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MultiRoom-System als Quelle eines AV-Verstärkers
Wie wird ein AV-Verstärker mit seinen Lautsprechern zur MultiRoom-Zone — über welchen Eingang läuft das, wer regelt die Lautstärke, und wie kommt der Verstärker an, wenn jemand in der App Musik startet?
Im Wohnzimmer steht ein AV-Verstärker mit richtigen Lautsprechern, im Rest des Hauses läuft ein MultiRoom-System — und beide sollen zusammenkommen. Der Weg dahin ist ein Kabel: Der Netzwerkknoten des Systems hängt an einem freien Hochpegel- oder Digitaleingang des Verstärkers, und ab dieser Buchse gilt alles, was der Verstärker mit einem Signal macht. Daraus folgt alles Weitere: Zone des Systems ist der Knoten. Der Verstärker ist die Endstufe dieser Zone, und das System weiß nichts von ihm — weder ob er läuft noch auf welchem Eingang er steht noch wie laut er gestellt ist.
Deine große Anlage im Wohnzimmer kann beim Musiksystem im Haus mitmachen. Dafür bekommt sie ein kleines Gerät an einen freien Eingang, so wie früher ein CD-Spieler angeschlossen wurde. In der App taucht das Wohnzimmer danach als eigener Raum auf. Wichtig ist nur eines: Die App redet mit dem kleinen Gerät und nicht mit Deinem Verstärker. Steht der aus oder auf dem falschen Eingang, zeigt die App trotzdem an, dass Musik läuft — hören wirst Du nichts. Deshalb gehört zu dieser Lösung immer die Frage, wie der Verstärker angeht, wenn jemand am Handy auf Start drückt.
Zwei Bauformen, ein Unterschied
Der Verstärker kommt auf zwei Wegen an das System, und der Unterschied zwischen ihnen entscheidet den Rest.
Die Plattform steckt im Verstärker. Manche Hersteller bauen ihre MultiRoom-Plattform in ihre eigenen AV-Receiver ein. Dann ist der Verstärker selbst Mitglied des Musiksystems: Er taucht in der App auf und wird gruppiert wie ein Lautsprecher. Die Fragen dieser Seite stellen sich für ihn anders, weil Plattform und Gerätesteuerung im selben Gehäuse sitzen.
Ein Knoten hängt außen dran. Der andere Fall ist der häufigere in gewachsenen Häusern: Der Verstärker steht schon, das MultiRoom-System kommt später oder stammt von einem anderen Hersteller. Dann übernimmt ein Netzwerkplayer oder eine Streaming-Bridge die Rolle der Zone, und der Verstärker hängt hinter ihr wie eine Endstufe. Für das System endet die Welt am Cinch-Stecker.
Bleibt der Verstärker damit gruppierbares Mitglied des Musiksystems? Die Antwort hat zwei Teile. Ja, der Raum lässt sich gruppieren wie jede andere Zone, weil der Knoten diese Zone ist. Und nein, der Verstärker selbst tut dabei nichts; er bekommt vom Gruppieren so wenig mit wie von allem anderen.
Über welchen Eingang das läuft
Ein Netzwerkknoten bietet meist zwei Ausgänge an, und die Wahl entscheidet, wer wandelt. Über den analogen Cinch-Ausgang kommt ein fertiges Line-Signal am Hochpegeleingang des Verstärkers an; der Wandler des Knotens hat dann schon gearbeitet. Über einen koaxialen oder optischen Digitalausgang kommen Daten an, und der Verstärker wandelt selbst. In einer Kette, deren Wandler ohnehin im AV-Verstärker sitzt und dort mit der Einmessung zusammenarbeitet, ist der digitale Weg der naheliegende.
Hinter dieser Buchse verhält sich ein AV-Verstärker anders als ein Stereo-Vollverstärker, und das ist der eigentliche Unterschied. Das Signal läuft durch dieselbe Verarbeitung wie jeder Film: durch das gewählte Klangprogramm, das aus zwei Kanälen bei Bedarf einen Mehrkanalklang macht, durch die Filter der Raumkorrektur und durch das Bassmanagement, das die tiefen Töne an den Subwoofer abgibt. Belegen lässt sich diese Reihenfolge an der Betriebsart, die sie abschaltet: Ein Hersteller beschreibt für seine Receiver eine Direktbetriebsart, in der Klangregelung, Einmessung, dynamische Anpassungen und der Klangregler-Grafikzug sämtlich nicht mehr einstellbar sind. Was dort verschwindet, liegt im normalen Betrieb zwischen Eingang und Lautsprecher.
Zwei Dinge kommen dabei heraus. Die Musik aus dem Netz bekommt denselben eingemessenen Klang wie der Filmton — in einem gut eingerichteten Wohnzimmer ist das der eigentliche Gewinn dieser Lösung. Und sie bekommt ihn nur, solange die Zone auf dem dafür vorgesehenen Eingang und in der dafür vorgesehenen Betriebsart läuft; wer den Verstärker für Musik in die Direktbetriebsart schaltet, hört die Zone ohne Raumkorrektur.
Ein Detail gehört gleich mit erledigt: Der Knoten hängt an keiner HDMI-Buchse. Damit steht er außerhalb des Steuerkanals im HDMI-Kabel (HDMI CEC), über den sich Fernseher, Zuspieler und Verstärker gegenseitig einschalten und umschalten. Deshalb ist das Einschalten des Verstärkers eine eigene Aufgabe und erledigt sich hier nicht von selbst.
Wer die Lautstärke regelt
Zwei Regler greifen jetzt auf dieselben Lautsprecher zu: der Ausgang des Knotens und der Lautstärkesteller des Verstärkers. Ein Netzwerkknoten kann dafür mehrere Stellungen anbieten; beim Sonos Port sind es drei — fester Pegel, geregelter Pegel und das Durchreichen der Befehle an den Verstärker, dort Fixed, Variable und Pass-Through genannt. Das Durchreichen setzt ausdrücklich voraus, dass der angeschlossene Verstärker es unterstützt. Welche der drei im Alltag die richtige ist, entscheidet das Kapitel Integration mit HiFi des MultiRoom-Guides.
Hier zählt, was daraus für den gruppierten Betrieb folgt. Ein Lautstärkebefehl an eine Gruppe ist ein relativer Befehl an jede beteiligte Zone. Eine Zone mit festem Ausgangspegel kann ihm nicht folgen — sie spielt in der Lautstärke weiter, die am Verstärker eingestellt ist. Solange jemand im Raum sitzt, ist das der beste Fall, weil ein fester Pegel den größten Störabstand hat. Sobald das Wohnzimmer in einer Hausgruppe mitläuft, in der niemand ist, ist es der unangenehmste.
Dazu kommt eine Eigenheit von AV-Verstärkern, die Stereogeräte nicht haben: Ihr Lautstärkesteller arbeitet in Dezibel gegenüber einem Referenzpegel, und die Stellung vom letzten Filmabend steht noch dort, wo sie stand. Startet die Musik am nächsten Morgen mit festem Eingangspegel, spielt sie sofort auf Kinolautstärke. Wo der Verstärker eine Einschaltlautstärke und eine Obergrenze kennt, gehören beide gesetzt — das ist die einzige Bremse, die unabhängig von der App funktioniert.
Wie der Verstärker angeht, wenn die App startet
Diese Frage macht in der Praxis den meisten Ärger, und sie besteht aus zwei Hälften: Der Verstärker muss an sein, und er muss auf dem richtigen Eingang stehen. Drei Wege sind gebräuchlich, und jeder löst eine andere Zahl der beiden Hälften.
Der 12-Volt-Trigger. Manche Netzwerkknoten haben einen Triggerausgang; der Sonos Port führt ihn auf einer 3,5-mm-Klinke. Er legt eine Gleichspannung an, sobald das Gerät wach ist, und der Verstärker liest das als Einschaltbefehl. Das ist die einfachste Kopplung überhaupt und löst die erste Hälfte zuverlässig. Die zweite löst sie nicht: Ein Trigger überträgt keine Daten, wählt also keinen Eingang, und er hat keinen Rückkanal — ob am anderen Ende wirklich etwas passiert ist, erfährt niemand. Ein Verstärker, der auf dem zuletzt benutzten Eingang hochfährt, hilft hier weiter als eine Programmierung.
Die Signalerkennung des Verstärkers. Manche Geräte wachen auf, wenn an einem Eingang ein Signal anliegt, und schalten dabei auch gleich dorthin. Wo es diese Funktion gibt, ist sie der bequemste Weg, weil sie beide Hälften auf einmal löst.
Die Steuerung mit Rückkanal. Über eine serielle Verbindung oder über das Netzwerk lässt sich ein Verstärker einschalten, auf einen Eingang setzen und nach seinem Zustand fragen. Das ist der einzige Weg, der die zweite Hälfte sauber löst, und er ist zugleich der aufwendigste. Wo ohnehin ein Steuerungssystem im Haus arbeitet, ist die Zone im Wohnzimmer eine Aktivität wie jede andere: Verstärker an, Eingang setzen, Wiedergabe starten. Ob das Gerät dabei getrennte Ein- und Aus-Befehle kennt oder nur einen Umschaltbefehl, entscheidet, wie zuverlässig sich der Zustand herstellen lässt.
Die Gegenrichtung gehört zur selben Frage. Ein AV-Receiver kann sich selbsttätig abschalten, wenn kein Ton- und kein Bildsignal mehr anliegt; ein Hersteller nennt für eine seiner Baureihen die wählbaren Zeiten 60, 30 und 15 Minuten und liefert die Funktion dort ab Werk ausgeschaltet aus. Für einen Verstärker, der als Endstufe einer Zone dient, ist das eine nützliche Einstellung und eine Fehlerquelle zugleich: Sie räumt den Fall auf, dass nach dem Hören niemand ausschaltet — und sie legt den Verstärker mitten in einer Pause schlafen, wenn der Knoten bei Stille kein Signal ausgibt.
Wenn die Gruppe spielt und der Verstärker aus ist
Das ist der Zustand, den die Bauform erzeugt und den kein Hinweis in der App abfängt: Die Zone ist Teil der Gruppe, der Knoten spielt, die App zeigt einen laufenden Titel — und im Wohnzimmer bleibt es still. Aus Sicht des Systems ist alles in Ordnung, denn der Knoten macht genau das, was er soll. Ein Rückkanal, über den er den Verstärker beobachten könnte, existiert nicht.
Drei Folgen daraus gehören in jede Planung.
Der stumme Raum fällt niemandem auf. Wer im ganzen Haus dieselbe Musik startet, geht nicht durch alle Räume. Das Wohnzimmer wird deshalb regelmäßig zum Raum, über den später geredet wird — und die Ursache sieht aus wie ein Defekt, obwohl nur ein Eingang falsch steht.
Die Lautstärke wandert weiter. Wird die Gruppe während der Stille lauter gestellt und der Knoten regelt selbst, holt der Raum den ganzen Weg auf einmal nach, sobald der Verstärker angeht.
Der Weckweg gehört in die Planung. Sobald ein AV-Verstärker eine Zone versorgt, steht die Frage an, welcher der drei Wege aus dem vorigen Abschnitt gebaut wird. Ist keiner möglich, bleibt die ehrliche Variante: Der Raum wird von Hand eingeschaltet, und das wird bei der Übergabe gesagt, damit es später niemand für einen Fehler hält.
Die Kehrseite: Fernsehton in die Gruppe
Die umgekehrte Richtung — der Ton aus dem Wohnzimmer soll im ganzen Haus laufen — ist eine eigene Aufgabe mit eigenen Regeln. Die drei Wege dorthin und die beiden Eigenschaften, die jeder Weg durchs Netz mitbringt, führt Fernseh- und Heimkino-Ton in andere Zonen verteilen aus. Für den hier beschriebenen Aufbau kommen zwei Details dazu.
Welcher Ausgang des Verstärkers dafür in Frage kommt. Der Knoten braucht am Eingang einen konstanten Pegel, und den liefert ein Aufnahme- oder Zonenausgang. Ein Vorstufenausgang folgt dagegen dem Lautstärkesteller des Geräts — hängt der Knoten dort, wird das ganze Haus leiser, sobald jemand im Wohnzimmer leiser dreht.
Die Schleife. Führt der gewählte Ausgang auch die Netzwerkquelle mit, dann geht das Signal des Knotens über den Verstärker in den Knoten zurück. Deshalb gehört vor dem Stecken geklärt, welche Quelle an diesem Ausgang anliegt und ob sie sich unabhängig vom Hörbetrieb wählen lässt.
Der Versatz aus der Pufferung gilt hier wie überall: Was über das Netz läuft, kommt später an als der direkte Weg im Raum. Warum das im selben Raum als Echo hörbar wird und in zwei getrennten Räumen niemandem auffällt, rechnet Analoge Quelle ins Netzwerkaudio durch.
Grenzen und Sonderfälle
Ob überhaupt eine gemeinsame Kette gebaut wird, ist eine Planungsfrage. Die Alternative sind zwei Ketten in einem Raum: der Filmton über den AV-Verstärker, die Musikzone über eigene Lautsprecher, meist in der Decke. Welche Anordnung zu einem Haus passt, entscheidet das Kapitel Integration mit TV und Heimkino des MultiRoom-Guides. Diese Seite beschreibt die Technik des einen Falls und nimmt die Entscheidung nicht vorweg.
MultiRoom-Lautsprecher als Surroundkanäle sind eine andere Sache. Dabei werden zwei Geräte der Plattform an ein Hauptgerät gebunden und hören auf, eigene Zonen zu sein. Das ist eine Bindung innerhalb der Plattform und läuft nicht über einen Eingang des AV-Verstärkers; das Guide-Kapitel oben behandelt sie.
Analoge Verbindungen zwischen Geräten an verschiedenen Stromkreisen brummen. Ein Knoten am Netzwerk, ein Verstärker an einer anderen Steckdose, dazwischen ein Cinch-Kabel: Das ist der Aufbau, in dem eine Brummschleife entsteht. Der digitale Weg umgeht sie, wenn der Verstärker einen passenden Eingang frei hat.
Verknüpfte Inhalte
Die Entscheidung zwischen einer gemeinsamen Kette und zwei getrennten Ketten im Wohnzimmer fällt im Kapitel Integration mit TV und Heimkino; die Nachrüstung einer Stereoanlage und die drei Stellungen der Lautstärkeregelung im Alltag behandelt Integration mit HiFi. Die Gegenrichtung führt Fernseh- und Heimkino-Ton in andere Zonen verteilen aus, den Versatz zwischen direktem und vernetztem Weg Analoge Quelle ins Netzwerkaudio. Warum ein MultiRoom-System großzügig puffert und eine Echtzeitübertragung nicht, klärt Multiroom-Plattform oder Audio over IP. Die Geräteklasse am Anfang der Kette beschreibt Netzwerkplayer und Streaming-Bridge, die am Ende AV-Prozessor, AV-Receiver und Endstufe. Für den Anschluss selbst sind Line-Pegel, der Vorstufenausgang und die Brummschleife die Grundlagen; für das Einschalten der 12-Volt-Trigger, der Umschaltbefehl, das Steuerungssystem und HDMI CEC. Was der Verstärker mit dem Signal macht, steht bei Klangprogramme und Sound Modes, Raumkorrektur und Bassmanagement. Die Grenze zwischen Zone und Gruppe zieht Zone; wie eine Plattform in AV-Receiver eingebaut ist, zeigt HEOS, und als Beispiel für einen Knoten dieser Bauart liegt die Produktseite zum Sonos Port vor.
Quellen
Dass Klangprogramm, Einmessung und dynamische Anpassungen zwischen Eingang und Lautsprecher eines AV-Receivers liegen, ist an der Direktbetriebsart eines Herstellers belegt, die genau diese Stufen stillstellt; die Fundstelle ist am Objekt gelesen. Ebenfalls am Objekt gelesen ist die selbsttätige Abschaltung bei fehlendem Ton- und Bildsignal mit ihren wählbaren Zeiten — beide Angaben gelten für die genannte Baureihe und nicht für die Marke. Die Bauform eines Netzwerkknotens mit analogem und koaxialem Ausgang, Hochpegeleingang, 12-Volt-Trigger und drei Ausgangspegel-Stellungen stammt aus der Herstellerdokumentation zu einem solchen Gerät; sie ist über die Produktseite im eigenen Bestand übernommen, deren Abruf der Hersteller für diese Seite mit einer Sperre beantwortet hat. Dass eine MultiRoom-Plattform in AV-Receiver eingebaut sein kann, ist am Buying Guide ihres Herstellers belegt. Der Unterschied zwischen einem geregelten Vorstufenausgang und einem Aufnahme- oder Zonenausgang mit konstantem Pegel steht auf der zugehörigen Glossarseite.