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Schutzart (IP-Code)

Was sagt die IP-Schutzart eines Außenlautsprechers aus?

Die Schutzart beschreibt, wie dicht ein Gehäuse ist. Sie besteht aus den Buchstaben IP und zwei Ziffern: Die erste sagt, wie gut das Gehäuse gegen feste Fremdkörper und gegen Berührung schützt, die zweite, wie gut es Wasser abhält. IP65 heißt also staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser.

Wenn ein Lautsprecher draußen hängt, muss sein Gehäuse Regen, Staub und Insekten aushalten. Wie gut es das kann, steht in einer kurzen Angabe wie IP65. Die erste Zahl steht für Staub, die zweite für Wasser. Für Dich ist dabei vor allem eines wichtig: Die Angabe sagt nur etwas über Dichtigkeit. Ob das Material auch fünf Sommer Sonne und fünf Winter Frost übersteht, steht in einer ganz anderen Zeile des Datenblatts.

Ausführliche Erklärung

Festgelegt ist der IP-Code in der Norm IEC 60529, in Deutschland als DIN EN 60529. Die erste Ziffer läuft von 0 bis 6 und beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper: 5 bedeutet staubgeschützt — es darf etwas eindringen, aber nicht so viel, dass die Funktion leidet —, 6 bedeutet staubdicht. Die zweite Ziffer läuft von 0 bis 9 und beschreibt den Wasserschutz, von Tropfwasser über Sprühwasser und Spritzwasser bis zu Strahlwasser, zeitweiligem und dauerndem Untertauchen.

Zwei Eigenheiten der Systematik werden regelmäßig falsch gelesen.

Ein X an einer Stelle bedeutet nicht „kein Schutz", sondern „nicht geprüft". IPX4 sagt also aus, dass das Gehäuse gegen Spritzwasser geprüft wurde und über den Staubschutz keine Aussage vorliegt. Für einen Lautsprecher, der ganzjährig zwischen Pflanzen sitzt, ist das eine Lücke, keine Auskunft.

Und die Wasserziffern bilden keine durchgehende Rangfolge. Der Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (7) schließt den Schutz gegen Strahlwasser (5 oder 6) nicht automatisch ein, weil beide mit verschiedenen Prüfungen und verschiedenen Belastungen arbeiten: Untertauchen prüft Druck, Strahlwasser prüft Impuls und Richtung. Deshalb gibt es Produkte, die beide Angaben nebeneinander führen — IP65 und IP67 —, und deshalb ist die höhere Ziffer nicht immer die passendere.

Der wichtigste Punkt steht allerdings nicht in der Norm, sondern daneben. Geprüft wird im Labor, mit klarem Wasser, bei definiertem Druck, an einem neuen Gerät. Was Außenlautsprecher tatsächlich altern lässt, taucht dabei nicht auf: UV-Strahlung, die Kunststoffe und Sicken versprödet, Frost-Tau-Wechsel, Salz in Küstennähe oder Chlorluft am Pool, und die Korrosion an Schrauben, Gittern und Anschlussklemmen. Eine hohe Schutzart ist deshalb eine notwendige Bedingung für den Dauereinsatz draußen, aber keine hinreichende.

Häufiges Missverständnis

„IP65 heißt wetterfest" ist die Kurzformel, mit der die Zahl meistens gelesen wird — und sie schiebt zwei Fragen ineinander. Die Schutzart beantwortet, ob Wasser und Staub ins Gehäuse gelangen. Ob das Gehäuse selbst, die Membran, die Sicke und die Kontakte fünf Jahre Witterung überstehen, ist eine Materialfrage, für die es keine einzelne Kennzahl gibt. Genau deshalb entscheidet AVITECT die Produktauswahl draußen nicht über die IP-Ziffer, sondern über die konstruktive Eignung für den Dauereinsatz; die Schutzart ist dabei eine Anforderung von mehreren.

Der zweite verbreitete Kurzschluss betrifft die Montage. Ein Gehäuse ist nur so dicht wie seine Durchführungen: Ein IP66-Lautsprecher mit einer offenen Kabelverbindung im Erdreich ist kein IP66-System. Die Schutzart gilt für das Produkt, nicht für die Installation.

Nicht zu verwechseln mit

  • Schutzklasse: Bezeichnet den Schutz gegen elektrischen Schlag (I, II, III) und hat mit Dichtigkeit nichts zu tun. Die Namensähnlichkeit im Deutschen ist die eigentliche Fehlerquelle.
  • IK-Code: Beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Schläge — draußen etwa für Rasenmäher und Bälle relevant, aber eine eigene Angabe.
  • Witterungsbeständigkeit: UV, Frost, Salz und Korrosion. Steht in Materialangaben und Garantiebedingungen, nicht im IP-Code.

In der Planung

Ein Garten mit Spießlautsprechern in den Beeten, dazu zwei Lautsprecher unter dem Terrassendach und einer am Pool. Geh zuerst jede Position durch: Welcher Belastung ist sie tatsächlich ausgesetzt ist — und die Antwort fällt für drei Positionen unterschiedlich aus.

Daraus folgt die Anforderung je Ort, bevor über Modelle geredet wird: Unter dem Terrassendach steht das Gerät geschützt, Spritzwasser und Staub genügen als Anforderung. Im Beet sitzt der Lautsprecher im Sprühbereich der Bewässerung und im Erdreich, hier zählen Staubdichtheit und Strahlwasserschutz — und ebenso die Verbindungstechnik, denn die Kabelverbindung liegt im Boden. Am Pool kommt Chlorluft dazu, was eine Materialfrage ist und keine IP-Frage. Erst mit diesen drei Anforderungsprofilen geht es an die Produktauswahl, und die Kabelverbindungen im Erdreich sind dabei ein eigenes Thema, kein Zubehördetail — die Wissensseite dazu behandelt Muffenbauarten, Leerrohrführung und Prüfbarkeit.

Verknüpfte Inhalte

Wie sich verteilte Außensysteme verkabeln lassen, steht bei der 70-Volt-Technik. Womit die Verbindungsstellen im Boden dauerhaft dicht werden — und warum die IP-Ziffer des Lautsprechers dazu nichts sagt — klärt die Seite zu Kabelverbindungen im Erdreich. Der Outdoor-Audio-Guide behandelt Wetterfestigkeit und Schutzarten in einem eigenen Kapitel.

Quellen

Die Ziffernbedeutungen folgen IEC 60529 beziehungsweise DIN EN 60529.

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