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Lens-Memory (Objektivspeicher)

Was speichert ein Objektivspeicher — und wofür braucht man ihn?

Ein Objektivspeicher merkt sich Einstellungen der motorisierten Optik eines Projektors und ruft sie auf Knopfdruck wieder auf. Der Begriff ist gattungsüblich und kein geschützter Name — die meisten Hersteller führen ihn als Lens Memory, Sony nennt dieselbe Funktion Picture Position.

Kinofilme sind oft breiter als Fernsehbilder. Wer eine breite Leinwand hat, muss den Projektor deshalb für jeden Film anders einstellen: größer oder kleiner zoomen, neu scharfstellen, das Bild verschieben. Ein Objektivspeicher nimmt Dir das ab — Du stellst es einmal ein, speicherst es, und danach genügt ein Knopfdruck. Für Dich heißt das: Du kannst dieselbe Leinwand für Kinofilme und für Serien nutzen, ohne jedes Mal von vorn zu justieren.

Ausführliche Erklärung

Was gespeichert wird

Der Umfang unterscheidet sich von Haus zu Haus, und eine pauschale Aussage wäre falsch. Belegt ist:

  • Zoom und Fokus speichert jedes geprüfte Gerät.
  • Lens-Shift kommt bei den meisten dazu — bei einem älteren Gerät ohne eigenen Shift-Motor stattdessen die Bildlage über eine andere Einstellung.
  • Darüber hinaus nimmt ein Hersteller das Bildformat und die Abdunklung der Bildränder mit auf, ein anderer die Verzeichnungskorrektur.
  • Bei einer aktuellen Baureihe gehört der Objektivspeicher zu einem übergeordneten Installationsprofil, das zusätzlich Bildmaskierung, anamorphotische Einstellung, Leinwandeinstellung, Aufstellungsart und Bildformat gemeinsam verwaltet.

Wofür man ihn braucht

Der Hauptfall ist die Cinemascope-Leinwand. AVITECT plant sie im Seitenverhältnis 2,40:1; 2,35:1 steht auf älteren Datenblättern und stammt aus der Filmtechnik bis 1971. Beide sind deutlich breiter als das 16:9-Format; wer beides auf derselben Leinwand in voller Breite sehen will, muss die Optik dazwischen umstellen. JVC beschreibt genau das als Zweck der Funktion: Einstellungen für verschiedene Bildformate hinterlegen und per Fernbedienung wechseln.

Das dabei übliche Verfahren heißt Zoom-Methode: Bei Breitwandmaterial zoomt das Objektiv auf, bis der Bildinhalt die Leinwand füllt, und die schwarzen Balken laufen über den oberen und unteren Leinwandrand hinaus. Bei 16:9-Material zoomt es zurück, und der Lens-Shift zentriert das Bild.

Die Alternativen dazu sind ein anamorphotisches Vorsatzobjektiv, das das Bild horizontal dehnt und dabei die volle Bildwandlerfläche nutzt, und eine Maskierung der Leinwand über motorisierte Blenden. Beide sind aufwendiger; das Vorsatzobjektiv braucht zusätzliches Glas im Lichtweg, die Maskierung zusätzliche Mechanik an der Leinwand. Dass Hersteller die anamorphotische Lösung mitdenken, zeigt sich im Menü: Sie steht dort als eigene Einstellung neben der Maskierung.

Voraussetzung und Umfang

Ein Objektivspeicher setzt eine motorisierte Optik voraus — Zoom, Fokus und Shift müssen sich elektrisch verstellen lassen. Die Zahl der Speicherplätze reicht geräteabhängig von drei bis zehn. Eine allgemeine Zahl gibt es nicht, und dieselbe Baureihe kann sie zwischen den Modellen staffeln.

Die Funktion hängt am Objektiv, nicht am Gerät

Das ist der Punkt, der bei Geräten mit Wechselobjektiv über die Kaufentscheidung mitbestimmt. Epson führt eine Funktionstabelle je Objektiv, und darin steht der Objektivspeicher als eigene Spalte neben motorischem Zoom, Fokus und Shift — mit unterschiedlichem Ergebnis: Das ELPLM06 beherrscht Zoom, Fokus und Shift, aber keinen Objektivspeicher; das ELPLM15 beherrscht alles. Zwei Objektive derselben Klasse, dasselbe Gehäuse, verschiedene Bedienbarkeit.

Bei einigen Objektiven verlangt Epson zusätzlich, die Modellnummer im Gerätemenü einzutragen, damit das Gerät die Optik überhaupt richtig ansteuert.

Für die Planung heißt das: Wer ein Objektiv nach dem Bildformat aussucht, entscheidet damit zugleich darüber, ob die Umschaltung zwischen zwei Formaten auf Knopfdruck überhaupt möglich ist. Dieselbe Kombination aus Gerät und Leinwand kann mit dem einen Objektiv komfortabel umschalten und mit dem anderen nur von Hand. Welche Wege es für Breitwandmaterial überhaupt gibt und was sie kosten, steht unter anamorphe Projektion.

Häufiges Missverständnis

„Der Speicher trifft die Position exakt wieder." Das räumen gleich zwei Hersteller in ihren eigenen Handbüchern ein. Der eine schreibt, die Objektivposition könne gegenüber der gespeicherten leicht verschoben sein; der andere sagt ausdrücklich, die Genauigkeit sei nicht zugesichert, und rät, Zoom und Fokus bei Bedarf im Menü nachzustellen.

Damit steht der Vorbehalt als Herstellerangabe fest, und er gehört ins Gespräch, bevor ein Kunde die Zoom-Methode als vollautomatische Lösung versteht.

„Die Zoom-Methode kostet nichts." Bei Breitwandmaterial bleibt ein erheblicher Teil der Bildwandlerfläche ungenutzt, weil die schwarzen Balken über den Leinwandrand hinauslaufen. Die Größenordnung liegt nach einer Fachquelle bei etwa einem Viertel der Bildfläche — entsprechend geht Licht verloren, das ein Vorsatzobjektiv auf die Leinwand brächte.

Nicht zu verwechseln mit

  • Lens-Shift: die Verstellung des Objektivs gegenüber dem Bildwandler. Der Objektivspeicher merkt sich unter anderem ihre Stellung, ist aber nicht dasselbe.
  • Anamorphotisches Vorsatzobjektiv: löst dieselbe Aufgabe optisch statt über gespeicherte Zoomstellungen und nutzt dabei die volle Bildwandlerfläche.
  • Installationsprofil: bei manchen Geräten der übergeordnete Speicher, in dem die Objektivdaten nur ein Teil unter mehreren sind. Wer dort umschaltet, ändert mehr als die Optik.
  • Bildmodus-Speicher: hinterlegt Helligkeit, Farbe und Gamma. Mit der Optik hat er nichts zu tun.

In der Planung

Die Frage stellt sich vor der Leinwand, nicht vor dem Projektor. Eine Cinemascope-Leinwand ist die Voraussetzung dafür, dass ein Objektivspeicher überhaupt Sinn ergibt. Auf einer 16:9-Leinwand gibt es nichts umzuschalten.

Der Lichtverlust gehört in die Helligkeitsrechnung. Wer die Zoom-Methode plant, rechnet die ungenutzte Bildwandlerfläche in die Leuchtdichte auf der Leinwand ein — auf großen Bildbreiten entscheidet das mit über die Gerätewahl.

Die Wiederholgenauigkeit gehört ins Erwartungsmanagement. Wenn der Hersteller selbst Nachjustierbedarf einräumt, lautet die Frage, wem es auffällt. Bei kaschierten Leinwandrändern fällt eine kleine Abweichung weniger ins Gewicht als bei einer randlosen Fläche.

Verknüpfte Inhalte

Die Verstellung, deren Stellung mitgespeichert wird, erklärt der Lens-Shift.

Quellen

Der gespeicherte Umfang, der Zweck des Formatwechsels und die Zahl der Speicherplätze stammen aus Bedienungsanleitungen und Technikseiten von vier Herstellern — JVC, Epson, Sony und Panasonic —, die im Text als Herstellerangaben kenntlich sind. Die begrenzte Wiederholgenauigkeit ist im Wortlaut aus zwei dieser Handbücher belegt. Der Vergleich der drei Verfahren und die Größenordnung der ungenutzten Bildfläche stammen aus einem Grundlagenartikel von ProjectorCentral von 2007. Datenstand 2026-08-27.

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