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Performance Level Bild & Licht

Welche Bild- und Licht-Kategorien bewerten die AVITECT Performance Level — und warum sind es zwei getrennte Domänen?

Bild und Licht sind in den AVITECT Performance Leveln zwei getrennte Domänen, jede mit vollen 100 % Eigengewicht; keine leiht sich Prozente von der anderen. Diese Seite behandelt beide trotzdem gemeinsam, weil sie im Kino als Paar wirken: Was Du auf der Leinwand siehst, entsteht aus dem, was der Projektor liefert, und aus dem, was der Raum an Licht zulässt. Ein Projektor der Referenzklasse in einem Raum mit hellen Wänden und Restlicht zeigt ein flaues Bild — das Gerät liefert, aber der Raum überstrahlt das Bild.

„Bildqualität“ hat im Heimkino zwei Zutaten: das Gerät, das das Bild erzeugt, und den Raum, der dunkel genug sein muss, damit dieses Bild wirkt. AVITECT bewertet beides getrennt — die Bild-Domäne misst, was auf der Bildfläche ankommt, die Licht-Domäne misst, wie dunkel der Raum ist und wie sein Licht sich verhält. So siehst Du, ob ein schwaches Bild am Gerät liegt oder am Raum — und weißt, wo sich eine Verbesserung lohnt.

Zwei Domänen, eine Wirkung

Warum die Trennung, wenn beides zusammen wirkt? Weil die Ursachen verschieden sind und verschieden behoben werden. Ein zu heller Raum ist ein Bau- und Ausstattungsthema: Verdunkelung, Wandfarben, Lichtplanung. Ein kontrastschwaches Gerät ist ein Technikthema: Projektor, Leinwand, Kalibrierung. Würden beide in einer Domäne verrechnet, könnte ein starkes Gerät einen hellen Raum in der Note verdecken — und umgekehrt. Getrennt bewertet bleibt sichtbar, welche der beiden Seiten das Bild begrenzt.

Die Verbindung geht dabei nicht verloren: Die Bild-Kategorien messen in-situ, also im realen Raum unter Betriebsbedingungen — der Raumeinfluss steckt in den Bild-Messwerten bereits drin. Die Licht-Domäne benennt zusätzlich die Ursachenseite und macht sie eigenständig bewertbar. An einer Stelle greift sie direkt in die Bild-Wertung ein: Im Filmbetrieb mit überwiegend dunklem Material kann das Level der gesamten Bild-Domäne nie höher liegen als das Level des Restlichts. Ein Raum, der nur L2 dunkel wird, bekommt für das Bild höchstens L2 — gleich, was das Gerät misst. Warum das so ist und wo die Grenze des Deckels liegt, erklärt die Einzelseite zum Restlicht.

Bewertet wird zweimal. Vor dem Bau entsteht die Stufe rechnerisch aus Projektor-Datenblatt, Leinwandgain, Reflexionsgraden der Wandflächen und Lichtkonzept; nach dem Bau steht sie auf einer Messung im fertigen Raum. Ob eine Stufe gerechnet oder gemessen ist, steht als Wort daran: „L3 (geplant)" oder „L3 (gemessen)".

Das Dualleiter-Konzept der Bild-Domäne

Viele Bild-Kategorien führen zwei getrennte Schwellenreihen: P für Projektion und D für Display. Der Grund ist physikalisch: Ein Projektor wirft Licht auf eine reflektierende Fläche und erreicht ganz andere Helligkeits- und Kontrastwerte als ein selbstleuchtendes Display — beide können auf ihrem Weg ein Referenzbild liefern, aber an verschiedenen Zahlen gemessen. Eine gemeinsame Leiter würde entweder jedes Display zum Sieger erklären oder jeden Projektor unfair benoten. Deshalb gilt: gleiche Kategorie, gleiches Level-Prinzip, aber je nach Bildgeber die passende Schwellenreihe.

Die Kategorien der Bild-Domäne

Im AVITECT-Register stehen für die Domäne Bild dreizehn Einträge, jeder mit seinem Kürzel — dem Registernamen, der auf den Einzelseiten wiederkehrt. Das Gewicht ist der Prozentanteil, mit dem eine Kategorie zum Level der Domäne beiträgt; alle Gewichte zusammen ergeben 100. Unter Beleg steht fest, wenn die Stufen der Leiter mit vorliegenden, geprüften Normen und Referenzen belegt sind, und vorläufig, wenn ihre Werte derzeit geprüft werden. Kritisch heißt: Ein Mangel dort macht die Bildwiedergabe als Ganzes unbrauchbar und lässt sich durch keine andere Kategorie ausgleichen (Regel auf der Hub-Seite). planbar und messbar ordnen jede Kategorie mit leicht, mittel oder schwer ein — das eine danach, wie sicher die Stufe schon aus Datenblatt, Sitzplan und Lichtkonzept folgt, das andere danach, wie aufwendig ihr Nachweis am fertigen Bild ist; die Bedeutung der drei Werte steht auf der Hub-Seite.

KategorieKürzelGewichtBelegKritischplanbarmessbarEinzelseite
SDR-Luminanz am ReferenzweißBIL-SDR12festjamittelleichtSDR-Luminanz
HDR-Luminanz (Peak vs. Vollbild-Haltevermögen)BIL-HDR8festneinmittelmittelHDR-Luminanz
Kontrast im realen RaumBIL-KON15festjaschwermittelKontrast
Schwarzwert unter BetriebsbedingungenBIL-SW8festneinmittelmittelSchwarzwert
EOTF-Treue / Graustufen-NeutralitätBIL-EOTF12festjaleichtschwerEOTF-Treue
Farbgenauigkeit über MischfarbenBIL-FARB-G8festneinleichtschwerFarbgenauigkeit
FarbraumabdeckungBIL-FARB-R4festneinleichtschwerFarbraumabdeckung
Bild-Uniformität (Helligkeit/Farbe)BIL-UNI8 ◦festneinschwermittelBild-Uniformität
Sehwinkel am ReferenzsitzBIL-FOV14vorläufigneinleichtleichtSehwinkel
Sehwinkelverteilung / Sichtlinien über alle PlätzeBIL-FOV-VERT7vorläufigneinleichtleichtfolgt (siehe unten)
Schärfe / Fokusgleichmäßigkeit / KonvergenzBIL-SCHARF4vorläufigneinmittelmittelSchärfe und Konvergenz
Bewegungsdarstellung und KadenzBIL-MOTION———leichtmittelkeine — Abnahme-Checkliste ohne Gewicht (siehe unten)
Signalkette Ende-zu-Ende (Bild)BIL-SIG—————keine — Verweis in die Domäne Kette & Betrieb

◦ Wert wird derzeit geprüft.

Drei Kategorien sind kritisch: die SDR-Luminanz, der Kontrast im realen Raum und die EOTF-Treue. Sie bilden die Grundlage, auf der alles Weitere aufsetzt — ist das Bild zu dunkel, zu flau oder in seiner Grauwiedergabe verbogen, hilft auch die beste Farbabstimmung nicht mehr.

Das zweitgrößte Gewicht hat der Sehwinkel am Referenzsitz, und das hat einen Grund: Die Bild-Domäne hat zwei Achsen. Die eine ist die Bildqualität — Helligkeit, Kontrast, Farbe. Die andere ist die Immersion, also wie groß das Bild im Blickfeld sitzt; sie misst der Sehwinkel. Ein technisch einwandfreies Bild, das im Blickfeld klein bleibt, erreicht auf dieser zweiten Achse wenig, und deshalb wiegt der Sehwinkel fast so viel wie der Kontrast.

Seine Stufenwerte stehen allerdings auf keiner Norm. Die Reihe 28, 33, 40 und 50 Grad gilt ausdrücklich als Setzung von AVITECT, so entschieden am 4. September 2026; die früher genannten Stützen dafür haben sich am Original als unbelegt erwiesen und sind gestrichen. Daneben steht eine Planungsregel aus der Wohnraum-Empfehlung CTA/CEDIA-CEB23-B: Sie nennt die Sehwinkel, ab denen eine Auflösung ihre Pixelstruktur nicht mehr preisgibt — rund 21 Grad für 720er-Auflösung, 32 Grad für 1080er-Auflösung, 58 Grad für 4K und 96 Grad für 8K. Damit lässt sich die umgekehrte Frage beantworten: Welche Auflösung braucht der Sehwinkel, den der Kunde haben möchte?

Zwei Stufen anderer Kategorien haben seit demselben Datum einen zusätzlichen Beleg aus derselben Empfehlung. Beim Kontrast im realen Raum bestätigt CEB23-B die Werte auf L3 und L4 mit eigenen Klassennamen — 100:1 für ein Heimkino auf dem Niveau eines kommerziellen Kinos, 150:1 für ein Heimkino auf dem Stand der Technik. Und bei der Sehwinkelverteilung steht die L2-Bedingung für den vertikalen Blickwinkel, höchstens 15 Grad, dort wörtlich. Auf die Domänensumme wirkt sich beides nicht aus, es macht die beiden Leitern nur belastbarer.

Bei der SDR-Luminanz ist die oberste Stufe schärfer gefasst worden. Sie verlangt jetzt eine Alterungsreserve: Die Projektion muss über die Lebensdauer der Lichtquelle laut Datenblatt mindestens 48 cd/m² halten, was bei konventionellen Lampen einem Einstellwert von rund 96 cd/m² nach dem Lampenwechsel entspricht — dem Doppelten. Was vorher als „dokumentierte Reserve" dastand, ist damit eine prüfbare Zahl.

Die Signalkette ist aufgelöst: Die Frage, ob das Bildsignal vom Zuspieler bis zum Bildgeber unverfälscht durchläuft, gehört per AVITECT-Entscheid in die Domäne Kette & Betrieb. Sie wird dort einmal gemessen, damit derselbe Mangel nicht zweimal zählt. Die Registerzeile bleibt als Verweis erhalten und geht nicht mehr in die Bild-Wertung ein. Sichtbar bleibt die Größe für den Kunden trotzdem, weil die Bild-Domäne zwei Werte ausweist: Das Anlagenlevel sagt, was die Anlage kann, das Wiedergabelevel sagt, was davon beim Zuspielen ankommt — begrenzt durch die Qualität von Signalkette und Quellmaterial.

Die Sehwinkelverteilung bekommt ihre Einzelseite noch. Sie beantwortet die Frage, wie gut die Plätze abseits des Referenzsitzes sehen. Als Zahl gilt der Sehwinkel im Verhältnis zum Referenzsitz, den neun von zehn bewerteten Plätzen erreichen; dazu kommen Bedingungen für den sichtbaren Bildanteil und den vertikalen Blickwinkel. Ein Sitz, der mehr als ein Viertel des Bildes nicht sieht, zieht die ganze Kategorie auf L1 — was Sichtlinienfreiheit konkret heißt, erklärt der Glossareintrag. Belegt ist davon eine Stufe: Die 15 Grad des vertikalen Blickwinkels auf L2 stehen wörtlich in CEB23-B. Die übrigen Stufenwerte werden derzeit geprüft; die Einzelseite folgt mit diesem Vermerk.

Die Bewegungsdarstellung bekommt keine Leiter. Eine Stufenleiter, die sich im Feld nicht verlässlich messen lässt, hilft niemandem, denn die verfügbaren Messmittel laufen zwischen Prüfern zu stark auseinander. Was sich prüfen lässt, bleibt als Abnahme-Checkliste ohne Gewicht: die Kadenztreue bei 24 Bildern je Sekunde ohne Ruckeln durch falsche Bildwiederholung und der Verzicht auf ungewollte Zwischenbildberechnung im Filmmodus.

Die Kategorien der Licht-Domäne

Die Licht-Domäne bewertet den Raum als Lichtumgebung: wie dunkel er werden kann, wie seine Flächen mit dem Bildlicht umgehen und wie sein Betriebslicht sich verhält. Das Register führt sechs Kategorien, davon eine gestrichene.

KategorieKürzelGewichtBelegKritischplanbarmessbarEinzelseite
Restlicht an der Bildfläche (Verdunkelungsgrad)LIC-REST40 ◦festjamittelleichtRestlicht
Reflexionsgrad im BildnahbereichLIC-REFL22 ◦festneinleichtleichtReflexionsgrad
Betriebs- und Wegelicht (Qualität)LIC-WEGE19 ◦vorläufigneinleichtmittelfolgt (siehe unten)
Lichtfarbqualität (TM-30 / CRI)LIC-FARBQ—————gestrichen — Farbwiedergabe bleibt Mindestbedingung im Betriebs- und Wegelicht
Umfeld-/Bias-Licht-KonformitätLIC-BIAS12 ◦vorläufigneinmittelleichtfolgt (siehe unten)
Kopplung Licht ↔ BetriebszustandLIC-KOPP7 ◦vorläufigneinleichtleichtfolgt (siehe unten)

◦ Wert wird derzeit geprüft.

Die fünf Gewichte ergeben zusammen 100 und sind als Arbeitsstand entschieden. Die Rangfolge dahinter ist eindeutig: Das Restlicht wiegt mit weitem Abstand am schwersten und ist als einzige Licht-Kategorie kritisch — ein Raum, der nicht dunkel wird, entwertet jede Bildinvestition. Es folgt der Reflexionsgrad der bildnahen Flächen. Mit einem eigenen Gewicht von 7 bleibt auch die Kopplung zwischen Licht und Betriebszustand eine bewertete Kategorie und wird keine reine Ja-Nein-Bedingung.

Geplant und gemessen in diesen Domänen

In der Bild-Domäne sind sechs Kategorien leicht planbar, weil ihre Stufe im Datenblatt, im Sitzplan oder im Angebot steht: Gamma und Grauneutralität (BIL-EOTF) und die Farbgenauigkeit (BIL-FARB-G) als Zusage einer professionellen Kalibrierung — mit Mehrpunkt-Graustufen und 3D-LUT jeweils L4, ab Werk L2 —, die Farbraumabdeckung (BIL-FARB-R) als Prozentwert aus dem Datenblatt, der Sehwinkel am Referenzsitz (BIL-FOV) und die Sehwinkelverteilung (BIL-FOV-VERT) aus Bildbreite und Sitzabständen sowie die Bewegungsdarstellung (BIL-MOTION) als Ja oder Nein zur 24p-Wiedergabe. Vier Kategorien rechnen nach einer Regel und sind mittel planbar: die SDR-Luminanz (BIL-SDR) und die HDR-Luminanz (BIL-HDR) aus Lichtstrom, Leinwandfläche und Gain, der Schwarzwert (BIL-SW) aus dem nativen Kontrast des Geräts plus dem Restlicht im Raum, die Schärfe (BIL-SCHARF) nach Gerätetyp. Für sie endet die Prognose bei L4 — die Alterungsreserve, die Zweitmessung und die Temperaturdrift, an denen L5 hängt, zeigt erst die Messung. Zwei Kategorien haben keine belastbare Regel und stehen als Spanne: der Kontrast im realen Raum (BIL-KON), für den sich nur eine Obergrenze aus ANSI-Kontrast, Restlicht und Streulicht rechnen lässt, und die Bild-Uniformität (BIL-UNI), die an Objektiv, Zoomstellung und Gain hängt. Bei beiden zählt die untere Grenze der Spanne für das Domänen-Level.

In der Licht-Domäne stehen drei Kategorien direkt in den Unterlagen — der Reflexionsgrad (LIC-REFL) als Hellbezugswert der Farbkarte, das Betriebs- und Wegelicht (LIC-WEGE) aus den Datenblättern der Leuchten und die Kopplung (LIC-KOPP) aus dem Steuerungskonzept — und sind leicht planbar. Das Restlicht (LIC-REST) und das Bias-Licht (LIC-BIAS) folgen einer Rechnung aus Verdunkelung, Wegelicht und Reflexionsgrad und sind mittel planbar. Was die Rechnungen beider Domänen brauchen — den kalibrierten Lichtstrom, den nativen und den ANSI-Kontrast je Projektor, Gain und Restlichtunterdrückung je Leinwand —, hinterlegt AVITECT als Kennwertliste; fehlt ein Wert, bleibt die Kategorie vorerst auf n/p und benennt ihn.

Beim Nachweis teilen sich die beiden Domänen anders auf als bei der Planung. Zum Standardumfang der Übergabe gehören SDR-Luminanz und die beiden Sehwinkel-Kategorien sowie Restlicht, Reflexionsgrad, Bias-Licht und Kopplung — Spotmeter, Luxmeter, Maßband und Sichtprüfung genügen. Das Messpaket Bild umfasst HDR-Luminanz, Kontrast, Schwarzwert, Uniformität, Schärfe und die 24p-Checkliste; das Messpaket Licht besteht aus dem Betriebs- und Wegelicht mit seiner Flimmermessung an drei Dimmstellungen. Drei Bild-Kategorien brauchen ein Spektroradiometer und stehen deshalb als Einzelposition: Gamma und Grauneutralität, Farbgenauigkeit und Farbraumabdeckung.

Wie eng beide Domänen im Planungsprofil zusammenhängen, zeigt ein Wohnraum mit 2 Lux Restlicht auf der Bildfläche: Ein Einsteigerprojektor mit Weißleinwand landet beim Kontrast auf L1, weil das Restlicht den Deckel setzt, nicht das Gerät. Ein Referenzprojektor mit Restlicht-abweisender Leinwand hebt den Kontrast auf „L3 bis L4 (geplant)" und die Bild-Domäne von L1 auf L3 — und der Schwarzwert bleibt trotzdem auf L2, weil 2 Lux auf der Leinwand mehr Licht sind, als jedes Gerät im Schwarz unterbieten kann. Wer L4 im Schwarz will, kauft die Verdunkelung vor dem nächsten Projektor; genau das macht das Profil sichtbar, bevor etwas bestellt wird.

Vier Licht-Kategorien ohne Einzelseite

Zwei der sechs Licht-Kategorien haben eine Einzelseite mit Messvorschrift, Stufenwerten und Einordnung. Von den übrigen vier ist eine gestrichen; die drei anderen haben Leitern von L1 bis L5, deren Werte derzeit geprüft werden — für die Kopplung gibt es keine Norm, nur prüfbare Ausführungsmerkmale. Ihre Einzelseiten folgen.

Betriebs- und Wegelicht: Unter diesem Namen lassen sich zwei verschiedene Dinge bewerten: die Arbeitslicht-Funktion — hell genug zum Putzen und Umbauen — oder die Qualität des Lichts im Filmbetrieb. AVITECT bewertet die Qualität im Filmbetrieb, aus einem Geltungsgrund: Die Norm hinter dem Arbeitslicht gilt für Arbeitsstätten und deckt Wohnräume nicht ab. Gewertet wird der Flimmer-Modulationsgrad in Prozent, gemessen an mindestens drei Dimmstellungen; Dimmtiefe, Blendfreiheit und getrennte Szenen hängen als Bedingungen an den Stufen.

Lichtfarbqualität: Die Farbwiedergabe des Lichts wird als Bedingung im Betriebs- und Wegelicht geprüft und hat deshalb keine eigene Leiter. Am 4. September 2026 ist diese Bedingung gestaffelt worden: Farbwiedergabeindex Ra oder Farbtreue Rf von mindestens 80 auf L2, mindestens 90 auf L3 und mindestens 95 auf L4 und L5, jeweils aus dem Datenblatt der Leuchte. Beide Kennzahlen sind zugelassen, weil sie sich nicht ineinander umrechnen lassen und nicht jedes Datenblatt beide nennt. Ein eigenes Gewicht bekommt die Farbwiedergabe dadurch nicht; die Licht-Domäne hat weiterhin fünf bewertete Kategorien.

Bias-Licht: Ein definiertes, schwaches Umfeldlicht hinter der Bildfläche — das Bias-Licht — entlastet das Auge und lässt Schwarz tiefer wirken. AVITECT bewertet es mit zwei Ankern, getrennt nach Bildgeber wie bei den Dualleitern der Bild-Domäne: Bei Projektion gilt der relative Anker — acht bis zwölf Prozent des Referenzweiß nach der ITU-Empfehlung für Sichtungsräume —, beim Display der absolute Wert von rund 5 cd/m² nach der SMPTE-Empfehlung für Referenzmonitore. Der Grund für die Trennung ist die Spannweite der Geräte: Ein fester Absolutwert wäre bei der Projektion etwa ein Zehntel des Weißwerts, bei einem hellen Display nur noch ein Vierzigstel. Ein Raum, der dokumentiert und begründet vollständig dunkel gefahren wird, fällt aus der Wertung; gerechnet wird dann über die übrigen Kategorien, und der Bericht vermerkt vier von fünf bewerteten Kategorien. Fehlt Bias-Licht ohne diese Begründung, steht die Kategorie auf L1.

Kopplung Licht und Betriebszustand: Das Zusammenspiel von Licht und Wiedergabe — Szenen, Dimmen bei Filmstart, Pausenlicht — ist eine eigene Kategorie, weil es sonst genau im dunklen Kino ohne Bias-Fläche ersatzlos wegfiele; ob es dauerhaft eigenständig bleibt, wird derzeit geprüft. Die Leiter besteht aus prüfbaren Ausführungsmerkmalen statt aus Messwerten: von einer aufrufbaren Filmszene über die selbsttätige Umschaltung bis zur vollständig geprüften Zustandsmatrix samt Wiederanlauf nach Stromausfall.

Was die beiden Domänen mit dem Ton verbindet

Bild und Licht beschreiben die Sichtseite eines Kinos; die Hörseite bewerten die Domänen Akustik und Ton Mehrkanal nach demselben Prinzip — Raum und Anlage getrennt, damit sichtbar bleibt, wo ein Mangel liegt. Alle vier Profile stehen im Ergebnis nebeneinander; ein Mittelwert wird nie gebildet. Skala, Gewichte und kritische Deckel erklärt die Hub-Seite einmal für alle Domänen.

Quellen

Kategorien, Gewichte und die Leitern L1 bis L5 stammen von AVITECT, im Register der Domänen Bild und Licht. Sie werden derzeit geprüft. Die Anker des Bias-Lichts sind ITU-R BT.2035 und SMPTE ST 2080-3, die Zweitbelege für Kontrast, vertikalen Blickwinkel und Alterungsreserve stammen aus CTA/CEDIA-CEB23-B; welche Norm oder Referenz die übrigen Stufen stützt, belegen die Einzelseiten je Kategorie.

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