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Einleitung

Zwei Laser erzeugen im Titan das Licht für ein 4K-Bild mit 5.000 ISO-Lumen. Das Objektiv verschiebt das Bild motorisch nach oben, unten und zur Seite, der Projektor muss deshalb nicht exakt mittig vor der Leinwand hängen. Sein Netzteil sitzt im Gehäuse, sodass bei der Deckenmontage kein separates Netzteil untergebracht werden muss. Im Standardmodus bleibt er in 1 m Abstand unter 32 dB.

Eignet sich der Titan für Dich?

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Mobiles Kino für unterwegs.

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Multifunktionsraum mit Heimkino.

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Perfekt für Dich, wenn …

  • Du ein natives 4K-Panel suchst.
  • Du 3D-Wiedergabe brauchst.
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Eher nicht für Dich, wenn …

  • Du Dir keine Gedanken über Regenbogen-Effekte machen möchtest.
  • Du kein separates Netzteil am Gerät möchtest.
  • Du etablierten Projektor-Herstellern mit Installations-Erfahrung vertraust.
  • Du ein Black Cinema auf Referenz-Niveau bauen möchtest.

Die Highlights des Titan im Überblick

  • Helligkeit

    5.000 lm

    ISO-Lumen (ISO 21118)

  • Native Auflösung

    3840 × 2160

  • Lichtquelle

    Dual-Laser

  • Throw Ratio

    1,2 – 1,8

  • Kontrast

    5.000.000:1

  • Bilddiagonale

    60 – 250 Zoll

  • Lens-Shift

    Vertikal

    ±100 %

    Horizontal

    ±40 %

  • HDR-Formate

    • HDR10+
    • Dolby Vision
    • IMAX Enhanced
  • Gehäuse

    B × H × T

    441 mm158 mm345 mm

    Gewicht 11,5 kg

Technologien im Titan

Was in den technischen Daten steckt — auf unseren Wissensseiten erklärt und vertieft.

Technische Daten

  • Bilderzeugung

    Projektionstechnologie
    DLP
    Native Auflösung
    3840 × 2160

    Lichtquelle

    Lichtquelle
    Dual-Laser
  • Helligkeit

    Helligkeit
    5.000 lm
  • Projektionsgeometrie

    Throw Ratio

    Glossar

    Projektionsverhältnis

    Das Projektionsverhältnis — englisch throw ratio — ist der Abstand zwischen Objektiv und Bildfläche, geteilt durch die Bildbreite. Ein Wert von 1,5 bedeutet: Für ein zwei Meter breites Bild steht der Projektor drei Meter entfernt.

    Je weiter ein Projektor von der Wand weg steht, desto größer wird sein Bild. Wie schnell es größer wird, hängt am Objektiv, und genau dafür gibt es eine Zahl. Sie sagt Dir, wie viele Meter Abstand Du für einen Meter Bildbreite brauchst. Das klingt nach einer Nebensache, entscheidet aber darüber, ob das Gerät an der Decke hängt, hinten im Regal steht oder direkt unter der Bildfläche — und damit über einen großen Teil der Planung.

    Ausführliche Erklärung

    Bezugsgröße ist immer die Bildbreite, nicht die Diagonale. Das ist die häufigste Fehlerquelle beim Nachrechnen, weil Leinwände über die Diagonale verkauft werden — im Format 16:9 stellt man das Gerät damit rund 15 Prozent zu weit weg. Bei breiteren Kinoformaten fällt der Fehler kleiner aus, weil die Breite näher an der Diagonale liegt, ganz verschwindet er aber nie. Was er in Zentimetern kostet, welcher Faktor zu welchem Seitenverhältnis gehört und wie er sich in der Rückrechnung umdreht, rechnet der Projektionsabstand vor.

    Die meisten Projektoren nennen keinen festen Wert, sondern eine Spanne, weil ihr Objektiv einen Zoombereich hat — etwa 1,3 bis 2,1. Diese Spanne ist der eigentliche Planungsspielraum: Sie sagt, in welchem Abstandsbereich ein bestimmtes Bild überhaupt darstellbar ist. Ein großer Zoombereich macht die Aufstellung unkritisch, kostet aber am langen Ende Licht — bei maximalem Zoom verlieren viele Objektive spürbar an Helligkeit — und an den Enden des Bereichs Randschärfe, weshalb die Mitte des Bereichs die bessere Auslegung ist. Welche Anforderungen dabei an derselben Objektivstellung gegeneinander ziehen, führt Wurfweite, Lens Shift und Einfallswinkel aus.

    Aus dem Zahlenwert folgen die geläufigen Gerätekategorien. Klassische Projektoren liegen deutlich über 1,0 und stehen entsprechend weit hinten, meist an der Decke über den Sitzplätzen. Kurzdistanzgeräte liegen darunter und kommen mit wenigen Metern aus. Die Ultrakurzdistanz beginnt bei sehr kleinen Werten und erlaubt eine Aufstellung dicht unter der Bildfläche — das ist die Bauform, auf der der Laser TV aufsetzt.

    Wo die Grenzen zwischen diesen drei Kategorien liegen, legt keine Norm fest, und die Hersteller ziehen die Linie an verschiedenen Stellen: Christie gibt für die eigene Reihe 0,5 bis 1,0 als Kurzdistanz an, BenQ definiert sie über die Distanz statt über das Verhältnis, und Epson führt ein Objektiv namens „Short Throw“, das je nach Gehäuse bei 0,46 landet. AVITECT legt die Einteilung deshalb selbst fest: Werte unter 0,35 sind Ultrakurzdistanz, Werte von 0,35 bis 1,0 Kurzdistanz. Diese beiden Zahlenpaare sind eine Festlegung dieses Hauses und keine Branchenangabe. Was aus der Einordnung für Aufstellung, Montage und Leinwand folgt — samt der Faustregel in Metern, die an die Bildgröße gebunden ist —, steht beim Kurzdistanz-Projektor.

    Wichtig für die Praxis ist, was das Projektionsverhältnis nicht regelt: die Höhe des Bildes gegenüber dem Gerät. Dafür ist der Lens-Shift-Bereich zuständig, der das Bild optisch verschiebt, ohne den Abstand zu ändern. Fehlt dieser Spielraum, muss das Gerät genau in der Höhe montiert werden, die sein Objektiv zur Bildfläche vorgibt — oder das Bild wird elektronisch entzerrt, was Auflösung kostet und im Heimkino nichts zu suchen hat.

    Häufiges Missverständnis

    Am häufigsten wird das Verhältnis auf die Bilddiagonale bezogen. Weil die Diagonale größer ist als die Breite, ergibt das zu große Abstände — und im Ergebnis ein Bild, das größer wird als geplant, oder einen Projektor, der nicht mehr in den Raum passt. Wer mit Herstellerrechnern arbeitet, sollte deshalb prüfen, welche Größe dort eingetragen wird.

    Weniger offensichtlich ist der zweite Fehlschluss, und er betrifft die Ultrakurzdistanz. Weil das Gerät dicht an der Fläche steht, wird angenommen, die Aufstellung sei besonders unkritisch. Das Gegenteil ist der Fall: Bei sehr kleinen Werten verändern wenige Zentimeter Abstand die Bildgröße erheblich, und schon eine leichte Schrägstellung oder eine nicht ganz plane Bildfläche wird als Verzeichnung sichtbar. Ein Laser TV verlangt deshalb einen festen, justierbaren Standort und eine sehr gerade Leinwand.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Lens Shift: Verschiebt das Bild nach oben, unten oder zur Seite, ohne den Abstand zu verändern. Beantwortet die Frage „wo darf das Gerät hängen", nicht „wie weit weg".
    • Bilddiagonale: Die Verkaufsgröße einer Leinwand. Für das Projektionsverhältnis zählt die Breite.
    • Sitzabstand: Ergibt sich aus Bildgröße und gewünschtem Sichtwinkel und hat mit der Optik des Projektors nichts zu tun.

    In der Planung

    Ein Wohnzimmer, in dem die Bildbreite mit 2,60 Metern feststeht, weil mehr nicht zwischen die Fenster passt. Zu entscheiden ist zuerst, wo das Gerät sitzen darf — an der Decke, im Sideboard oder gar nicht sichtbar.

    Steht die Antwort fest, ergibt sich daraus der zulässige Bereich für das Projektionsverhältnis, und der grenzt die Gerätekategorie ein. Soll der Projektor im Sideboard unter der Bildfläche stehen, ist es ein Ultrakurzdistanz-Gerät, und diese Entscheidung zieht die Leinwandwahl nach sich, weil zur Ultrakurzdistanz eine passend ausgelegte Oberfläche gehört. Hängt er dagegen an der Decke, ist der Zoombereich das entscheidende Kriterium: Er muss den vorhandenen Abstand in seiner Mitte abdecken, nicht an seinem Rand. Über konkrete Modelle wird zuletzt gesprochen — und dann mit einer Zahl aus der Planung im Blick, nicht mit der Angabe auf dem Karton.

    Verknüpfte Inhalte

    Die Rechnung dazu — Abstand aus Verhältnis und Bildbreite, beide Umstellungen, das Abstandsfenster eines Zoomobjektivs und die Empfindlichkeit kleiner Verhältnisse — steht beim Projektionsabstand. Warum die Ultrakurzdistanz eine eigene Gerätefamilie hervorgebracht hat, steht beim Laser TV; welche Leinwandoberfläche dazu passt, bei der ALR-Leinwand. Wie groß das Bild für einen gegebenen Sitzabstand überhaupt sein soll, klärt der Sichtwinkel. Wo das Gerät bei festliegender Bildlage montiert werden darf, beantwortet der Lens Shift.

    Quellen

    Die Definition und die Angaben zu Zoom- und Lens-Shift-Bereichen folgen Herstellerunterlagen. Die drei zitierten Einteilungen stammen aus den Technologie- und Produktseiten von Christie, BenQ und Epson; die AVITECT-Grenzwerte sind eine eigene Festlegung ohne Fremdquelle.

    1,2 – 1,8

    Lens-Shift

    Glossar

    Lens Shift

    Lens Shift verschiebt das projizierte Bild gegenüber der optischen Achse, indem das Objektiv quer zu dieser Achse bewegt wird. Das Gerät bleibt dabei gerade ausgerichtet, der Abstand zur Bildfläche ändert sich nicht, und es geht kein Bildpunkt verloren.

    Ein Projektor wirft sein Bild geradeaus. Wenn er nicht genau auf Höhe der Leinwand sitzt, landet das Bild zu hoch oder zu tief — und ihn einfach schräg zu stellen macht aus dem Rechteck ein Trapez. Lens Shift löst das anders: Im Inneren wird die Linse ein Stück versetzt, und das Bild wandert mit, ohne schief zu werden. Wie weit es wandern darf, sagt Dir, wo das Gerät hängen oder stehen kann.

    Ausführliche Erklärung

    Angegeben wird der Bereich als Prozentsatz der Bildgröße: vertikal bezogen auf die Bildhöhe, horizontal auf die Bildbreite. In der üblichen Lesart bedeutet eine Angabe von 60 Prozent vertikal, dass die Bildmitte um 60 Prozent der Bildhöhe über oder unter der Objektivachse liegen darf — verbindlich ist das nicht, denn die Bezugsgröße wird nicht einheitlich gehandhabt. Der Wert beschreibt also eine Montagetoleranz: Er sagt, wie weit die Bildmitte von der Objektivachse abweichen darf, und damit, welche Montagepositionen für ein bestimmtes Bild überhaupt in Frage kommen.

    Drei Einschränkungen gehören zur Angabe dazu.

    Erstens sind vertikaler und horizontaler Versatz nicht unabhängig voneinander. Wer den vertikalen Bereich voll ausreizt, hat horizontal kaum noch Spielraum. Hersteller bilden das meist als Diagramm ab, und die beiden Maximalwerte aus dem Datenblatt gelten jeweils nur, wenn die andere Achse in der Mitte steht.

    Zweitens hängt der nutzbare Bereich an der Zoomstellung. Objektiv und Verschiebemechanik arbeiten zusammen, und der verfügbare Versatz ändert sich, wenn Du zoomst. In welche Richtung, lässt sich nicht allgemein sagen: Konstruktionsunterlagen der Objektivhersteller beschreiben beide Fälle — Rechnungen, bei denen der Versatz am Weitwinkel-Ende einbricht, weil der Bildkreis dort klein ist, und ebenso Rechnungen, die im Weitwinkel gerade mehr Versatz zulassen. Das ist eine Eigenschaft des einzelnen Objektivs, keine der Bauart.

    Praktisch wichtig wird das, weil eine zweite Regel in dieselbe Stellschraube greift: Ein Zoomobjektiv gibt am Weitwinkel-Ende mehr Licht ab als am Tele-Ende, weshalb für die Bildhelligkeit eine möglichst weitwinklige Stellung empfohlen wird — siehe Zoom und Overscan. Wer nun zugleich den Shift ausreizt, stellt zwei Anforderungen an dieselbe Objektivstellung. Ob ein Gerät beides gleichzeitig kann, steht im Shift-Diagramm, abgelesen bei genau der Zoomstellung, die der geplante Aufbau braucht. Die beiden Maximalwerte des Datenblatts reichen dafür nicht aus. Bei einer winkelselektiven Leinwand kommt eine dritte Anforderung an dieselbe Objektivstellung dazu; wie sie sich zu den beiden anderen verhält, führt Wurfweite, Lens Shift und Einfallswinkel aus, und die Rechnung dahinter steht beim Einfallswinkel des Projektorlichts an der Bildmitte.

    Drittens kostet die Ausnutzung Bildqualität. Ein Objektiv ist um seine Achse herum am besten korrigiert; je weiter das Bild aus der Mitte geschoben wird, desto eher zeigen sich Unschärfe zu den Ecken hin, Helligkeitsabfall am Rand und Farbsäume. Hersteller sagen das in ihren Anleitungen auch offen — Epson weist die Anwender darauf hin, dass das Bild in der Grundstellung des Objektivs am klarsten ist. Für die Planung heißt das: Ein Aufbau, der den Bereich etwa zur Hälfte nutzt, steht besser da als einer, der ihn ausschöpft.

    Lens Shift und die elektronische Trapezkorrektur greifen an verschiedenen Stellen an. Lens Shift arbeitet optisch: Es bewegt Licht, und das Signal bleibt unangetastet. Die Trapezkorrektur arbeitet im Signal. Sie rechnet das Bild so um, dass es auf der schräg getroffenen Fläche wieder rechteckig erscheint — und dafür muss sie es neu abtasten.

    Das lässt sich am Bildpunkt nachvollziehen. Der Projektor hat eine feste Anzahl physikalischer Bildpunkte in festem Raster. Die Trapezkorrektur schiebt und staucht das Bild so, dass ein Bildpunkt des Signals nun zwischen zwei physikalischen Bildpunkten zu liegen kommt. Weil er dort nicht dargestellt werden kann, wird sein Helligkeits- und Farbwert auf die benachbarten Bildpunkte aufgeteilt. Aus einer scharfen Kante werden so zwei halbhelle Punkte. Weil das Bild außerdem in die Fläche des Rasters hineingestaucht wird, bleiben am Rand Bildpunkte ungenutzt: Die tatsächlich dargestellte Auflösung liegt unter der des Geräts. Sichtbar wird beides als weicheres Bild und als unruhige Diagonalen und Schriftkanten.

    Wird die Trapezkorrektur nötig, ist das eine Aussage über die Montage und nicht über das Gerät: Die Position stimmt nicht. Für den mobilen Einsatz ist die Funktion trotzdem sinnvoll gebaut — im Besprechungsraum, im Klassenzimmer, beim Projektor, der abends auf den Tisch gestellt wird, ist ein leicht weiches Bild allemal besser als ein schiefes. Im geplanten Heimkino gilt das nicht. Dort steht die Montageposition zur Disposition, solange gebaut wird, und ein Aufbau, der ohne Trapezkorrektur nicht rechteckig wird, ist nicht fertig geplant. Die Antwort ist dann eine andere Halterung, ein anderer Montagepunkt oder ein Gerät mit größerem Shift-Bereich.

    Häufiges Missverständnis

    Lens Shift und Keystone werden regelmäßig für dasselbe gehalten, weil beide das Bild an die richtige Stelle bringen. Unterscheiden lassen sie sich an ihrem Preis: Lens Shift kostet keine Auflösung, die Trapezkorrektur kostet welche. Wer die Wahl hat, nimmt deshalb den optischen Weg; wer sie nicht hat, ändert besser die Montage, statt elektronisch zu korrigieren.

    Hartnäckiger ist die Vorstellung, der Bereich sei ein Qualitätsmerkmal: viel Shift, gutes Gerät. Er sagt nur, wie tolerant die Aufstellung sein darf. Ausgereizt wird er zum Nachteil, und bei Ultrakurzdistanz-Geräten gibt es ihn oft gar nicht — dort steht die Position fest, und die Feinjustage passiert über die Aufstellfläche selbst. Bei dieser Bauform folgt der fehlende Lens Shift aus der Geometrie und zählt deshalb nicht als Schwäche des Geräts.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Projektionsverhältnis: Beantwortet, wie weit das Gerät für eine bestimmte Bildbreite entfernt stehen muss — also den Abstand entlang der Blickachse. Lens Shift beantwortet die zweite Hälfte der Montagefrage: wie weit das Gerät quer dazu daneben oder darüber sitzen darf, ohne dass das Bild seine Lage verliert.
    • Trapezkorrektur: Elektronische Entzerrung eines schief geworfenen Bildes. Sie kostet Auflösung und Schärfe, der optische Versatz nicht.
    • Offset: Der fest eingebaute Versatz, den der Konstrukteur festgelegt hat. Er bestimmt die Grundstellung; der Lens Shift ist der Bereich, in dem sich das Bild von dort aus noch bewegen lässt. Bei Geräten mit beidem wird zuerst der Offset bereinigt und erst danach der Shift angesetzt.
    • Zoom: Verändert die Bildgröße bei gleichem Abstand, nicht ihre Lage.

    In der Planung

    Ein Wohnzimmer mit Deckenbalken, der Projektor soll an die Decke. Die Bildoberkante liegt bei 2,10 Metern, die Decke bei 2,60, und der einzige tragfähige Punkt für die Halterung liegt seitlich versetzt neben der Bildmitte.

    Zuerst die Konzeptfrage: Steht die Bildlage fest, oder darf sie sich bewegen? Ist sie gesetzt — und im Heimkino ist sie das meistens, weil sie am Sitzabstand und am Sichtwinkel hängt —, wird daraus die Verfahrensfrage: Welcher Montagepunkt liegt innerhalb des Shift-Fensters, das ein Gerät mitbringt? Der seitliche Versatz und der Höhenunterschied müssen gemeinsam hineinpassen, nicht einzeln, denn beide Achsen begrenzen sich. Dann erst das Modell — eines mit Reserve im Bereich statt auf eines, das den Punkt gerade eben erreicht.

    Verknüpfte Inhalte

    Ist eine ALR-Leinwand geplant, engt sie die Montagepositionen stärker ein als der Shift-Bereich selbst — die Begründung steht bei Wenn der Lens Shift gegen die ALR-Leinwand arbeitet. Der fest eingebaute Gegenpart ist der Offset — er legt fest, wo das Bild ohne jeden Shift liegt, und ist der häufigste Grund für falsch gerechnete Montagehöhen. Wie weit ein Projektor für eine bestimmte Bildbreite entfernt stehen muss, klärt das Projektionsverhältnis; warum bei Ultrakurzdistanz-Geräten die Aufstellung besonders empfindlich ist, der Laser TV und die ALR-Leinwand. Wie groß das Bild für einen gegebenen Sitzabstand sein soll, steht beim Sichtwinkel. Dass motorisierte Geräte eine eingestellte Objektivlage samt Zoom und Fokus speichern und wieder abrufen können, beschreibt der Objektivspeicher.

    Quellen

    Die Angaben zu Bereichen, Diagrammen und zum Zusammenspiel mit dem Zoom folgen Herstellerunterlagen.

    Lens-Shift vertikal +
    100 %
    Lens-Shift vertikal −
    100 %
    Lens-Shift horizontal +
    40 %
    Lens-Shift horizontal −
    40 %
  • HDR & 3D

    HDR-Formate
    • HDR10+

      Glossar

      HDR10 und HDR10+

      HDR10 ist das HDR-Format, das jedes Gerät beherrscht: eine feste Kombination aus der PQ-Kurve, zehn Bit Farbtiefe, dem Farbraum-Container BT.2020 und einem Satz Metadaten, der für den ganzen Film gilt. HDR10+ benutzt dieselbe Kombination und legt Angaben je Szene daneben, mit denen ein Wiedergabegerät seine Umrechnung feiner steuern kann.

      Filme mit hohem Helligkeitsumfang bringen eine Notiz mit, wie hell das Bild gemeint ist. Bei HDR10 gibt es genau eine solche Notiz für den ganzen Film — sie gilt für die Kellerszene genauso wie für die Wüstenszene, und Dein Fernseher oder Beamer muss selbst entscheiden, was er daraus macht. HDR10+ schreibt zusätzlich für jede Szene auf, wie hell sie tatsächlich ist. Das Gerät weiß dadurch mehr, muss die Angaben aber nicht benutzen. Und heller wird das Bild dadurch nirgends: Es geht nur darum, das vorhandene Licht besser zu verteilen.

      Ausführliche Erklärung

      HDR10: fünf Angaben, kein Verfahren

      Der Name klingt nach einer Norm, gemeint ist ein Medienprofil. Die Consumer Technology Association — der US-Branchenverband der Unterhaltungselektronik, dessen Spezifikation CTA-861 festlegt, wie Bildsignale über schnelle digitale Schnittstellen wie HDMI angekündigt werden — beschreibt das HDR10 Media Profile in ihren Gerätedefinitionen über genau fünf Angaben:

      AngabeWert
      ÜbertragungsfunktionSMPTE ST 2084 (PQ)
      Farbunterabtastung4:2:0 bei komprimierten Quellen
      Bittiefe10 Bit
      PrimärvalenzenITU-R BT.2020
      MetadatenSMPTE ST 2086 sowie MaxFALL und MaxCLL

      Mehr steht dort nicht. Kein Abbildungsverfahren, keine Prüfstelle, keine Mindesthelligkeit — HDR10 sagt, wie das Signal aussieht, und schweigt darüber, was das Gerät damit anstellt. Genau daraus folgt seine Verbreitung: Wer die fünf Angaben erfüllt, erfüllt das Profil, und niemand muss dafür um Erlaubnis fragen.

      Verbindlich wird HDR10 in derselben Definition, eine Zeile weiter. Ein Fernseher, Monitor oder Projektor darf sich nach dieser Festlegung nur dann HDR-tauglich nennen, wenn er das HDR10-Profil aus dem Netz, über HDMI oder aus anderen Quellen annimmt und verarbeitet. Weitere Profile sind ausdrücklich erlaubt, gefordert ist keines. Deshalb steht HDR10 auf praktisch jedem Datenblatt — es ist der einzige Weg, auf dem sich zwei beliebige HDR-Geräte sicher verstehen.

      Was die statischen Metadaten leisten

      Die beiden Metadatenteile beantworten zwei verschiedene Fragen. SMPTE ST 2086 beschreibt das Mastering-Display, also den Monitor, an dem der Film abgenommen wurde: seine Primärvalenzen und seine kleinste und größte Leuchtdichte. MaxCLL und MaxFALL beschreiben den Inhalt — den hellsten Bildpunkt, der im Film vorkommt, und die höchste mittlere Bildhelligkeit.

      Entscheidend ist die Reichweite dieser Angaben: Sie gelten für den gesamten Titel. Eine Nachtszene und eine Schneelandschaft bekommen dieselbe Auskunft, und was ein Gerät daraus für die konkrete Szene ableitet, bleibt ihm überlassen. Was dabei passiert und warum derselbe Film auf zwei Projektoren verschieden aussieht, steht bei der Tonwertabbildung.

      HDR10+: Beschreibung je Szene

      HDR10+ ändert an den fünf Angaben nichts und legt einen zweiten Metadatenstrom daneben. Dessen Aufbau steht in SMPTE ST 2094-40, im Normtitel „Application #4", genehmigt im April 2020 als Überarbeitung der Fassung von 2016. Die Norm beschreibt eine von mehreren Ausprägungen desselben Grundmodells für dynamische Metadaten — Nummer 40 ist die, auf der HDR10+ aufsetzt. Deshalb steht auf manchen Datenblättern die Normnummer statt des Formatnamens.

      Was mitreist, gehört zu zwei verschiedenen Gattungen, und dieser Unterschied ist der Kern des Formats.

      Beschreibende Statistik. Für jedes Zeitintervall — praktisch: für jede Szene — nennt der Datensatz das Maximum der Farbkomponenten, den Mittelwert der hellsten Komponente je Bildpunkt und eine Häufigkeitsverteilung dieser Werte. In der aktuellen Ausprägung sind das neun Stützstellen: die Werte, unter denen 1, 5, 10, 25, 50, 75, 90, 95 und 99 Prozent aller Bildpunkte der Szene liegen. Dazu kommt der Anteil der wirklich hellen Bildpunkte. Ein Gerät erfährt damit mehr als den Höchstwert der Szene: Es sieht, ob die Helligkeit auf wenigen Spitzlichtern sitzt oder über die halbe Bildfläche geht.

      Eine festgelegte Kurve. Zusätzlich kann eine Tonkurve mitgegeben werden: ein linearer Anfang, ein Knickpunkt und die Stützpunkte einer Bézier-Kurve darüber. Das ist die Fassung, die im Farbabgleich bewusst gesetzt wurde. Die Norm sagt dazu ausdrücklich, dass die Verteilungsangaben als Ersatzmetadaten dienen, wenn diese Kurve fehlt.

      Die Kurve gilt dabei nie im luftleeren Raum: Der Datensatz nennt die Spitzenhelligkeit des Zielgeräts, für die sie gedacht ist. Ein Gerät mit anderer Spitzenhelligkeit muss also weiterhin selbst rechnen — es hat dafür aber die Verteilung der laufenden Szene und eine gesetzte Kurve statt eines einzigen Werts für den ganzen Film.

      Warum ein HDR10+-Film auf jedem HDR10-Gerät läuft

      Die dynamischen Angaben stecken in einer Zusatznachricht des Videostroms, wie sie der HEVC-Codec für herstellerregistrierte Daten vorsieht; ihren Aufbau legt dieselbe CTA-Schnittstellenspezifikation fest, die auch die HDR-Ankündigung auf der HDMI-Verbindung regelt. Je Einzelbild wird höchstens eine solche Nachricht mitgeschickt.

      Diese Bauart erklärt die Abwärtskompatibilität besser als jede Zusage: Ein Decoder, der die Nachricht nicht kennt, überspringt sie — genau dafür ist die Nachrichtenart gemacht. Übrig bleibt ein gewöhnlicher HDR10-Strom, weil das Bild selbst nie etwas anderes war. Die Rundfunk-Spezifikation, die diesen Weg festschreibt, formuliert das als Erwartung, dass keine Kompatibilitätsprobleme auftreten; die Formatorganisation sagt dasselbe kürzer und stellt fest, dass ein reines HDR10-Gerät ein HDR10+-Signal ohne Weiteres als HDR10 abspielt.

      Ein HDR10+-Titel braucht deshalb keine eigene Rückfallebene: Der HDR10-Strom darunter ist bereits eine.

      Wo der Unterschied zu Dolby Vision liegt

      Beide Formate ergänzen HDR10 um Metadaten je Szene. Verschieden ist, wer über die Abbildung entscheidet:

      HDR10HDR10+Dolby Vision
      Metadatenein Satz für den Titelje Szene, in einer Zusatznachrichtje Szene, teils in einer zweiten Bildschicht
      AbbildungsverfahrenSache des GerätsSache des Gerätsvon Dolby vorgeschrieben
      GerätezulassungkeinePrüfung für das KennzeichenZulassung für die Wiedergabe
      ohne Unterstützung im Gerät—bleibt HDR10je nach Profil HDR10, SDR oder nichts

      Die entscheidende Zeile ist die zweite. HDR10+ liefert einem Gerät bessere Informationen und schreibt ihm nicht vor, was es daraus macht; Dolby Vision schreibt beides vor und bindet die Wiedergabe an zugelassene Geräte. Das ist derselbe Zielkonflikt wie überall zwischen offener und geschlossener Festlegung: Verbindlichkeit kostet Reichweite, Offenheit kostet Vorhersagbarkeit.

      Am Gerät schließen die beiden Formate einander nicht aus. Viele Fernseher werten beide aus, andere nur eines — welches, ist eine Frage der Produktdaten und des Firmwarestands.

      Häufiges Missverständnis

      „Die Zehn ist eine Versionsnummer." Sie steht für die Bittiefe — zehn Bit je Farbkanal statt der acht des gewohnten SDR-Materials. Auch das Pluszeichen zählt nichts hoch: Die fünf Angaben bleiben Wort für Wort dieselben, es kommt ein Metadatenstrom dazu.

      „HDR10+ macht das Bild heller." Es verteilt vorhandenes Licht anders. Die PQ-Kurve schreibt weiterhin absolute Leuchtdichten vor, die kaum ein Wiedergabegerät erreicht; die Metadaten verbessern nur die Auskunft darüber, welche Stellen im Bild diese Vorgabe überhaupt ausreizen. Wie viel das ausmacht, hängt vom Abstand zwischen Master und Gerät ab — und der ist bei Projektion am größten.

      „Steht HDR10 auf dem Karton, kann das Gerät HDR." Die Geräteanforderung verlangt vier Dinge: eine Schnittstelle mit HDR-Kennung, die Verarbeitung der statischen Metadaten, die Annahme des HDR10-Profils und das Anwenden einer passenden Übertragungsfunktion. Eine Mindesthelligkeit ist nicht darunter. Ein Gerät kann die Angabe also vollständig erfüllen und trotzdem so wenig Licht haben, dass von der HDR-Wirkung fast nichts übrig bleibt.

      Nicht zu verwechseln mit

      • PQ und HLG: Übertragungsfunktionen, die Codewerte in Helligkeit umrechnen. HDR10 benutzt PQ, aber eine Kurve allein ist noch kein Format — es fehlen Bittiefe, Farbraum und Metadaten. Beide Kurven klärt die Übertragungsfunktion.
      • Tonwertabbildung: Was das Gerät mit den Metadaten macht. Beide Formate legen sie nicht fest — deshalb sagen Formatangaben allein wenig über das Bild.
      • Dolby Vision: Ebenfalls dynamische Metadaten, aber mit vorgeschriebenem Verfahren und Gerätezulassung.
      • BT.2020: Der Farbraum-Container, eine der fünf Angaben des Profils. Kein Gerät stellt ihn vollständig dar.
      • Ultra HD und 4K: Bildauflösung. Sie hat mit dem Helligkeitsumfang nichts zu tun, wird auf Verpackungen aber im selben Atemzug genannt.

      In der Planung

      Ein Kunde bringt einen Fernseher mit HDR10+-Kennzeichen und einen Projektor ohne mit, dazu einen AV-Receiver und eine Matrix im Signalweg. Die Frage lautet, ob die Kette HDR10+ „kann".

      Sie ist in dieser Form nicht beantwortbar, und die Reihenfolge der Klärung entscheidet mehr als die Antwort:

      1. Was liefert die Quelle? Erst hier entscheidet sich, ob überhaupt dynamische Metadaten anliegen — je nach Titel, Dienst und Datenträger.
      2. Was reicht die Kette durch? Ein Zwischengerät, das die Kennung verwirft, lässt die Kette stillschweigend auf HDR10 zurückfallen. Der Mechanismus dahinter steht beim InfoFrame; das Bild ist dann nicht gestört, sondern schlicht anders abgebildet.
      3. Was wertet das Anzeigegerät aus? Die Kennung im Menü und die tatsächliche Verarbeitung sind zweierlei.
      4. Wie groß ist der Abstand zum Master? Auf einem lichtstarken Fernseher im abgedunkelten Raum bleibt für die Metadaten wenig zu tun. Auf drei Meter Bildbreite ist der Abstand riesig — dort wäre der Gewinn am größten, und dort ist die Formatunterstützung am dünnsten.

      Der vierte Punkt ist der, der die Kaufentscheidung dreht. Raumverdunklung und Bildgröße wirken bei HDR um ein Vielfaches stärker als jede Formatliste auf dem Datenblatt; die Rechnung dazu steht bei der Tonwertabbildung.

      Verknüpfte Inhalte

      Warum jedes Gerät die HDR-Vorgabe umrechnen muss und was dabei verloren geht, führt die Wissensseite zu HDR im Heimkino und Tonwertabbildung aus — sie ist die Voraussetzung dieser Seite. Die PQ-Kurve selbst und die Abgrenzung zwischen Kurve und Format gehören zur Übertragungsfunktion; dort steht auch, was HLG anders macht. Das konkurrierende dynamische Format beschreibt Dolby Vision. Zwei der fünf Angaben des HDR10-Profils haben eigene Einträge: Bittiefe und Farbraum. Die Größe, auf die am Ende alles zusammenläuft, klärt die Zielleuchtdichte. Woran die Kennung eines Formats in der Kette scheitert, klärt der InfoFrame.

      Quellen

      Die fünf Angaben des HDR10 Media Profile und die vier Bedingungen, unter denen ein Anzeigegerät HDR-tauglich heißen darf, stammen aus den Gerätedefinitionen der Consumer Technology Association, die für diese Seite am Objekt gelesen wurden; das Merkblatt selbst führt kein aufgedrucktes Datum. Der Aufbau der dynamischen Metadaten — die Verteilungsangaben mit ihren neun Stützstellen, die Kurve aus Knickpunkt und Bézier-Ankern, die Zielhelligkeit und der Vorrang der Kurve vor den Verteilungsangaben — ist an SMPTE ST 2094-40 in der Fassung von 2020 belegt, ebenfalls am Objekt gelesen. Die Übertragung als herstellerregistrierte Zusatznachricht im HEVC-Strom und die Feststellung, dass uninteressierte Empfänger sie überspringen, stehen in der ATSC-Ergänzung vom September 2021, die dafür auf die CTA-Schnittstellenspezifikation von Dezember 2020 verweist; deren Normtext ist kostenpflichtig und wurde nicht eingesehen.

      Dass HDR10+ genau diese Norm benutzt, ist an einer Spezifikation der Alliance for Open Media vom Oktober 2023 gegengelesen, die HDR10+ als Metadaten nach ST 2094-40 und CTA-861 beschreibt — also unabhängig von der Formatorganisation. Deren eigene Darstellung deckt Herkunft, Prüfprogramm und Lizenzbedingungen; diese Angaben sind nirgends gegenlesbar, weil die Systemspezifikation nur angemeldeten Unternehmen offensteht. Öffentlich ist allein die Metadatennorm. Die Angaben zur Ultra HD Blu-ray sind nicht belegt; die maßgebliche Fundstelle war nicht abrufbar und die Aussage steht entsprechend gekennzeichnet.

    • Dolby Vision

      Technologie

      Dolby Vision

      Dolby Vision ist ein HDR-Format, das Dolby Laboratories im Januar 2014 vorgestellt hat. Es löst ein Problem, das die Wissensseite zur Tonwertabbildung beschreibt: Die PQ-Kurve schreibt jedem Bildpunkt eine absolute Leuchtdichte vor, die kaum ein Wiedergabegerät erreicht — also muss jedes Gerät umrechnen, und wie es das tut, ist bei HDR10 nicht festgelegt. Dolby Vision legt es fest. Das Format liefert szenenweise Metadaten mit, schreibt das Abbildungsverfahren vor und lässt es nur auf Geräten laufen, die Dolby geprüft und zugelassen hat. Der Preis für diese Verbindlichkeit ist die Bindung an Dolby: Ohne zugelassenes Gerät in der Kette gibt es kein Dolby-Vision-Bild, sondern bestenfalls den HDR10-Anteil des Signals.

      Filme mit hohem Helligkeitsumfang bringen eine Anweisung mit, wie hell jede Stelle im Bild sein soll — aber Dein Fernseher oder Beamer schafft diese Vorgaben nie ganz und muss sie herunterrechnen. Beim üblichen Verfahren entscheidet jedes Gerät selbst, wie es das macht, und eine Anweisung gilt für den ganzen Film. Dolby Vision schickt stattdessen für jede Szene eine eigene Anweisung mit und schreibt auch das Herunterrechnen selbst vor — dafür funktioniert es nur auf Geräten, die Dolby dafür freigegeben hat. Eine dunkle Kellerszene und eine Wüstenszene bekommen so jede die Behandlung, die zu ihr passt, statt einen Kompromiss für beide.

      Das zugrunde liegende Problem

      HDR10, der Grundstock jeder UHD-HDR-Auswertung, gibt dem Gerät genau einen Datensatz für den ganzen Film mit: die Eckwerte des Mastering-Displays und zwei Helligkeitskennwerte. Eine Nachtszene und eine Schneelandschaft bekommen dieselbe Auskunft, und was das Gerät daraus macht, entscheidet es allein — mit den Folgen, die auf der Tonwertabbildungs-Seite stehen: Derselbe Film sieht auf zwei Geräten verschieden aus, und keines der Ergebnisse ist verbindlich.

      Dolby Vision setzt an beiden Enden dieses Problems an. Auf der Produktionsseite entsteht beim Farbabgleich eine Analyse je Szene, die der Colorist gezielt übersteuern kann; diese Werte reisen als dynamische Metadaten mit dem Film. Auf der Wiedergabeseite rechnet ein von Dolby vorgeschriebenes Verfahren diese Metadaten gegen die Fähigkeiten des konkreten Geräts. Die Umrechnung bleibt eine Umrechnung — mehr Licht entsteht dabei nicht —, aber sie folgt an beiden Enden derselben Systematik statt der Tagesform eines Geräteherstellers.

      Funktionsweise

      Basisschicht, Erweiterungsschicht, Metadaten

      Ein Dolby-Vision-Strom besteht aus bis zu drei Bestandteilen. Die Basisschicht ist ein gewöhnlicher Videostrom; je nach Profil ist sie für sich allein abspielbar (als HDR10 oder SDR) oder nur zusammen mit den übrigen Bestandteilen zu gebrauchen. Die dynamischen Metadaten beschreiben Szene für Szene, wie das Bild auf ein schwächeres Gerät abzubilden ist. Einige Profile führen zusätzlich eine Erweiterungsschicht: einen zweiten, schmalen Videostrom, der die Differenz zwischen der Basisschicht und dem vollen Master enthält — auf der UHD-Blu-ray ist das der Weg von der 10-Bit-HDR10-Fassung zurück zu den 12 Bit des Masters. Das Zusammensetzen aus Basisschicht, Erweiterungsschicht und Metadaten ist als öffentliche Norm dokumentiert, denn Dolby hat das Verfahren als Compound Content Management in die ETSI eingebracht (GS CCM 001).

      Auf der Disc gibt es die Erweiterungsschicht in zwei Ausprägungen: als volle Schicht mit echtem Differenzsignal (FEL) und als Minimalschicht, deren Differenzsignal null ist und die nur als Träger der Metadaten dient (MEL). Für die Planung ist der Unterschied deshalb von Belang, weil eine volle Erweiterungsschicht einen zweiten Decoder im Zuspieler beschäftigt — nicht jedes Gerät, das Dolby Vision meldet, verarbeitet beide Ausprägungen gleich gut.

      Die Abbildung im zertifizierten Wiedergabegerät

      Die Metadaten sind nur die halbe Technologie. Die andere Hälfte ist das Abbildungsverfahren selbst: Dolbys Content-Mapping-Algorithmen rechnen das Signal auf die Spitzenhelligkeit, den Schwarzwert und den Farbraum des konkreten Geräts um. Dieses Verfahren implementiert nicht jeder Hersteller nach eigenem Gusto — jedes Dolby-Vision-Wiedergabegerät muss eine Zertifizierung mit Dolbys Entwicklungswerkzeugen bestehen, und Dolby gibt die gemeldeten Gerätefähigkeiten frei. Was ein Gerät nach außen als Dolby-Vision-Fähigkeit meldet, ist also eine geprüfte Angabe und keine Selbstauskunft.

      Für die Kette heißt das: Die Metadaten reisen bis zu dem zugelassenen Gerät, das die Abbildung ausführt, und dieses Gerät bildet auf die eigenen Möglichkeiten ab. Ein UHD-Blu-ray-Zuspieler prüft dafür eigens über ein Statusregister, ob am Ende der Kette ein Dolby-Vision-Gerät hängt — meldet sich keines, bleibt der HDR10-Anteil des Signals übrig, sofern das Profil einen hat.

      Profile: welche Basisschicht ohne Dolby Vision übrig bleibt

      Dolby ordnet die zulässigen Stromformen in Profilen. Die für das Heimkino wichtigen unterscheiden sich vor allem darin, was ein Gerät ohne Dolby-Vision-Unterstützung mit der Basisschicht anfangen kann:

      ProfilAufbauBasisschicht allein abspielbar als
      5eine Schicht plus Metadatennichts — die Basisschicht liegt in Dolbys eigenem Signalformat (IPTPQc2) vor
      7Basisschicht plus Erweiterungsschicht plus Metadaten (UHD-Blu-ray)HDR10
      8.1eine Schicht plus MetadatenHDR10
      8.2eine Schicht plus MetadatenSDR

      Profil 5 ist der Streaming-Fall ohne Rückfalloption: Gerät ohne Dolby-Vision-Zulassung, kein brauchbares Bild — die Auswahl der passenden Fassung übernimmt dort der Streaming-Dienst, der einem Gerät ohne Zulassung gar kein Profil-5-Material ausliefert. Profil 8.1 ist der verträgliche Streaming-Fall: Dieselbe Datei ergibt auf einem HDR10-Gerät HDR10 und auf einem zugelassenen Gerät Dolby Vision. Profil 7 ist die Disc.

      Die Variante mit verringerter Verzögerung

      Im Standardmodus verarbeitet das Anzeigegerät die Metadaten selbst — das kostet Rechenzeit im Bildweg. Für Spielkonsolen und andere verzögerungskritische Quellen gibt es deshalb Low-Latency Dolby Vision (LLDV): Der Zuspieler übernimmt die Abbildung, rechnet das Bild auf die Fähigkeiten, die das Anzeigegerät ihm gemeldet hat, und schickt das fertige Ergebnis; die dynamischen Metadaten reisen dann nicht mehr mit. Damit wandert die Arbeit an die Stelle der Kette, die sie am schnellsten erledigt, und das Anzeigegerät muss nur noch anzeigen.

      Für die Projektion hat diese Variante eine Bedeutung über den Spielbetrieb hinaus: Sie ist der dokumentierte Weg, Dolby-Vision-Material in Ketten zu bringen, deren Bildgeber selbst keine Dolby-Vision-Zulassung hat — der Zuspieler bildet ab, die restliche Kette sieht ein gewöhnliches HDR-Signal. Was das für Ketten mit externem Videoprozessor bedeutet, steht im nächsten Abschnitt.

      Voraussetzungen

      • Material. Der Titel muss mit Dolby-Vision-Metadaten gemastert und in einem Dolby-Vision-Profil ausgeliefert sein — auf Disc als Profil 7, im Streaming je nach Dienst.
      • Ein zugelassenes Gerät an der Stelle, die abbildet. Im Normalfall ist das der Fernseher; in Projektionsketten, deren Bildgeber keine Zulassung hat, ein Zuspieler mit LLDV-Unterstützung.
      • Eine Kette, die das Format durchreicht. Zwischengeräte müssen die Signalisierung weitergeben; ein Glied, das sie verwirft, lässt die Kette kommentarlos auf HDR10 oder SDR zurückfallen. Der Mechanismus dahinter steht beim InfoFrame.
      • Kein zusätzlicher Raum- oder Lichtbedarf. Dolby Vision ändert nichts an der Physik der Projektion: Die Leuchtdichte-Rechnung der Tonwertabbildungs-Seite gilt unverändert, nur die Umrechnung wird systematischer.

      Abgrenzung

      Gegen HDR10. Gleiche PQ-Kurve, gleicher Farbraum-Container — der Unterschied liegt in den Metadaten und in der Verbindlichkeit. HDR10 liefert einen statischen Datensatz für den ganzen Film und überlässt die Abbildung dem Gerät; Dolby Vision liefert szenenweise Werte und schreibt das Verfahren vor. HDR10 ist zugleich die Rückfallebene: Auf der Disc und in Profil 8.1 steckt es als Basisschicht in jedem Dolby-Vision-Signal.

      Gegen HDR10+. Auch HDR10+ ergänzt HDR10 um dynamische Metadaten, verzichtet aber auf eine zentrale Gerätezulassung mit vorgeschriebenem Abbildungsverfahren — die Auswertung bleibt Sache des Geräteherstellers. Beide Formate schließen einander am Gerät nicht aus; welche ein konkretes Gerät auswertet, ist eine Produktdatenfrage.

      Kein Marketingbegriff für „helleres Bild". Dolby Vision erhöht weder Lichtstrom noch Kontrast. Es ist eine Vereinbarung darüber, wie das vorhandene Licht verteilt wird — die häufig beworbene Zwölf-Bit-Tiefe beschreibt das Signal und den Rechenweg, kein Panel, das zwölf Bit darstellt. Was Bittiefe im Signal bedeutet, steht im Glossar.

      Nicht dasselbe wie Dolby Atmos. Der Markenname klingt verwandt, gemeint ist dort Ton. Beide teilen nur den Urheber.

      Grenzen

      • Die Bindung an die Zulassung wirkt in beide Richtungen. Sie macht die Abbildung verbindlich — und sie schließt jede Kette aus, in der kein zugelassenes Gerät an der richtigen Stelle sitzt. Heimkinoprojektoren mit Dolby-Vision-Zulassung sind die Ausnahme; Projektionsketten sind deshalb auf den LLDV-Weg über den Zuspieler oder auf den Rückfall auf HDR10 angewiesen.
      • In Ketten mit externem Videoprozessor steht das Verfahren quer zur Gerätelogik. Der Prozessor will die Abbildung selbst übernehmen, Dolby Vision legt sie in das zugelassene Endgerät. Der dokumentierte Ausweg: Der Zuspieler bildet per LLDV ab, der Prozessor behandelt das Ergebnis wie jedes andere HDR-Signal — mit der Folge, dass die szenenweise Abbildung dann vor dem Glied stattfindet, das den Raum und die Leinwand kennt. Die Planungsfolge dazu steht beim externen Videoprozessor.
      • Szenenweise Metadaten lösen den Zielkonflikt der Abbildung nicht auf. Auch die beste Kurve verteilt nur; was die Tonwertabbildungs-Seite über Bildgröße, Raum und Streulicht sagt, bleibt der wirksamere Hebel.
      • Der Gewinn hängt am Abstand zwischen Master und Gerät. Je näher ein Gerät den gemasterten Leuchtdichten kommt, desto weniger bleibt für die Metadaten zu tun. Den größten Unterschied macht das Verfahren dort, wo der Abstand groß ist — und das ist die Projektion, also genau der Fall mit der dünnsten Gerätezulassung.

      Verknüpfte Inhalte

      Warum HDR-Vorgaben auf der Leinwand nicht ankommen und was eine Abbildungskurve grundsätzlich leisten kann, steht bei HDR im Heimkino und Tonwertabbildung — diese Seite setzt das voraus. Die PQ-Kurve selbst und der Unterschied zwischen Kurve und Format gehören zur Übertragungsfunktion. Wie sich Dolby-Vision-Material in Ketten mit externem Videoprozessor verhält und wann ein solches Gerät überhaupt etwas bringt, klärt der externe Videoprozessor. Die Signalisierung, an der ein Format in der Kette scheitern kann, steht beim InfoFrame; Bittiefe und Farbraum klären die beiden Größen, mit denen Dolby Vision beworben wird.

      Quellen

      Das Schichtenmodell — Basisschicht, Erweiterungsschicht, Composer, Display-Management-Metadaten aus SMPTE ST 2086 und ST 2094-10 — ist an der öffentlichen Norm ETSI GS CCM 001 belegt, in die Dolby das Verfahren eingebracht hat; sie wurde im Volltext gelesen. Profile, Kompatibilitäts-IDs und der Zertifizierungssatz stammen aus Dolbys Profildefinition in der Fassung 1.2.92 von 2017, gelesen über eine Spiegelung, weil developer.dolby.com nicht mehr auflöst; die Tabelle der Profile gibt entsprechend diesen Stand wieder. Die Disc-Seite (Profil 7, MEL/FEL, Statusregister des Zuspielers) ist am UHD-Blu-ray-Leitfaden von Dolby belegt, die Produktionsseite am Farbkorrektur-Leitfaden. Für die Variante mit verringerter Verzögerung liegt keine zugängliche Dolby-Fundstelle vor; sie ist an einem benannten Fachbeitrag von 2020 belegt. Datenstand der Seite: 2026-08-23.

    • IMAX Enhanced

      Zertifizierung

      IMAX Enhanced

      IMAX Enhanced ist ein Prüf- und Lizenzprogramm, das die IMAX Corporation und die DTS im September 2018 gemeinsam gestartet haben. Geprüft werden fertige Geräte — Fernseher, Projektoren, AV-Receiver, Vorstufen, Lautsprecher und Soundbars — gegen Anforderungen an Bild und Ton, die ein Gremium aus Ingenieuren beider Häuser und technischen Fachleuten aus Hollywood festlegt. Dazu kommen zwei Dinge, die kein anderes Siegel im Heimkino so kennzeichnet: einzelne Filme, die IMAX in einem eigenen Verfahren neu abgetastet hat, und Streamingdienste, die diese Fassungen ausliefern dürfen. Auf dem Display eines Receivers steht der Name zwischen Dolby Atmos und DTS:X, und genau dort entsteht das Missverständnis: Das Tonformat darunter heißt DTS:X, und IMAX Enhanced ist das Siegel darüber.

      Wenn Du auf einem Fernseher oder einem Verstärker das IMAX-Logo siehst, heißt das: Ein Prüflabor hat sich das Gerät angesehen und bestätigt, dass es bestimmte Anforderungen erfüllt. Es ist kein Extra, das eingebaut wurde, und es macht aus jedem Film keinen Kinofilm. Nutzen hast Du davon nur bei den wenigen Filmen, die eigens für dieses Programm neu bearbeitet wurden — bei allen anderen ändert sich nichts. Vergleichbar ist das mit einem Prüfzeichen auf einer Steckdosenleiste: Es sagt Dir etwas über das Gerät, aber nichts darüber, was Du daran anschließt.

      Wem das Siegel gehört

      Hinter dem Programm stehen zwei Unternehmen, und die Arbeitsteilung zwischen ihnen erklärt fast alles, was an dem Siegel eigen ist.

      Die IMAX Corporation bringt den Namen, das Kino-Erbe und das Nachbearbeitungsverfahren ein, mit dem Filme für das Programm neu abgetastet werden. Die DTS bringt das Tonformat und den Lizenzweg ein: Sie ist die Stelle, bei der Gerätehersteller Decoder lizenzieren, und über ihr bestehendes Lizenzgeschäft läuft auch IMAX Enhanced. IMAX-Chef Richard L. Gelfond hat das bei der Vorstellung 2018 offen so beschrieben — sein Haus könne Marke und Technik einbringen, ohne die Investitionen zu stemmen, die ein eigenes Lizenzgeschäft verlangt; DTS baue das Geschäft auf, IMAX werde daran beteiligt.

      Die Prüfanforderungen setzt ein gemeinsames Zertifizierungsgremium aus Ingenieuren beider Unternehmen und technischen Fachleuten aus Hollywood. Die Prüfung selbst führen autorisierte Labore durch; Allion Labs etwa nennt eine Autorisierung durch IMAX und Xperi für Bildgeräte und bietet daneben eine Vorprüfung an, mit der ein Hersteller vor dem eigentlichen Durchlauf nachbessern kann.

      Warum das mehr als eine Firmengeschichte ist: Ein Hersteller, der das Logo auf sein Gerät setzt, hat eine Prüfung bei Dritten bestanden und eine Lizenz erworben. Der Kinoname auf dem Karton gehört weiterhin IMAX.

      Was geprüft wird

      Auf der Bildseite nennen IMAX und DTS drei Prüfgrößen: Auflösung, Helligkeit und — für den Ton — die klangliche Wiedergabetreue. Verlangt wird die Wiedergabe von 4K-Material mit hohem Dynamikumfang; der Farbraum, die Übertragungsfunktion und die erreichbare Zielleuchtdichte stehen damit im Prüfumfang, ohne dass die Anbieter Schwellenwerte dazu nennen.

      Auf der Tonseite ist die Anforderung eindeutig und öffentlich: Ein zertifiziertes Wiedergabegerät decodiert DTS:X. Die Filmmischungen des Programms sind eine Sonderfassung dieses Formats, an der Tonmeister aus Hollywood mitgearbeitet haben; erklärtes Ziel ist, den vollen Dynamikumfang der Kinomischung zu erhalten statt ihn für das Wohnzimmer zusammenzudrücken.

      Der zweite Teil der Geräteanforderung ist der IMAX Mode — eine Betriebsart, die ein zertifiziertes Gerät bereitstellen muss und die automatisch anspringt, sobald eine entsprechend gekennzeichnete Tonspur anliegt. Für die Planung ist das der greifbarste Punkt der ganzen Seite, weil er das Bassmanagement berührt.

      Diese Unsicherheit ist für eine Anlagenplanung erheblich: Eine fest vorgegebene Übergangsfrequenz greift in genau die Einstellung ein, die sonst aus Raum, Lautsprechern und Einmessung folgt.

      Warum es keine Stufen gibt

      Wo andere Prüfsiegel eine Leistungsklasse vergeben, ist IMAX Enhanced binär: Ein Gerät hat das Siegel oder es hat es nicht. Eine Stufe, die etwas über Raumgröße, Sitzabstand oder Pegelreserve aussagt, existiert im Programm nicht.

      Die einzige Gliederung läuft über die Gerätekategorie, und die ist tatsächlich eine Aussage — nur eine andere, als eine Stufenangabe wäre:

      KategorieWas die Zertifizierung dort abdeckt
      Fernseher und ProjektorenBildwiedergabe in 4K mit hohem Dynamikumfang; Wiedergabe des erweiterten Bildformats
      AV-Receiver und VorstufenDTS:X-Decodierung und der IMAX Mode mit seiner eigenen Bassverwaltung
      Lautsprecher und SoundbarsWiedergabe der Sonderfassung ohne die im Programm unerwünschte Dynamikbegrenzung
      StreamingdiensteAuslieferung der Fassungen in der geforderten Bild- und Tonqualität

      Ein Fernseher mit dem Logo und ein AV-Receiver mit dem Logo haben deshalb unterschiedliche Prüfungen bestanden. Für die Anlage heißt das: Das Siegel an einem Glied der Kette sagt nichts über die anderen Glieder.

      Was das Siegel nicht aussagt

      Das Missverständnis, das in Beratungsgesprächen zuerst auftaucht, steht schon im Gerätemenü: IMAX Enhanced erscheint dort in derselben Liste wie Dolby Atmos und DTS:X und liest sich damit als drittes Tonformat, zwischen dem man wählt. Das ist es nicht. Gewählt wird DTS:X; IMAX Enhanced ist die Kennzeichnung dafür, dass Gerät, Tonspur und Betriebsart zueinander passen.

      Vier weitere Grenzen gehören dazu.

      Das Siegel sagt nichts über Deinen Raum. Es gibt keine Raumgröße, keinen Sitzabstand und keinen Pegel, für die ein zertifiziertes Gerät ausgelegt wäre. Ob ein Fernseher in Deinem Wohnzimmer hell genug ist und ob Deine Lautsprecher den erhaltenen Dynamikumfang auch abbilden, bleibt eine Frage der Auslegung und der Raumkorrektur.

      Ohne passenden Film passiert nichts. Der Nutzen entsteht nur bei Titeln, die für das Programm neu abgetastet und neu gemischt wurden; gekennzeichnet werden einzelne Fassungen und nicht ganze Kataloge. Bei allem anderen Material arbeitet ein zertifiziertes Gerät wie jedes andere.

      Ein zertifiziertes Gerät ist keine Zugangsvoraussetzung. DTS sagt das für Disney+ ausdrücklich: Zertifizierte Geräte werden empfohlen, verlangt wird für den Zugriff auf die Inhalte ein Wiedergabegerät, das DTS:X beherrscht. Wer das Logo für eine Sperre hält, kauft gegen ein Hindernis an, das so nicht aufgestellt ist.

      Kein Siegel ist kein Negativurteil. Die Zertifizierung ist ein Lizenzprogramm, in das ein Hersteller eintritt und für das er zahlt. Es gibt hervorragende Geräte ohne das Logo, weil ihr Hersteller diesen Weg nicht geht oder weil er auf ein anderes Tonformat setzt.

      Wofür eine Zertifizierung gilt

      Der Geltungsbereich ist bei diesem Programm breiter als bei einem reinen Gerätesiegel und muss deshalb sauber getrennt werden. Drei Ebenen sind zu unterscheiden, und alle drei erscheinen unter demselben Namen.

      Das einzelne Gerät in seiner Kategorie. Zertifiziert ist ein Modell, das im Labor stand, gegen den Prüfumfang seiner Kategorie. Eine Marke wird nie zertifiziert, und aus einem zertifizierten Fernseher folgt nichts über die Soundbar desselben Hauses.

      Der einzelne Film. IMAX kennzeichnet Fassungen, die durch das eigene Nachbearbeitungsverfahren gelaufen sind. Dazu gehört bei einem Teil der Titel das erweiterte Bildformat, das im Kino auf der höheren IMAX-Leinwand entsteht: DTS beziffert den Zugewinn mit bis zu 26 Prozent mehr Bild gegenüber der Breitwandfassung. Wie ungleichmäßig das über einen Film verteilt sein kann, zeigt „Spider-Man: Far From Home" — dort sind es 45 Minuten des Films, nicht der ganze Film.

      Die Plattform. Auch ein Streamingdienst wird geprüft und zugelassen. 2019 hat das Programm FandangoNOW und Rakuten TV als erste Dienste aufgenommen, die den geforderten Standard für 4K-HDR-Streaming erfüllen. Diese Ebene ist die eigentliche Besonderheit gegenüber anderen Siegeln der Heimkinowelt: Geprüft wird nicht allein die Hardware, sondern auch der Weg, auf dem der Film ins Haus kommt.

      Was in keiner dieser Ebenen vorkommt, ist der Raum. Für Heimkinoräume gibt es im Programm IMAX Enhanced keine Zertifizierung. Das Kinogeschäft von IMAX und die Ausstattung ganzer Privatkinos durch IMAX sind eigene Geschäftsfelder mit eigenen Anforderungen, die mit dem Logo auf einem Fernseher nichts zu tun haben.

      Verwandte Kennzeichnungen

      Der Name IMAX begegnet dem Leser in mehreren Zusammenhängen, und nur einer davon ist dieses Programm.

      BezeichnungWas dahintersteht
      IMAX Enhanced (am Gerät)Das Gerät hat die Prüfung seiner Kategorie bestanden und ist lizenziert.
      IMAX Enhanced (am Film)Die Fassung ist im IMAX-Verfahren neu abgetastet, oft mit Sonderfassung der Tonmischung.
      IMAX signature sound by DTSDie Tonseite des Programms, umgesetzt in einer Sonderfassung von DTS:X.
      Erweitertes BildformatEin Bildformat innerhalb einer Fassung, nicht durchgängig über den ganzen Film.
      IMAX (Lichtspielhaus)Das Kinogeschäft mit eigener Saaltechnik und eigenen Anforderungen.
      DTS:X ohne IMAX-LogoDasselbe Tonformat ohne die Sonderfassung und ohne den IMAX Mode.

      Für die Kaufentscheidung ist die zweite Zeile die wichtige. Ein Gerät mit dem Logo und ein Film mit dem Logo sind zwei verschiedene Aussagen, und erst zusammen ergeben sie das, was das Programm verspricht.

      Was die Anbieter nicht offenlegen

      Öffentlich stehen die Prüfbereiche, die Gerätekategorien und die Liste der zertifizierten Modelle. Die Anforderungen dahinter stehen dort nicht.

      Ebenso unveröffentlicht sind die Gebühren des Programms und die Frage, ob und wie nachgeprüft wird, wenn ein Hersteller ein zertifiziertes Modell während seiner Bauzeit per Firmware verändert. Gerade bei AV-Receivern, deren Betriebsarten über Jahre per Aktualisierung nachwachsen, wäre das die Frage, die man gern beantwortet hätte.

      Was das für die Planung heißt

      Als Kriterium bei der Geräteauswahl ist das Siegel schmal: Es sortiert nichts nach Raumgröße vor, es nennt keine Leistungsdaten, und es sagt nichts über die Eignung eines Geräts für Dein Projekt. Was es zuverlässig anzeigt, ist die Fähigkeit zur DTS:X-Wiedergabe und die Bereitschaft eines Herstellers, sein Gerät prüfen zu lassen. Wer eine Kette plant, in der die Filme dieses Programms eine Rolle spielen sollen, achtet deshalb weniger auf das Logo als auf die durchgehende DTS:X-Fähigkeit von Quelle, Verstärker und Wiedergabegerät.

      Verknüpfte Inhalte

      Für die Begriffe, die auf dieser Seite vorkommen: das Bassmanagement, die Übergangsfrequenz und der LFE-Kanal für den Eingriff des IMAX Mode in die Basswiedergabe; die Zielkurve und die Raumkorrektur für die Einmessung, die davon berührt wird; der Dynamikumfang als die Größe, um die es bei der Sonderfassung der Tonmischung geht; die Kanal-Notation für die Layouts, in die eine Kinomischung übersetzt wird.

      Auf der Bildseite gehören der Farbraum, die Übertragungsfunktion, die Zielleuchtdichte und das Kontrastverhältnis dazu; für das erweiterte Bildformat und seinen Effekt auf dem Sitzplatz der Sichtwinkel. Was eine Kalibrierung an einem Bildgerät überhaupt leistet, steht unter Bildkalibrierung.

      Quellen

      1. IMAX Corporation und DTS, Pressemitteilung IMAX and DTS Partner to Launch IMAX Enhanced Program for Home Entertainment (04.09.2018) — Programmstart, Zertifizierungsgremium, geprüfte Gerätearten, IMAX Mode, Sonderfassung des DTS:X-Codecs, Arbeitsteilung zwischen IMAX und DTS.
      2. IMAX Corporation und DTS, Pressemitteilung IMAX Enhanced Announces Global Expansion With New Streaming Platforms, Blockbuster Movies and Device Partners (05.09.2019) — Zertifizierung von Streamingdiensten, 45 Minuten erweitertes Bildformat in „Spider-Man: Far From Home", Gerätepartner.
      3. DTS, IMAX Enhanced — Prüfgrößen Auflösung, Helligkeit und klangliche Wiedergabetreue; bis zu 26 Prozent mehr Bild; DTS:X als Tonformat des Programms.
      4. DTS, FAQ: IMAX Enhanced sound with DTS:X — zertifizierte Geräte empfohlen, für den Zugang zu den Inhalten aber nicht erforderlich.
      5. Xperi, IMAX Enhanced — Einordnung als Zertifizierungs- und Lizenzprogramm.
      6. Allion Labs, IMAX Enhanced — autorisiertes Prüflabor, Vorprüfung, Anforderungen durch ein Gremium und unveröffentlicht.
      7. ecoustics, Chris Boylan, DTS:X with IMAX Enhanced on Disney+ How it Works (07.07.2024) — unabhängige Sekundärquelle zur Umsetzung der Kinomischung im Heimformat.

      Die Angaben zum Programm stammen von seinen beiden Anbietern selbst; eine unabhängige Nachprüfung der Prüfschwellen ist mangels veröffentlichter Anforderungen nicht möglich. Die Angaben zum Verhalten des IMAX Mode sind im Text der Fachpresse zugeordnet; belegt ist davon ein einzelner Bericht, und kein Dokument von IMAX oder DTS bestätigt ihn.

  • Gehäusemaße

    Höhe
    158 mm
    Breite
    441 mm
    Tiefe
    345 mm

    Gehäusemaße

    Gewicht
    11,5 kg

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