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Loxone-System
Was ist das Loxone-System, und wo endet Loxones eigene Welt, wenn KNX- oder DALI-Geräte dazukommen sollen?
Das Loxone-System ist die Gebäudeautomation des österreichischen Herstellers Loxone. Im Verteiler sitzt eine Zentrale, auf der die gesamte Logik des Hauses arbeitet; daran hängen die eigenen Geräte über eigene Übertragungswege für Draht und Funk, und eingerichtet wird alles in einer Konfigurationssoftware, in der ein Fachbetrieb aus Funktionsbausteinen zusammensetzt, was das Haus können soll. Fremde Gebäudestandards wie KNX und DALI kommen über eigene Erweiterungen dazu.
In Deinem Sicherungskasten sitzt ein kleiner Computer, der Licht, Rollläden, Heizung, Musik und Türöffner im Blick hat und nach festen Regeln schaltet. Die Regeln legt ein Fachbetrieb einmal fest — etwa, dass die Beschattung bei Sonne und offenem Fenster anders reagiert als bei geschlossenem. Alles, was Du dafür siehst, sind Taster an der Wand und eine App. Und weil der Computer im Haus rechnet, schaltet Dein Licht auch dann, wenn das Internet ausfällt.
Was die Plattform zusammenhält
Ein Bewegungsmelder kann Licht einschalten. Was er nicht kann, ist eine Entscheidung: Licht nur bei Dunkelheit, gedimmt nach Uhrzeit, nicht während der Nachtruhe, und die Beschattung dazu abhängig von Sonne, Wind und Anwesenheit. Die Zentrale hält den Zustand des Hauses und wertet ihn aus, bevor sie schaltet — das ist die Aufgabe, für die eine Plattform da ist.
Der zweite Teil zeigt sich erst nach Jahren. Ein Taster wird getauscht, ein Aktor ergänzt, ein Raum umgenutzt. Das Projekt mit seinen Räumen, Regeln und Bausteinen bleibt, und das neue Gerät wird hineingesetzt.
Bestandteile
Gekauft wird zuerst die Zentrale. Drei Bauformen führt der Hersteller: den Miniserver für den Verteiler, den Miniserver Compact mit Schnittstellen im kleineren Gehäuse und den Miniserver Go für die Nachrüstung über Funk, der sich um bis zu 30 Erweiterungen ausbauen lässt. Erweiterungen sind der übliche Weg zu zusätzlichen Ein- und Ausgängen, und über sie kommen auch KNX und DALI herein.
Dazu kommt Loxone Config, die Konfigurationssoftware für Windows, aus dem Downloadbereich des Herstellers. Was Du selbst bekommst, sind die Bedienebenen: Taster, App und Visualisierung.
Was sie spricht
Nach innen arbeitet Loxone auf eigenen Wegen. Ein eigenes Buskabel führt Daten und die 24-Volt-Versorgung in einer Leitung, ein eigenes Funkverfahren erreicht, wo keine Leitung liegt. Beides ist Loxones eigene Entwicklung, und beides entsteht im Bauplan und nicht bei der Gerätewahl.
Nach außen führt der Weg über Erweiterungen, und hier lohnt der genaue Blick. Für DALI sitzt eine Erweiterung zwischen Zentrale und Leuchten, die bis zu 64 Betriebsgeräte in bis zu 16 Gruppen ansteuert und das Busnetzteil gleich mitbringt; neuere Ausführungen sprechen DALI-2 und damit auch Sensoren und Taster. Das ist eine saubere Sache: Die Leuchten bleiben DALI-Geräte, angesprochen werden sie aus dem Loxone-Projekt.
Bei KNX sieht es anders aus. Auch dafür gibt es eine Erweiterung, und die KNX-Sensoren und -Aktoren tauchen anschließend in Loxone Config auf. Adressiert und konfiguriert werden sie aber weiterhin im herstellerübergreifenden Werkzeug ETS, dazu kommen ein externes KNX-Gateway und ein eigenes Netzteil für den KNX-Bus. Für Dein Projekt heißt das: Ein Haus mit Loxone und KNX hat zwei Werkzeugketten, zwei Adressräume und zwei Fehlerquellen — und braucht jemanden, der beide beherrscht. Genau deshalb ist die Frage, wie viel KNX in eine Loxone-Anlage soll, keine technische Detailfrage, sondern eine Frage an die Betreuung über die nächsten zehn Jahre.
Cloud oder lokal
Die Verarbeitung arbeitet im Gebäude. Der Hersteller ist an dieser Stelle ungewöhnlich deutlich: Alle Informationen würden lokal verarbeitet und weder in einer Cloud gespeichert noch mit externen Servern abgeglichen. Fällt das Internet aus, schalten Regeln, Szenen und Taster weiter.
Von außen kommst Du über Remote Connect an die Anlage, ohne im Router Ports zu öffnen. Dafür wird ein Loxone-Konto mit registrierter Zentrale gebraucht, ein Miniserver der zweiten Generation und ein sicheres Kennwort; erreichbar ist die Anlage danach unter einer Adresse unterhalb von loxonecloud.com, verschlüsselt. Dieselbe Verbindung nutzt der Fachbetrieb für die Fernkonfiguration.
Lizenz und laufende Kosten
Die Logik arbeitet auf der gekauften Zentrale, die Konfigurationssoftware steht zum Herunterladen bereit. Weder die Dokumentation zur Software noch der Downloadbereich nennen Kosten, eine Kontopflicht oder eine Partnerbindung, und auch für Remote Connect steht dort kein Preis.
Abgrenzung
Gegen die Marke. Unter Loxone läuft der ganze Katalog, von der Leuchte über den Taster bis zum Energiemanagement. Das Loxone-System meint enger die Umgebung, in der diese Geräte zusammenarbeiten — und die weiterläuft, wenn eines davon getauscht wird.
Gegen den Standard. KNX und DALI sind veröffentlichte Vereinbarungen; ein Vorschaltgerät kann DALI oder es kann es nicht, und Du prüfst das beim Kauf, statt Dich dafür zu entscheiden. Für das Loxone-System entscheidest Du Dich sehr wohl, mit Zentrale, Verkabelung und Werkzeug. An diesem Unterschied richtet sich die Planung aus.
Gegen das Produkt. Der Miniserver ist Hardware, und Hardware ist im AVITECT OS geführt. Das Loxone-System sind die Räume, Regeln und Bausteine, die auf ihm arbeiten und das Gerät überdauern.
Wo Du Dich festlegst
Erstens die Verkabelung. Das eigene Buskabel wird sternförmig je Raum verlegt und entsteht im Rohbau; es später zu ergänzen heißt, Wände zu öffnen.
Zweitens die Gerätewahl in den Kerngewerken. Weil Licht, Beschattung, Klima und Audio aus demselben Katalog kommen sollen, kostet jede Ausnahme Aufwand — und je mehr Ausnahmen über KNX hereinkommen, desto weniger bleibt vom Vorteil einer einzigen Werkzeugkette.
Drittens die Betreuung. Das Projekt lebt in einer Datei, die im Konfigurationswerkzeug bearbeitet wird. Wer sie hat und wer sie lesen kann, entscheidet, wie schnell eine Änderung geht. Frag früh, wo die Projektdatei liegt und wer außer dem einrichtenden Betrieb an sie kommt — diese Antwort ist im laufenden Betrieb mehr wert als jedes Datenblatt.
Verknüpfte Inhalte
Hersteller der Plattform ist Loxone.
Wann eine Anlage überhaupt eine Steuerung braucht, klärt Steuerungssystem. Warum ein Hersteller einen eigenen Bus baut, erklären die proprietären Steuerbusse. Die beiden Fremdstandards dieser Seite haben eigene Einträge: KNX und DALI.
Plattformen derselben Aufgabe sind Crestron Home, Control4 OS und Basalte Home.
Quellen
Datenstand aller Angaben: 2026-09-01. Versions- und Cloudangaben sind Momentaufnahmen und ändern sich bei Plattformen ohne Ankündigung.
- Loxone, Miniserver (Produktseite) — Bauformen der Zentrale, Erweiterbarkeit, lokale Verarbeitung, Aufgabe der Konfigurationssoftware.
- Loxone Dokumentation, KNX Extension — Einbindung von KNX-Geräten, ETS und externes Gateway, eigenes Busnetzteil, Diagnose.
- Loxone Dokumentation, DALI Extension — 64 Betriebsgeräte in 16 Gruppen, integriertes Busnetzteil, DALI-2 ab Hardware-ID 5.
- Loxone Dokumentation, Remote Connect — Fernzugriff ohne Portfreigabe, Voraussetzungen, Adressschema und Verschlüsselung.
- Loxone Dokumentation, Loxone Config — Konfigurationssoftware für Windows und ihr Bezugsweg.
- Loxone, LOXONE Config Changelog — jüngster gelisteter Softwarestand.
- Loxone, Downloads — verfügbare Stände einschließlich Release Candidate.
Alle sieben Quellen stammen vom Hersteller und sind als dessen Angaben zu lesen. Zu Preisen, Lizenzbedingungen und Zusagen über die Laufzeit des Fernzugriffsdienstes veröffentlicht Loxone auf den geprüften Seiten nichts.