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Fernseh- und Heimkino-Ton in andere Zonen verteilen
Kann ich den Ton vom Fernseher oder aus dem Heimkino in andere Räume geben — und worauf muss ich mich dabei einstellen?
Den Ton vom Fernseher oder aus dem Heimkino in andere Räume zu geben, ist möglich, und es gibt drei Wege dorthin: über den AV-Receiver als Quelle der Multiroom-Plattform, über die Plattform der Soundbar, oder über die zweite Zone des Receivers. Welcher davon in einem konkreten Haus funktioniert, hängt an der Gerätegeneration — dieselbe Marke verhält sich mit einem Gerät von 2017 anders als mit einem aktuellen. Zwei Eigenschaften gelten dagegen für jeden Weg, der durchs Netzwerk führt: Mehrkanalton wird für die anderen Räume auf Stereo heruntergemischt, und der Ton dort ist nicht lippensynchron. Nur der dritte Weg entkommt der zweiten davon, und er bezahlt es mit Kabel.
Den Fernsehton in die Küche zu holen, klappt — mit einer Einschränkung, die viele überrascht: Der Ton kommt dort einen Moment später an als das Bild im Wohnzimmer. Für Musik, Nachrichten im Hintergrund oder ein Fußballspiel beim Kochen ist das völlig in Ordnung. Sobald Du aber von der Küche aus auf den Fernseher schauen kannst, siehst Du Lippen, die nicht zum Ton passen. Deshalb ist die ehrliche Regel: Fernsehton im Nebenraum ja — für einen Raum, aus dem Du auf das Bild siehst, braucht es dagegen ein Kabel vom Verstärker.
Zwei Eigenschaften, die jeder Weg durchs Netz mitbringt
Mehrkanalton wird zu Stereo. Was im Kinoraum als Mehrkanalspur läuft, kommt in den anderen Zonen zweikanalig an. Das beschreibt Yamaha für die eigene Plattform ausdrücklich, und die Denon-Gerätegeneration von 2017 zeigt dasselbe von der anderen Seite: Für die Gruppenwiedergabe verlangt ihr Handbuch ein zweikanaliges Signal. Gespart wird damit nichts. Es folgt daraus, dass in den Nebenräumen einzelne Stereo-Geräte stehen und kein Kanalverbund.
Der Ton in den Nebenräumen ist nicht lippensynchron, sobald er durchs Netzwerk geht. Auch das steht in der Herstellerdokumentation, und zwar erstaunlich offen: Ein Plattformanbieter beschreibt seine Gruppen-Tonverzögerung mit dem Anwendungsfall, dass die Übereinstimmung von Ton und Bild „nicht kritisch" sei. Genau das ist die Bedingung, unter der diese Funktion gedacht ist.
Wie eng die Grenze sitzt, ist gemessen. Die Internationale Fernmeldeunion hat sie 1998 für den Rundfunk in der Empfehlung BT.1359-1 festgehalten: Ein Zehntel Sekunde reicht in beide Richtungen, je nach Vorzeichen sogar deutlich weniger — läuft der Ton dem Bild voraus, fällt es bereits nach gut vier Hundertstel auf. Ein Netzwerkpuffer bewegt sich eine Größenordnung darüber. Er ist genau dafür gebaut: Er nimmt einem gewachsenen Heimnetz seine Aussetzer ab, und diese Ruhe bezahlt er mit Zeit. Beides zugleich gibt es nicht. Den Zusammenhang führt Multiroom-Plattform oder Audio over IP aus.
Die drei Wege
Der AV-Receiver gibt an die Plattform weiter
Viele AV-Receiver bringen die Multiroom-Plattform ihres Herstellers mit. Der Receiver wird damit zur Quelle: Was an ihm anliegt, kann er an die Geräte derselben Plattform im Haus verteilen.
Hier sitzt die häufigste Fehlerquelle im Beratungsgespräch, und sie sieht so aus: Das Handbuch der Denon-Gerätegeneration von 2017 sagt für die Gruppenwiedergabe ausdrücklich, dass die zu verteilenden Quellen analog am Receiver anliegen müssen; HDMI und optische Verbindungen werden dafür nicht unterstützt. Für neuere Geräte desselben Hauses beschreibt die Supportdokumentation dagegen eine eigene Funktion, die den Fernsehton an gruppierte Geräte weitergibt; sie ist ab Werk ausgeschaltet und wird in der App unter „TV Sound Grouping" eingeschaltet. Welche Eingänge des Receivers dabei in die Gruppe dürfen, ist für diese Funktion nicht dokumentiert. Beide Angaben stammen vom Hersteller, und beide stimmen — jede für ihre Gerätegeneration.
Daraus folgt für jede Beratung dieselbe Vorsicht: Was auf einer Baureihe geht, ist keine Aussage über die Plattform. Die Frage lautet nie „kann HEOS das", sondern „kann dieses Gerät das", und die Antwort steht im Handbuch dieser Baureihe.
Die Soundbar-Plattform verteilt den Fernsehton
Eine Soundbar, die zu einer Multiroom-Plattform gehört, nimmt den Fernsehton entgegen und gibt ihn an gruppierte Geräte weiter. Das ist der bequemste Weg, weil er ohne zusätzliche Verkabelung auskommt und in derselben App bedient wird wie die Musik.
Die Einschränkung ist die Verzögerung aus dem vorigen Abschnitt: Der Anbieter selbst nennt als Anwendungsfall, dass es auf die Übereinstimmung von Ton und Bild nicht ankommt. Für Nachrichten in der Küche, eine Serie im Hintergrund oder ein Fußballspiel im Garten ist das die richtige Lösung. Für einen zweiten Raum mit eigenem Bildschirm ist es keine.
Die zweite Zone des AV-Receivers
Der klassische Weg braucht keine Plattform: Ein AV-Receiver mit zweiter Zone versorgt einen Nebenraum über Lautsprecherkabel oder einen Vorverstärkerausgang. Der Ton ist dort analog verkabelt und damit ohne nennenswerte Verzögerung. Das ist die Ausnahme von der zweiten Eigenschaft oben: Hier bleibt die Lippensynchronität erreichbar, weil kein Netzwerkpuffer dazwischenliegt — und deshalb ist dieser Weg die Antwort für jeden Raum, aus dem man auf den Bildschirm sieht.
Bezahlt wird das mit Bedienung und Auswahl. Die zweite Zone hängt am Receiver, sie hat keine eigene App-Oberfläche, und welche Quellen sie überhaupt annimmt, ist je nach Gerät stark eingeschränkt. Dazu kommt eine Grenze, die nicht am Gerät liegt: Läuft im Hauptraum ein Streamingdienst, kann derselbe Dienst in der zweiten Zone in der Regel nicht gleichzeitig etwas anderes spielen. Wie viele Wiedergaben ein Konto je Dienst zulässt, führt das Streamingdienste-Register mit Datenstand.
Warum die Einschränkungen so unübersichtlich sind
Es gibt keine Norm, die regelt, welcher Eingang eines AV-Receivers in eine Gruppenwiedergabe darf. Jeder Hersteller entscheidet das für sich, ändert es zwischen Gerätegenerationen und dokumentiert es im Handbuch des einzelnen Geräts. Was daraus im Gespräch entsteht, ist der klassische Halbwissen-Satz: Jemand hat vor fünf Jahren gelesen, dass Fernsehton über die Plattform nicht geht, und beim nächsten Gerät stimmt es nicht mehr — oder umgekehrt.
In der Planung hilft dagegen eine schlichte Reihenfolge: erst das Handbuch der konkreten Baureihe, dann die Bestellung — und beides vor dem Einbau statt danach. Bei fest eingebauten Lautsprechern ist das der Unterschied zwischen einer Einstellung und einer Baustelle.
In der Planung
Ein Wohnzimmer mit offener Küche, dahinter die Terrasse, oben ein Bad. Gewünscht: „Wenn Fußball läuft, soll ich das überall hören."
Die Konzeptfrage kommt vor jedem Gerät und lautet: Aus welchen dieser Räume sieht man auf den Bildschirm? Die offene Küche liegt im Blickfeld, Terrasse und Bad nicht. Damit ist die Aufteilung entschieden, bevor ein Datenblatt aufgeschlagen wird — Terrasse und Bad bekommen den Ton über die Plattform, die offene Küche nicht, weil dort das Bild mitläuft.
Für die Küche bleiben zwei Möglichkeiten, und beide sind ehrlicher als ein verzögerter Fernsehton: Sie gehört akustisch zum Wohnzimmer und wird von dessen Anlage mitversorgt, oder sie bekommt eine eigene Zone über die zweite Zone des Receivers, also verkabelt statt vernetzt.
Die Verfahrenswahl fällt damit gemischt aus, und das ist der Normalfall und kein Kompromiss. Erst danach die Geräte, und dort zählt genau eine Prüffrage: Gibt der vorgesehene Receiver diese Quelle über diesen Eingang an eine Gruppe weiter? Sie wird am Handbuch des Modells beantwortet.
Grenzen und Sonderfälle
Der Raum mit Bild ist die Grenze, nicht der Nebenraum. Alles, was diese Seite einschränkt, betrifft Räume, aus denen der Bildschirm sichtbar ist. Ein Bad, ein Schlafzimmer oder eine Werkstatt hört den Fernsehton verzögert und niemand bemerkt es. Sobald aber jemand aus der Küche auf das Bild sieht, ist der Versatz sichtbar — und dann hilft keine Einstellung, sondern nur ein anderer Weg für diesen Raum.
Filmton im ganzen Haus ist selten das, was gemeint ist. Wer den Wunsch äußert, meint in aller Regel Sport, Nachrichten oder eine Serie im Hintergrund. Ein Spielfilm mit Mehrkanalspur verliert auf dem Weg in die Zonen genau das, was ihn ausmacht, und gewinnt nichts dazu. Die Nachfrage nach dem tatsächlichen Anlass ist deshalb der nützlichste Satz im Beratungsgespräch.
Der umgekehrte Weg ist eine andere Aufgabe. Wenn Nebenräume zeitgleich zum Bild spielen sollen — etwa ein offener Wohnbereich, der akustisch zum Kinoraum gehört —, gehört das nicht auf eine Multiroom-Plattform. Dafür braucht es eine Echtzeitübertragung mit gemeinsamer Uhr oder schlicht Kabel — beschrieben bei Audio over IP.
Zwei Quellen gleichzeitig sind eine Registerfrage. Ob im Wohnzimmer der Film und im Bad Radio laufen kann, hängt an der Plattform und am Dienst, nicht an diesem Weg. Die anbieterscharfe Grenze je Konto steht mit Datenstand im Streamingdienste-Register; für Apple Music, TIDAL und YouTube Music vermerkt das Register die Angabe dort als noch nicht am Anbieter bestätigt.
Verknüpfte Inhalte
Warum diese Systeme großzügig puffern und Echtzeitübertragungen nicht, führt Multiroom-Plattform oder Audio over IP aus; die technische Grundlage der Echtzeitwelt behandelt Audio over IP. Wie der Ton überhaupt in ein Netzwerkgerät kommt und wer dabei den Datenstrom hält, ordnet Zuspielverfahren ordnen; die zweite Quelle außerhalb der Musikdienste behandelt Analoge Quelle ins Netzwerkaudio. Was eine Zone ist, steht bei Zone, die bewusste Verzögerung bei Delay, der Rückweg des Fernsehtons zur Anlage bei eARC und ARC und die Gerätegattung bei Soundbar. Warum Plattform, Transport und Medium getrennt gehören, klärt Signalwege und ihre Ebenen.
Quellen
Die Einschränkung auf analoge Quellen für die Gruppenwiedergabe stammt aus dem Handbuch einer Denon-Gerätegeneration von 2017 und ist im Wortlaut am Objekt gelesen; sie gilt ausdrücklich für diese Generation. Die neuere Funktion, die den Fernsehton an gruppierte Geräte weitergibt, ist über die Supportdokumentation desselben Herstellers belegt und am Objekt gelesen; welche Eingänge dafür in Frage kommen, steht dort nicht. Dass Mehrkanalinhalte für andere Räume zweikanalig ausgegeben werden, beschreibt Yamaha in den eigenen häufigen Fragen zur Plattform. Der Anwendungsfall der Gruppen-Tonverzögerung — Ton und Bild müssen nicht übereinstimmen — steht im Wortlaut in der Supportdokumentation von Sonos und ist am Objekt gelesen. Die Schwellen, ab denen ein Versatz zwischen Ton und Bild auffällt, stammen aus der Empfehlung ITU-R BT.1359-1 der Internationalen Fernmeldeunion von 1998, die im Volltext eingesehen wurde.