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Vorlauf und schwarzer Rand bei Motorleinwänden
Was ist der Vorlauf einer Motorleinwand — und warum bleibt darüber ein schwarzer Bereich stehen?
Der Vorlauf ist der Streifen aus schwarzem, blickdichtem Material am oberen Rand des Tuchs. Beim Ausfahren verlässt er als Erstes die Kassette, noch bevor die eigentliche Bildfläche erscheint, und bleibt danach zwischen Kassette und Bildoberkante stehen — sichtbar als schwarzer Rand über dem Bild.
Stell Dir ein Rollo vor, bei dem der oberste Streifen der Bahn immer schwarz eingefärbt ist, egal wie weit Du das Rollo herunterziehst. Bei einer Motorleinwand ist das genauso: Ein Teil der aufgerollten Bahn ist nur schwarzes Material, das zwischen der Kassette und dem eigentlichen Bild verschwindet, und gar nicht die Bildfläche selbst. Bei vielen Modellen kannst Du per Fernbedienung einstellen, wie viel davon stehen bleibt — praktisch, wenn die Kassette höher hängt, als das Bild beginnen soll.
Ausführliche Erklärung
Ohne Vorlauf würde die Bildfläche unmittelbar an der Unterkante der Kassette beginnen. In der Praxis liegt die Kassette aber selten genau dort, wo die Bildoberkante stehen soll — oft hängt sie höher, etwa weil eine Abhangdecke, ein Deckensegel oder eine bauliche Nische die Position vorgibt. Der Vorlauf überbrückt genau diesen Unterschied: Ein zusätzliches Stück schwarzes Tuch fährt mit aus, bleibt aber oberhalb der Bildfläche stehen und lässt die Bildoberkante an der gewünschten Stelle beginnen, unabhängig von der tatsächlichen Kassettenhöhe.
Viele Motorleinwände lassen sich diesen Vorlauf per Fernbedienung stufenlos einstellen und die Position als eigene Zwischenlage speichern — die Leinwand lässt sich damit exakt auf die programmierte Bildoberkante positionieren, statt nur ganz aus- oder einzufahren.
Neben dem oberen Vorlauf bleiben bei jeder Rahmen- oder Motorleinwand auch seitlich und unten schmale schwarze Ränder um die Bildfläche stehen — sie kaschieren die Befestigung des Tuchs und schlucken Streulicht an der Kante, tragen aber anders als der Vorlauf nichts zur Höhenanpassung bei. Für die Planung ist vor allem der Vorlauf relevant, weil er die Bildoberkante gegenüber der festen Kassettenposition verschiebt — und damit unmittelbar mit der Frage zusammenhängt, wie hoch die Bildunterkante am Ende über einem Sideboard oder einer Sitzmöbelreihe liegt: Ist die Bildhöhe und die Kassettenposition festgelegt, bestimmt der eingestellte Vorlauf, wo dazwischen die Bildoberkante tatsächlich beginnt.
Häufiges Missverständnis
Der Vorlauf wird gelegentlich mit der Maskierung der Bildfläche verwechselt, weil beide schwarze Flächen am Bildrand erzeugen. Der Unterschied liegt im Zweck: Der Vorlauf gleicht eine feste Kassettenposition gegenüber der gewünschten Bildoberkante aus und wird einmalig eingestellt. Die Maskierung passt das sichtbare Bildfeld aktiv an unterschiedliche Seitenverhältnisse an, meist bildabhängig während der Vorführung.
Nicht zu verwechseln mit
- Maskierung der Bildfläche: Bewegliche Blenden für wechselnde Seitenverhältnisse, keine feste Positionseinstellung der Kassette.
- Bildunterkante über Möbeln: Eine Planungsgröße, die aus Bildhöhe, Kassettenposition und Vorlauf gemeinsam folgt, aber selbst kein Teil der Leinwandmechanik ist.
In der Planung
Eine Kassette hängt aus baulichen Gründen 20 Zentimeter höher, als die Bildoberkante nach der Sitzplatzberechnung beginnen soll. Ohne einstellbaren Vorlauf bliebe nur die Wahl zwischen einer tieferen Kassettenmontage — oft baulich nicht mehr möglich — oder einem Bild, das höher sitzt als geplant. Mit einem Vorlauf von rund 20 Zentimetern lässt sich die Differenz dagegen ausgleichen, ohne die Kassettenposition anzufassen. Wie viel Vorlauf ein konkretes Modell tatsächlich erlaubt, steht im jeweiligen Datenblatt.
Verknüpfte Inhalte
Wie viel Platz eine Motorleinwand insgesamt über und unter der Bildfläche braucht, ist über den Vorlauf hinaus noch keine feste AVITECT-Planungsgröße. Wie die Fläche insgesamt im Raum untergebracht wird, führen die Leinwandbauformen aus; die aktive Anpassung des Bildfelds an andere Formate die Maskierung der Bildfläche; wie der Vorlauf und die Endlage ferngesteuert eingestellt werden, die Seite zur Steuerung von Motorleinwänden.
Quellen
Die Zahlenangabe zum Vorlauf ist eine Herstellerangabe und als solche gekennzeichnet.