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Fortgeschritten

THX Loudness Plus

Was macht THX Loudness Plus — und wie unterscheidet es sich von der Loudness-Taste am Verstärker?

THX Loudness Plus ist eine Lautstärke-Technik der THX Ltd., die in zertifizierten AV-Receivern, Vorverstärkern und Endstufen der Stufen Select, Ultra und Dominus steckt. Sie greift ein, sobald Du unterhalb des Referenzpegels hörst — also unterhalb der „0" am Lautstärkesteller — und korrigiert dann zwei Dinge zugleich: die Klangbalance, die beim leisen Hören dünner wird, und das Pegelverhältnis zwischen den vorderen und den hinteren Lautsprechern, das der Wahrnehmung beim Herunterregeln davonläuft.

Filme werden im Studio bei einer festen, ziemlich hohen Lautstärke abgemischt. Zu Hause hört kaum jemand so laut — und sobald Du leiser drehst, verändert sich mehr als nur die Lautstärke: Der Bass wirkt schwächer, und die Effekte aus den hinteren Lautsprechern rücken in den Hintergrund, als wäre der Raum um Dich herum geschrumpft. THX Loudness Plus ist eine Automatik in geprüften Geräten, die beides beim Leiserdrehen mit ausgleicht. Du musst dafür nichts einstellen — die Funktion liest mit, wie weit der Regler unter der Studiomarke steht.

Das zugrunde liegende Problem

Filmton wird im Mischatelier bei Referenzpegel abgemischt, und die Mischung stimmt genau für diesen Pegel. Zu Hause ist er die Ausnahme: Die meisten hören deutlich unter der „0", die auf einem THX-zertifizierten Gerät den Studiopegel markiert.

Beim Herunterregeln verschieben sich zwei Dinge. Das erste ist die Klangbalance: Das Gehör bewertet tiefe und sehr hohe Frequenzen bei geringem Pegel schwächer — beschrieben durch die Kurven gleicher Lautheit, deren Herleitung auf Menschliches Hören und Lautheit steht. Dieselbe Mischung klingt leise deshalb dünner, obwohl sich am Signal nichts geändert hat.

Das zweite ist der Raumeindruck. Die Surround-Anteile einer Mischung liegen im Pegel meist unter den vorderen Kanälen; werden alle Kanäle gemeinsam leiser, rutschen die hinteren zuerst in Richtung Unhörbarkeit. Der Effekt, den viele vom leisen Abendfilm kennen — der Ton zieht sich nach vorn zusammen, die Umhüllung fehlt —, ist genau diese Verschiebung. Eine Korrektur, die nur den Frequenzgang anfasst, holt sie nicht zurück.

Funktionsweise

THX setzt die Funktion nach eigener Darstellung aus zwei benannten Bestandteilen zusammen, die beim Ändern der Lautstärke automatisch mitlaufen; beide beziehen sich auf Mehrkanalquellen.

THX Multi-channel Spectral Balancing ist die tonale Hälfte: eine Frequenzgangkorrektur auf allen Kanälen, die dem beschriebenen Wahrnehmungsverlust im Bass und in den Höhen entgegenwirkt. Bei Referenzpegel bleibt sie neutral; je weiter Du darunter hörst, desto stärker greift sie ein.

THX Dynamic Ambience Preservation ist die räumliche Hälfte: Sie formt die Ausgabe der Surround-Kanäle so, dass die wahrgenommene Balance der Originalmischung erhalten bleibt — das ist die Anpassung des Pegelverhältnisses zwischen vorne und hinten, mit der THX die Funktion zusammenfasst.

Der Bezugspunkt beider Korrekturen ist der Abstand zum Referenzpegel. Das ist der technische Kern: Auf einem zertifizierten Gerät steht die „0" für den Studiopegel, und nach der Einmessung ist die Skala eine Abstandsangabe zu einem bekannten Punkt. Die Funktion muss den Hörpegel also nicht schätzen, sie liest ihn an der Stellung des Lautstärkestellers ab.

Wie stark die beiden Korrekturen bei welchem Abstand eingreifen, veröffentlicht THX nicht — es gibt keine Kurven, keine Grenzwerte und keine Messvorschrift auf den öffentlichen Seiten. Dass die Kompensation die Verluste trifft, ist damit eine Wirkungsbehauptung des Anbieters.

Verhältnis zur gehörrichtigen Lautstärke

Die Loudness-Taste am Stereoverstärker und THX Loudness Plus beruhen auf derselben Gehöreigenschaft, und trotzdem sind es zwei verschiedene Antworten darauf. Die Unterschiede liegen an zwei Stellen.

Der erste ist die Bezugsgröße. Die klassische gehörrichtige Lautstärke schätzt den Hörpegel bestenfalls aus der Reglerstellung — und die sagt ohne Kalibrierung wenig über den Schalldruck am Hörplatz. THX Loudness Plus setzt eine Kette voraus, bei der die „0" den Referenzpegel markiert; der Abstand dazu ist dann eine bekannte Größe statt einer Schätzung. Das macht die Korrektur nicht automatisch richtig, aber es gibt ihr einen überprüfbaren Bezugspunkt.

Der zweite ist die räumliche Dimension. Die klassische Schaltung korrigiert den Frequenzgang und sonst nichts; sie stammt aus der Stereozeit, in der es kein „hinten" gab. Loudness Plus behandelt den Pegelabfall der Surround-Kanäle als eigenes Problem mit eigener Korrektur. Für ein Heimkino ist das der eigentliche Unterschied, denn der verlorene Raumeindruck ist beim leisen Filmton mindestens so auffällig wie der fehlende Bass.

Was beide gemeinsam haben: Sie gleichen eine Eigenheit des Gehörs aus und schönen nichts. Der oft gehörte Vorwurf, so etwas sei Schummelei, verwechselt den Grundgedanken mit einzelnen schlechten Umsetzungen — die Auflösung steht beim Glossareintrag zur gehörrichtigen Lautstärke.

In welchen THX-Stufen die Funktion steckt

THX führt Loudness Plus für zertifizierte AV-Receiver, Vorverstärker und Endstufen der Stufen Dominus, Ultra und Select. Für die kleineren Programme — etwa Multimedia-Systeme — nennt THX die Funktion nicht.

Zwei Lesarten dieser Liste sind auseinanderzuhalten. Die Stufe hängt am Gerät, und die Funktion hängt an der Stufe: Ein Receiver mit Select-, Ultra- oder Dominus-Siegel bringt Loudness Plus mit, ein Gerät ohne THX-Siegel kann eine eigene pegelabhängige Kompensation haben, heißt dann aber nicht so. Und die Stufen selbst sind Auslegungsangaben für Raumgrößen, keine Ausbaustufen der Funktion — was Select, Ultra und Dominus bedeuten, steht bei der THX-Zertifizierung.

Grenzen

Die Korrektur rechnet mit den gemittelten Kurven eines normalhörenden Menschen; der eigene Höreindruck weicht davon ab. Wie stark die Umsetzung eines konkreten Geräts eingreifen darf und ob sich das regeln lässt, entscheidet der Gerätehersteller in seiner Implementierung — die öffentlichen THX-Seiten sagen dazu nichts.

Angehoben werden kann außerdem nur, was die Lautsprecher wiedergeben. Wo im Tiefton nichts ist, holt auch die beste Kompensation nichts zurück; warum das so ist und was daraus für die Systemplanung folgt, steht beim Eintrag zur gehörrichtigen Lautstärke.

Und die Funktion beschreibt THX für Mehrkanalquellen. Für Stereomaterial ist die räumliche Hälfte gegenstandslos, weil es keine Surround-Kanäle gibt, deren Verhältnis zu halten wäre.

Kompatible Produkte und Plattformen

Welche konkreten Geräte im AVITECT-Portfolio Loudness Plus mitbringen, ist eine Frage an die zertifizierten Modelle der jeweiligen Hersteller und ihre Firmwarestände.

Verknüpfte Inhalte

Der Bezugspunkt, an dem die Funktion hängt, ist der Referenzpegel; was das Prüfsiegel insgesamt fordert und was die Stufen Select, Ultra und Dominus bedeuten, steht bei der THX-Zertifizierung. Die Gehöreigenschaft dahinter — die Kurven gleicher Lautheit — führt Menschliches Hören und Lautheit aus, und die klassische Antwort darauf steht bei Gehörrichtige Lautstärke. Welche Geräteklasse — Receiver, Vorstufe, Endstufe — in einer Mehrkanalkette welche Aufgabe übernimmt, klären die AV-Geräteklassen.

Quellen

Alle Angaben zur Funktion — die beiden Bestandteile Multi-channel Spectral Balancing und Dynamic Ambience Preservation, die Anpassung des Pegelverhältnisses vorne zu hinten, der Bezug auf den Referenzpegel und die Stufenliste Dominus, Ultra und Select — stammen von THX selbst, aus der FAQ und der Programmseite für zertifizierte AV-Receiver, beide am 2026-08-23 am Objekt gelesen. Kurven, Grenzwerte oder eine Messvorschrift veröffentlicht THX nicht; die Wirkungsaussagen sind entsprechend als Herstellerangaben gekennzeichnet. Die gehörphysiologische Grundlage ist über die verlinkte Wissensseite belegt und wird hier nicht doppelt geführt.

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