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Was kann die Raumkorrektur im Gerät — und was muss dazugekauft werden?

Warum kann ein Gerät mehr Raumkorrektur als das Nachbarmodell derselben Baureihe, wie sind die Lizenzstufen geschnitten, und was davon gehört als eigene Position ins Angebot?

Das hängt bei vielen Geräten nicht am Modell, sondern an einer Lizenz. Die Raumkorrektur ist bei einer ganzen Reihe von Herstellern zugekaufte Software, und zugekaufte Software wird in Stufen verkauft: Ein Gerät bringt eine Grundfassung mit, alles darüber wird für dieses eine Gerät freigeschaltet. Zwei äußerlich gleiche Prozessoren im selben Rack können deshalb verschieden viel können. Diese Seite zeigt, welche drei Wege eine Raumkorrektur überhaupt in ein Gerät nimmt, an welchen vier Stellen die Stufen geschnitten werden, woran die Lizenz hängt und was davon in ein Angebot gehört. Was Raumkorrektur leistet und wo jedes rechnende Verfahren an seine Grenze kommt, steht herstellerneutral unter Raumkorrektur.

Bei manchen Anlagen ist die Einmessung schon bezahlt, bei anderen ist sie eine Art Zusatzausstattung — wie ein Navigationsgerät im Auto, das zwar eingebaut ist, aber erst nach einer Freischaltung alle Karten zeigt. Das Gerät sieht in beiden Fällen gleich aus, und im Prospekt steht in beiden Fällen der Name des Verfahrens. Der Unterschied fällt erst auf, wenn Du merkst, dass der Bass nur mit einem einzigen Tieftöner eingemessen werden kann, obwohl zwei im Raum stehen. Deshalb lohnt sich eine einzige Frage vor dem Kauf: Welche Stufe ist dabei, und was kostet die nächste?

Drei Wege, wie eine Raumkorrektur in ein Gerät kommt

Das Verfahren gehört dem Haus. Manche Hersteller haben ihre Einmessung selbst entwickelt und geben sie nicht nach außen. Sie steckt dann in jedem Gerät, das dieses Haus baut, und der Preis dafür ist der Gerätepreis. So arbeiten der Trinnov Optimizer, Lyngdorf RoomPerfect und Anthem ARC Genesis. Für die Planung bedeutet das eine einfache Rechnung ohne Nebenposten — und zugleich eine feste Kopplung: Wer dieses Verfahren will, kauft die Geräte dieses Hauses.

Das Verfahren ist zugekauft und liegt bei. Der Gerätehersteller lizenziert eine fremde Raumkorrektur und legt sie ohne gesonderte Berechnung in seine Geräte. StormAudio hat das so gehandhabt: Für Geräte, die ab dem 1. Januar 2023 bestellt wurden, ist die Tiefton-Erweiterung Dirac Live ART ohne Zusatzkosten enthalten, davor war sie zu kaufen. Auch einzelne Prozessoren anderer Anbieter kommen mit allen drei Dirac-Lizenzen im Lieferumfang. Diese Fälle sind für den Kunden bequem und für das Angebot die stillste Variante — man muss wissen, dass es sie gibt, sonst kalkuliert man einen Posten ein, den es nicht gibt.

Das Verfahren ist zugekauft und wird vom Kunden lizenziert. Der verbreitetste Fall. Das Gerät bringt eine Grundfassung mit, jede Erweiterung wird beim Anbieter der Software gekauft und für dieses eine Gerät freigeschaltet. Bei Dirac Live läuft es so auf Geräten mehrerer Hersteller. In derselben Geräteklasse kann dabei noch ein zweites Verfahren serienmäßig stecken: Audyssey ist bei Denon und Marantz an Bord, Dirac Live daneben als kostenpflichtige Freischaltung.

Daneben steht ein Fall, der streng genommen keine Lizenzstufe ist, im Gespräch aber ständig damit verwechselt wird: Bei Audyssey unterscheiden sich die Stufen MultEQ, MultEQ XT und MultEQ XT32 in der Auflösung der Korrekturfilter, und welche Stufe ein Gerät hat, entscheidet das Modell. Die Stufe wird hier also mit dem Gerät gekauft und nicht für das Gerät. Wer die feinere Subwoofer-Korrektur der höchsten Stufe braucht, wählt ein anderes Modell — nachkaufen lässt sie sich nicht.

Woran die Stufen geschnitten werden

Vier Schnittlinien kommen immer wieder vor. Wer sie kennt, kann jedes Angebot lesen, auch wenn die Produktnamen wechseln.

Der Frequenzumfang. Die begrenzte Fassung korrigiert nur den unteren Bereich, die volle den ganzen Übertragungsbereich. NAD beziffert die Grenze der begrenzten Fassung mit 500 Hz und begründet sie damit, dass die meisten Raumprobleme im Bass liegen. Das ist fachlich vertretbar und für kleine Anlagen oft ausreichend — es heißt aber auch, dass alles oberhalb der Grundtonlage unkorrigiert bleibt, einschließlich der Klangfarbenunterschiede zwischen Front- und Surroundlautsprechern.

Die Zahl der Subwoofer. Sobald mehr als ein Tieftöner im Raum steht, verlangt die gemeinsame Einmessung eine eigene Lizenz. Sie übernimmt dann auch das Bassmanagement und stimmt die Subwoofer zeitlich und im Pegel aufeinander ab — die Sache selbst steht unter Dirac Live Bass Control und Mehrfach-Subwoofer. Diese Schnittlinie ist die teuerste Überraschung im Angebot, weil die Entscheidung für zwei Subwoofer meist aus der Raumakustik kommt und nicht aus dem Datenblatt.

Eigenständige Erweiterungen. Verfahren, die im Tiefton mit allen Lautsprechern gemeinsam arbeiten, werden gesondert lizenziert; bei Dirac ist das ART. Solche Erweiterungen setzen die darunterliegenden Stufen voraus — wer Subwoofer im System hat, braucht für ART auch die Subwoofer-Lizenz, sonst bleiben nur zwei Auswege: Lizenz kaufen oder Subwoofer aus der Rechnung nehmen.

Die Modellbindung. Manche Stufen gibt es nur in bestimmten Geräten. Das wirkt nach oben wie nach unten: Ein Spitzenmodell kann die Mehrsub-Lizenz bereits enthalten, ein günstiges Modell die volle Bandbreite gar nicht anbieten. Vor dem Gerätekauf ist das eine Frage, vor der Einmessung ist es eine Tatsache.

Die Preise dazu sind Listenpreise des Softwareanbieters in US-Dollar, Stand 21. August 2026: Die Raumkorrektur selbst liegt je nach Stufe und Gerät zwischen 99 und 349 Dollar, die Subwoofer-Erweiterung bei 299 Dollar, die Tiefton-Erweiterung ART zwischen 0 und 299 Dollar — die Null steht für Geräte, die sie bereits mitbringen. Bündel aus mehreren Stufen liegen zwischen 549 und 899 Dollar.

Die Lizenz hängt am Gerät, nicht an Dir

Der Punkt, der in Angeboten am häufigsten fehlt: Eine Raumkorrektur-Lizenz wird für ein bestimmtes Gerät ausgestellt und bleibt dort. Dirac beschreibt die Regel klar — die Lizenz ist an die Hardware gebunden, für die sie freigeschaltet wurde. Übertragen wird sie in zwei Fällen: Wenn Du das Gerät verkaufst und der Käufer sie übernehmen soll, und wenn Du nach einem Defekt ein Austauschgerät desselben Modells bekommst. Über Modelle und Hersteller hinweg gibt es keine Übertragung; wer auf ein anderes Gerät wechselt, kauft die Lizenz neu.

Daraus folgen drei praktische Dinge:

  • Beim Gerätetausch gehört die Lizenz noch einmal in die Rechnung. Wer nach fünf Jahren den Prozessor wechselt, weil eine neue Anschlussgeneration ansteht, zahlt die Freischaltung erneut. Das ist ein Argument mehr für die Frage nach der Nachrüstbarkeit des Prozessors.
  • Beim Gebrauchtkauf ist die Lizenz Teil des Kaufgegenstands. Sie geht mit dem Gerät über, aber nicht automatisch: Der Übergang wird beim Anbieter angemeldet. Ein Gebrauchtangebot ohne Klärung dieses Punkts ist unvollständig.
  • Ohne Austauschgerät endet die Lizenz mit der Hardware. Der zweite Übertragungsweg setzt ein Austauschgerät desselben Modells voraus. Stellt der Gerätehersteller keines mehr, etwa lange nach dem Ende der Garantie, bleibt von der Lizenz nichts übrig, was sich weitergeben ließe. Das ist eine Folgerung aus den Übertragungsregeln und keine eigene Regel des Softwareanbieters.

Häufiges Missverständnis

Die höchste Stufe wird gern als die beste Einmessung gelesen. Sie ist zunächst nur der größte Handlungsraum. Was am Hörplatz herauskommt, entscheidet die Arbeit: Messpunkte, Zielkurve, Gewichtung der Sitzplätze und die Entscheidung, wo eine Korrektur besser unterbleibt. Eine sorgfältig eingemessene Grundfassung schlägt eine lieblos angewandte Spitzenlizenz — und keine Stufe ersetzt, was Aufstellung und Raumakustik vorher falsch gemacht haben.

Ebenso verbreitet ist die Annahme, Software lasse sich immer nachrüsten. Freischalten lässt sich nur, was der Gerätehersteller für dieses Modell freigegeben hat. Ob eine Stufe überhaupt zur Wahl steht, entscheidet sich beim Gerätekauf und danach nicht mehr.

In der Planung

Die Konzeptfrage kommt aus dem Raum, nicht aus dem Katalog: Wie viele Sitzplätze sollen wie gleichmäßig versorgt werden, und was macht der Raum im Bass? Ein Wohnzimmer mit einer Sitzreihe und einem Subwoofer stellt andere Anforderungen als ein Kinoraum mit zwei Reihen, in dem eine Raummode die zweite Reihe leerräumt.

Erst danach die Verfahrensfrage: Reicht eine Korrektur bis in den Grundton, oder muss der ganze Bereich erfasst werden? Sind mehrere Subwoofer nötig, und sollen sie gemeinsam eingemessen werden? Aus diesen beiden Antworten steht die Lizenzstufe fest, bevor irgendein Gerätename gefallen ist.

Die Gerätewahl kommt zuletzt — und mit ihr die Prüfung, ob das gewünschte Modell die nötige Stufe überhaupt zulässt. Ins Angebot gehören dann vier Zeilen:

  1. Das Verfahren und die Stufe im Klartext, mit dem Datum, an dem die Angaben geprüft wurden.
  2. Die Lizenzkosten als eigene Position, auch wenn sie null betragen — dann sieht der Kunde, dass sie enthalten sind.
  3. Die Einmessung als Leistung, mit Aufwand. Sie ist Arbeitszeit im Raum und keine Beigabe zur Software.
  4. Was später wiederkommt: Eine geänderte Möblierung, ein neuer Lautsprecher oder ein zusätzlicher Subwoofer verlangt eine neue Messung, und ein Gerätewechsel verlangt eine neue Lizenz.

Grenzen und Sonderfälle

Eine belastbare Gesamtübersicht gibt es nicht. Wer wissen will, welches Gerät heute welche Stufe mitbringt, muss die Angaben je Hersteller und je Modell zusammensuchen, und die Angaben ändern sich mit jeder Firmware. Wer eine Anlage plant, klärt die Stufe deshalb am einzelnen Modell und mit Datum, statt sich auf eine Übersicht zu verlassen.

Die Stufe sagt nichts über die Qualität des Verfahrens. Ein Haus, das seine Einmessung ohne Aufpreis mitliefert, kalkuliert deshalb nur anders — der Preis dafür steckt im Gerät. Eine Rangfolge der Verfahren lässt sich daraus nicht ableiten; welches zu einem Projekt passt, entscheidet die Systemgrenze, und die Vergleiche dazu stehen auf den Seiten der Verfahren selbst.

Manche Verfahren verlangen zusätzlich ein bestimmtes Mikrofon. Wo die Messtechnik zum Verfahren gehört, ist sie ein eigener Posten und gelegentlich ein Terminproblem — die herstellerneutrale Einordnung steht unter Messmikrofon.

Wer einmessen darf, ist nicht überall frei. Einzelne Hersteller betreiben Zertifizierungsprogramme für Fachbetriebe, und einzelne Geräte aus nicht autorisierten Quellen sind ab Werk gesperrt. Für ein Angebot heißt das: Die ausführende Person gehört genauso hinein wie die Lizenz.

Verknüpfte Inhalte

Was Raumkorrektur ist und wo alle Verfahren gemeinsam an ihre Grenze kommen, steht unter Raumkorrektur; die Messarbeit selbst behandeln Raummessung und Zielkurve. Warum mehrere Subwoofer im Raum zusammengehören, erklären Mehrfach-Subwoofer und Bassmanagement.

Die einzelnen Verfahren und ihre Lizenzlage stehen auf ihren eigenen Seiten: Dirac Live mit den Erweiterungen Bass Control und ART, Audyssey, Trinnov Optimizer, Lyngdorf RoomPerfect, Anthem ARC Genesis und WaveForming. Warum ein Gerät eine Stufe überhaupt anbieten kann, hängt an seiner Rechenarchitektur — das steht unter Update oder neues Gerät.

Quellen

Die Systematik der Stufen und die Preisspannen stammen aus der Preisübersicht des Softwareanbieters Dirac, eingesehen am 21. August 2026; die Regeln zur Gerätebindung und zur Übertragung einer Lizenz aus dessen Hilfebereich. Die Angaben zur begrenzten Fassung bis 500 Hz, zur kostenpflichtigen Nachrüstung der vollen Bandbreite und zur Mehrsub-Lizenz im Spitzenmodell stammen von NAD Electronics als Gerätehersteller.

Die Beispiele für beigelegte Lizenzen — StormAudio ab Bestelldatum

  1. Januar 2023, Prozessoren mit allen drei Lizenzen im Lieferumfang — und der Preis der ART-Erweiterung sind aus der eigenen Technologieseite zu ART übernommen und dort mit Prüfdatum 6. August 2026 belegt; die Vorbehalte von dort gelten hier mit. Die Angaben zu Audyssey, Trinnov Optimizer, RoomPerfect und ARC Genesis stammen aus den jeweiligen Technologieseiten mit ihren dortigen Belegen.
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