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Die Fachbegriffe, die Du zuerst brauchst
Ich verstehe die Fachbegriffe nicht — welche brauche ich, bevor ich weiterlesen oder ein Beratungsgespräch führen kann?
Gut zwanzig Wörter reichen aus, um ein Gespräch über Heimkino, Musik im ganzen Haus, Ton im Garten und die Bedienung des Ganzen zu verstehen. Sie stehen hier nach der Entscheidung geordnet, zu der sie gehören, jedes mit ein bis zwei Sätzen und einem Link auf die ausführliche Erklärung. Auswendig lernen musst Du nichts — Du liest das Wort nach, wenn die Entscheidung ansteht, zu der es gehört.
Die Wörter für die Geräte
AV-Receiver, AV-Prozessor, Endstufe. Der Prozessor nimmt die Zuspieler an, entschlüsselt den Mehrkanalton und rechnet die Einstellungen; die Endstufe macht daraus die Leistung für die Lautsprecher; der AV-Receiver erledigt beides in einem Gehäuse. Wann sich zwei Geräte statt einem lohnen, klärt der Eintrag zu den AV-Geräteklassen.
Soundbar. Das Wort steht für sehr verschiedene Geräte: Manche haben für jeden Kanal einen eigenen Lautsprecher, andere erzeugen die Richtungen über Reflexionen oder rein rechnerisch. Welche Bauart vor Dir steht, entscheidet, ob Du im Wohnzimmer echte Richtungen hörst — die drei Wege unterscheidet die Seite zur Soundbar.
Subwoofer. Zuständig für die tiefen Töne, die kleine Gehäuse nicht liefern können. Beim Subwoofer entscheidet die Planung mehr als der Kauf: Wo er steht und wie er eingebunden ist, wiegt schwerer als die Zahlen im Datenblatt — mehr dazu unter Subwoofer.
Einbaulautsprecher. Lautsprecher, die in Wand oder Decke verschwinden. Sie sind eine bauliche Entscheidung und keine Gerätewahl, weil sie mit dem Innenausbau zusammen geplant werden müssen — die Bauformen erklärt der Eintrag zu den Einbaulautsprechern.
Die Zahlen, die beim Ton auftauchen
5.1, 7.1, 5.1.2. Die erste Zahl zählt die Lautsprecher auf Ohrhöhe, die mittlere die Effektkanäle für tiefe Frequenzen, die dritte die Lautsprecher über Dir. Welche Kombinationen gebräuchlich sind und was sie voraussetzen, steht unter Kanal-Notation.
Watt. Die Wattangabe beschreibt, was ein Verstärker elektrisch abgeben kann. Bis daraus Lautstärke im Raum wird, kommen Wirkungsgrad, Impedanz und Hörabstand dazwischen; den Weg rechnet der Eintrag zur Verstärkerleistung vor.
Ohm. Die Ohm-Angabe eines Lautsprechers sagt, wie schwer er es dem Verstärker macht. Sie ist ein Nennwert und kein fester Wert — was davon in der Praxis zählt, steht unter Impedanz.
Dezibel. Das Dezibel ist ein Verhältnis zwischen zwei Größen und keine Einheit wie Meter oder Watt. Deshalb bedeuten zehn Dezibel mehr nicht die zehnfache Lautstärke, sondern etwa die doppelte empfundene — nachzulesen unter Dezibel.
Die Wörter für das Bild
Sichtwinkel. Der Winkel, den das Bild von Deinem Platz aus einnimmt, gemessen von Kante zu Kante. Er ist die Größe, mit der die Bildplanung anfängt, denn er lässt sich aus Sitzabstand und Bildbreite festlegen, bevor überhaupt ein Gerät gewählt ist; die Zahlen dazu stehen unter Sichtwinkel.
Lumen und ANSI-Lumen. Lumen ist die Einheit für den Lichtstrom, den ein Projektor abgibt. „ANSI-Lumen" benennt dagegen ein bestimmtes Messverfahren dahinter, benannt nach dem amerikanischen Normeninstitut ANSI. Zwei Zahlen sind deshalb erst vergleichbar, wenn bei beiden steht, wie gemessen wurde — welche Angaben belastbar sind und welche nicht, trennt die Seite zu den Helligkeitsangaben bei Projektoren.
Kontrastverhältnis. Der Abstand zwischen dem hellsten Weiß und dem dunkelsten Schwarz, das ein Gerät darstellt. Drei Messarten laufen unter demselben Wort, und nur eine davon kommt dem nahe, was Du in einer echten Szene siehst; welche das ist, steht unter Kontrastverhältnis.
Die Wörter, die vom Raum handeln
Nachhallzeit. Wie lange ein Raum nachklingt, nachdem der Ton aufgehört hat. Zu lang macht Dialoge schwer verständlich, zu kurz macht den Raum unangenehm trocken — beide Fälle behandelt der Eintrag zur Nachhallzeit.
Einmessung und Raumkorrektur. Gemeint ist dasselbe Verfahren: Ein Mikrofon misst am Hörplatz, die Elektronik gleicht daraufhin die Wiedergabe an. Was sie kann und wo ihre Grenze liegt, steht unter Raumkorrektur.
Bassmanagement und Übergangsfrequenz. Das Bassmanagement leitet die tiefen Anteile aller Kanäle zum Subwoofer um; die Übergangsfrequenz ist die Stelle, an der es das tut. Beides sind Einstellungen und keine Kaufentscheidungen — Details unter Bassmanagement und Übergangsfrequenz.
Wenn Musik in mehrere Räume soll
Zone. Die Zone ist die Planungseinheit für Musik im ganzen Haus: alles, was sich getrennt vom Rest einschalten und regeln lässt. Sie richtet sich danach, wer wo hört — eine große Wohnküche kann zwei Zonen brauchen, Flur und Treppenhaus zusammen nur eine. Ihre Zahl gehört an den Anfang der Planung, weil daran hängt, wie viele Verstärkerkanäle und Ausgänge die Anlage braucht. Der Eintrag zur Zone trennt dabei den Audio- vom Video-Fall.
Gruppe. Mehrere Zonen, die vorübergehend denselben Titel synchron spielen. Eine Gruppe entsteht im Betrieb per Bedienung und ist am nächsten Abend anders geschnitten; deshalb kostet sie nur Konfiguration, während eine zusätzliche Zone Verstärkerkanäle und Leitungen kostet. Beide Wörter gegeneinander abgegrenzt findest Du ebenfalls unter Zone.
Summenmono. Linker und rechter Kanal werden zu einem Signal addiert, und jeder Lautsprecher gibt diese Summe wieder. In Fluren, Bädern und Küchen ist das die ehrlichere Lösung, weil dort niemand mittig zwischen zwei Lautsprechern steht — was dabei verloren geht und was nicht, steht unter Summenmono.
Plattform. Namen wie Sonos, HEOS oder BluOS meinen jeweils ein zusammenhängendes System aus Geräten, App und Dienstanbindung. Die Wahl bindet Dich länger als jedes einzelne Gerät, weil Erweiterung und Ersatz aus derselben Familie kommen müssen; wo die Grenze zur professionellen Audioübertragung im Netzwerk verläuft, klärt Multiroom-Plattform oder Audio over IP.
Wenn der Ton nach draußen soll
Schutzart und IP-Code. Die zwei Ziffern hinter „IP" — das Kürzel steht für den Schutz gegen Eindringen — geben an, wie dicht ein Gehäuse ist: die erste Ziffer für Staub und Berührung, die zweite für Wasser. Bei einem Außenlautsprecher ist das die Angabe, auf die zuerst alle schauen, und sie deckt weniger ab, als sie zu versprechen scheint; welche Ziffer was bedeutet, steht unter Schutzart.
100-Volt-Technik. In Katalogen steht oft „70 Volt", in Europa sind es meist 100: Ein Übertrager hebt die Spannung am Verstärkerausgang an, und jeder Lautsprecher holt sich über einen eigenen Übertrager den Anteil, der an ihm eingestellt ist. So hängen viele Lautsprecher an einer einzigen Leitung, was lange Wege durch den Garten erst praktikabel macht — wann sich das lohnt und wann es überflüssig ist, rechnet der Eintrag zur 70-Volt-Technik durch.
Gleichmäßige Beschallung. Im Garten gibt es keinen Hörplatz, auf den sich alles ausrichten ließe. Das Planungsziel heißt deshalb, dass die Fläche überall etwa gleich laut versorgt wird; die Größe dahinter ist der Pegelunterschied zwischen dem lautesten und dem leisesten Ort, an dem sich Menschen aufhalten. Warum daraus meist mehr und kleinere Lautsprecher folgen, erklärt Even Balanced Coverage.
Die Wörter für die Bedienung
Szene, Aktivität und Makro. Drei Wörter für drei verschiedene Dinge, die im Handel durcheinandergehen: Ein Makro schickt eine feste Befehlsfolge ab, ohne zu wissen, was gerade an ist. Eine Aktivität führt eine AV-Kette in einen benannten Zustand und berücksichtigt dabei, wovon sie ausgeht. Eine Szene beschreibt einen Zielzustand über mehrere Gewerke hinweg — Bild, Ton, Licht, Beschattung. Im Alltag zeigt sich der Unterschied daran, ob die Anlage meistens angeht oder ob sie angeht; die Abgrenzung steht unter Szene, Aktivität und Makro.
Automation. Eine gespeicherte Regel, die von selbst läuft: Ein Auslöser benennt den Moment, eine Bedingung fragt im selben Moment einen Zustand ab, eine Aktion folgt. Von der Szene unterscheidet sie genau der Auslöser — eine Szene startet jemand, eine Automation wartet auf ihr Ereignis. Die schwierigste Frage kommt dabei aus dem Alltag und nicht aus der Technik: was passiert, wenn jemand im Raum anderer Meinung ist als die Regel. Mehr dazu unter Automation und Regel.
Aktor und Sensor. Zwei Rollen, keine Gerätearten. Der Sensor meldet, was er wahrnimmt — ein Tastendruck, eine Temperatur, ein offenes Fenster —, der Aktor führt aus und schaltet dabei die Leistung. Daraus folgt die früheste bauliche Konsequenz überhaupt: Der Aktor sitzt im Verteiler, und jeder Stromkreis, der später einmal getrennt geschaltet werden soll, braucht schon im Rohbau seine eigene Leitung dorthin — nachzulesen unter Aktor und Sensor.
Bus und Gateway. Ein Bus ist eine Leitung, an der viele Geräte hängen und über die sie miteinander reden; ein Gateway übersetzt zwischen zwei Systemen, die verschiedene Sprachen sprechen — Lichtbus und Gebäudebus, Gebäudetechnik und AV-Steuerung. Ein Gateway reicht Daten dabei nicht einfach durch: Jede Information, die über die Grenze soll, wird einmal von Hand zugeordnet, und was niemand zugeordnet hat, existiert auf der anderen Seite nicht. Die Planungsfragen dazu stehen unter Gateway, die verbreiteten herstellereigenen Busse sortiert Proprietäre Steuerbusse.
Vier Begriffe, die anders gemeint sind, als sie klingen
An diesen vier Stellen führt die Alltagsbedeutung zuverlässig in die Irre.
Watt ist keine Lautstärke. Die doppelte Leistung ergibt drei Dezibel mehr, und das ist ein hörbarer, aber kleiner Schritt. Wer laut hören will, kommt über den Wirkungsgrad der Lautsprecher und über den Hörabstand weiter als über die Wattzahl im Datenblatt.
Eine Einmessung ersetzt keine Raumakustik. Sie glättet vor allem den Tiefton und kann viel retten, aber sie rechnet keinen Nachhall weg und keine fehlende Absorption herbei. Ein Raum, in dem Dialoge verwaschen klingen, bleibt das auch nach der Messung.
Mehr Kanäle ergeben kein besseres Kino. Die Zahlen in 5.1.2 beschreiben den Aufbau und sagen nichts über die Qualität. Wenige gut platzierte und sauber abgestimmte Lautsprecher klingen im selben Raum besser als viele schlecht platzierte. Dass die Kanalzahl trotzdem als Rangliste gelesen wird, kostet Geld an der falschen Stelle: Es wandert in die Stückzahl, wo es in der Planung mehr bewirkt hätte.
Eine IP-Schutzart macht noch keinen wetterfesten Lautsprecher. Die beiden Ziffern beschreiben, wie gut ein Gehäuse Fremdkörper und Wasser abhält. Über UV-Strahlung, Frost und Korrosion sagen sie nichts, und draußen entscheiden gerade diese drei über die Jahre mit. Wer einen Außenlautsprecher nach der Ziffer allein auswählt, prüft also die Eigenschaft, die im Datenblatt steht, und übergeht die, die im Garten zählt.
Die Wörter, die von AVITECT selbst kommen
Ein Teil der Sprache in unseren Texten ist Hausnomenklatur und steht in keinem Fachwörterbuch. Die wichtigste davon sind die Systemstufen — Namen wie White Cinema oder Black Cinema, die den Raumkontext und die Ausbaustufe zusammen beschreiben, damit Anlagen vergleichbar werden, die sonst nur „gut" oder „besser" heißen würden. Was hinter den Stufen steht, erklären die Heimkino-Systemstufen.
Grenzen und Sonderfälle
Der Schwerpunkt liegt beim Wohnhaus. Heimkino, HiFi, Musik in mehreren Räumen, Ton im Garten und die Bedienung sind hier vertreten; die Beschallung größerer Flächen und öffentlicher Räume arbeitet dagegen mit eigenen Größen, die eine eigene Einstiegsschicht bräuchten. Für die Steuerung stehen hier die Wörter der Bedienung — die Netzwerktechnik dahinter, von der Adressvergabe bis zur Funkabdeckung, hat ihre eigene Begriffswelt und bleibt außen vor.
Manche Wörter haben zwei Bedeutungen. „Kanal" meint je nach Satz einen Lautsprecherplatz im Tonformat oder einen Verstärkerausgang, und beide Bedeutungen kommen im selben Gespräch vor. Wer gerade aneinander vorbeiredet, merkt es meist erst an der Stückliste. Solche Doppeldeutigkeiten brauchen mehr als zwei Sätze und stehen deshalb im jeweiligen Glossareintrag.
Ein paar Wörter fehlen noch. Für „Immersion" und für „Zuspieler" gibt es bislang keinen eigenen Eintrag, obwohl beide in Erstgesprächen früh fallen. Bis dahin erklärt der Zusammenhang sie mit.
Verknüpfte Inhalte
Wenn Du von hier aus weiterlesen willst, ist die sinnvolle Reihenfolge kurz: Erst Was ist eigentlich ein gutes Heimkino? — dort geht es um die Frage, woran sich Qualität überhaupt festmacht. Danach die Heimkino-Systemstufen, die den eigenen Fall einordnen: Wohnzimmer, Mediaroom oder eigener Kinoraum. Geht es Dir um die Bedienung mehrerer Räume und Gewerke, beantwortet Wann eine Anlage ein Steuerungssystem braucht die Frage davor. Die einzelnen Begriffe dieser Seite stehen ausführlich im Glossar, jeder mit seinen Grenzfällen und Zahlen.
Quellen
Die Belege zu jeder hier genannten Sachaussage stehen im verlinkten Glossareintrag. Auswahl und Reihenfolge der Begriffe sind dagegen eine redaktionelle Entscheidung, abgeleitet aus den Einstiegsfragen unserer bestehenden Wissensseiten und nicht an Beratungsgesprächen gemessen — deshalb der offene Punkt dazu.