Zum Inhalt
Tastatur
  • Hilfe anzeigen?
  • Untermenü öffnen↓ / Space
  • Untermenü schließenEsc
  • Studio finden→ Studio
Tiefe
Performance

Trinnov WaveForming

Wie legt man einen Raum für WaveForming aus, was verlangt das Verfahren — und was von den Leistungsangaben ist prüfbar?

WaveForming ist Trinnovs Verfahren zur aktiven Basskontrolle: Zwei Subwoofer-Gruppen an Front- und Rückwand erhalten Filter, die aus einer dreidimensionalen Raummessung berechnet werden. Die vordere Gruppe strahlt den Bass als möglichst ebene Wellenfront ab und arbeitet gleichzeitig als Absorber; die hintere nimmt die ankommende Welle auf, bevor sie als Reflexion zurückläuft. Das Verfahren läuft ausschließlich auf den Prozessoren Altitude 16 und Altitude 32 und verlangt mindestens vier Subwoofer mit je einem eigenen Ausgangs- und Endstufenkanal. Diese Seite behandelt die Auslegung: wie viele Subwoofer wohin gehören, welche Abweichungen erlaubt sind, was die Messung verlangt — und welche der Leistungsangaben sich prüfen lässt. Die Kurzerklärung des Verfahrens steht im Glossar unter WaveForming.

Tiefe Töne schwappen in einem Zimmer hin und her wie Wasser in einer Badewanne: An manchen Stellen türmt sich der Bass auf, an anderen fehlt er fast ganz. WaveForming setzt mehrere Basslautsprecher vorn und hinten im Raum ein. Die vorderen schieben den Bass als gleichmäßige Welle durch den Raum, die hinteren fangen sie auf, bevor sie zurückschwappen kann. Damit das funktioniert, müssen die Lautsprecher an ganz bestimmte Stellen, und der Raum wird vorher genau vermessen. Für Dich heißt das: Der Bass klingt auf jedem Sitzplatz ähnlich sauber — aber die Planung beginnt lange vor dem Gerätekauf.

Das zugrunde liegende Problem

Unterhalb der Schroeder-Frequenz bestimmen Raummoden, was am Sitzplatz ankommt: Einzelne Basstöne werden überhöht, andere fast ausgelöscht, und der Raum schwingt nach jedem Impuls weiter (modales Ausschwingen). Das Ergebnis unterscheidet sich von Platz zu Platz — die Sitz-zu-Sitz-Varianz ist im Bass das eigentliche Mehrplatzproblem. Die Einordnung aller Gegenmaßnahmen, vom Absorber bis zu den gemessenen aktiven Verfahren, steht unter aktive Basskontrolle.

WaveForming gehört zur Familie der Verfahren, die den Raum als steuerbares System behandeln: Statt die Symptome am Frequenzgang eines einzelnen Platzes zu korrigieren, formt es das Schallfeld selbst.

Funktionsweise

Das Verfahren arbeitet in zwei Rechenschritten, und beide liegen vor der Wiedergabe:

  1. Messung. Das Schallfeld wird in einem Volumen um die Hörfläche abgetastet — in einem dreidimensionalen Gitter von Mikrofonpositionen, nicht nur an den Sitzplätzen.
  2. Filterberechnung. Aus diesem gemessenen Feld berechnet der Prozessor die Filter für jeden einzelnen Subwoofer. Die Filter der vorderen Gruppe erzeugen die engste und gleichmäßigste Wellenfront, die in der Hörzone möglich ist; die Filter aller Subwoofer — vordere und hintere — bedämpfen gemeinsam Reflexionen und Resonanzen.

Im Betrieb wirkt dann ein einziger Filtersatz. Das vordere Array ist in der Herstellerdokumentation ausdrücklich als abstrahlend und absorbierend bezeichnet, das hintere als absorbierend: Emission und Absorption laufen gleichzeitig, es gibt keine getrennten Betriebsstufen. Wer sich das Verfahren als „erst Welle formen, dann absorbieren" vorstellt, kommt zu falschen Schlüssen — etwa zu der Vorstellung, die Absorption ließe sich weglassen.

Als Bausteine nennt Trinnov Acoustic Reshaping, Wavefront Synthesis und die Multi-Source-Multi-Controller-Optimierung (MSMC) — unter diesem Arbeitsnamen lief die Technologie laut Fachpresse ab der ISE 2023, nach eigener Angabe nach mehr als sechs Jahren Forschung.

Warum der Subwooferabstand die Grenzfrequenz setzt

Das Hersteller-Whitepaper erklärt die physikalische Grenze über Transversalmoden: Das Schallfeld im Raum lässt sich als Summe von Querschnittsmustern auffassen. Die planare Mode ist über den Raumquerschnitt homogen und läuft mit Freifeld-Schallgeschwindigkeit (343 m/s); die Moden höherer Ordnung bilden über den Querschnitt stehende Wellen mit Knoten und Bäuchen und transportieren ihre Energie frequenzabhängig langsamer — die Wellenfront läuft auseinander. Ziel der Emitterfilter ist, nur die planare Mode anzuregen. Wie fein das gelingt, hängt am Abstand der Subwoofer zueinander: Je höher die Frequenz, desto kürzer die Wellenlänge (3,4 m bei 100 Hz) und desto dichter muss die Wand mit Quellen besetzt sein. Ein reguläres 2-2-Layout sichert die planare Anregung nach Herstellerangabe mindestens bis 100 Hz. Der verwandte Begriff für die frequenzabhängige Laufzeit eines Systems ist die Gruppenlaufzeit.

Die Auslegungslehre

Trinnov hat die Auslegung in einem eigenen Aufstellungsdokument niedergelegt — die folgenden Regeln stammen aus dessen Fassung v1 und sind Herstellervorgaben, keine AVITECT-Setzungen.

Zwei Größen bestimmen alles: die Abmessungen von Front- und Rückwand und die höchste Frequenz, die kontrolliert werden soll. Daraus folgen Zahl und Position der Subwoofer. Das Dokument formuliert es selbst ohne Umweg: „There is no cheating the laws of physics."

Die Regularitätsregel. Bei C Spalten über die Wandbreite a beträgt der Abstand zweier Spalten a/C und der Abstand einer Randspalte zur Seitenwand a/2C; bei R Reihen über die Wandhöhe b entsprechend b/R und b/2R zu Boden und Decke. Der Grund ist das Spiegelquellenprinzip: Die Reflexion an einer Begrenzungsfläche wirkt wie ein virtueller Subwoofer, und der soll denselben Abstand haben wie ein echter Nachbar. Bei einem 2×2-Array liegen die Reihen deshalb auf einem Viertel und drei Vierteln der Raumhöhe — was erklärt, warum Subwoofer bei WaveForming auch in halber Wandhöhe hängen.

Die Layoutfamilie. Die Nomenklatur lautet Nf-Nr für die Zahl der Subwoofer im vorderen und hinteren Array. Ideallayouts sind 2-2, 3-3, 4-4 (als 2×2) und 6-6 (als 2×3) — das größte also zwölf Subwoofer. Welches Layout passt, hängt an Raumbreite und Raumhöhe; der Hersteller liefert dafür ein Kennfeld und einen Rechner und warnt, wenn eine Raumabmessung näher als 15 cm an einer Layoutgrenze liegt. Die typische Auslegungsbandbreite ist mit bis 100 Hz angegeben.

Asymmetrie ist erlaubt — und oft besser. Vordere und hintere Zahl müssen nicht übereinstimmen, solange jedes Array für sich regulär bleibt. Bevorzugt wird der Fall mit weniger hinteren Subwoofern, weil die vorderen Emitter und Absorber zugleich sind: Mit sechs Subwoofern liefert 4-2 häufig mehr Leistung als 3-3, mit acht liefert 6-2 häufig mehr als 4-4. Der Hersteller kennzeichnet das als Tendenz, keine absolute Regel.

Gerätevorgaben. Innerhalb eines Arrays gleiche Subwoofer; vorderes und hinteres Array mit gleicher Bandbreite; das hintere Array darf Geräte mit geringerer Belastbarkeit enthalten. Der dritte Punkt ist kalkulationsrelevant: Die hinteren Subwoofer dürfen die günstigeren sein.

Toleranzen sind quantifiziert. Ein 3-3-Layout verkraftet die Reduktion um einen Subwoofer, ein 4-4 um zwei, ein 6-6 von zwölf auf acht. Für Verschiebungen gilt: Auseinanderrücken ist besser als Zusammenrücken — der schlechteste Fall ist, alle Subwoofer benachbart aufzustellen, weil das akustisch einer einzigen Quelle entspricht. Verschoben werden soll möglichst nur horizontal oder nur vertikal. Beispiele aus dem Dokument: im 4-4-Layout Emitter ±10 %, Absorber ±15 % der Raumbreite beziehungsweise -höhe; im 3-3-Layout der mittlere Emitter horizontal ±15 %, vertikal ±30 %. Für drei oder fünf Subwoofer auf einer Wand sind ausdrücklich irreguläre Anordnungen vorgesehen — drei als Dreieck, fünf als Trapez, mit festgelegten Positionen.

Für die Planung ist diese Toleranzlehre der eigentliche Wert des Dokuments: Sie beantwortet die Frage, ob eine Tür, ein Podest oder eine Leinwand die Auslegung verhindert — mit Zahlen statt mit Ermessen.

Die Messvorgaben

WaveForming kalibriert kein Sitzplatzraster, es tastet ein Volumen ab. Das Aufstellungsdokument verlangt:

VorgabeWert
Abstand vorderes Array zur Messzonemindestens 2 m
Abstand Messzone zu übrigen Wänden und Deckemindestens 1 m
Horizontale Messebenenmindestens zwei, die erste auf 1 m Höhe (Ohrhöhe im Sitzen)
Abstand benachbarter Mikrofonpositionenhöchstens 1 m — damit das Schallfeld bis etwa 100 Hz eindeutig charakterisiert ist

Die 9 bis 25 Messpunkte aus dem Datenblatt sind also keine freie Wahl, das ist das Ergebnis dieser Geometrie für typische Hörflächen. Und das Gitter braucht Messpunkte über der Sitzhöhe: Wer WaveForming anbietet, plant eine Raummessung im Raumvolumen ein, nicht ein paar Messungen am Platz — das ist Projektaufwand, der in ein Angebot gehört.

Was Trinnov beziffert — und was davon prüfbar ist

Die Wirkung, um die es geht — gleichmäßiger Bass über alle Plätze — gibt der Hersteller in drei verschiedenen Maßen an, die sich nicht ineinander umrechnen lassen:

FundstelleAngabeMaßBand
Technologieseite (Datenblatt)„bis ±0,5 dB"Spanne, Verfahren nicht benannt„bis 100 Hz"
Whitepaper, LaborergebnisMSD von 4 dB auf 0,8 dBräumliche Standardabweichung, bandgemittelt30–80 Hz
Whitepaper, Einordnungvon Level 2 auf Level 4 nach CEDIA/CTA-RP22± dB nach RP22-Parameter 20unterhalb der Übergangsfrequenz des Raums

Die drei Angaben widersprechen sich nicht — sie messen Verschiedenes. Aber sie sind verschieden belastbar:

  • Die Datenblattzahl ist die schwächste. ±0,5 dB bis 100 Hz nennt kein Messverfahren, keine Positionszahl, keine Glättung und ist damit weder nachprüfbar noch widerlegbar.
  • Die Whitepaper-Zahl ist die belastbarste. Die Mean Spatial Deviation ist mit Definition, Band und Raum angegeben (5,4 × 4,5 × 2,7 m, möbliert, unregelmäßige Seitenwände). Sie bleibt eine Herstellerangabe aus einem einzelnen Laborraum, aber sie ist so formuliert, dass man sie nachmessen könnte. Als zweites Laborergebnis nennt das Whitepaper eine um etwa 200 bis 400 ms verkürzte Ausschwingzeit DT60 im Band 30–100 Hz.
  • 0,8 dB ist nicht ±0,5 dB. Wer nur die Datenblattzahl zitiert, zitiert die günstigere und zugleich schwächer belegte Variante.

Was die drei Maße im Einzelnen bedeuten und wie die Branchenempfehlung CEDIA/CTA-RP22 die Bass-Gleichmäßigkeit als Abnahmegröße definiert, steht unter Sitz-zu-Sitz-Varianz — diese Seite wiederholt es nicht.

Eine unabhängige Messreihe existiert: Das US-Magazin Secrets of Home Theater and High Fidelity hat WaveForming mit SpectraPlus und REW nachgemessen; Trinnov verweist selbst auf die Rezension. Nach den zugänglichen Zusammenfassungen bestätigt sie schnelleres Ausschwingen und bessere Sitzplatzkonsistenz und nennt eine Grenze — die Wirksamkeit nehme oberhalb von etwa 90 Hz ab, was zur Auslegungsbandbreite „bis 100 Hz" passt.

Verhältnis zum DBA

Die Verwechslung liegt nahe, denn die Anordnung ist dieselbe: Subwoofer vorn, Subwoofer hinten. Trinnov selbst führt das Double Bass Array im Aufstellungsdokument als Spezialfall der eigenen Layoutfamilie — das Layout, bei dem beide Arrays gleiche Abmessungen und gleiche Subwooferzahl haben.

Der belegbare Unterschied liegt in der Herkunft der Filter. Das klassische DBA leitet die Ansteuerung der hinteren Subwoofer aus Geometrie und Laufzeit ab: verzögert um die Raumlänge, in der Phase invertiert, im Pegel angepasst. WaveForming berechnet die Filter aller Subwoofer aus dem gemessenen Schallfeld des konkreten Raums — und kann deshalb von der idealen Anordnung abweichen, wo ein DBA Idealbedingungen braucht. Wie eng beide verwandt sind, zeigt die Forschung: Das 2008 im Journal der Audio Engineering Society veröffentlichte CABS-Verfahren von Adrian Celestinos und Sofus Birkedal Nielsen beschreibt mit vier Subwoofern — vorderes Paar strahlt eine laufende ebene Welle ab, hinteres Paar löscht die Rückwandreflexion — genau die Konfiguration, die WaveForming als Minimum verlangt.

Das Aufstellungsdokument kritisiert das klassische DBA zugleich scharf: Die Wände seien oft nicht reflektierend genug für eine saubere ebene Welle; die Welle verändere sich auf dem Weg durch Möbel, Podeste und Sitzstufen; was hinten ankomme, sei deshalb nicht das, was vorn abgestrahlt wurde, und die Fehlanpassung bringe störende Energie in den Raum. Das ist die Bewertung eines Anbieters über ein konkurrierendes Verfahren — am Prinzip plausibel, aber von keiner unabhängigen Quelle beziffert.

Vom SBA und von Multi-Sub-Anordnungen unterscheidet sich WaveForming grundsätzlicher: Ersteres arbeitet ohne aktive Absorption, Letztere glätten den Frequenzgang statistisch, ohne die Wellenfront zu formen. Das gemeinsame Rechenprinzip der gemessenen Verfahren erklärt MIMO.

Das zweite marktreife Verfahren dieser Familie ist Dirac Live ART. Es arbeitet mit den vorhandenen Hauptlautsprechern als Stützquellen statt mit Subwoofer-Arrays an zwei Wänden — und der Belegstand ist spiegelbildlich: Für ART liegen eine begutachtete Arbeit und ein Patent vor, aber keine bezifferte Wirkungsaussage; für WaveForming liegen bezifferte Wirkungsaussagen vor, aber ein begutachtetes Papier oder eine Patentnummer wurde nicht gefunden. Trinnov und die Fachpresse bezeichnen die Technologie als patentiert, ohne eine Nummer zu nennen — ein Nichtfund, kein Beweis der Abwesenheit.

Voraussetzungen

Nach der Herstellerdokumentation, Datenstand 5. August 2026:

AngabeWert
ProzessorTrinnov Altitude 16 oder Altitude 32
Subwoofermindestens vier (zwei vorn, zwei hinten), bis zwölf im 6-6-Layout
Verkabelungdiskreter Ausgangs- und Endstufenkanal je Subwoofer
Positionennach der Regularitätsregel, mit den dokumentierten Toleranzen
Messungdreidimensionales Gitter, 9 bis 25 Messpunkte
Softwarefür Altitude-Besitzer als kostenloses Update (Ressourcenstand: Altitude-Software 4.4.0)

Zur Feinabstimmung nennt der Hersteller unter anderem Decay Control — der Grad der Bedämpfung ist einstellbar, weil vollständige Enthallung nicht das Ziel ist —, je Frequenz einstellbare Grenzen für Anhebung und Absenkung sowie eine Funktion für tieffrequenten Druckaufbau („Infrasonic Pressurization").

Sauberes Bassmanagement ist Voraussetzung der ganzen Verfahrensfamilie: Erhalten die Subwoofer unterschiedliche Signale, ist eine gemeinsame Optimierung nach CEDIA/CTA-RP22 praktisch unmöglich.

Grenzen

Oberhalb von etwa 100 Hz endet die Kontrolle. Die Grenze folgt aus dem Abstand der Subwoofer und ist damit eine Geldfrage mit physikalischem Deckel: Mehr Quellen erlauben eine höhere Grenzfrequenz, aber die Wandfläche und das Budget begrenzen die Zahl. Die Übergangsfrequenz des Raums — nach CEDIA/CTA-RP22 in kleinen Räumen zwischen etwa 150 und 500 Hz — liegt darüber: Zwischen der WaveForming-Grenze und dem Ende des modalen Bereichs bleibt eine Zone, in der andere Mittel übernehmen müssen.

Der Pegelbedarf ist nicht dokumentiert. Alle Subwoofer arbeiten auch als Absorber und verbrauchen dafür Membranhub. Das Aufstellungsdokument sagt selbst, dass es die Berechnung des erreichbaren Schalldrucks aus den Daten der einzelnen Subwoofer nicht enthält, und verweist auf ein späteres Implementierungsdokument.

Die Positionen sind verhandelbar, aber nicht frei. Die Toleranztabellen geben Spielraum in Prozent der Raumabmessung — wer mehr braucht, weil Türen, Leinwand oder Technikflächen kollidieren, verlässt die dokumentierte Auslegung. Und die Regel gilt je Wand: Ein Raum, dessen Rückwand offen ist oder aus Glas besteht, hat für das hintere Array schlicht keinen Platz nach Lehrbuch.

Vertikale und schräge Moden bleiben Thema der Anordnung. Die Kontrolle beruht darauf, dass die Arrays die Wandfläche regulär besetzen — auch in der Höhe. Anordnungen, die nur auf dem Boden stehen, regen nach Trinnovs eigener Simulation vertikale Moden an; im Layoutvergleich des Whitepapers verursacht die zylindrische 2-2-Anordnung dadurch Reflexionen von 43 ms.

Varianten und Lieferstand

Planar WaveForming ist das dokumentierte Grundverfahren — alles auf dieser Seite beschreibt es.

Cylindrical WaveForming ersetzt die Wand-Arrays durch Subwooferlinien am Boden und zielt auf Räume, in denen die reguläre Höhenstaffelung baulich ausscheidet. Der Lieferstand, Datenstand 5. August 2026: 2025 und 2026 zusammen mit dem Subwoofer-Hersteller Ascendo auf Messen vorgeführt und in Showrooms gezeigt, als Zielfall nennt der Hersteller eher quadratische Räume, als Minimum vier Subwoofer. Eine dokumentierte Auslegung existiert nicht: Das Aufstellungsdokument v1 behandelt die zylindrische Variante nicht, und keine der Fundstellen nennt Messwerte oder Voraussetzungen an Prozessor und Endstufen. Die Variante ist die Auslegung für schwierige Räume, kein gleichwertiger Ersatz — im Layoutvergleich des eigenen Whitepapers fällt die zylindrische Anordnung gegen die reguläre ab.

„Spherical WaveForming" tauchte als dritter Begriff auf, mit der Angabe, Subwoofer würden dabei in oder an den Wänden montiert.

Kompatible Produkte und Plattformen

WaveForming läuft ausschließlich auf den Prozessoren Trinnov Altitude 16 und Altitude 32; für deren Besitzer kommt es als kostenloses Software-Update. Die Zahl der nutzbaren Subwoofer hängt an den freien Ausgangskanälen des Prozessors und an der Endstufenbestückung — jeder Subwoofer braucht beides für sich.

AVITECT-Einordnung

AVITECT arbeitet mit Altitude-Prozessoren, und WaveForming ist bei uns das Verfahren, das im dedizierten Heimkino häufiger zum Zug kommt. Der Grund liegt im Raum: Dort gibt es vorn und hinten wirklich eine Wand, in die sich Subwoofer sauber einlassen lassen, und die Raumform ist meist regelmäßig genug, dass die Regularitätsregel aufgeht. Genau darauf beruht das Verfahren — ein weitgehend symmetrischer Raum ist die Bedingung, unter der es überhaupt arbeiten kann.

Im Wohnraum verschiebt sich das Bild, und dann kommt eher Dirac Live ART in Frage. Die Gegenüberstellung beider Verfahren mit den Gründen für die eine oder andere Wahl steht unter Dirac Live ART oder Trinnov WaveForming?.

Eine Größenschwelle, ab der WaveForming regelhaft eingeplant wird, gibt es bei uns nicht. Die Entscheidung fällt am einzelnen Projekt.

Verknüpfte Inhalte

Das Problem, das WaveForming angeht, steht unter Raummoden und modales Ausschwingen; die Einordnung aller Verfahrensfamilien samt Entscheidungsbaum unter aktive Basskontrolle. Die Kurzerklärung des Verfahrens bietet das Glossar unter WaveForming, die Bodenlinien-Variante unter Cylindrical WaveForming. Wie Bass-Gleichmäßigkeit gemessen wird — Spanne, MSV und MSD —, erklärt Sitz-zu-Sitz-Varianz.

Voraussetzungen sind sauberes Bassmanagement, eine belastbare Raummessung und ausreichend Subwoofer-Kanäle mit korrektem Delay. Die geometrischen Verwandten sind DBA und SBA, das konkurrierende gemessene Verfahren ist Dirac Live ART.

Quellen

Die Auslegungslehre — Layouts, Regularitätsregel, Toleranzen und Messvorgaben — stammt aus Trinnovs Aufstellungsdokument „Guidelines for Subwoofers Layouts for Optimal WaveForming Performance" (Fassung v1); die Leistungsangaben und die Transversalmoden-Darstellung aus dem Hersteller-Whitepaper vom 20. Januar 2025 und der Trinnov-Technologieseite. Die Maßdefinitionen der Bass-Gleichmäßigkeit sind der Branchenempfehlung CEDIA/CTA-RP22 v1.2 (September 2023) entnommen, die Verfahrensgeschichte der CABS-Veröffentlichung von Celestinos und Nielsen (JAES 2008) und der Fachpresse. Für alle zeitabhängigen Angaben gilt der Datenstand 5. August 2026. Für die Leistungsangaben gibt es außer dem Hersteller keine am Objekt gelesene Quelle; die einzige bekannte unabhängige Messreihe war nicht abrufbar.

Tastaturkürzel