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Projektionsseite (Front- und Rückprojektion)
Was bedeutet Front- oder Rückprojektion — und warum ist das etwas anderes als der Projektionsabstand?
Die Projektionsseite gibt an, von welcher Seite der Bildfläche aus projiziert wird. Bei Frontprojektion — auch Aufprojektion genannt — steht der Projektor auf derselben Raumseite wie die Zuschauer und wirft das Bild auf eine reflektierende Fläche. Bei Rückprojektion steht er hinter der Fläche, und das Bild scheint durch ein lichtdurchlässiges Material hindurch.
Stell Dir ein Blatt Papier vor. Hältst Du eine Taschenlampe davor und schaust von derselben Seite auf das Blatt, siehst Du das reflektierte Licht — das ist Frontprojektion, so funktioniert praktisch jedes Heimkino. Hältst Du die Lampe stattdessen hinter ein Blatt Butterbrotpapier und schaust von der anderen Seite darauf, siehst Du das durchscheinende Licht — das ist Rückprojektion. Beide Verfahren sagen nichts darüber, wie weit die Lampe vom Blatt entfernt steht.
Ausführliche Erklärung
Fast jedes Heimkino arbeitet mit Frontprojektion: Der Projektor steht im selben Raum wie die Zuschauer, sein Bild trifft auf die reflektierende Vorderseite der Leinwand, und genau dieses reflektierte Licht sehen die Zuschauer. Ob der Projektor dabei fünf Meter entfernt an der Decke hängt oder direkt unter der Bildfläche steht, ändert an der Projektionsseite nichts — beides ist Frontprojektion.
Rückprojektion kehrt das um: Der Projektor steht auf der dem Zuschauer abgewandten Seite der Fläche, und die Fläche selbst ist lichtdurchlässig gebaut. Das Bild entsteht aus dem hindurchtretenden Licht. Im Heimkino ist das die Ausnahme — sie braucht Tiefe hinter der Bildfläche, die ein Wohnraum selten hergibt — und kommt vor allem bei fest verbauten Studio- oder Simulationslösungen vor.
Die Verwechslung entsteht, weil ein Kurzdistanz- oder Ultrakurzdistanz-Projektor oft in unmittelbarer Nähe der Bildfläche steht — bei einem Laser TV nur wenige Zentimeter davor. Wer „nah dran" mit „von hinten" gleichsetzt, liegt falsch: Ein Laser TV steht vor der Leinwand, projiziert steil nach oben und arbeitet damit ganz regulär mit Frontprojektion. Der Projektionsabstand beschreibt, wie weit der Projektor von der Bildfläche entfernt steht; die Projektionsseite beschreibt, auf welcher Seite er dabei steht. Beide Angaben sind unabhängig voneinander und beantworten verschiedene Fragen.
Häufiges Missverständnis
„Ultrakurzdistanz" klingt für viele nach „von hinten", weil der Projektor so dicht an der Fläche steht. Tatsächlich ändert die Distanz nichts an der Seite: Ein Ultrakurzdistanz-Projektor bleibt ein Frontprojektor, nur mit sehr steilem Lichtweg. Rückprojektion ist ein komplett anderes Verfahren mit eigener Flächentechnik und im Wohnraum selten anzutreffen.
Nicht zu verwechseln mit
- Projektionsabstand: Standard-, Kurz- oder Ultrakurzdistanz beschreiben, wie weit der Projektor von der Bildfläche entfernt steht — unabhängig von der Projektionsseite.
- Akustisch transparente Leinwand: Auch hier tritt etwas durch die Fläche hindurch, allerdings Schall und kein Bild; die Bildfläche selbst bleibt bei Frontprojektion.
In der Planung
Ein Katalogeintrag nennt in derselben Zeile „Frontprojektion" und „Ultrakurzdistanz". Wer die beiden Begriffe für dasselbe hält, liest das als Widerspruch — steht der Projektor nicht direkt hinter der Fläche, wenn er so nah steht? Löst man beide Angaben getrennt auf, verschwindet der scheinbare Widerspruch: Die erste sagt, dass das Gerät von vorn auf eine reflektierende Fläche projiziert, die zweite, dass es dabei sehr nah an ihr steht. Ein Laser TV im Sideboard erfüllt beides gleichzeitig.
Verknüpfte Inhalte
Wie kurz die Distanz bei einem Laser TV und einem Kurzdistanz-Projektor tatsächlich ausfällt, führen die jeweiligen Einträge aus; das Verhältnis von Abstand zu Bildbreite beschreibt das Projektionsverhältnis.