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Bodenscherenleinwand
Wie funktioniert eine Bodenscherenleinwand — und wofür eignet sie sich im Wohnraum besser als eine Deckenlösung?
Bei einer Bodenscherenleinwand sitzt das Gehäuse am Boden oder in einem Möbel darunter, nicht an der Decke. Ein Scherengestänge an beiden Seiten fährt die Bildfläche beim Einschalten senkrecht nach oben aus und spannt sie dabei — die Fläche entsteht also von unten nach oben statt von oben nach unten.
Denk an einen Pop-up-Adventskalender oder eine Wäscheständer-Schere: Zwei Streben sind über Kreuz gelenkig verbunden und richten sich beim Auseinanderziehen steil auf. Genau dieses Prinzip hebt hier die Leinwand aus einem flachen Gehäuse am Boden nach oben, bis sie ihre volle Höhe erreicht hat — und zieht sie dabei seitlich stramm, damit keine Wellen bleiben.
Ausführliche Erklärung
Das Gehäuse einer Bodenscherenleinwand ist flach und liegt am Boden, in einer Bodenaussparung oder — der häufigste Fall im Wohnraum — in einem TV-Möbel oder Sideboard. Darin ist die Bildfläche gefaltet aufbewahrt. Auf Befehl fährt ein Scherengestänge an beiden seitlichen Rändern nach oben aus, nimmt dabei die Bildfläche mit und spannt sie seitlich, während sie steigt. Am oberen Ende ist die Leinwand fertig aufgerichtet und plan; beim Einfahren läuft derselbe Vorgang rückwärts, bis die Fläche wieder vollständig im Gehäuse verschwunden ist.
Der wichtigste Unterschied zu einer Deckenlösung ist der bauliche Anlass: Eine Bodenscherenleinwand kommt dort zum Einsatz, wo es keine geeignete Deckenmontage gibt — etwa vor einer raumhohen Glasfront, unter einer Betondecke ohne Abhangung, oder wenn die Leinwand ausdrücklich in Bodennähe verschwinden soll. Genau dieser letzte Fall macht sie zur gängigen Lösung für einen Laser TV im Wohnzimmer: Das Gerät steht ohnehin auf einem TV-Möbel unmittelbar vor der Bildfläche, und die dazugehörige Leinwand — meist eine ALR-Fläche — fährt aus demselben oder einem benachbarten Möbelstück nach oben, statt an der Decke zu hängen.
Zwei Punkte gehören bei der Planung dazu, die bei einer Deckenlösung so nicht vorkommen. Erstens braucht das Gehäuse im Möbel eine Klappe oder einen Schlitz, aus dem die Fläche ungehindert nach oben austreten kann — jedes Hindernis in diesem Bewegungsraum beschädigt auf Dauer die Bahn. Zweitens steht der Laser TV in aller Regel unmittelbar vor dem Gehäuse und braucht dort seinen eigenen, vom Hersteller vorgegebenen Abstand zur Bildfläche; beide Möbelmaße — Gehäusetiefe und Projektorabstand — müssen deshalb zusammen geplant werden, nicht nacheinander. Ob die Fläche exakt senkrecht ausgerichtet aus dem Gehäuse steigt, entscheidet außerdem, ob das Bild später gerade steht — eine Ausrichtung, die beim Einbau des Möbels und nicht erst bei der Inbetriebnahme der Leinwand feststehen sollte.
Häufiges Missverständnis
Eine Bodenscherenleinwand wird gelegentlich für eine einfachere oder schwächere Bauform gehalten, weil sie „nur" aus einem Möbel kommt. Die Scherenmechanik ist konstruktiv aufwendiger als eine reine Deckenkassette mit Seilspannung, weil sie die Fläche gegen die Schwerkraft in eine exakte Endposition führen und dort halten muss — der höhere Aufwand liegt also in der Mechanik selbst, nicht in der Deckenmontage.
Nicht zu verwechseln mit
- Motorleinwand aus der Decke: Die Fläche hängt aufgerollt oben und fährt nach unten aus — die entgegengesetzte Bewegungsrichtung mit eigener Mechanik.
- Rollo-Leinwand: Eine einfache, meist handbetätigte Bahn ohne Scherenmechanik und ohne vergleichbare Planlage.
In der Planung
Ein Wohnzimmer mit einem TV-Möbel vor einer massiven Betonwand, kein Deckeneinbau möglich, ein Laser TV soll tagsüber komplett verschwinden. Die Konzeptfrage steht zuerst: Soll die Leinwand aus demselben Möbel kommen wie der Projektor steht, oder aus einem benachbarten Element? Danach folgt die Verfahrenswahl — eine Bodenscherenleinwand mit passender Ausfahrhöhe und Gehäusetiefe —, und erst danach die Wahl des konkreten Produkts, abgestimmt auf den vom Laser TV geforderten Mindestabstand.
Verknüpfte Inhalte
Die grundsätzliche Einordnung neben den anderen Bauformen führen die Leinwandbauformen aus; wie die Fläche gegen Deckenlicht arbeitet, der Eintrag zur ALR-Leinwand; wie viel schwarzer Rand über dem Bild bleibt, der Eintrag zu Vorlauf und schwarzem Rand. Die Ansteuerung des Auf- und Einfahrens behandelt die Seite zur Steuerung von Motorleinwänden.
Quellen
Die Beschreibung der Scherenmechanik folgt allgemeinem Herstellersprachgebrauch und ist als solche gekennzeichnet.