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Werkstoffe und worauf es bei der Wahl ankommt.
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Beryllium
Beryllium ist ein chemisches Element und ein Metall, das mehrere Lautsprecherhersteller für Hochton- und Mitteltonkalotten einkaufen. Es verbindet eine geringe Dichte mit einer außergewöhnlich hohen Steifigkeit; die spezifische Steifigkeit liegt nach Angaben des Branchenverbands rund sechsmal über der jedes anderen Metalls. Eine Kalotte daraus verschiebt ihre Aufbruchfrequenz weit über den Hörbereich hinaus und kann deshalb einen größeren Frequenzbereich übernehmen. Als Staub ist Beryllium gesundheitsschädlich — das betrifft die Fertigung und beschädigte Kalotten, nicht den unbeschädigten Lautsprecher im Wohnzimmer.
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C
C-CAM
C-CAM steht für Ceramic-Coated Aluminium/Magnesium: eine Aluminium-Magnesium-Legierung, auf die in einem anodischen Verfahren eine keramische Schicht aus Aluminiumoxid aufgebracht wird. Monitor Audio führt den Namen als eigene Marke und verwendet den Werkstoff für Hochtonkalotten, für Konusmembranen im Mittel- und Tiefton und als Folie im Bändchenhochtöner. Die Eigenschaft, um die es geht, ist der Widerstand gegen Biegebeanspruchung — eine steife Membran verschiebt ihren Aufbruch nach oben, statt ihn zu bedämpfen. Das ist eine Konstruktionsentscheidung mit Folgen für Weiche und Membrangeometrie, keine Klangaussage.
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Continuum
Continuum ist ein gewebter Verbundwerkstoff für Mitteltonmembranen, den Bowers & Wilkins selbst entwickelt hat und seit 2015 einsetzt. Er hat die gelben Aramidmembranen ersetzt, die die Marke seit dem ersten 801 begleitet hatten. Die Werkstoffklasse ist eine andere als bei steifen Metallmembranen: Ein Gewebe mit hoher innerer Dämpfung bricht nicht an einer scharfen Grenze auf, sondern gibt seine Teilschwingungen kontrolliert ab. Welche Faser und welche Beschichtung im Gewebe stecken, veröffentlicht der Hersteller nicht.
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D
DALI SMC (Soft Magnetic Composite)
SMC steht für Soft Magnetic Composite: ein beschichtetes magnetisches Granulat, das DALI nach eigenen Angaben patentiert hat und in den Eisenteilen des Antriebs verwendet — im Polkern und in der Polplatte, inzwischen auch als Spulenkern in der Frequenzweiche. Der Werkstoff verbindet hohe magnetische Durchlässigkeit mit sehr geringer elektrischer Leitfähigkeit; der Hersteller beziffert sie mit etwa einem Zehntausendstel der von Eisen, in der zweiten Generation mit einem Fünfundzwanzigtausendstel. Damit ist SMC der Gegenentwurf zu einem Membranwerkstoff: Er sitzt nicht dort, wo sich etwas bewegt, sondern dort, wo das Magnetfeld arbeitet.
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Diamantkalotte
Die Diamantkalotte ist eine Hochtonmembran aus polykristallinem Diamant, der nicht abgebaut, sondern im CVD-Verfahren – chemische Gasphasenabscheidung – künstlich gewachsen wird. Bekanntester Anwender ist Bowers & Wilkins, das den Werkstoff seit der ersten 800 Series Diamond von 2005 im Hochtöner der oberen Serien verbaut. Erfunden hat die Marke ihn nicht allein: Das Herstellungsverfahren stammt vom Werkstoffhersteller Element Six, und andere Häuser wie Accuton und SEAS bauen unabhängig davon eigene Diamantkalotten. Der Werkstoff verbindet den höchsten bekannten Elastizitätsmodul mit vergleichsweise geringer Dichte und schiebt die Aufbruchfrequenz einer Kalotte damit besonders weit nach oben.
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G
Gewebe und perforierte Folie für akustisch transparente Leinwände
Zwei Werkstoffe machen eine Leinwand akustisch durchlässig: ein feines, gewebtes Textil, dessen Fadenzwischenräume Schall durchlassen, oder eine geschlossene PVC- beziehungsweise Vinylfolie, in die ein feines Raster winziger Löcher eingebracht ist. Beide Werkstoffe verfolgen denselben Zweck mit unterschiedlichem Aufbau — welche optischen und akustischen Folgen daraus entstehen, führt der Glossareintrag zur akustisch transparenten Leinwand aus.
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H
Holzfasermembran (DALI)
DALI baut die Membran der meisten eigenen Tiefmittel- und Basstreiber aus einem Verbund von feinkörnigem Papierzellstoff und eingebrachten Holzfasern — beschrieben, nicht als eigene Marke geführt. Der Hersteller verwendet eine vergleichbare Formulierung durchgehend von den Einstiegsserien SPEKTOR und OBERON bis zur Spitzenserie EPICON. Seit Dezember 2025 trägt dieselbe Materialbasis in der neuen SONIK-Serie den Markennamen „Clarity Cone™“ — nach der veröffentlichten Beschreibung derselbe Werkstoff unter neuem Namen, keine zweite Rezeptur; Mischungsverhältnis und Faserdetails veröffentlicht DALI für keine der Serien, ein Rezepturvergleich bleibt also auf die Wortwahl beschränkt.
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M
MMP II (Metal Matrix Polymer)
MMP II ist Monitor Audios Werkstoff für Tiefmittel- und Basstreiber: eine Polypropylen-Basis, in die Metallpartikel eingebracht sind, im Spritzgussverfahren zu einer Membran mit gezielt unterschiedlicher Wanddicke geformt. Eingeführt 2003 als MMP für die Radius-Serie, seit 2011 als überarbeitete zweite Generation. Der Werkstoff ergänzt C-CAM, den Metallwerkstoff des Hauses, als leichtere Alternative für Treiber, bei denen ein durchgehendes Metallblech zu aufwendig oder zu schwer wäre.
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P
PET-Mehrschichtverbund für ALR- und CLR-Leinwände
Winkelselektive Projektionsflächen bestehen aus einer PET-Folie (Polyethylenterephthalat), auf die mehrere optische Schichten aufgebracht sind — reflektierende, meist glasperlen- oder metallähnliche Lagen, dazu lichtabsorbierende Zwischenschichten. Bei besonders aufwendigen Aufbauten wie celexon BrightOnyx kommen laut Herstellerangabe bis zu neun Lagen zusammen, die gemeinsam Fresnel- und ALR-Wirkung in einer Fläche vereinen.
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PVC-Projektionstuch
PVC-Tuch ist die verbreitetste Grundlage für einfache Mattleinwände: eine textilverstärkte Polyvinylchlorid-Bahn, deren Oberfläche mattweiß oder mattgrau beschichtet wird. Weiß streut nahezu neutral und bleibt heller, Grau senkt Weiß- und Schwarzwert gemeinsam und wirkt dadurch kontraststärker — beides ohne Winkelselektivität.
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T
TPCD (Thin-Ply Carbon Diaphragm)
TPCD steht für Thin-Ply Carbon Diaphragm und ist die Materialbezeichnung, mit der Perlisten Audio dünnschichtige Kohlenstofffasermembranen führt — in den Mitteltonkalotten des DPC-Arrays ebenso wie in den Konusmembranen der Tieftöner. Grundlage ist ein mehrlagig aufgebautes Spread-Tow-Gewebe der Marke TeXtreme, das nach Herstellerangabe rund 30 Prozent leichter ist als übliches Kohlenstofffasergewebe gleicher Dicke, bei höherer Festigkeit. TPCD ist eine markeneigene Materialbezeichnung; Perlisten nennt für die Herkunft des Ausgangsgewebes Fertigungspartner in den USA und Schweden, ohne sie namentlich zu benennen.
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