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Fortgeschritten

Steuerung von Motorleinwänden

Wie wird eine Motorleinwand angesteuert — von der einfachen Fernbedienung bis zur Einbindung in Crestron, Control4 oder KNX?

Eine Motorleinwand braucht ein Signal, das sie ausfahren, einfahren oder auf eine gespeicherte Zwischenposition stellen lässt. Vier Wege dafür kommen im Heimkino vor, und sie unterscheiden sich darin, wie tief die Leinwand in eine Gesamtsteuerung eingebunden werden soll — nicht in der Zuverlässigkeit.

Eine Leinwand lässt sich auf vier Arten in Bewegung setzen: mit einer eigenen kleinen Fernbedienung, automatisch zusammen mit dem Projektor, über ein verstecktes Sensorauge, oder als Teil einer größeren Haussteuerung, die alles auf Knopfdruck vorbereitet. Für ein einfaches Heimkino reicht die Fernbedienung völlig aus; erst wenn mehrere Geräte gemeinsam reagieren sollen, wird die Wahl der Steuerung zur eigenen Planungsfrage.

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Funk- oder Infrarot-Fernbedienung

Der Regelfall im einfachen Heimkino: Die Leinwand kommt mit einer eigenen Fernbedienung, die per Funk oder Infrarot ein Ausfahr-, Einfahr- oder Stopp-Signal sendet. Funk hat dabei den Vorteil, dass kein Sichtkontakt zum Empfänger nötig ist — die Fernbedienung funktioniert auch aus einem Nebenraum oder durch Möbel hindurch, was bei Infrarot nicht der Fall ist. Für eine alleinstehende Leinwand ohne Anspruch an eine gemeinsame Bedienung mit anderen Geräten ist das die einfachste und günstigste Lösung.

Trigger am Projektor

Damit die Leinwand nicht separat bedient werden muss, lässt sie sich an das Ein- und Ausschalten des Projektors koppeln. Der klassische Weg ist ein 12-Volt-Trigger: Der Projektor legt an seinem Trigger-Ausgang beim Einschalten eine Spannung an, die Leinwand wertet dieses Signal aus und fährt aus; beim Ausschalten fällt die Spannung ab, und die Leinwand fährt wieder ein. Das setzt voraus, dass der Projektor überhaupt einen solchen Ausgang hat.

Fehlt dieser Ausgang, tritt an seine Stelle ein Funktrigger, der am USB-Ausgang des Projektors hängt: Sobald der USB-Port beim Einschalten Spannung führt, löst ein kleiner Funksender das Ausfahrsignal an der Leinwand aus. Das erspart eine zusätzliche Steuerleitung zwischen Projektor und Leinwand — vorausgesetzt, der Projektor liefert am USB-Ausgang tatsächlich dauerhaft Betriebsspannung, sobald er eingeschaltet ist, und schaltet sie nicht nur für den Datenbetrieb.

Externes IR-Auge

Steht die Leinwand hinter einer Möbelfront oder in einem Schrank, in dem sie das Infrarotsignal der Fernbedienung nicht mehr empfängt, wird ein externes IR-Auge vorgeschaltet: ein kleiner Sensor, der sichtbar oder unauffällig im Möbel oder am Rand des Aufstellorts sitzt, das Signal der Fernbedienung aufnimmt und per Kabel an den Empfänger der Leinwand weiterleitet. Dasselbe Prinzip kommt bei vielen anderen Geräten hinter geschlossenen Fronten zum Einsatz und ist keine Besonderheit der Leinwand.

Bussystem über RJ45

Für die Einbindung in eine Gesamtsteuerung bringen viele Motorleinwände eine RJ45-Buchse mit, über die mehrere Schnittstellen gleichzeitig angesprochen werden: RS-232 und RS-485 für die serielle Kommunikation mit einem Steuerungsprozessor, dazu potentialfreie Kontakte, die ein einfaches Schaltsignal ohne eigene Spannungsquelle liefern oder entgegennehmen. Über diesen Weg lässt sich die Leinwand aus Systemen wie Crestron, Control4 oder KNX heraus ansteuern — als Teil eines Szenarios, das etwa gleichzeitig den Projektor startet, das Licht dimmt und die Leinwand ausfährt, statt jedes Gerät einzeln zu bedienen.

Grenzen und Sonderfälle

Welcher Weg der richtige ist, entscheidet das übrige System, nicht die Leinwand allein. Eine einzelne Leinwand ohne weitere Automatisierung braucht keine RJ45-Anbindung; ein Raum mit durchgängiger Szenensteuerung braucht sie, damit die Leinwand nicht der einzige Handgriff bleibt, den niemand automatisiert hat. Ob ein konkretes Modell alle vier Wege gleichzeitig anbietet, ist eine Produkteigenschaft und steht im jeweiligen Datenblatt.

Verknüpfte Inhalte

Was ein 12-Volt-Trigger technisch macht, führt der eigene Eintrag aus; die beiden seriellen Schnittstellen behandeln die Einträge zu RS-232 und RS-485 und RS-422. Wie die Steuerung mit der Vorlaufeinstellung und der Endlage der Fläche zusammenhängt, führt der Eintrag zu Vorlauf und schwarzem Rand aus.

Quellen

Die Beschreibung der Steuerungswege folgt allgemeinem Herstellersprachgebrauch und ist als solche gekennzeichnet.

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