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Tiefe
Fortgeschritten

Frequenzbewertung A, C und Z

Was bedeutet dB(A), und wann führt die A-Bewertung in die Irre?

A, C und Z sind Filterkurven, die ein Messgerät über das Spektrum legt, bevor es alles zu einer einzigen Zahl zusammenrechnet. A dämpft tiefe Frequenzen kräftig, C lässt sie weitgehend stehen, Z filtert gar nicht. Der Buchstabe in Klammern hinter dem Dezibelwert sagt, welche Kurve verwendet wurde.

Dein Gehör ist für tiefe Töne viel unempfindlicher als für mittlere. Damit eine einzelne Zahl trotzdem etwas darüber sagt, wie laut etwas empfunden wird, rechnen Messgeräte den Bass absichtlich herunter. Das ist die A-Bewertung, und daher kommt das kleine A hinter dem Dezibelwert. Der Haken: Diese Rechnung stammt von sehr leisen Tönen. Bei einem tief brummenden Lüfter zieht sie genau den Anteil ab, der Dich nachts wach hält — und übrig bleibt eine unauffällige Zahl für ein Geräusch, das alles andere als unauffällig ist.

Woher die Gewichtung kommt

Das Gehör ist kein gleichmäßiger Empfänger. Ein Ton mit 40 Hz muss erheblich mehr Schalldruck mitbringen als einer mit 1.000 Hz, damit beide gleich laut wirken. Diese Ungleichheit ist in den Kurven gleicher Lautstärkepegel erfasst, die in ISO 226 genormt sind und deren Größe der Eintrag zu Phon und Sone behandelt.

Die Bewertungsfilter sind der Versuch, diese Kurven in ein Messgerät zu bauen. Man dreht eine der Kurven um und legt sie als Dämpfung über das Signal: Was das Ohr schlecht hört, wird vor dem Zusammenzählen heruntergerechnet.

Ursprünglich waren dafür mehrere Filter für verschiedene Pegelbereiche gedacht, weil sich die Empfindlichkeitskurven mit der Lautstärke ändern — bei hohen Pegeln verläuft das Gehör deutlich flacher als bei leisen. A sollte für leise Geräusche gelten, B für mittlere, C für laute. Die Bewertung B ist inzwischen aus der Normung verschwunden, und die Pegelstaffelung hat sich in der Praxis nie durchgesetzt: A wird heute für so gut wie alles verwendet, unabhängig davon, wie laut das Gemessene ist. Genau daraus entstehen die Fehldeutungen weiter unten.

Die drei Bewertungen

BewertungVerlaufüblicher Einsatz
Adämpft tiefe Frequenzen stark, hebt den Bereich um 2 bis 4 kHz leicht anLärmschutz, Arbeitsschutz, Geräteangaben
Czwischen etwa 31,5 Hz und 8 kHz nahezu flach, fällt nur an den Rändern abSpitzenpegel, Beurteilung hoher Pegel, Kinoschalldruck
Zungewichtet über den ganzen MessbereichSpektralanalyse, Ausgangspunkt eigener Auswertungen

Das Z steht für zero und bedeutet: kein Filter. Es wurde eingeführt, um den ungewichteten Fall eindeutig benennen zu können — vorher stand dafür „lin" oder „flat", was je nach Hersteller unterschiedliche Grenzen bedeuten konnte.

Die C-Bewertung spielt im Heimkino eine größere Rolle, als ihr geringer Bekanntheitsgrad vermuten lässt. Wo es um Schalldruckfähigkeit geht, ist sie das Maß der Wahl, weil der Tiefton hier gerade mitzählen soll: Die Branchenempfehlung CEDIA/CTA-RP22 gibt die Pegelanforderungen ihrer Performance Levels in dBC an — und nicht in dBA.

Warum A im Heimkino in die Irre führt

Die A-Kurve stammt aus dem Bereich leiser Geräusche. Daraus folgen zwei Fehler, und der zweite ist der teurere.

Bei hohen Pegeln passt die Kurve nicht mehr. Wer den Schalldruck einer Filmspitze in dB(A) angibt, gewichtet mit einer Kurve, die für sehr leise Töne ermittelt wurde. Bei hohen Pegeln hört das Ohr im Bass deutlich besser, als die A-Kurve unterstellt. Die Zahl fällt zu niedrig aus, und zwar genau um den Anteil, den man im Kino spürt.

Bei tieffrequenten Störgeräuschen verschwindet die Ursache in der Rechnung. Das ist der praktisch wichtigere Fall. Eine A-Bewertung dämpft den Bereich um 31,5 Hz um rund 39 Dezibel und den um 63 Hz noch um rund 26 Dezibel. Ein Lüftungsgeräusch, dessen Energie überwiegend dort sitzt, geht damit fast vollständig aus der Zahl heraus. Zwei Räume mit demselben Wert in dB(A) können sich deshalb völlig verschieden anfühlen: Der eine ist wirklich still, im anderen steht ein tiefes Wummern, das die Bewertung weggerechnet hat.

Für die Planung eines Kinoraums ist das keine Feinheit, sondern die zentrale Einschränkung dieser Größe. Die Geräuschquellen im Heimkino — Lüftungsanlage, Klimagerät, Projektorgebläse, Trafobrummen — haben ihren Schwerpunkt fast alle im unteren Bereich. Eine Anforderung, die nur eine dB(A)-Zahl nennt, lässt sich erfüllen und trotzdem einen Raum hinterlassen, in dem leise Filmpassagen nicht funktionieren.

Häufiges Missverständnis

„dB(A) ist die genauere Angabe, weil sie das Gehör berücksichtigt." Sie berücksichtigt ein Gehör — nämlich das bei etwa der Lautstärke einer ruhigen Unterhaltung. Für alles deutlich Lautere oder deutlich Tieferes ist sie eine Näherung, die in eine bekannte Richtung danebenliegt. Genauer ist sie nur dort, wo ihre Voraussetzung stimmt.

„A-Bewertung und NR-Kurven sind zwei Wege zum selben Ergebnis." Sie sind grundsätzlich verschieden gebaut. Die A-Bewertung ist ein Filter, das ein Spektrum zu einer Zahl zusammenfasst. NR-, NC- und RC-Kurven sind Grenzwertverfahren: Sie geben je Oktavband eine Obergrenze vor, und der Raum bekommt die Kennzahl der niedrigsten Kurve, die er nirgends überschreitet. Ein einzelnes überschrittenes Band fällt dort auf und wird in einer A-bewerteten Zahl unsichtbar. Welches Verfahren wann angebracht ist, führen die Bewertungskurven aus.

„dBA und DBA sind dasselbe Kürzel." Sie sehen fast gleich aus und haben nichts miteinander zu tun. dB(A) ist die Frequenzbewertung dieser Seite; DBA steht für Double Bass Array, eine Anordnung von Subwoofern zur Modenkontrolle — siehe Double Bass Array. Die Verwechslung ist keine hypothetische Gefahr: Sie hat im Bestand dieser Wissensplattform schon zu falschen Verweisen geführt.

Nicht zu verwechseln mit

  • Double Bass Array (DBA): Eine Lautsprecheranordnung, siehe Double Bass Array.
  • Bewertungskurven NR, NC, RC: Grenzwertverfahren je Oktavband statt Filter für einen Einzahlwert.
  • Phon: Ein Lautstärkepegel, der sich mit dem Pegel ändert. Die A-Bewertung ist dagegen ein fest verdrahteter Filter — die Unterscheidung führt Phon und Sone aus.
  • Zeitbewertungen Fast, Slow, Impulse: Sie legen fest, über welchen Zeitraum gemittelt wird, und stehen unabhängig neben der Frequenzbewertung. Eine vollständige Angabe nennt beides.

In der Ausschreibung

Ein Bauherr baut einen Kinoraum im Untergeschoss aus. Die Haustechnik ist mit „maximal 30 dB(A) im Raum" ausgeschrieben, die Lüftungsanlage hält den Wert nach der Abnahmemessung ein. Der fertige Raum hat trotzdem ein hörbares, tiefes Grundrauschen, das in leisen Szenen stört.

Zu klären ist hier nicht, ob jemand falsch gemessen hat — die Messung ist korrekt, die Anforderung war es nicht. Eine A-bewertete Einzahlangabe gewichtet genau den Frequenzbereich weg, in dem eine Lüftungsanlage ihre Energie abgibt. Der Vertrag war also erfüllbar, ohne das eigentliche Ziel zu erreichen.

Belastbar wird die Anforderung erst mit einem Grenzkurvenverfahren, das jedes Oktavband einzeln prüft — eine Zielkurve für den Raum statt einer Zahl. Ventilator, Kanalquerschnitt und Schalldämpfer lassen sich dann gegen ein Ziel auslegen, das mit dem Höreindruck zusammenhängt. Wo eine Ausschreibung bereits mit einer dB(A)-Zahl steht, hilft die Ergänzung um Bandgrenzwerte für den Tieftonbereich; nachträglich ist das mühsamer als vorher, aber immer noch besser als eine Nachbesserung am gebauten Raum.

Verknüpfte Inhalte

Was ein Dezibel überhaupt ist und welche Bezugsgrößen dahinterstehen, klärt der Eintrag zum Dezibel. Die gehörphysiologische Grundlage der Gewichtung steht bei Phon und Sone. Wie ein Raumgrundgeräusch stattdessen sinnvoll beschrieben wird, führen die Bewertungskurven und der Grundgeräuschpegel aus. Dass die Bandeinteilung dahinter genormt ist, steht bei Oktavband und Terzband.

Quellen

Die drei Frequenzbewertungen A, C und Z sind in IEC 61672-1 spezifiziert; für diese Seite lag die Norm nur als Vorschaufassung vor, aus der die Einordnung der Abschnitte stammt, nicht die Zahlenwerte. Die gehörphysiologische Herkunft geht auf die Kurven gleicher Lautstärkepegel nach ISO 226 zurück. Dass die Pegelkennwerte der Performance Levels in dBC angegeben werden, ist am Objekt in CEDIA/CTA-RP22 v1.2 belegt.

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