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- Tiefe
- Performance
Dirac Live ART
Was ist Dirac Live ART?
Dirac Live ART — kurz für Active Room Treatment — ist die dritte Ausbaustufe der Dirac-Raumkorrektur. Ihr Kernprinzip: Die Lautsprecher eines Systems arbeiten nicht mehr einzeln, sondern als Verbund. Benachbarte Lautsprecher senden gezielt Gegensignale und bedämpfen so aktiv das Nachschwingen des Raums im Bassbereich.
Manche Räume lassen tiefe Töne nachhängen: Im Film ist der Schlag längst vorbei, im Zimmer schwingt es noch — ähnlich wie bei einem Gong, der weiterklingt, bis jemand die Hand auflegt. Genau diese Hand will ART sein, allerdings nicht mit Material, sondern indem alle vorhandenen Lautsprecher gemeinsam gegenhalten und das Nachschwingen abbremsen. Für Dich klingt das Ergebnis trockener und genauer, und zwar auf mehreren Plätzen zugleich. Vorausgesetzt sind ein passendes Gerät und Lautsprecher, die im Tiefton wirklich mitarbeiten können.
Ausführliche Erklärung
Klassische Raumkorrektur bearbeitet jeden Kanal für sich: Sie glättet den Frequenzgang, kann aber wenig dagegen tun, dass der Raum nach jedem Bassimpuls nachschwingt. ART setzt genau dort an. Auf Basis eines MIMO-Ansatzes berechnet das System, wie umliegende Lautsprecher — etwa Subwoofer und tieffähige Surrounds — zeitgleich mithelfen können, die vom Hauptlautsprecher angeregte Raumenergie wieder auszulöschen.
Damit gehört ART — wie Trinnovs WaveForming — zum aktiven Weg der Raumakustik: Statt mit Material (Absorbern, Diffusoren) wird Schall mit Schall bekämpft, wie beim Noise-Cancelling-Kopfhörer — nur dass hier die vorhandenen Lautsprecher den Gegenschall in den Raum stellen. Das Ziel ist ein strafferer, konturierterer Bass an mehreren Sitzplätzen, ohne zusätzliche passive Absorber zu verbauen. Nach Herstellerangabe verkürzt ART das Ausschwingen im Modalbereich deutlich; unabhängige Messungen bestätigen den Effekt dem Grundsatz nach, das Ausmaß bleibt aber system- und raumabhängig.
ART braucht einen Prozessor oder Receiver mit entsprechender Lizenz, mehrere im Tiefton belastbare Lautsprecher und eine saubere Einmessung. Die Physik bleibt trotzdem bestehen — was der Verbund nicht abstrahlen kann, kann er auch nicht auslöschen. ART ergänzt gute Planung, es ersetzt sie nicht.
Nicht zu verwechseln mit
- Dirac Live: die Basis-Raumkorrektur je Kanal (Frequenz- und Zeitbereich, Zielkurven).
- Dirac Live Bass Control: koordiniert mehrere Subwoofer untereinander — ART geht weiter und bezieht die übrigen Lautsprecher in die Bedämpfung ein.
- Passive Raumakustik: Absorber wirken immer; ART wirkt nur für das, was das System selbst wiedergibt.
In der Planung
Dein Black Cinema hat trotz zweier Subwoofer einen zähen Bass — Impulse stehen im Raum nach. Bauliche Bassfallen scheiden aus Platzgründen aus. Ein ART-fähiger Prozessor ist dann ein ernsthafter Kandidat: Er nutzt Deine vorhandenen Lautsprecher als aktives Dämpfungsnetz. Ob sich das Upgrade lohnt, hängt vom Raum ab — je stärker der Modalbereich das Problem ist, desto größer der mögliche Gewinn.
Verknüpfte Inhalte
Technische Tiefe auf der Technologieseite „Dirac Live ART"; Einordnung des Verfahrens unter „Aktive Basskontrolle"; Vergleich mit Trinnov WaveForming.
Quellen
Offizielle Dirac-Dokumentation; Wirkprinzip als Herstellerangabe gekennzeichnet, wo unabhängige Belege fehlen.