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Offset (Projektor)

Was ist der Offset bei einem Projektor?

Der Offset ist der fest eingebaute Versatz zwischen der optischen Achse des Objektivs und dem Bild, das der Projektor wirft. Er steckt in der Konstruktion des Geräts und lässt sich nicht verstellen. Ein Projektor mit Offset wirft sein Bild also um einen festen Betrag versetzt nach oben oder unten, statt geradeaus auf Höhe des Objektivs.

Stell einen Projektor auf den Tisch und schalte ihn ein: Das Bild erscheint oberhalb des Objektivs. Genau dieser Höhenunterschied ist der Offset. Er ist so gebaut, weil der Projektor sonst mitten auf dem Tisch stehend gegen die Tischplatte leuchten würde — das Bild soll ja an die Wand, nicht auf den Boden. Der Offset ist nichts, was Du einstellst; er gehört zum Gerät wie die Farbe des Gehäuses. Wichtig ist er trotzdem, denn er entscheidet mit, auf welcher Höhe der Projektor stehen oder hängen muss.

Ausführliche Erklärung

Warum es den Offset überhaupt gibt, erklärt der übliche Aufstellort. Ein Projektor steht auf einem Möbel oder hängt unter der Decke — in beiden Fällen liegt das Objektiv deutlich unter oder über der gewünschten Bildmitte. Ein Gerät ohne Offset müsste exakt auf halber Bildhöhe sitzen, was im Wohnraum fast nie geht. Der eingebaute Versatz nimmt diese Aufgabe vorweg: Das Bild wandert von sich aus dorthin, wo es hingehört.

Die drei Konventionen der Prozentangabe

Angegeben wird der Offset als Prozentsatz der Bildhöhe. Damit hört die Einheitlichkeit aber schon auf, denn die Hersteller messen von verschiedenen Nullpunkten aus. Verbreitet sind drei Lesarten:

  • Von der Bildunterkante aus. Null Prozent heißt: Die Unterkante des Bildes liegt genau auf der Objektivachse. Zehn Prozent heißen: Sie liegt um zehn Prozent der Bildhöhe darüber.
  • Von der Bildoberkante aus. Derselbe Zustand heißt hier 110 Prozent.
  • Von der Bildmitte aus. Derselbe Zustand heißt hier 60 Prozent.

Ein und dasselbe Gerät kann also je nach Datenblatt mit 10, 110 oder 60 Prozent angegeben sein. Ohne die Nullposition sagt die Zahl deshalb nichts aus, und Werte verschiedener Hersteller lassen sich nicht ohne Umrechnung vergleichen. In der Planung gilt: Erst die Konvention des Datenblatts klären, dann rechnen.

Offset und Lens Shift zusammen

Viele Heimkinoprojektoren haben beides: einen konstruktiv festgelegten Offset und einen einstellbaren Lens Shift. Die beiden greifen nacheinander, und genau hier entsteht der häufigste Rechenfehler.

Der Offset legt fest, wo das Bild liegt, wenn das Objektiv in seiner Grundstellung steht. Der Lens Shift beschreibt den Bereich, in dem sich das Bild von dieser Grundstellung aus noch verschieben lässt. Die Rechnung geht deshalb in dieser Reihenfolge:

  1. Bildhöhe und gewünschte Bildlage an der Wand festlegen.
  2. Mit dem Offset bestimmen, auf welcher Höhe das Objektiv sitzen müsste, damit das Bild ohne jeden Shift genau dort landet. Das ist die Nullhöhe des Geräts.
  3. Den Lens-Shift-Bereich als Fenster um diese Nullhöhe herum auftragen. Erst dieses Fenster sagt, welche Montagehöhen in Frage kommen.

Wer den zweiten Schritt überspringt und den Shift-Bereich um die Bildmitte herum aufträgt, verschiebt das ganze Fenster um den Betrag des Offsets — bei einer Bildhöhe von 1,30 Metern und einem Offset von 10 Prozent sind das 13 Zentimeter. Das reicht, damit eine Halterung im Plan passt und an der Decke nicht mehr.

Häufiges Missverständnis

Offset und Lens Shift werden ständig für dasselbe gehalten, weil beide das Bild gegenüber der Objektivachse versetzen. Der Unterschied liegt darin, wer den Versatz bestimmt. Beim Offset hat das der Konstrukteur getan, und Du kannst nichts daran ändern. Beim Lens Shift tust Du es selbst, im Rahmen dessen, was das Objektiv hergibt.

Daraus folgt auch, dass ein Gerät ohne Lens Shift nicht ohne Offset ist. Ultrakurzdistanz-Geräte und die meisten Laser TVs haben gar keinen verstellbaren Shift, aber einen sehr großen Offset — sie stehen dicht unter der Bildfläche und werfen das Bild fast senkrecht nach oben. Dass sich dort nichts verschieben lässt, macht die Aufstellung nicht beliebig, sondern im Gegenteil besonders empfindlich.

Verwirrend wirkt außerdem, dass manche Hersteller das Wort „Offset" für den Shift-Bereich mitverwenden. Wenn ein Datenblatt einen Versatz mit einem Plus-Minus-Zeichen angibt, ist fast immer der einstellbare Lens Shift gemeint; ein einzelner Wert ohne Vorzeichen beschreibt in der Regel den festen Offset.

Nicht zu verwechseln mit

  • Lens Shift: Der einstellbare Versatz. Er verschiebt das Bild gegenüber der Grundstellung, die der Offset vorgibt.
  • Projektionsverhältnis: Beantwortet den Abstand entlang der Blickachse, nicht die Höhe.
  • Trapezkorrektur: Rechnet ein schief geworfenes Bild wieder rechteckig und kostet dabei Auflösung. Der Offset ist optisch und kostet nichts.

In der Planung

Ein Kellerraum, Bildunterkante soll auf 0,95 Metern liegen, die Bildhöhe beträgt 1,30 Meter. Der ausgewählte Projektor soll unter die Decke, das Datenblatt nennt einen Offset von 110 Prozent und einen vertikalen Lens Shift von ±60 Prozent.

Zuerst die Konzeptfrage: Steht die Bildlage fest? Ja — sie hängt am Sitzabstand und am Sichtwinkel und ist damit gesetzt. Also geht es weiter mit dem Wie. Die Angabe 110 Prozent verweist auf die Lesart „von der Bildoberkante" und entspricht 10 Prozent über der Unterkante; in dieser Bildhöhe sind das 13 Zentimeter. Bei Deckenmontage steht das Gerät kopfüber, der Versatz kehrt sich um: Die Nullhöhe des Objektivs liegt 13 Zentimeter über der Bildoberkante, also bei 2,38 Metern. Der Shift-Bereich von ±60 Prozent öffnet um diesen Punkt ein Fenster von jeweils 78 Zentimetern.

Erst jetzt fällt die Gerätefrage — und zwar mit der Reserve im Blick: Ein Montagepunkt, der das Fenster zur Hälfte ausnutzt, steht besser da als einer am Rand, weil ein weit ausgereizter Shift Bildqualität kostet.

Verknüpfte Inhalte

Der einstellbare Gegenpart ist der Lens Shift — dort steht auch, warum ein weit ausgereizter Versatz Bildqualität kostet und wie er mit der Zoomstellung zusammenhängt. Wie weit der Projektor für eine bestimmte Bildbreite entfernt stehen muss, klärt das Projektionsverhältnis. Warum Ultrakurzdistanz-Geräte einen großen Offset und keinen Shift haben, beschreibt der Laser TV. Welche Bildhöhe überhaupt angestrebt wird, ergibt sich aus dem Sichtwinkel.

Quellen

Die Definition des Offsets und die Prozentkonventionen folgen Herstellerdokumentation und einer Fachquelle zur Projektionsplanung; die konkreten Beispielwerte sind gerechnet, nicht gemessen.

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