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Performance Level Akustik
Welche Akustik-Kategorien bewerten die AVITECT Performance Level — und was misst jede davon?
Die Performance Level bewerten, was eine Lösung messbar erreicht — auf einer Skala von L1 bis L5, getrennt nach Domänen. Die Domäne Akustik ist dabei die Domäne des Raums: Sie bewertet, was Wände, Decke, Boden, Geometrie und Ausbau akustisch leisten, bevor irgendein Gerät eingreift. Wie lange der Raum nachhallt, wie er frühe Reflexionen behandelt, wie sein Tiefton abklingt, wie leise er im Betrieb ist und wie viel Schall er zu den Nachbarn durchlässt — all das sind Eigenschaften des Raums, und genau die stehen hier auf dem Prüfstand.
Ob ein Heimkino oder eine HiFi-Anlage gut klingt, hängt zu einem großen Teil am Raum selbst — noch bevor ein einziger Lautsprecher spielt. Ein Raum kann zu stark hallen, im Bass dröhnen oder von außen zu laut sein, und dann klingt auch die beste Technik darin nur mittelmäßig. Diese Seite zeigt Dir, welche Eigenschaften des Raums AVITECT dafür misst und bewertet. Für fast jede dieser Eigenschaften gibt es eine eigene Seite, die erklärt, was gemessen wird und welche Werte gut sind.
Warum der Raum ohne Elektronik bewertet wird
Die Leitern dieser Domäne kommen zweimal zum Einsatz: einmal am Entwurf, wenn Raummaße, Wandaufbauten und Absorberflächen feststehen, und einmal an der Messung im fertigen Raum. Jede Stufe sagt im Wort dazu, welcher der beiden Wege dahintersteht — „L3 (geplant)" oder „L3 (gemessen)".
Die Domäne bewertet den Raum ohne elektronische Korrektur. Einmessung, DSP und Bass-Arrays wie Multi-Sub oder DBA gehören zur Ton-Domäne, denn sie sind Leistungen des Systems — sie ziehen mit der Technik um, der Raum bleibt. Diese Trennung hat eine praktische Folge: Ein Raum, dessen Dröhnen erst eine aktive Basskontrolle bändigt, bekommt in der Akustik-Domäne die Note für den Raum, wie er gebaut ist; was die Elektronik daraus macht, bewertet die Ton-Domäne an ihrer eigenen Kategorie. So bleibt sichtbar, welcher Anteil der Qualität gebaut ist und welcher gerechnet.
Warum ist das wichtig? Weil beides verschieden altert und verschieden kostet. Geometrie und Schalldämmung lassen sich nach dem Bau kaum noch ändern, Absorber und Diffusoren nur mit sichtbarem Eingriff; Elektronik dagegen lässt sich tauschen und nachziehen. Wer beide Anteile getrennt sieht, weiß, wo ein Projekt wirklich steht — und was sich davon noch verbessern lässt.
Die Kategorien der Domäne
Das AVITECT-Register führt für die Domäne Akustik zehn bewertete Kategorien und eine gestrichene. Die Spalte Kürzel nennt den Namen, unter dem das Register die Kategorie führt; er taucht auf den Einzelseiten wieder auf. Gewicht sagt, mit wie viel Prozent die Kategorie in das Level der Domäne eingeht — die Gewichte einer Domäne ergeben zusammen 100. Beleg sagt, wie fest die Leiter steht: fest heißt, ihre Stufen hängen an Normen und Referenzen, die vorliegen und geprüft sind; vorläufig heißt, ihre Werte werden derzeit geprüft. Was kritisch bedeutet, erklärt die Hub-Seite: Ein Mangel dort stellt die Nutzung des Raums grundsätzlich in Frage und lässt sich durch keine andere Kategorie ausgleichen. planbar sagt, wie sicher die Stufe schon aus dem Akustikplan folgt, messbar, was ihr Nachweis im fertigen Raum kostet — beide mit den Werten leicht, mittel oder schwer, deren Bedeutung ebenfalls auf der Hub-Seite steht.
| Kategorie | Kürzel | Gewicht | Beleg | Kritisch | planbar | messbar | Einzelseite |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nachhallzeit Mittelband | AKU-RT | 17 ◦ | fest | ja | mittel | mittel | Nachhallzeit |
| Nachhall-Homogenität über Frequenz | AKU-RTH | 13 ◦ | fest | nein | mittel | mittel | Nachhall-Homogenität |
| Frühe Reflexionen | AKU-ER | 17 ◦ | vorläufig | ja | mittel | mittel | Frühe Reflexionen |
| Abklingverhalten im Modenbereich | AKU-MOD | 14 ◦ | fest | nein | schwer | mittel | Modenabklingen |
| Raumgeometrie und Modenverteilung | AKU-GEO | 5 ◦ | vorläufig | nein | leicht | mittel | Raumgeometrie |
| Absorptions-/Diffusionsbilanz | AKU-BAL | — | — | — | — | — | gestrichen (siehe unten) |
| Sprachverständlichkeit | AKU-STI | 4 ◦ | vorläufig | nein | mittel | mittel | Sprachverständlichkeit |
| Symmetrie links/rechts am Hörplatz | AKU-SYM | 6 ◦ | vorläufig | nein | leicht | mittel | Symmetrie |
| Grundgeräuschpegel im Betriebszustand | AKU-NOISE | 11 ◦ | fest | ja | mittel | leicht | Grundgeräuschpegel |
| Luftschalldämmung zu Nachbarräumen | AKU-ISO | 8 ◦ | fest | nein | leicht | schwer | Luftschalldämmung |
| Trittschall / Körperschall / Entkopplung | AKU-STRUCT | 5 | vorläufig | nein | schwer | schwer | noch keine (siehe unten) |
◦ Wert wird derzeit geprüft.
Drei Kategorien sind kritisch: die Nachhallzeit, die frühen Reflexionen und der Grundgeräuschpegel. Alle drei haben gemeinsam, dass keine Elektronik sie ausgleicht: Ein Raum, der zu lange hallt, zu harte Erstreflexionen wirft oder im Leerlauf hörbar rauscht, bleibt so, auch wenn die Geräteklasse darin noch so hoch ist — Einmessung korrigiert den Frequenzgang, aber weder Nachhall noch Rauschen. Die Luftschalldämmung steht nicht in dieser Reihe, obwohl sie den Alltag stark prägt: Eine schwache Wand verkürzt die Zeit, in der Du laut hören kannst, sie macht den Raum aber nicht unbrauchbar.
Jede der zehn bewerteten Kategorien hat eine Leiter mit allen fünf Stufen, aber nicht jede steht gleich fest. Am festesten steht der Grundgeräuschpegel: Seine beiden oberen Stufen stehen wörtlich in ITU-R BS.1116-3 und EBU Tech 3276, beide inzwischen am Original gelesen. Modenabklingen und Luftschalldämmung stehen ebenfalls auf sicherem Grund — die Luftschalldämmung führt seit dem Entscheid die Messgröße ihrer Quelle. Mit dem Entscheid vom 4. September 2026 kommen die beiden Nachhall-Kategorien dazu: Die Nachhallzeit rechnet mit den Zielformeln und Leitbändern der drei einschlägigen Dokumente, die Nachhall-Homogenität steht Stützpunkt für Stützpunkt auf der Toleranzmaske von ITU-R BS.1116-3. In beiden bleibt die unterste Stufe eine Setzung des Hauses. Auch die frühen Reflexionen hängen an einer gelesenen Fundstelle. Die übrigen Leitern werden derzeit geprüft, an den ersten gemessenen Projekten. Welche Stufe worauf beruht, sagt jede Einzelseite für sich.
Zwei Kategorien gibt es nicht in jedem Raum: die Sprachverständlichkeit in einem reinen Musikraum und die Raumgeometrie-Leiter in einem Raum ohne Quaderform. Sie werden dann nicht gewertet, die Maximalsumme der Domäne verkürzt sich entsprechend, und im Bericht steht, wie viele der zehn Kategorien bewertet sind.
Eine zwölfte Registerzeile gibt es noch: Die frühere Kategorie Schallemission nach außen, im Register AKU-AUSSEN, ist aufgelöst und lebt als OUT-EMISSION in der Outdoor-Domäne weiter, die noch keinen eigenen Cluster hat. Die Nutzbarkeit des Raums nach innen — also die Frage, wie laut Du hören kannst, ohne die Nachbarn zu stören — bleibt bei der Luftschalldämmung (AKU-ISO).
Geplant und gemessen in dieser Domäne
Drei Kategorien lassen sich am Grundriss oder am Bauteilkatalog ablesen und gelten deshalb als leicht planbar: die Raumgeometrie (AKU-GEO), die Symmetrie (AKU-SYM) und die Luftschalldämmung (AKU-ISO). Für sie darf das Planungsprofil jede Stufe ausweisen — bei der Raumgeometrie mit dem Vorbehalt, dass L4 und L5 zusätzlich die gemessene Modenverteilung verlangen. Fünf Kategorien folgen einer Rechenregel mit bekannter Unsicherheit und sind mittel planbar: die Nachhallzeit (AKU-RT) und die Nachhall-Homogenität (AKU-RTH) über die Absorptionsrechnung nach Sabine, die frühen Reflexionen (AKU-ER) über die Spiegelflächen am Sitzplan, der Grundgeräuschpegel (AKU-NOISE) über die Summe aller Geräuschquellen am Referenzsitz und die Sprachverständlichkeit (AKU-STI) aus den beiden Vorhersagen zu Nachhall und Grundgeräusch. Aus der Planung erreichbar ist bei ihnen höchstens L4; die oberste Stufe verlangt hier fast immer den Wert an neun von zehn Sitzplätzen, und den zeigt erst die Messung. Zwei Kategorien haben keine belastbare Regel und stehen im Planungsprofil als Spanne zweier Nachbarstufen: das Modenabklingen (AKU-MOD), weil die Abklingzeit einer Mode an der Bassabsorption genau an ihren Druckmaxima hängt, und die Entkopplung (AKU-STRUCT), weil im Gebäude die Nebenwege entscheiden. In die Rechnung der Domäne geht bei beiden die untere Grenze.
Was eine Absorptionsrechnung braucht, sind die Absorptionsgrade der eingesetzten Bauteile je Oktavband. AVITECT hinterlegt sie für die eigenen Absorber, Bassfallen und Wandaufbauten als Kennwertliste; solange ein Wert fehlt, steht die betroffene Kategorie im Profil als n/p, mit dem Vermerk, welche Angabe nachzuliefern ist.
Beim Nachweis im fertigen Raum liegt die Domäne fast ganz im Messpaket Akustik: Nachhallzeit, Nachhall-Homogenität, frühe Reflexionen, Modenabklingen, Raumgeometrie, Sprachverständlichkeit und Symmetrie werden mit Messmikrofon und Software-Auswertung an einem halben Tag erhoben. Nur der Grundgeräuschpegel gehört zum Standardumfang jeder Übergabe, weil ein Schallpegelmesser am Referenzsitz genügt. Zwei Kategorien verlangen einen Termin in zwei Räumen zugleich — die Luftschalldämmung und die Entkopplung werden im Nachbarraum gemessen — und stehen deshalb als Einzelposition im Angebot.
Was das im Vergleich zeigt, macht ein Wohnraum von rund 70 m³ deutlich: Mit Teppich, Sofa und Vorhang liegt seine Nachhallzeit bei rund 0,55 Sekunden und die Domäne wegen der kritischen Nachhallzeit auf „L1 (geplant)". Ein Akustikpaket aus 12 m² Breitbandabsorber, behandelten Erstreflexionsflächen und vier Bassfallen bewegt sieben Kategorien — die frühen Reflexionen um drei Stufen, die Nachhallzeit um zwei — und hebt die Domäne auf L2 oder L3; wo es bleibt, entscheiden Schallschutz und Entkopplung, die das Paket nicht berührt. Der Tiefton steht dabei als Spanne, weil er an den Bassfallen-Werten hängt, die erst die Kennwertliste liefert.
Eine gestrichene und eine Kategorie ohne Einzelseite
Für neun der zehn bewerteten Kategorien gibt es eine eigene Einzelseite mit Messgröße, Level-Schwellen und Einordnung. Eine Kategorie ist gestrichen, eine wartet noch auf ihre Seite.
Absorptions-/Diffusionsbilanz (AKU-BAL) sollte bewerten, ob ein Raum Schall in einem gesunden Verhältnis schluckt und streut. Das Problem: Es gibt dafür kein etabliertes Messverfahren am fertigen Raum — die zugehörige Labornorm misst Bauteile, keine Räume. AVITECT führt die Kategorie deshalb nicht mehr: Was Absorption und Diffusion im Raum bewirken, messen die Kategorien zur Nachhall-Homogenität und zu den frühen Reflexionen bereits mit, und eine eigene Kategorie hätte dieselbe Bauleistung ein zweites Mal bewertet. Ihr Gewicht ist auf diese beiden Kategorien übergegangen; eine Einzelseite entsteht dafür nicht.
Als Rechnung lebt die Bilanz jedoch weiter, und zwar als Prognoseregel in genau diesen beiden Kategorien: Absorberfläche mal Absorptionsgrad je Oktave gegen das Raumvolumen ergibt die zu erwartende Nachhall-Homogenität, die Behandlung der Erstreflexionsflächen und die Diffusorfläche ergeben die zu erwartende Stufe der frühen Reflexionen. Was einmal eine eigene Note war, ist damit zum Planungswerkzeug für zwei andere Noten geworden — ohne eigenes Gewicht.
Trittschall, Körperschall und Entkopplung (AKU-STRUCT) bewertet, wie stark ein Raum Schwingungen ins Gebäude weitergibt — relevant vor allem für Subwoofer über bewohnten Räumen. Das Messverfahren wird gerade untersucht, denn ob das klassische Normhammerwerk der Bauakustik die Subwoofer-Frage überhaupt beantwortet, ist zweifelhaft: Es bildet Schritte auf dem Boden ab, keine tieffrequente Anregung aus einem Lautsprecher. Derzeit gilt das Immissionsverfahren: Die Subwoofer regen den Hörraum im Bass definiert an, gemessen wird der Pegel im schutzbedürftigen Nachbarraum, dazu die Pegelminderung gegenüber starr montierten Geräten. Damit hat die Kategorie eine Leiter; die Einzelseite dazu folgt mit der nächsten Akustik-Welle. Bis dahin erklären die Glossareinträge zu Trittschall und Entkopplung die Grundlagen.
Die Schwesterdomäne Ton
Was der Raum an Klang hergibt, ist die eine Hälfte; was die Anlage in diesem Raum daraus macht, die andere. Diese zweite Hälfte bewertet die Domäne Ton Mehrkanal: Sie misst den Endzustand mit aller Technik — Frequenzgang, Pegel, Bass und Kalibrierung am Hörplatz. Das Modenabklingen taucht deshalb in beiden Domänen auf, einmal roh und einmal mit Korrektur; der Abstand zwischen beiden Werten zeigt, wie viel die Elektronik leistet. Was die Skala L1 bis L5 bedeutet und nach welchen Regeln die Kategorien zum Level der Domäne verrechnet werden, erklärt die Hub-Seite.
Quellen
Kategorien, Gewichte und die Leitern L1 bis L5 stammen von AVITECT. Sie werden derzeit geprüft. Welche Norm oder Referenz welche Stufe stützt, belegt jede Einzelseite für ihre Kategorie.