusst nicht. Für die Abklingzeit einzelner Raummoden gibt es weder einen Schwellenwert noch ein Verfahren; Abschnitt 7 behandelt Moden, Subwoofer-Anordnungen und die Gleichmäßigkeit über die Sitzfläche, aber keine Abklingzeit. Oberhalb der Transitionsfrequenz kennt RP22 keinen Toleranzparameter gegen eine Zielkurve, und welche Zielkurve überhaupt gilt, legt es an keiner Stelle fest. Zur Klangfarben-Gleichheit zwischen verschiedenen Lautsprechern und zur Welligkeit im Übergangsbereich des Bass-Managements gibt es Begründungen, aber keine Zahlenreihen.
Beim Angebotsvergleich
Zwei Angebote für denselben Raum liegen nebeneinander. Das eine nennt vierzehn Lautsprecher, das andere neun, und beide beschreiben sich als hochwertig. Welches ist das bessere?
Vergleichbar werden sie erst über die Größen, die RP22 benennt. Die höhere Kanalzahl verbessert die Räumlichkeit — das ist unstrittig. Ob sie das Angebot insgesamt besser macht, hängt daran, was sie im selben Budget kostet: Reicht der verbleibende Betrag noch für Lautsprecher, die den geforderten Schalldruck ohne Verzerrung liefern, und für die Behandlung eines Raums, dessen Grundgeräusch das leise Ende begrenzt? Wenn nicht, kauft der Kunde Räumlichkeit gegen Dynamik ein, ohne dass es jemand ausspricht.
Das Verfahren, das sich daraus ergibt, ist unabhängig davon, ob am Ende irgendwo „Level 3" steht: Zielstufe je Gruppe festlegen, den schwächsten Parameter suchen und zuerst dort investieren. In den meisten Wohnräumen ist dieser schwächste Parameter nicht die Kanalzahl, sondern das Grundgeräusch oder die Sitz-zu-Sitz-Gleichmäßigkeit — und beides steht in keinem der beiden Angebote.
Verknüpfte Inhalte
Wie ungleichmäßig es zwischen zwei Sitzplätzen klingen darf, behandelt die Sitz-zu-Sitz-Varianz. Warum das Grundgeräusch über Oktavband-Grenzkurven und nicht über eine Einzahl beschrieben wird, führen die Bewertungskurven und der Grundgeräuschpegel aus; warum die Pegelangaben C-bewertet sind, steht bei der Frequenzbewertung. Die konkreten Einbauanforderungen aus § 5.9.3 nutzen im Bestand bereits die Einträge zur Baffle Wall und zur Media Wall.
Quellen
Alle Aussagen dieser Seite zu Aufbau, Gruppen, Parametern, Level-Definitionen, Lesart, Referenzdokumenten und Ausschlüssen stammen aus CEDIA/CTA-RP22 v1.2 von September 2023, für diese Seite vollständig gelesen: zuerst am Objekt, am 2026-09-04 noch einmal an der Textfassung im Quellenarchiv, aus der die Seitenzahlen stammen. Die konkreten Grenzwerte je Parameter und Level sind bewusst nicht wiedergegeben; das Dokument erlaubt kurze Zitate zu Bildungszwecken, nicht die Übernahme seines Inhalts.
Die Quellenklasse ist am 2026-09-04 von der Primärquelle auf Norm oder Standard geändert worden — ein Gremium legt hier ein Verfahren für alle fest, und das Dokument wird bei ANSI und CTA geführt.