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Störabstand in der Zone (Performance Level Multiroom)
Wie weit muss die Musik in einer Zone über dem Alltagsgeräusch dieser Zone liegen — und ab welchem Abstand liegt die Zone auf welchem Performance Level?
Der Störabstand einer Zone ist die Differenz zwischen dem Pegel, den die Anlage dort erreicht, und dem Geräusch, das im Raum ohnehin steht, während er benutzt wird. Er wird in Dezibel angegeben und A-bewertet, also so gefiltert, wie das Gehör die Frequenzen gewichtet — was diese Bewertung tut und wo sie an ihre Grenze kommt, klärt der Eintrag zur Frequenzbewertung A, C und Z, das Rechnen mit Pegeln der Eintrag zu Dezibel. Woher der Untergrund in einem Raum kommt, steht beim Grundgeräuschpegel. Auf dieser Seite steht die Zuordnung von Abstand zu Stufe.
In der Küche läuft die Spülmaschine, im Bad die Dusche, im Wohnzimmer meistens gar nichts. Musik muss sich in jedem dieser Räume gegen etwas anderes durchsetzen — und deshalb ist die Küche der schwierige Fall und das Wohnzimmer der leichte. Diese Stufe sagt Dir vor dem Bau, ob die Musik in Deiner Küche noch da ist, wenn die Spülmaschine anspringt, oder ob sie darin verschwindet. Je größer der Abstand zum Küchenlärm, desto entspannter läuft die Musik nebenher, ohne dass Du ständig am Regler nachhelfen musst.
Was gewertet wird
Zwei Pegel an derselben Stelle, und die Differenz zwischen beiden.
Der Störpegel ist das Geräusch der Zone im bestimmungsgemäßen Betriebszustand: Geschirrspüler und Dunstabzug laufen in der Küche, im Bad die Lüftung, im Wohnbereich der Alltagsbetrieb mit Heizung, Kühlschrank und dem, was von außen hereinkommt. Gemessen wird er ohne Wiedergabe.
Der Nutzpegel ist der Dauerpegel, den die Zone an derselben Position erreicht, ohne hörbar zu verzerren.
Gewertet wird der ungünstigste Punkt der Zonennutzfläche — genauer die Stelle, die neun von zehn Positionen der Fläche übertreffen. Der Grund liegt im Verhalten der Bewohner: Sobald es eine Ecke gibt, in der nichts mehr ankommt, wird für diese Ecke aufgedreht, und überall sonst ist es dann zu laut. Eine Zone ist so gut wie ihre schwächste Stelle.
Warum diese Größe im MultiRoom vor dem Bau entschieden wird
Eine MultiRoom-Anlage spielt fast nie an ihrer Grenze. Sie spielt leise und nebenbei, in Räumen, in denen gleichzeitig gearbeitet wird — und genau daraus entsteht das Problem. Küche, Bad, Hauswirtschaftsraum und Terrasse haben im Regelbetrieb ein Geräuschniveau, das das Wohnzimmer nie erreicht. Der Reservebedarf ist dort am höchsten, obwohl der gewünschte Dauerpegel niedrig bleibt, und er lässt sich nach dem Einbau kaum noch vergrößern: Die Zahl der Lautsprecher, ihre Positionen und die Kanäle des Zonenverstärkers stehen dann fest.
Deshalb ist der Störabstand die einzige MultiRoom-Kategorie, bei der ein höherer Wert das bessere Ergebnis bedeutet. Alle anderen bewerten Abweichungen, die klein sein sollen — Pegelunterschiede über die Fläche, Laufzeitversatz zwischen Zonen, Sprünge am Zonenübergang. Hier geht es um eine Reserve, die vorhanden sein muss. Mit 6 von 100 Punkten der MultiRoom-Domäne ist die Kategorie klein gewichtet; ihre Bedeutung liegt darin, dass sie schon aus dem Angebot ablesbar ist.
Der Störpegel je Zonentyp
Für die Planung ersetzt ein Tabellenwert die Messung. Er steht für den typischen Nutzungszustand der Zone:
| Zonentyp | Störpegel im Nutzungszustand | Wofür der Wert steht |
|---|---|---|
| Küche | rund 60 dB(A) ◦ | Geschirrspüler und Dunstabzug in Betrieb |
| Bad | rund 55 dB(A) ◦ | Dusche und Lüfter in Betrieb |
| Wohnen | rund 45 dB(A) ◦ | Alltagsbetrieb ohne lautes Gerät |
◦ Wert wird derzeit geprüft.
Diese drei Werte sind Erfahrungswerte von AVITECT; eine Norm nennt sie nicht. Sie werden derzeit geprüft und sind für die Planung ein Anhalt, keine Zusicherung. Vier häufige Zonentypen fehlen bisher ganz: Flur, Schlafzimmer, Arbeitszimmer und Außenterrasse. Bei der Terrasse kommt hinzu, dass der Störpegel dort von Wind, Straße und Nachbarschaft abhängt und über den Tag um mehr schwankt als jeder Innenraumwert.
Wie der Nutzpegel geplant wird
Der zweite Pegel folgt aus vier Angaben, die im Angebot und im Grundriss längst stehen: Zahl der Lautsprecher in der Zone, Kennschalldruckpegel je Lautsprecher aus dem Datenblatt, verfügbare Verstärkerleistung je Kanal sowie Zonenfläche und mittlerer Hörabstand aus dem Grundriss.
Daraus wird der Pegel an einer Position gerechnet als
L = S + 10 · log₁₀(P) − 20 · log₁₀(d) + G − K
mit S als Kennschalldruckpegel, P als Dauerleistung der Endstufe am Nennwiderstand des Lautsprechers, d als Abstand in Metern, G als Raumgewinn und K als Abschlag für die Kompression im Dauerbetrieb. Für Wohnräume rechnet AVITECT mit 6 Dezibel Raumgewinn und 3 Dezibel Abschlag; beide Werte sind Setzungen und stehen zur Kalibrierung an. Die Beiträge mehrerer Lautsprecher werden an jedem Punkt addiert, und wie schnell der Pegel mit der Entfernung fällt, beziffert Pegelabfall über die Entfernung.
Zwei Größenordnungen daraus sind im Gespräch nützlich: Der doppelte Abstand zur Quelle kostet im Freifeld rund 6 Dezibel, die doppelte Zahl gleich angesteuerter Lautsprecher bringt rund 3 Dezibel. Der zweite Weg ist im MultiRoom fast immer der bessere, weil er den Abstand zur nächsten Quelle verkürzt und damit den ungünstigsten Punkt anhebt — und der entscheidet über die Stufe.
Die Leiter L1 bis L5
Höhere Werte bedeuten mehr Reserve:
| Level | Abstand Nutzpegel zu Störpegel am ungünstigsten Punkt |
|---|---|
| L5 | mindestens 15 dB ◦ |
| L4 | mindestens 10 dB ◦ |
| L3 | mindestens 6 dB ◦ |
| L2 | mindestens 0 dB ◦ |
| L1 | unter 0 dB, oder nicht bewertet |
◦ Wert wird derzeit geprüft.
L2 bei null Dezibel wirkt großzügig und ist es auch: Dort ist die Musik genauso laut wie das Geräusch des Raums, hörbar also, aber ohne jede Reserve für leise Stellen. Das ist die untere Grenze dessen, was eine Zone im Betrieb erfüllen sollte. L3 mit 6 Dezibel Abstand ist die Stufe, auf der Musik in der Küche als Musik durchkommt; ab L4 hört man auch Details, und L5 mit 15 Dezibel bedeutet, dass die Zone das laufende Gerät akustisch übernimmt.
Die Sprünge messen 6, 4 und 5 Dezibel. Sie liegen damit deutlich über der Unsicherheit der Differenz: Jeder der beiden Pegel ist auf etwa ein Dezibel genau, die Differenz also auf etwa zwei. Zwei benachbarte Stufen lassen sich deshalb sicher auseinanderhalten.
Geplant ist der Regelfall, gemessen die Abnahme
Beide Wege führen über dieselben Schwellen. In der Planung liefert die Zonentyp-Tabelle den Störpegel und die Rechnung oben den Nutzpegel; die Differenz ergibt die prognostizierte Stufe. Beide Eingänge kommen aus Grundriss, Stückliste und Datenblatt, und trotzdem gilt die Kategorie als mittel planbar. Leicht wäre sie, wenn sich beide Pegel irgendwo ablesen ließen. Der Störpegel ist ein Tabellenwert; der Nutzpegel dagegen ist das Ergebnis einer Rechnung aus Lautsprecherzahl, Kennschalldruckpegel, Verstärkerleistung, Zonenfläche und Hörabstand, und in ihr stecken zwei Setzungen des Hauses. Die Vorhersage reicht deshalb bis L4; die oberste Stufe verlangt die Messung in der fertigen Zone. Auch so gehört diese Größe zu den wenigen, die im Angebot einen sichtbaren Unterschied zeigen, bevor irgendetwas gebaut ist.
Zur Abnahme wird nachgemessen, und dafür genügt ein Handschallpegelmesser. Der Störpegel wird A-bewertet mit laufenden Geräten aufgenommen, der Nutzpegel als energetischer Mittelwert über dieselbe Zeit an derselben Position, Nachbarzonen stumm. Beides dauert je Zone wenige Minuten. Die Probe im Alltag ist noch einfacher: in der Zone die gewünschte Lautstärke einstellen, das lauteste Gerät des Raums einschalten und dieselbe Stelle noch einmal hören.
Der Unterschied zum Ruhepegel im Heimkino
Im Heimkino wird eine verwandte Größe bewertet, und sie stellt die umgekehrte Anforderung. Dort ist Stille das Ziel: Jedes Dezibel Grundgeräusch schneidet unten ein Dezibel Dynamik weg, und ein hörbares Lüftungsrauschen gilt als Mangel der Planung, den man mit Kanalquerschnitten und Schalldämpfern behebt. Die Einordnung dazu steht beim Grundgeräuschpegel im Betriebszustand.
Im MultiRoom ist der Geräuschpegel einer Zone der Nutzungszustand selbst. Eine Küche ist laut, weil in ihr gekocht wird, und niemand baut den Geschirrspüler aus, damit die Musik besser ankommt. Bewertet wird deshalb, ob die Anlage sich in diesem Zustand durchsetzt. Die beiden Kategorien zählen dieselbe Sache also nicht doppelt — sie stellen an zwei Raumarten zwei verschiedene Fragen.
Was mehr Lautstärke hier nicht löst
„Lauter ist besser." Oberhalb von 15 Dezibel Abstand bringt weiter steigender Pegel nichts mehr für die Stufe, kostet aber Ruhe im Rest des Hauses. Dauerpegel sind zudem eine Gesundheitsfrage, und Zonen, die nachts laufen oder an Schlafräume grenzen, haben ihre eigene Obergrenze — das Guide-Kapitel Lautstärkegrenzen behandelt sie.
„Ein stärkerer Verstärker schafft den Abstand." Am ungünstigsten Punkt einer Zone hilft mehr Leistung nur begrenzt, weil die Entfernung zur nächsten Quelle den Pegel dort bestimmt. Mehr und kleinere Quellen, näher an den Aufenthaltsorten, heben genau diese Stelle an, ohne dass die Zone insgesamt lauter werden muss; die Auslegungslogik dahinter steht bei Wie laut muss ein MultiRoom-Audio-System sein?.
„Der Störabstand ist eine Eigenschaft der Anlage." Er ist eine Eigenschaft der Zone. Dieselben Geräte erreichen im Wohnzimmer mühelos L5 und in der Küche gerade L2, weil sich der Störpegel um 15 Dezibel unterscheidet. Ein Level für das ganze Haus gibt es hier nicht, und die Bewertung läuft je Zone.
Wie sicher die Zahlen sind
Belegt ist an dieser Leiter nichts von außen. Alle fünf Stufen sind Setzungen von AVITECT, und die Störpegel je Zonentyp ebenso. Für Hintergrundbeschallung im Wohnbereich existiert keine normative Vorgabe, an der sich diese Werte prüfen ließen; die Beschallungsplanung arbeitet über den Abstand zum Grundgeräusch und nicht über Absolutwerte.
Die Kategorie war zwischenzeitlich gestrichen, weil eine Messung des Störabstands überwiegend den Geschirrspüler und die Bauakustik bewertet und wenig über die Ausführungsqualität der Anlage sagt. Für die Abnahme stimmt dieser Einwand weiterhin. Für die Planung ist er gegenstandslos: Dort ist der Zonentyp eine Eingangsgröße, aus der die Auslegung folgt.
Die Schwäche der Größe liegt beim Störpegel. Er schwankt mit dem Programmabschnitt der Spülmaschine, mit offenen und geschlossenen Fenstern, mit der Zahl der Anwesenden. Ein einzelner Messwert ist deshalb eine Momentaufnahme, und der Tabellenwert der Planung ist ein Mittelwert über Zustände, die im selben Raum um mehrere Dezibel auseinanderliegen. Eine Prognose auf ein Dezibel genau gibt diese Kategorie nicht her.
So lässt sich das planen
Drei Schritte, alle vor dem ersten Kabel.
Zuerst der Zonenschnitt nach Nutzung, weil er den Störpegel festlegt: Was passiert in dieser Zone, während Musik läuft, und wie lange? Das Guide-Kapitel Nutzung je Zone bestimmen sammelt genau diese Angaben, und was eine Zone überhaupt zusammenfasst, klärt der Eintrag zur Zone.
Dann die Zielstufe je Zone. Sie fällt unterschiedlich aus, und das ist der Punkt: Ein Schlafzimmer auf L2 ist richtig geplant, eine Küche auf L2 ist knapp. Wer im ganzen Haus dieselbe Stufe anstrebt, gibt im Wohnzimmer Geld für Reserve aus, die dort niemand hört.
Zuletzt die Auslegung gegen diese Zielstufe: Zahl und Position der Lautsprecher zuerst, danach die Kanalbilanz für den gleichzeitigen Betrieb aller Zonen, erst am Ende Leistung und Gerät. Diese Reihenfolge entscheidet über den ungünstigsten Punkt — und der entscheidet über die Stufe.
Eine Angabe kann den ganzen Weg blockieren: Ohne Kennschalldruckpegel im Lautsprecher-Datenblatt lässt sich der Nutzpegel nicht rechnen. Die betroffene Zone bekommt dann keine Stufe, und im Profil steht, welches Datenblatt fehlt — eine Zone ohne Vorhersage ist ehrlicher als eine Zahl ohne Grundlage.
Der spätere Nachweis ist schnell erledigt: ein Handschallpegelmesser, wenige Minuten je Zone, keine Software. Diese Kategorie zählt zum Standard und findet sich im Kurzprotokoll der Übergabe wieder. Ausgewiesen wird die Stufe zuerst als Planwert; die Nachmessung ist eine Wunschleistung.
Verknüpfte Inhalte
Was ein Level überhaupt aussagt und warum jede Domäne ihr eigenes behält, steht bei Performance Level. Die Bedarfsfrage ohne Stufenlogik beantwortet Wie laut muss ein MultiRoom-Audio-System sein?, die entsprechende Kategorie des Heimkinos der Grundgeräuschpegel im Betriebszustand. Die Begriffe dahinter liefern Grundgeräuschpegel, Dezibel und die Frequenzbewertung A, C und Z; die Größen für den Rechenweg Wirkungsgrad und Kennschalldruckpegel und Verstärkerleistung.
Quellen
Schwellenwerte, Metrik, Messbedingung und Gewicht stammen von AVITECT. Sie werden derzeit geprüft. Der Rechenweg für den geplanten Zonenpegel folgt der hausinternen Planungsvorlage; Raumgewinn und Kompressionsabschlag darin sind übernommene Annahmen aus der Heimkino- Domäne.