Zum Inhalt
Tastatur
  • Hilfe anzeigen?
  • Untermenü öffnen↓ / Space
  • Untermenü schließenEsc
  • Studio finden→ Studio

Bild 1 von 6

Einleitung

Immersive sound processor with up to 32 channels decoding and amplification.

Die Highlights des ISP Elite MK3 im Überblick

  • Einmessung

    Dirac Live

  • Tonformate

    • Dolby Atmos
    • DTS:X Pro
    • Auro-3D
    • IMAX Enhanced
    • 360 Reality Audio
    • MPEG-H
  • Streaming

    • Roon Ready
  • Gehäuse

    B × H × T

    442 mm196 mm465,8 mm

Technologien im ISP Elite MK3

Was in den technischen Daten steckt — auf unseren Wissensseiten erklärt und vertieft.

Technische Daten

  • Immersive Audioformate

    Immersive Audio-Formate
    • Dolby Atmos

      Technologie

      Dolby Atmos

      Dolby Atmos ist das objektbasierte Tonformat von Dolby Laboratories. Im Kino läuft es seit Juni 2012, danach kam die Heimfassung über Blu-ray und Streamingdienste hinterher. Der Name steht allerdings für vier verschiedene Dinge, die alle zusammenkommen müssen, bevor etwas davon hörbar wird: eine Mischung, ein Trägerformat, eine Übertragungsstrecke und ein Gerät, das die Objekte auf die vorhandenen Lautsprecher rechnet. Auf Hüllen, in Datenblättern und in Streaming-Apps steht überall dasselbe Wort, und es meint jedes Mal eine andere Station dieser Kette.

      Bei älterem Filmton stand für jedes Geräusch schon beim Mischen fest, aus welcher Box es kommt. Dolby Atmos legt stattdessen fest, an welcher Stelle im Raum es sein soll, und Dein Gerät rechnet aus, welche Deiner Boxen das gemeinsam hinbekommen. Das Wort steht deshalb auf sehr verschiedenen Sachen: auf dem Film, auf der Leitung, auf dem Verstärker und auf Kopfhörern. Überall bedeutet es etwas anderes, und nur wenn die ganze Reihe zusammenpasst, hörst Du am Ende wirklich etwas über Dir. Ein Aufkleber am Gerät sagt Dir also, dass es mitspielen kann — nicht, wie gut es bei Dir klingt.

      Das zugrunde liegende Problem

      Warum die Branche vom Kanal zum Objekt gewechselt ist, steht beim objektbasierten Ton. Dolby stand danach vor einer zweiten Aufgabe, und die ist der Grund für fast alles, was das Format heute ausmacht.

      Im Kino durfte das Format groß ausfallen — Dolby beziffert die Größenordnung mit gut hundert gleichzeitigen Objekten über einem mehrkanaligen Bett, wiedergegeben über einen eigenen Prozessor im Vorführraum. Im Wohnzimmer gab es weder die Bandbreite noch den Prozessor noch die Bereitschaft, dafür die Anlage wegzuwerfen. Ein zweites Format neben dem bestehenden hätte außerdem jeden Anbieter gezwungen, jeden Film zweimal zu liefern.

      Dolbys Antwort setzte deshalb an dem an, was schon da war: an den vorhandenen Codecs, die um die Objektinformation erweitert wurden, an einem eigenen Verpackungsverfahren für die Objekte — und an einem Gerät, das ohnehin getauscht wird, sobald jemand Höhenlautsprecher anschließt. Die gesamte Rechenarbeit liegt seither im AV-Receiver. Was der Kunde dabei behalten kann, ist ausdrücklich Teil des Entwurfs: Dolby hält fest, dass ein spezifikationskonformer Blu-ray-Spieler keine neue Firmware braucht und die vorhandenen HDMI-Kabel ab Version 1.4 genügen.

      Funktionsweise

      Die Mischung. Eine Atmos-Fassung besteht aus einem kanalbasierten Bett und darüber einzelnen Objekten mit Positionsangabe. Für die Heimfassung mischen Studios das Kinomaster meist neu ab; Dolby nennt das einen Nahfeld-Mix. Zwei Filme mit demselben Logo können sich deshalb darin unterscheiden, wie viel überhaupt als Objekt vorliegt.

      Die Verpackung. Damit die Objektzahl eines Kinomasters durch die Bandbreite einer Disc oder einer Streamingleitung passt, verwendet Dolby ein Verfahren, das es Spatial Audio Coding nennt: Es codiert die Objekte unter Berücksichtigung ihrer räumlichen Information gemeinsam. Dolby grenzt es ausdrücklich gegen die früheren Matrixverfahren der Pro-Logic-Familie ab, bei denen Zusatzkanäle in ein vorhandenes Stereosignal eingebettet wurden. Hier wird nichts eingebettet, sondern codiert.

      Der Träger. Ausgeliefert wird über zwei bestehende Codecs, die Dolby dafür erweitert hat: Dolby TrueHD bekam einen vierten Teilstrom, Dolby Digital Plus einen erweiterten Dekoder. Welcher der beiden auf welchem Weg bei Dir ankommt und warum das über die Tonqualität entscheidet, steht bei Dolby Atmos übertragen.

      Der Renderer. Im Heimkino ist die Zuständigkeit eindeutig: Dolby schreibt, Dekodierung und Rendering würden vollständig vom AV-Receiver erledigt. Dort sitzt der Object Audio Renderer, der die eingetragene Lautsprecherkonfiguration mit den Positionsdaten der Objekte zusammenführt und laufend entscheidet, welche Lautsprecher gerade beteiligt sind. Die Konfiguration im Menü ist damit die Arbeitsgrundlage des Geräts und keine Formalie.

      Der Upmixer im selben Gehäuse. Jeder Atmos-Receiver enthält zusätzlich den Dolby-Surround-Upmixer, der Nachfolger der Pro-Logic-II-Familie. Er verteilt kanalbasiertes Material auf alle vorhandenen Lautsprecher einschließlich der Höhenpositionen — und ist damit der häufigste Grund dafür, dass Deckenlautsprecher spielen, obwohl gar keine Atmos-Mischung anliegt. Dolby beschreibt sein Verhalten genau: Er arbeitet im Frequenzbereich, und er speist weder die Wide-Positionen noch den Center-Surround, um das vordere Klangbild zu erhalten. Was ein Upmixer allgemein leistet, steht beim Upmixer.

      Voraussetzungen

      Vier Bedingungen müssen erfüllt sein, und drei davon werden regelmäßig übersehen, weil sie nichts kosten.

      Ein Gerät, das dekodiert und rendert. Im Heimkino ist das der AV-Receiver oder Prozessor. Dolby stellte schon 2018 fest, dass nahezu alle führenden Hersteller mehrere solcher Geräte anbieten — die Verfügbarkeit ist also keine Auswahlfrage mehr, die Ausbaustufe schon.

      Eine Strecke, die den Träger durchlässt. Für den Hinweg vom Zuspieler zum Verstärker genügt nach Dolbys Angabe HDMI ab Version 1.4. Der Rückweg vom Fernseher ist der Fall, in dem es eng wird; die Formatlisten stehen bei eARC und ARC.

      Ein Zuspieler auf Bitstream-Ausgabe. Gibt das Quellgerät bereits fertig dekodiertes Mehrkanal-PCM aus, bekommt der Renderer keine Objekte mehr zu sehen. Bei Blu-ray-Spielern kommt eine zweite Falle dazu: Ist die Betriebsart für Zweitton aktiv, gibt der Spieler ein Dolby-Digital-Signal aus, und nichts an der Anlage wirkt defekt.

      Lautsprecher über Ohrhöhe. Ohne sie rendert das Gerät die Objekte in die vorhandene Ebene, und das Ergebnis unterscheidet sich hörbar wenig von 5.1. Welche Aufbauten Dolby vorsieht, wie hoch und in welchem Winkel gehängt wird, ist eine eigene Frage — sie gehört zu den Lautsprecher-Setups und nicht zum Format.

      Abgrenzung

      Gegen das Prinzip. Objektbasierter Ton ist die Gattung, Dolby Atmos eine Ausprägung davon. Die normative Definition von Objekt, Metadaten und Renderer steht in einer ITU-Empfehlung und gilt für jedes solche Format; sie ist auf der Seite zum objektbasierten Ton belegt.

      Gegen die Trägerformate. Dolby TrueHD und Dolby Digital Plus gibt es auch ohne Atmos, seit Jahren, für rein kanalbasierten Ton. Umgekehrt existiert Atmos nie ohne einen der beiden. Wer „Atmos oder TrueHD?" fragt, stellt eine Frage, die keine Antwort hat.

      Gegen DTS:X. DTS:X ist das konkurrierende objektbasierte Marktformat. Im Prinzip sind beide gleich; planungsrelevant unterscheiden sie sich beim Inhaltsangebot, bei der Trägerlage und bei den Dekodiergrenzen. Diese Unterschiede stehen dort im Einzelnen.

      Gegen Dolby Vision. Beide Namen beginnen mit demselben Wort und tauchen auf denselben Hüllen auf. Dolby Vision betrifft ausschließlich das Bild. Ein Gerät kann das eine ohne das andere führen, und in der Praxis kommt beides regelmäßig getrennt vor.

      Gegen die Ziffernfolge. 7.1.4 beschreibt Deinen Aufbau, nicht die Tonspur; die Zählweise erklärt die Kanal-Notation. Dolby hat diese Schreibweise mit Atmos eingeführt, aber sie beschreibt seither jedes Layout mit Höhenebene, auch ohne Atmos.

      Gegen „Dolby Atmos" auf Kopfhörern und Soundbars. Dieselbe Mischung wird dort mit sehr wenigen Wandlern wiedergegeben, indem Richtungen berechnet statt besetzt werden. Das ist eine zulässige Anwendung des Formats und trotzdem ein anderes Ergebnis als eine besetzte Höhenebene. Beides führt denselben Namen, weil er die Mischung bezeichnet und nicht die Wiedergabe.

      Grenzen

      Der Name sagt nichts über die Ausführung. Zwischen einer Soundbar mit zwei nach oben gerichteten Wandlern und einem Raum mit 24 Lautsprechern am Boden und zehn über Kopf liegt der gesamte Markt — und beide Anlagen dürfen „Dolby Atmos" auf dem Karton führen. Das folgt unmittelbar daraus, dass der Renderer sich an jedes vorhandene Layout anpasst: Wo es keine Mindestbestückung gibt, gibt es auch keine Untergrenze für das Ergebnis. Für die Beratung ist die Angabe damit eine Eintrittskarte und kein Qualitätsmerkmal.

      Die Ausbaugrenzen sind Herstellerangaben. Dolby nennt als obere Grenze 34 Lautsprecher in der Anordnung 24.1.10. Diese Zahl beschreibt, was das Verfahren verarbeitet, und nicht, was ein Raum sinnvoll darstellt. Auch die Marktzahlen im ausgewerteten Dokument — über 500 Kinofilme, über 150 Mischstudios — beschreiben den Stand von Oktober 2016.

      Was das Gerät im Inneren rechnet, ist unveröffentlicht. Wie ein bestimmter Prozessor ein Objekt verteilt, das zwischen unbesetzten Positionen liegt, legt kein Hersteller offen, und eine unabhängige Gegenüberstellung mehrerer Geräte an derselben Tonspur ließ sich am 24.08.2026 nicht finden. Zwei Anlagen mit gleichem Layout können sich darin also unterscheiden, ohne dass jemand sagen kann, um wie viel.

      Die Zuständigkeit verschiebt sich gerade. Die Aussage „der Renderer sitzt im AV-Receiver" stammt aus dem Heimkino-Kontext und stimmt dort. Mit Dolby Atmos FlexConnect hat Dolby im August 2023 einen Aufbau vorgestellt, bei dem der Fernseher die Zusatzlautsprecher einbindet und deren Position mit eingebauten Mikrofonen selbst einmisst; die erste Umsetzung war für die TCL-Fernseher des Jahrgangs 2024 angekündigt. Für die Bauplanung ist das eine andere Anlage: Die Geräteklasse, an der die räumliche Darstellung hängt, steht nicht mehr fest.

      Verknüpfte Inhalte

      Wovon dieses Format eine Ausprägung ist, steht beim objektbasierten Ton. Die Trägerfrage — welcher der beiden Codecs auf welchem Weg ankommt — behandelt Dolby Atmos übertragen, die Formatgrenzen des Tonrückkanals eARC und ARC, und warum der optische Ausgang dabei ausfällt, Was über S/PDIF und TOSLINK passt.

      Welche Lautsprecheraufbauten Dolby vorsieht, behandeln die Atmos-Lautsprecher-Setups; was die Ziffern darin abzählen, die Kanal-Notation und für die mittlere Ziffer der LFE-Kanal. Die Bauform, die Höhe über die Decke spiegelt, steht bei den Aufsatzlautsprechern. Das konkurrierende Marktformat ist DTS:X; das gleichnamige Bildformat desselben Hauses ist Dolby Vision.

      Quellen

      Die Architektur aus Bett und Objekten, die Kinozahlen, der Object Audio Renderer, Spatial Audio Coding, der Dolby-Surround-Upmixer, die Erweiterung der beiden Trägercodecs sowie die Bedingungen am Zuspieler stammen aus dem Dolby-Whitepaper „Dolby Atmos for the Home Theater" vom Oktober 2016, das für diese Seite im Volltext gelesen wurde. Die Aussage, dass Dekodierung und Rendering vollständig im AV-Receiver stattfinden, sowie die Ausbaugrenze von 34 Positionen stehen zusätzlich in den Dolby Atmos Home Theater Installation Guidelines in der Fassung r3.1 vom Dezember 2018. Beides ist Herstellerdarstellung.

      Die Beschreibung von Dolby Atmos FlexConnect samt der akustischen Einmessung über Mikrofone im Fernseher stammt aus einer Dolby-Mitteilung vom 28. August 2023. Alle Angaben zum Marktstand beschreiben den Stand ihres jeweiligen Dokuments und nicht den heutigen.

      Nicht ausgewertet werden konnte die Entwicklerdokumentation von Dolby: Die Domain löst seit dem 06.08.2026 nicht mehr auf, zuletzt geprüft am 24.08.2026. Alle hier ausgewerteten Dolby-Dokumente liegen auf den weiterhin erreichbaren Domains dolby.com und professional.dolby.com.

    • DTS:X Pro

      Technologie

      DTS:X

      DTS:X ist das objektbasierte Tonformat von DTS, angekündigt im April 2015 und seither das zweite objektbasierte Marktformat im Wohnraum. Auf dem Papier leistet es dasselbe wie Dolby Atmos: Ein Tonelement liegt getrennt vor, seine Position steht in Metadaten daneben, und ein Renderer im Wiedergabegerät verteilt es auf die Lautsprecher, die tatsächlich da sind. Der Unterschied zwischen beiden Formaten liegt woanders — in der Herkunft, im Auslieferungsweg und vor allem darin, wie viel es überhaupt zu hören gibt.

      DTS:X macht im Grunde dasselbe wie Dolby Atmos: Der Ton weiß, wo er im Raum sein soll, und Dein Gerät rechnet aus, welche Boxen das erzeugen. Fast jeder Verstärker der letzten zehn Jahre kann beides. Der Unterschied ist, dass Du Dolby Atmos ständig zu hören bekommst und DTS:X selten — es gibt schlicht viel weniger Filme damit. Und wenn eine Leitung in Deiner Anlage zu schwach ist, fällt DTS:X weiter zurück als Dolby Atmos: Du hörst dann nicht etwa nichts, sondern eine sehr alte Fassung, die sich nach normalem Surround anhört. Kaputt wirkt dabei nichts, und genau das macht es schwer zu bemerken.

      Das zugrunde liegende Problem

      Objekt, Metadaten und Renderer als Prinzip behandelt der objektbasierte Ton. DTS stand 2015 vor einer besonderen Ausgangslage, und sie erklärt die Bauform des Formats.

      Der Wettbewerber war drei Jahre früher im Kino und hatte die Deutungshoheit über das Wort „immersiv". Gleichzeitig lag bei DTS ein sehr großer Altbestand: Seit 1996 ist jeder DTS-Datenstrom nach demselben Prinzip gebaut, ein 5.1-Kern mit Erweiterungen darum herum, und dieses Prinzip steckt in jedem Gerät und auf jeder Scheibe mit DTS-Ton. Wer dort ein neues Format danebenstellt, verliert diesen Altbestand.

      DTS hat sich deshalb für den Anbau entschieden: DTS:X setzt nach eigener Darstellung auf DTS-HD Master Audio auf, um abwärtskompatibel zu vorhandenen DTS-Datenströmen und Lautsprecher-Layouts zu bleiben. Das ist der Ursprung beider Eigenschaften, die das Format bis heute prägen — der sanfte Rückfall auf den alten Kern und die Bindung an eine Codec-Familie aus den neunziger Jahren.

      Funktionsweise

      Kein vorgeschriebenes Layout — und ein Umrechner dafür. DTS betont in der Ankündigung, dass DTS:X an keine vorgeschriebene Lautsprecherkonfiguration und an keine feste Kanalzahl gebunden ist, und nennt bis zu 32 Lautsprecherpositionen, ausdrücklich abhängig davon, was das jeweilige Gerät kann. Dazu kommt eine Aussage, die Dolby so nicht macht: Eine für ein bestimmtes Layout erstellte Mischung lässt sich für die Wiedergabe über ein anderes Layout umrechnen. Auf der Produktseite formuliert DTS das als Anpassung an praktisch jedes symmetrische Lautsprecherlayout.

      Zwei Auslieferungswege mit verschiedenen Obergrenzen. Von der Scheibe kommt DTS:X in DTS-HD Master Audio, für Streaming hat DTS einen eigenen Codec entwickelt, der als DTS-UHD in einer eigenen Spezifikation festgelegt ist. Welcher Weg welchen Träger zulässt und wo unterwegs gewechselt wird, steht bei DTS:X übertragen; was den Streamingcodec technisch ausmacht, bei DTS-UHD. Für die Wahl des Formats zählt an dieser Stelle eine Eigenheit, die es bei Dolby nicht gibt: Der Weg entscheidet mit über die Zahl der Höhenpositionen, die das Gerät überhaupt ansteuert.

      Der Upmixer und der Virtualisierer im selben Gehäuse. Unter dem DTS:X-Dach vertreibt DTS zwei weitere Verfahren, die regelmäßig mit dem Format selbst verwechselt werden. DTS Neural:X ist der Upmixer, der kanalbasiertes Material auf ein größeres Layout verteilt; DTS nennt dafür Aufbauten bis 30.2. DTS Virtual:X erzeugt einen räumlichen Eindruck aus wenigen Lautsprechern und zielt auf Soundbars und Fernseher. Beide arbeiten auch dann, wenn keine DTS:X-Mischung anliegt — was ein Upmixer allgemein leistet, steht beim Upmixer.

      Eine offene Autorenplattform. DTS hat das Format von Anfang an mit MDA verbunden, einer nach eigener Angabe lizenzgebührenfreien, offenen Plattform für die Erzeugung objektbasierter Mischungen. Das ist ein Unterschied auf der Produktionsseite und erklärt einen Teil des Marktauftritts, an dem das Wort „open" schon im Titel der Ankündigung steht.

      Voraussetzungen

      Ein Gerät, das DTS:X dekodiert und rendert. Bei AV-Receivern ist das seit Jahren der Regelfall; DTS nennt auf seiner Produktseite eine breite Liste von Herstellern für Fernseher, Soundbars, Spielkonsolen und Receiver. Die Formatunterstützung kommt in dieser Geräteklasse also meistens mit, ohne dass jemand danach fragen muss.

      Eine Strecke, die den jeweiligen Träger durchlässt. Von der Scheibe verlangt der verlustfreie Träger eine HDMI-Verbindung; über den älteren Tonrückkanal und über den optischen Ausgang bleibt nur der alte Kern übrig. Die Formatlisten stehen bei eARC und ARC.

      Inhalte. Das ist die Bedingung, an der es in der Praxis scheitert, und sie ist keine Gerätefrage. Auf der Disc kommt DTS:X vor, aber deutlich seltener als Dolby Atmos. Beim Streaming hängt der Weg an einem einzelnen Programm: DTS:X ist das Tonformat von IMAX Enhanced, und Xperi hat Disney+ im April 2024 als ersten großen Dienst mit diesem Ton angekündigt, mit Start am 15. Mai 2024. Ein zertifiziertes Gerät verlangt DTS dafür nicht, wohl aber eines, das DTS:X entschlüsselt.

      Abgrenzung

      Gegen Dolby Atmos. Beide Formate sind objektbasiert, beide rendern im Wiedergabegerät, beide schreiben kein Layout vor. Planungsrelevant unterscheiden sie sich an drei Stellen.

      Erstens am Angebot. Dolby Atmos ist auf Discs, bei Streamingdiensten, im Rundfunk, in Spielen und in der Musik vertreten; DTS:X kommt auf Discs vor und beim Streaming bislang über ein einzelnes Programm. Für den Kunden heißt das: Die Geräteseite ist bei beiden Formaten erledigt, die Inhaltsseite nicht.

      Zweitens an der Rückfalltiefe. Bei Dolby stehen zwei Träger derselben Generation nebeneinander, und ohne Atmos-Dekoder bleibt eine 5.1- oder 7.1-Mischung übrig. Bei DTS führt der Rückfall bis auf den Kern von 1996 — 5.1, verlustbehaftet, ohne Objekte. Beide Fälle klingen unauffällig, der zweite kostet mehr.

      Drittens an den Dekodiergrenzen. Bei Dolby ist die Zahl der Wiedergabepositionen unabhängig vom Träger. Bei DTS nennt der Hersteller für die beiden Wege verschiedene Obergrenzen — bis 7.1.4 von der Scheibe und bis 5.1.4 beim Streaming. Ein Raum mit sechs Deckenpositionen kann diese Bestückung also je nach Quelle nur teilweise nutzen; die Frage nach der überwiegenden Quelle gehört damit in die Konzeptphase und nicht in die Geräteauswahl.

      Gegen die eigenen Trägerformate. DTS-HD Master Audio und DTS-UHD sind Codecs, DTS:X ist der Inhalt, der darin mitfährt. Ein Gerät kann DTS-HD Master Audio beherrschen, ohne DTS:X zu beherrschen, und der Streamingweg verlangt noch einmal etwas anderes als der Disc-Weg.

      Gegen Neural:X und Virtual:X. Beide führen das DTS-Logo und arbeiten in denselben Geräten, erzeugen aber keine Objekte. Wenn Höhenlautsprecher bei einem alten Actionfilm mitspielen, ist fast immer der Upmixer am Werk.

      Gegen IMAX Enhanced. Das ist ein Prüf- und Lizenzprogramm, das fertige Geräte und Inhalte abnimmt; DTS:X ist der Ton darin. Was das Siegel prüft und welches Gerät für den Zugang zu solchen Inhalten wirklich nötig ist, steht bei IMAX Enhanced.

      Gegen die Ziffernfolge. 7.1.4 beschreibt einen Aufbau und keine Tonspur; gezählt wird nach der Kanal-Notation.

      Grenzen

      Jede Zahl auf dieser Seite kommt vom Hersteller. Die beiden Obergrenzen der Auslieferungswege stehen als Stichpunkte auf einer Produktseite ohne Datum. Die 32 Lautsprecherpositionen aus der Ankündigung von 2015 sind ausdrücklich an die Fähigkeiten des jeweiligen Geräts geknüpft — im selben Absatz schreibt DTS, dass die Receiver jenes Jahrgangs bis zu 11.2 Ausgangskanäle hatten. Zwischen dem, was das Verfahren zulässt, und dem, was ein Gerät ausführt, liegt bei DTS also von Anfang an eine große Spanne.

      Wie DTS:X im Datenstrom untergebracht ist, steht nicht fest belegt. Das einzige öffentlich abrufbare DTS-Dokument mit Architekturtiefe stammt von 2006 und kennt DTS:X noch nicht; die Verbindung beider Stände ruht auf der Herstelleraussage von 2015. Die Spezifikation des Streamingwegs ist über ETSI zugänglich, die des Disc-Wegs nicht in gleicher Weise.

      Auch DTS legt sein Rendering nicht offen. Für die Frage, wie ein Gerät ein Objekt zwischen unbesetzten Positionen aufteilt, gibt es keine Herstellerangabe und keinen methodisch dokumentierten Vergleich mehrerer Prozessoren an derselben DTS:X-Spur. Für die Beratung heißt das, dass Unterschiede zwischen Geräten nur am eigenen Aufbau hörbar werden.

      DTS:X Pro ist eine zweite Stufe mit dünner Quellenlage. Unter diesem Namen führt DTS eine Ausbaustufe für Prozessoren der oberen Klasse mit deutlich mehr Ausgangskanälen. Belegt ist auf der DTS-Produktseite die Angabe, dass Neural:X bis 30.2 unterstützt; eine datierte DTS-Fundstelle zum Umfang von DTS:X Pro selbst wurde nicht gefunden.

      Verknüpfte Inhalte

      Das Prinzip hinter dem Format erklärt die Seite zum objektbasierten Ton; das konkurrierende Marktformat ist Dolby Atmos. In welchem Träger DTS:X ankommt und wo unterwegs gewechselt wird, steht bei DTS:X übertragen, der Streamingcodec im Einzelnen bei DTS-UHD.

      Die Formatgrenzen des Tonrückkanals stehen bei eARC und ARC, die Kapazität des optischen Ausgangs bei Was über S/PDIF und TOSLINK passt. Wie ein Gerät seine Formatfähigkeit an den Zuspieler meldet, klärt die EDID; was eine Angabe wie 7.1.4 abzählt, die Kanal-Notation. Das Prüfprogramm hinter dem Streamingweg ist IMAX Enhanced.

      Quellen

      Die Merkmale des Formats — Objektbasierung, keine vorgeschriebene Lautsprecherkonfiguration, 32 Lautsprecherpositionen je nach Gerät, die Umrechnung einer Mischung auf ein anderes Layout, das Aufsetzen auf DTS-HD Master Audio und die offene Autorenplattform MDA — stammen aus der DTS-Ankündigung vom 9. April 2015. Die beiden Dekodiergrenzen, Neural:X mit bis zu 30.2, Virtual:X und die Herstellerliste stehen auf der DTS:X-Produktseite, die kein Datum nennt. Der eigens für Streaming entwickelte Codec, die Abwärtskompatibilität zu älteren DTS-Geräten und der Start bei Disney+ im Mai 2024 stammen aus einem Xperi-Beitrag vom 15. April 2024. Alles davon ist Herstellerdarstellung.

      Dass für IMAX-Enhanced-Inhalte bei Disney+ ein DTS:X-fähiges Gerät genügt und keine Zertifizierung verlangt wird, steht in einer DTS-FAQ und ist bei IMAX Enhanced im Einzelnen belegt.

      Der Aufbau der älteren DTS-Familie aus Kern und Erweiterungen — samt der Einführung des Codiersystems im Jahr 1996 — ist im DTS-Whitepaper von 2006 belegt und bei DTS:X übertragen im Einzelnen nachgewiesen; die Einordnung des Streamingwegs als eigene Formatgeneration steht in der ETSI-Spezifikation und ist bei DTS-UHD belegt. Alle Marktangaben beschreiben den Stand ihres jeweiligen Dokuments.

    • Auro-3D

      Technologie

      Auro-3D

      Auro-3D ergänzt die klassische Surround-Ebene um Höhenlautsprecher nach dem Auro-Layout. Decoder in AV-Receivern schalten das Format, wenn die Quelle Auro-Bitstreams liefert.

      Neben Dolby Atmos und DTS:X gibt es Auro-3D: auch 3D-Ton, aber mit eigenem Layout- und Mischgedanken. Ob Du ihn hörst, hängt vom Film/Stream und vom Receiver ab — und davon, ob Höhenlautsprecher richtig sitzen.

    • IMAX Enhanced

      Zertifizierung

      IMAX Enhanced

      IMAX Enhanced ist ein Prüf- und Lizenzprogramm, das die IMAX Corporation und die DTS im September 2018 gemeinsam gestartet haben. Geprüft werden fertige Geräte — Fernseher, Projektoren, AV-Receiver, Vorstufen, Lautsprecher und Soundbars — gegen Anforderungen an Bild und Ton, die ein Gremium aus Ingenieuren beider Häuser und technischen Fachleuten aus Hollywood festlegt. Dazu kommen zwei Dinge, die kein anderes Siegel im Heimkino so kennzeichnet: einzelne Filme, die IMAX in einem eigenen Verfahren neu abgetastet hat, und Streamingdienste, die diese Fassungen ausliefern dürfen. Auf dem Display eines Receivers steht der Name zwischen Dolby Atmos und DTS:X, und genau dort entsteht das Missverständnis: Das Tonformat darunter heißt DTS:X, und IMAX Enhanced ist das Siegel darüber.

      Wenn Du auf einem Fernseher oder einem Verstärker das IMAX-Logo siehst, heißt das: Ein Prüflabor hat sich das Gerät angesehen und bestätigt, dass es bestimmte Anforderungen erfüllt. Es ist kein Extra, das eingebaut wurde, und es macht aus jedem Film keinen Kinofilm. Nutzen hast Du davon nur bei den wenigen Filmen, die eigens für dieses Programm neu bearbeitet wurden — bei allen anderen ändert sich nichts. Vergleichbar ist das mit einem Prüfzeichen auf einer Steckdosenleiste: Es sagt Dir etwas über das Gerät, aber nichts darüber, was Du daran anschließt.

      Wem das Siegel gehört

      Hinter dem Programm stehen zwei Unternehmen, und die Arbeitsteilung zwischen ihnen erklärt fast alles, was an dem Siegel eigen ist.

      Die IMAX Corporation bringt den Namen, das Kino-Erbe und das Nachbearbeitungsverfahren ein, mit dem Filme für das Programm neu abgetastet werden. Die DTS bringt das Tonformat und den Lizenzweg ein: Sie ist die Stelle, bei der Gerätehersteller Decoder lizenzieren, und über ihr bestehendes Lizenzgeschäft läuft auch IMAX Enhanced. IMAX-Chef Richard L. Gelfond hat das bei der Vorstellung 2018 offen so beschrieben — sein Haus könne Marke und Technik einbringen, ohne die Investitionen zu stemmen, die ein eigenes Lizenzgeschäft verlangt; DTS baue das Geschäft auf, IMAX werde daran beteiligt.

      Die Prüfanforderungen setzt ein gemeinsames Zertifizierungsgremium aus Ingenieuren beider Unternehmen und technischen Fachleuten aus Hollywood. Die Prüfung selbst führen autorisierte Labore durch; Allion Labs etwa nennt eine Autorisierung durch IMAX und Xperi für Bildgeräte und bietet daneben eine Vorprüfung an, mit der ein Hersteller vor dem eigentlichen Durchlauf nachbessern kann.

      Warum das mehr als eine Firmengeschichte ist: Ein Hersteller, der das Logo auf sein Gerät setzt, hat eine Prüfung bei Dritten bestanden und eine Lizenz erworben. Der Kinoname auf dem Karton gehört weiterhin IMAX.

      Was geprüft wird

      Auf der Bildseite nennen IMAX und DTS drei Prüfgrößen: Auflösung, Helligkeit und — für den Ton — die klangliche Wiedergabetreue. Verlangt wird die Wiedergabe von 4K-Material mit hohem Dynamikumfang; der Farbraum, die Übertragungsfunktion und die erreichbare Zielleuchtdichte stehen damit im Prüfumfang, ohne dass die Anbieter Schwellenwerte dazu nennen.

      Auf der Tonseite ist die Anforderung eindeutig und öffentlich: Ein zertifiziertes Wiedergabegerät decodiert DTS:X. Die Filmmischungen des Programms sind eine Sonderfassung dieses Formats, an der Tonmeister aus Hollywood mitgearbeitet haben; erklärtes Ziel ist, den vollen Dynamikumfang der Kinomischung zu erhalten statt ihn für das Wohnzimmer zusammenzudrücken.

      Der zweite Teil der Geräteanforderung ist der IMAX Mode — eine Betriebsart, die ein zertifiziertes Gerät bereitstellen muss und die automatisch anspringt, sobald eine entsprechend gekennzeichnete Tonspur anliegt. Für die Planung ist das der greifbarste Punkt der ganzen Seite, weil er das Bassmanagement berührt.

      Diese Unsicherheit ist für eine Anlagenplanung erheblich: Eine fest vorgegebene Übergangsfrequenz greift in genau die Einstellung ein, die sonst aus Raum, Lautsprechern und Einmessung folgt.

      Warum es keine Stufen gibt

      Wo andere Prüfsiegel eine Leistungsklasse vergeben, ist IMAX Enhanced binär: Ein Gerät hat das Siegel oder es hat es nicht. Eine Stufe, die etwas über Raumgröße, Sitzabstand oder Pegelreserve aussagt, existiert im Programm nicht.

      Die einzige Gliederung läuft über die Gerätekategorie, und die ist tatsächlich eine Aussage — nur eine andere, als eine Stufenangabe wäre:

      KategorieWas die Zertifizierung dort abdeckt
      Fernseher und ProjektorenBildwiedergabe in 4K mit hohem Dynamikumfang; Wiedergabe des erweiterten Bildformats
      AV-Receiver und VorstufenDTS:X-Decodierung und der IMAX Mode mit seiner eigenen Bassverwaltung
      Lautsprecher und SoundbarsWiedergabe der Sonderfassung ohne die im Programm unerwünschte Dynamikbegrenzung
      StreamingdiensteAuslieferung der Fassungen in der geforderten Bild- und Tonqualität

      Ein Fernseher mit dem Logo und ein AV-Receiver mit dem Logo haben deshalb unterschiedliche Prüfungen bestanden. Für die Anlage heißt das: Das Siegel an einem Glied der Kette sagt nichts über die anderen Glieder.

      Was das Siegel nicht aussagt

      Das Missverständnis, das in Beratungsgesprächen zuerst auftaucht, steht schon im Gerätemenü: IMAX Enhanced erscheint dort in derselben Liste wie Dolby Atmos und DTS:X und liest sich damit als drittes Tonformat, zwischen dem man wählt. Das ist es nicht. Gewählt wird DTS:X; IMAX Enhanced ist die Kennzeichnung dafür, dass Gerät, Tonspur und Betriebsart zueinander passen.

      Vier weitere Grenzen gehören dazu.

      Das Siegel sagt nichts über Deinen Raum. Es gibt keine Raumgröße, keinen Sitzabstand und keinen Pegel, für die ein zertifiziertes Gerät ausgelegt wäre. Ob ein Fernseher in Deinem Wohnzimmer hell genug ist und ob Deine Lautsprecher den erhaltenen Dynamikumfang auch abbilden, bleibt eine Frage der Auslegung und der Raumkorrektur.

      Ohne passenden Film passiert nichts. Der Nutzen entsteht nur bei Titeln, die für das Programm neu abgetastet und neu gemischt wurden; gekennzeichnet werden einzelne Fassungen und nicht ganze Kataloge. Bei allem anderen Material arbeitet ein zertifiziertes Gerät wie jedes andere.

      Ein zertifiziertes Gerät ist keine Zugangsvoraussetzung. DTS sagt das für Disney+ ausdrücklich: Zertifizierte Geräte werden empfohlen, verlangt wird für den Zugriff auf die Inhalte ein Wiedergabegerät, das DTS:X beherrscht. Wer das Logo für eine Sperre hält, kauft gegen ein Hindernis an, das so nicht aufgestellt ist.

      Kein Siegel ist kein Negativurteil. Die Zertifizierung ist ein Lizenzprogramm, in das ein Hersteller eintritt und für das er zahlt. Es gibt hervorragende Geräte ohne das Logo, weil ihr Hersteller diesen Weg nicht geht oder weil er auf ein anderes Tonformat setzt.

      Wofür eine Zertifizierung gilt

      Der Geltungsbereich ist bei diesem Programm breiter als bei einem reinen Gerätesiegel und muss deshalb sauber getrennt werden. Drei Ebenen sind zu unterscheiden, und alle drei erscheinen unter demselben Namen.

      Das einzelne Gerät in seiner Kategorie. Zertifiziert ist ein Modell, das im Labor stand, gegen den Prüfumfang seiner Kategorie. Eine Marke wird nie zertifiziert, und aus einem zertifizierten Fernseher folgt nichts über die Soundbar desselben Hauses.

      Der einzelne Film. IMAX kennzeichnet Fassungen, die durch das eigene Nachbearbeitungsverfahren gelaufen sind. Dazu gehört bei einem Teil der Titel das erweiterte Bildformat, das im Kino auf der höheren IMAX-Leinwand entsteht: DTS beziffert den Zugewinn mit bis zu 26 Prozent mehr Bild gegenüber der Breitwandfassung. Wie ungleichmäßig das über einen Film verteilt sein kann, zeigt „Spider-Man: Far From Home" — dort sind es 45 Minuten des Films, nicht der ganze Film.

      Die Plattform. Auch ein Streamingdienst wird geprüft und zugelassen. 2019 hat das Programm FandangoNOW und Rakuten TV als erste Dienste aufgenommen, die den geforderten Standard für 4K-HDR-Streaming erfüllen. Diese Ebene ist die eigentliche Besonderheit gegenüber anderen Siegeln der Heimkinowelt: Geprüft wird nicht allein die Hardware, sondern auch der Weg, auf dem der Film ins Haus kommt.

      Was in keiner dieser Ebenen vorkommt, ist der Raum. Für Heimkinoräume gibt es im Programm IMAX Enhanced keine Zertifizierung. Das Kinogeschäft von IMAX und die Ausstattung ganzer Privatkinos durch IMAX sind eigene Geschäftsfelder mit eigenen Anforderungen, die mit dem Logo auf einem Fernseher nichts zu tun haben.

      Verwandte Kennzeichnungen

      Der Name IMAX begegnet dem Leser in mehreren Zusammenhängen, und nur einer davon ist dieses Programm.

      BezeichnungWas dahintersteht
      IMAX Enhanced (am Gerät)Das Gerät hat die Prüfung seiner Kategorie bestanden und ist lizenziert.
      IMAX Enhanced (am Film)Die Fassung ist im IMAX-Verfahren neu abgetastet, oft mit Sonderfassung der Tonmischung.
      IMAX signature sound by DTSDie Tonseite des Programms, umgesetzt in einer Sonderfassung von DTS:X.
      Erweitertes BildformatEin Bildformat innerhalb einer Fassung, nicht durchgängig über den ganzen Film.
      IMAX (Lichtspielhaus)Das Kinogeschäft mit eigener Saaltechnik und eigenen Anforderungen.
      DTS:X ohne IMAX-LogoDasselbe Tonformat ohne die Sonderfassung und ohne den IMAX Mode.

      Für die Kaufentscheidung ist die zweite Zeile die wichtige. Ein Gerät mit dem Logo und ein Film mit dem Logo sind zwei verschiedene Aussagen, und erst zusammen ergeben sie das, was das Programm verspricht.

      Was die Anbieter nicht offenlegen

      Öffentlich stehen die Prüfbereiche, die Gerätekategorien und die Liste der zertifizierten Modelle. Die Anforderungen dahinter stehen dort nicht.

      Ebenso unveröffentlicht sind die Gebühren des Programms und die Frage, ob und wie nachgeprüft wird, wenn ein Hersteller ein zertifiziertes Modell während seiner Bauzeit per Firmware verändert. Gerade bei AV-Receivern, deren Betriebsarten über Jahre per Aktualisierung nachwachsen, wäre das die Frage, die man gern beantwortet hätte.

      Was das für die Planung heißt

      Als Kriterium bei der Geräteauswahl ist das Siegel schmal: Es sortiert nichts nach Raumgröße vor, es nennt keine Leistungsdaten, und es sagt nichts über die Eignung eines Geräts für Dein Projekt. Was es zuverlässig anzeigt, ist die Fähigkeit zur DTS:X-Wiedergabe und die Bereitschaft eines Herstellers, sein Gerät prüfen zu lassen. Wer eine Kette plant, in der die Filme dieses Programms eine Rolle spielen sollen, achtet deshalb weniger auf das Logo als auf die durchgehende DTS:X-Fähigkeit von Quelle, Verstärker und Wiedergabegerät.

      Verknüpfte Inhalte

      Für die Begriffe, die auf dieser Seite vorkommen: das Bassmanagement, die Übergangsfrequenz und der LFE-Kanal für den Eingriff des IMAX Mode in die Basswiedergabe; die Zielkurve und die Raumkorrektur für die Einmessung, die davon berührt wird; der Dynamikumfang als die Größe, um die es bei der Sonderfassung der Tonmischung geht; die Kanal-Notation für die Layouts, in die eine Kinomischung übersetzt wird.

      Auf der Bildseite gehören der Farbraum, die Übertragungsfunktion, die Zielleuchtdichte und das Kontrastverhältnis dazu; für das erweiterte Bildformat und seinen Effekt auf dem Sitzplatz der Sichtwinkel. Was eine Kalibrierung an einem Bildgerät überhaupt leistet, steht unter Bildkalibrierung.

      Quellen

      1. IMAX Corporation und DTS, Pressemitteilung IMAX and DTS Partner to Launch IMAX Enhanced Program for Home Entertainment (04.09.2018) — Programmstart, Zertifizierungsgremium, geprüfte Gerätearten, IMAX Mode, Sonderfassung des DTS:X-Codecs, Arbeitsteilung zwischen IMAX und DTS.
      2. IMAX Corporation und DTS, Pressemitteilung IMAX Enhanced Announces Global Expansion With New Streaming Platforms, Blockbuster Movies and Device Partners (05.09.2019) — Zertifizierung von Streamingdiensten, 45 Minuten erweitertes Bildformat in „Spider-Man: Far From Home", Gerätepartner.
      3. DTS, IMAX Enhanced — Prüfgrößen Auflösung, Helligkeit und klangliche Wiedergabetreue; bis zu 26 Prozent mehr Bild; DTS:X als Tonformat des Programms.
      4. DTS, FAQ: IMAX Enhanced sound with DTS:X — zertifizierte Geräte empfohlen, für den Zugang zu den Inhalten aber nicht erforderlich.
      5. Xperi, IMAX Enhanced — Einordnung als Zertifizierungs- und Lizenzprogramm.
      6. Allion Labs, IMAX Enhanced — autorisiertes Prüflabor, Vorprüfung, Anforderungen durch ein Gremium und unveröffentlicht.
      7. ecoustics, Chris Boylan, DTS:X with IMAX Enhanced on Disney+ How it Works (07.07.2024) — unabhängige Sekundärquelle zur Umsetzung der Kinomischung im Heimformat.

      Die Angaben zum Programm stammen von seinen beiden Anbietern selbst; eine unabhängige Nachprüfung der Prüfschwellen ist mangels veröffentlichter Anforderungen nicht möglich. Die Angaben zum Verhalten des IMAX Mode sind im Text der Fachpresse zugeordnet; belegt ist davon ein einzelner Bericht, und kein Dokument von IMAX oder DTS bestätigt ihn.

    • 360 Reality Audio

      Technologie

      Sony 360 Reality Audio — Raumklangformat mit schrumpfender Streaming-Basis

      Sony 360 Reality Audio ist Sonys objektbasiertes Raumklangformat für Musik: Gesang, Instrumente und Effekte liegen als Tonobjekte mit Positionsangaben vor, ein Renderer erzeugt daraus das Signal für die tatsächliche Wiedergabesituation — im Regelfall Kopfhörer. Vorgestellt wurde es im Januar 2019 auf der Messe CES. Seit 2024 stellt sich zu dem Format vor allem eine Beratungsfrage: Die großen Streamingdienste haben es bis auf einen aufgegeben, während Geräte im Handel und im Bestand weiter damit werben.

      Sony hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Musik beim Streamen von überall um Dich herum kommt statt nur von links und rechts — am besten über Kopfhörer, die sich per Handy-App an Deine Ohren anpassen. Das Problem: Die meisten Musikdienste haben aufgehört, solche Aufnahmen anzubieten. Wenn Dein Kopfhörer oder Lautsprecher mit diesem Logo wirbt, ist er deshalb nicht schlechter geworden — es gibt nur kaum noch Musik, die die Funktion nutzt.

      Das zugrunde liegende Problem

      Raumklang im Heimkino setzt Lautsprecher voraus, die um den Hörplatz herum montiert sind. Musik wird aber überwiegend anders gehört: über Kopfhörer, unterwegs, an Geräten, deren Aufbau niemand plant. Ein Raumklangformat für Musik-Streaming muss deshalb ohne festes Lautsprecherlayout auskommen und vor allem auf zwei Ohrhörern funktionieren.

      Genau dafür ist ein objektbasierter Ansatz geeignet: Wenn jedes Tonelement seine Position mitbringt, kann ein Renderer daraus ebenso ein Kopfhörersignal errechnen wie die Ansteuerung eines Lautsprechers. Was ein Objekt von einem Kanal unterscheidet und warum der Renderer das entscheidende Bauteil ist, erklärt die Seite zum objektbasierten Ton — das Prinzip ist hier dasselbe, nur das Einsatzfeld ist ein anderes.

      Funktionsweise

      Technisch setzt das Format auf MPEG-H 3D Audio auf, einen offenen Audiostandard, den das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen federführend entwickelt hat. Sonys Eigenleistung liegt weniger im Übertragungsverfahren als im Ökosystem um den bestehenden Standard: Produktionswerkzeuge für Studios, Lizenzierung für Dienste und Geräte, und die Vermarktung unter eigenem Namen.

      In der Produktion platziert das Studio bis zu einige Dutzend Tonobjekte in einem gedachten Kugelraum um den Hörer. Bei der Wiedergabe über Kopfhörer errechnet ein Renderer daraus ein zweikanaliges Signal, das die Richtungen über die Filterwirkung des Außenohrs nachbildet. Weil diese Filterwirkung von Kopf zu Kopf verschieden ist, gehört zur Sony-Umsetzung eine App, die die Ohrform fotografiert und die Signalverarbeitung daran anpasst — nach Herstellerangabe verbessert das die Ortungsschärfe spürbar. Spezielle Kopfhörer sind dafür nicht nötig; die Anpassung geschieht in der Zuspiel-App.

      Für die Wiedergabe ohne Kopfhörer hat Sony rundum abstrahlende Lautsprecher und später Soundbars mit entsprechender Dekodierung angeboten. Anders als im Heimkino gibt es hier kein genormtes Layout, auf das hin geplant würde — das Gerät erzeugt den Raumeindruck aus seiner eigenen Abstrahlung.

      Abgrenzung

      Gegen Dolby Atmos und DTS:X. Alle drei sind objektbasiert, und genau deshalb werden sie verwechselt. Der Unterschied liegt im Einsatzfeld und im Ökosystem: Atmos und DTS:X sind Heimkino-Formate mit genormten Lautsprecherwinkeln und breiter Geräteunterstützung, die auch für Musik-Streaming verwendet werden. 360 Reality Audio war von Anfang an ein reines Musikformat mit Kopfhörer-Schwerpunkt. Als TIDAL sein Raumklangangebot bereinigte, entschied sich der Dienst für Atmos — mit der Begründung der größeren Geräte- und Katalogbasis.

      Gegen MQA. Beide Formate hat TIDAL am selben Tag entfernt, seither werden sie regelmäßig in einem Atemzug genannt. Technisch haben sie nichts miteinander zu tun: MQA war ein Verfahren zur Verpackung hoher Auflösung, 360 Reality Audio beschreibt die räumliche Verteilung von Klangobjekten und macht über die Auflösung keine Aussage. Was die beiden verbindet, ist die Beratungslage danach — dazu unten mehr.

      Gegen Hi-Res Audio. Die Kennzeichnung sagt etwas über Abtastrate und Wortbreite einer Aufnahme, nichts über ihre räumliche Form. Eine 360-Reality-Audio-Aufnahme kann, muss aber nicht hochauflösend vorliegen.

      Die Marktbasis: was 2019 angekündigt war — und was 2026 übrig ist

      Zum Start 2019 kündigte Sony vier Streamingdienste an: Deezer, nugs.net, Qobuz und TIDAL; Amazon Music kam später dazu. Davon ist wenig geblieben. Deezer beendete die Unterstützung 2022. TIDAL entfernte das Format am 2024-07-24 — am selben Tag wie MQA; 360-Reality-Audio-Titel verschwanden ersatzlos aus den Wiedergabelisten. Unter den großen Diensten führt das Format nach Recherchestand nur noch Amazon Music, daneben Nischenanbieter wie nugs.net. Welcher Dienst aktuell welche Formate anbietet, soll das geplante Register der Musikstreaming-Dienste festhalten.

      Auch der Katalog blieb klein: Die Fachpresse nennt gut 7.000 Titel im Format, gegenüber Zehntausenden in Dolby Atmos. Ein Format, das Dienste und Geräte lizenzieren müssen, braucht aber genau diese Breite, damit alle Beteiligten die Lizenz weiter rechtfertigen — dieselbe Voraussetzung, die bei MQA entfallen ist.

      Was das für die Beratung heißt

      Die Lage entspricht der bei MQA, und sie lässt sich genauso nüchtern auflösen. Geräte im Kundenbestand — Sony-Kopfhörer, Soundbars, die Rundum-Lautsprecher der ersten Generation — werben weiterhin mit 360 Reality Audio, und auch aktuelle Datenblätter führen die Unterstützung auf. Das Gerät verliert durch den Rückzug der Dienste keine Funktion: Wo das Format ankommt, wird es weiter dekodiert. Es verliert das Angebot dazu.

      Daraus folgt zweierlei. Ein Bestandsgerät ist kein Grund zum Tausch, denn alles andere kann es unverändert. Und bei einem Neukauf ist die 360-Reality-Audio-Unterstützung kein Argument mehr, für das sich ein Aufpreis begründen ließe — über Kopfhörer, Streamer oder Soundbar entscheiden die Zuspielwege und die Formate mit tatsächlichem Angebot. Wer Raumklang beim Musik-Streaming sucht, findet ihn heute in der Breite bei Dolby Atmos.

      Grenzen

      Der Renderer bleibt eine Blackbox. Wie gut die Ortung über Kopfhörer funktioniert, hängt an der individuellen Anpassung, und deren Wirkung ist eine Herstellerangabe ohne unabhängige Messung.

      Kein Planungsgegenstand. Anders als ein Atmos-Layout ist 360 Reality Audio nichts, wofür ein Raum oder eine Lautsprecheranlage geplant würde. Für die AVITECT-Planung ist das Format deshalb eine Wissensfrage aus der Beratung, keine Auslegungsfrage.

      Zeitabhängigkeit. Jede Aussage über Dienste und Kataloge auf dieser Seite altert schnell; der Datenstand steht im Kopf der Seite und bei den Quellen.

      Verknüpfte Inhalte

      Was ein Tonobjekt von einem Kanal unterscheidet und warum der Renderer das entscheidende Gerät ist, steht beim objektbasierten Ton. Die parallele Beratungslage eines abgekündigten Formats im lebenden Gerätebestand beschreibt der Eintrag zu MQA; was die Kennzeichnung Hi-Res Audio davon unterscheidet, ihr eigener Eintrag. Welcher Dienst welche Formate führt, wird das Register der Musikstreaming-Dienste festhalten.

      Quellen

      Die Angaben zu Prinzip, Standardbasis, Startdiensten und Ohrform-Anpassung stammen aus Sonys Pressemitteilung zur Vorstellung vom 2019-01-07. Der Rückzug der Dienste und die Katalogangabe folgen einem benannten Fachpressebericht mit Stand 2024-07-05; TIDALs eigene Mitteilung war nicht abrufbar und ist über die Fachpresse gegengeprüft. Alle Dienste- und Katalogangaben sind zeitabhängig; ihr Datenstand ist je Quelle genannt.

    • MPEG-H
  • Raumkorrektur

    Raumkorrektursystem
    Dirac Live

    Glossar

    Dirac Live

    Dirac Live ist eine Einmess- und Korrektursoftware des schwedischen Herstellers Dirac Research. Sie misst ein Lautsprechersystem an mehreren Positionen im Hörbereich und berechnet daraus digitale Filter, die im AV-Receiver oder Prozessor arbeiten.

    Dirac Live ist ein Programm, das Deine Anlage im Wohnzimmer ausmisst und sie danach automatisch nachjustiert. Der Ablauf ähnelt einem Sehtest: erst prüfen, was tatsächlich bei Dir ankommt, dann eine passende Korrektur anfertigen, die von da an immer mitläuft. Du stellst dafür ein Mikrofon nacheinander an mehrere Stellen rund um Deinen Sitzplatz und folgst der Software. Meist klingt es danach deutlich ausgeglichener — die Stellen, an denen der Raum selbst dem Bass etwas wegnimmt, bleiben allerdings. Das Programm gibt es in mehreren Ausbaustufen, die getrennt gekauft werden.

    Ausführliche Erklärung

    Der Ablauf ist immer gleich: Ein Messmikrofon nimmt an mehreren Positionen rund um die Sitzplätze Testsignale auf, die Software bildet daraus ein gemeinsames Abbild des Systems im Raum und legt eine einstellbare Zielkurve darüber. Die Differenz zwischen Ist und Ziel wird in Filter übersetzt, die das Gerät danach auf jeden Kanal anwendet.

    Der Hersteller beschreibt die Korrektur als „Mixed Phase", also als Eingriff in Amplituden- und Zeitverhalten, nicht nur in den Frequenzgang; wie stark der Eingriff in die Zeitebene im konkreten Gerät ausfällt, hängt von Version und Lizenzumfang ab.

    Eine Korrektur kann nur bearbeiten, was die Lautsprecher im Raum tatsächlich erzeugen. Wo eine Raummode am Hörplatz eine Auslöschung bildet, hilft Anheben wenig: Es kostet Verstärkerleistung und wirkt nur an dieser einen Position. Es ist wie beim Nachschärfen eines unscharfen Fotos — Kontraste lassen sich betonen, fehlende Bildinformation entsteht dadurch nicht. Deshalb bleibt die Reihenfolge Raum, Aufstellung, dann Korrektur.

    Dirac Live wird in Lizenzstufen verkauft, von der Raumkorrektur über einen begrenzten Frequenzbereich bis zu den Erweiterungen Bass Control und ART.

    Lizenzstufen im Vergleich

    Die Grundversion — Room Correction — gibt es in zwei Ausbaustufen, die sich im korrigierten Frequenzbereich unterscheiden, sowie in einer günstigeren Variante nur für die zwei Stereokanäle. Bass Control und ART sind eigene, zusätzlich lizenzierte Module.

    LizenzDeckt ab
    Room Correction, Limited BandwidthKorrektur von 20 bis 500 Hz, alle Kanäle
    Room Correction, Full BandwidthKorrektur über den gesamten Bereich, 20 Hz bis 20 kHz, alle Kanäle
    Upgrade Limited → FullNachlizenzierung ohne Neukauf
    Room Correction Stereo (Limited/Full)wie oben, aber nur für ein Stereo-Setup (zwei Kanäle)
    Bass Controlgemeinsame Einmessung und Abstimmung mehrerer Subwoofer
    ART (Active Room Treatment)aktive Bedämpfung des Nachschwingens über den Lautsprecher-Verbund

    Die drei Erweiterungen lassen sich kombinieren, aber nicht beliebig: Ein Gerät mit Subwoofer und ART braucht laut Herstellerdokumentation zu Denon/Marantz-Prozessoren alle drei Lizenzen — Room Correction, Bass Control und ART —, weil ART auf den Subwoofer-Kanälen ohne Bass Control nicht mitarbeitet.

    Bei AVITECT erhältlich

    AVITECT führt die Dirac-Lizenzen als drei Pakete, jeweils als Endkundenpreis:

    PaketEnthältPreis
    Room Correction (Full) + Bass Control + ARTVollständige Korrektur, gemeinsame Subwoofer-Einmessung, aktive Resonanzbedämpfung699 €
    Room Correction (Full) + Bass ControlVollständige Korrektur plus gemeinsame Subwoofer-Einmessung529 €
    Bass Control + ART (Erweiterung)Für Systeme mit bereits vorhandener Room-Correction-Lizenz479 €

    Nicht zu verwechseln mit

    • Bass Control und ART: eigenständig lizenzierte Erweiterungen, nicht Teil der Grundversion.
    • Dirac-Impuls: Die Delta-Funktion aus der Signaltheorie, benannt nach dem britischen Physiker Paul Dirac, der sie in den 1920er-Jahren in die Quantenmechanik einführte; auf sie geht auch der Firmenname zurück. Mit dem Produkt hat sie nur den Namen gemeinsam.
    • Einmesssysteme anderer Hersteller: Audyssey, YPAO oder MCACC verfolgen ein ähnliches Ziel mit eigenen Verfahren.

    Praxisbeispiel

    Du hast einen AV-Receiver mit Dirac-Live-Lizenz und misst Dein Wohnzimmer ein. Das Ergebnis klingt ausgeglichener, aber der Bass bleibt auf dem rechten Außenplatz dünn. Das ist kein Fehler der Software: Ein einzelner Subwoofer und eine Mode im Raum lassen sich an mehreren Plätzen gleichzeitig nicht wegfiltern. Der nächste Schritt ist die Aufstellung — oder ein zweiter Subwoofer — und erst danach eine neue Messung.

    Verknüpfte Inhalte

    Verwandte Begriffe sind Raumkorrektur, Zielkurve, Phase sowie die Erweiterungen Bass Control und ART.

    Quellen

    • Dirac Help Center (offizielle Dokumentation, Abruf 2026-07-28) — Ablauf der Messung, Lizenzstufen, Zusammenspiel der Module.
    • Dirac Live Bass Control (Herstellerseite, Abruf 2026-07-28) — Herstellerangaben zum Zusammenspiel von Grundversion und Erweiterung.
    • Denon/Marantz Dirac-Live-Handbuch (Abruf 2026-08-26) — Lizenzkombinationen, Kombinationspflicht von ART und Bass Control bei vorhandenem Subwoofer.
    • miniDSP Support, „Understanding the various Dirac Live versions" (Abruf 2026-08-26) — Bandbreitentrennung Limited/Full bei 500 Hz.
    • AV-Connection, Produktliste Dirac-Live-Lizenzen (Abruf 2026-08-26) — Beispiel-Preisstruktur eines Fachhändlers, nicht AVITECT-Preise.
    • AVITECT-Artikelexport 2026-08-26 — die drei bei AVITECT geführten Paketpreise (Endkundenpreise), Veröffentlichung von Bene Senk freigegeben.
    Dirac Live – Status

    Glossar

    Dirac Live

    Dirac Live ist eine Einmess- und Korrektursoftware des schwedischen Herstellers Dirac Research. Sie misst ein Lautsprechersystem an mehreren Positionen im Hörbereich und berechnet daraus digitale Filter, die im AV-Receiver oder Prozessor arbeiten.

    Dirac Live ist ein Programm, das Deine Anlage im Wohnzimmer ausmisst und sie danach automatisch nachjustiert. Der Ablauf ähnelt einem Sehtest: erst prüfen, was tatsächlich bei Dir ankommt, dann eine passende Korrektur anfertigen, die von da an immer mitläuft. Du stellst dafür ein Mikrofon nacheinander an mehrere Stellen rund um Deinen Sitzplatz und folgst der Software. Meist klingt es danach deutlich ausgeglichener — die Stellen, an denen der Raum selbst dem Bass etwas wegnimmt, bleiben allerdings. Das Programm gibt es in mehreren Ausbaustufen, die getrennt gekauft werden.

    Ausführliche Erklärung

    Der Ablauf ist immer gleich: Ein Messmikrofon nimmt an mehreren Positionen rund um die Sitzplätze Testsignale auf, die Software bildet daraus ein gemeinsames Abbild des Systems im Raum und legt eine einstellbare Zielkurve darüber. Die Differenz zwischen Ist und Ziel wird in Filter übersetzt, die das Gerät danach auf jeden Kanal anwendet.

    Der Hersteller beschreibt die Korrektur als „Mixed Phase", also als Eingriff in Amplituden- und Zeitverhalten, nicht nur in den Frequenzgang; wie stark der Eingriff in die Zeitebene im konkreten Gerät ausfällt, hängt von Version und Lizenzumfang ab.

    Eine Korrektur kann nur bearbeiten, was die Lautsprecher im Raum tatsächlich erzeugen. Wo eine Raummode am Hörplatz eine Auslöschung bildet, hilft Anheben wenig: Es kostet Verstärkerleistung und wirkt nur an dieser einen Position. Es ist wie beim Nachschärfen eines unscharfen Fotos — Kontraste lassen sich betonen, fehlende Bildinformation entsteht dadurch nicht. Deshalb bleibt die Reihenfolge Raum, Aufstellung, dann Korrektur.

    Dirac Live wird in Lizenzstufen verkauft, von der Raumkorrektur über einen begrenzten Frequenzbereich bis zu den Erweiterungen Bass Control und ART.

    Lizenzstufen im Vergleich

    Die Grundversion — Room Correction — gibt es in zwei Ausbaustufen, die sich im korrigierten Frequenzbereich unterscheiden, sowie in einer günstigeren Variante nur für die zwei Stereokanäle. Bass Control und ART sind eigene, zusätzlich lizenzierte Module.

    LizenzDeckt ab
    Room Correction, Limited BandwidthKorrektur von 20 bis 500 Hz, alle Kanäle
    Room Correction, Full BandwidthKorrektur über den gesamten Bereich, 20 Hz bis 20 kHz, alle Kanäle
    Upgrade Limited → FullNachlizenzierung ohne Neukauf
    Room Correction Stereo (Limited/Full)wie oben, aber nur für ein Stereo-Setup (zwei Kanäle)
    Bass Controlgemeinsame Einmessung und Abstimmung mehrerer Subwoofer
    ART (Active Room Treatment)aktive Bedämpfung des Nachschwingens über den Lautsprecher-Verbund

    Die drei Erweiterungen lassen sich kombinieren, aber nicht beliebig: Ein Gerät mit Subwoofer und ART braucht laut Herstellerdokumentation zu Denon/Marantz-Prozessoren alle drei Lizenzen — Room Correction, Bass Control und ART —, weil ART auf den Subwoofer-Kanälen ohne Bass Control nicht mitarbeitet.

    Bei AVITECT erhältlich

    AVITECT führt die Dirac-Lizenzen als drei Pakete, jeweils als Endkundenpreis:

    PaketEnthältPreis
    Room Correction (Full) + Bass Control + ARTVollständige Korrektur, gemeinsame Subwoofer-Einmessung, aktive Resonanzbedämpfung699 €
    Room Correction (Full) + Bass ControlVollständige Korrektur plus gemeinsame Subwoofer-Einmessung529 €
    Bass Control + ART (Erweiterung)Für Systeme mit bereits vorhandener Room-Correction-Lizenz479 €

    Nicht zu verwechseln mit

    • Bass Control und ART: eigenständig lizenzierte Erweiterungen, nicht Teil der Grundversion.
    • Dirac-Impuls: Die Delta-Funktion aus der Signaltheorie, benannt nach dem britischen Physiker Paul Dirac, der sie in den 1920er-Jahren in die Quantenmechanik einführte; auf sie geht auch der Firmenname zurück. Mit dem Produkt hat sie nur den Namen gemeinsam.
    • Einmesssysteme anderer Hersteller: Audyssey, YPAO oder MCACC verfolgen ein ähnliches Ziel mit eigenen Verfahren.

    Praxisbeispiel

    Du hast einen AV-Receiver mit Dirac-Live-Lizenz und misst Dein Wohnzimmer ein. Das Ergebnis klingt ausgeglichener, aber der Bass bleibt auf dem rechten Außenplatz dünn. Das ist kein Fehler der Software: Ein einzelner Subwoofer und eine Mode im Raum lassen sich an mehreren Plätzen gleichzeitig nicht wegfiltern. Der nächste Schritt ist die Aufstellung — oder ein zweiter Subwoofer — und erst danach eine neue Messung.

    Verknüpfte Inhalte

    Verwandte Begriffe sind Raumkorrektur, Zielkurve, Phase sowie die Erweiterungen Bass Control und ART.

    Quellen

    • Dirac Help Center (offizielle Dokumentation, Abruf 2026-07-28) — Ablauf der Messung, Lizenzstufen, Zusammenspiel der Module.
    • Dirac Live Bass Control (Herstellerseite, Abruf 2026-07-28) — Herstellerangaben zum Zusammenspiel von Grundversion und Erweiterung.
    • Denon/Marantz Dirac-Live-Handbuch (Abruf 2026-08-26) — Lizenzkombinationen, Kombinationspflicht von ART und Bass Control bei vorhandenem Subwoofer.
    • miniDSP Support, „Understanding the various Dirac Live versions" (Abruf 2026-08-26) — Bandbreitentrennung Limited/Full bei 500 Hz.
    • AV-Connection, Produktliste Dirac-Live-Lizenzen (Abruf 2026-08-26) — Beispiel-Preisstruktur eines Fachhändlers, nicht AVITECT-Preise.
    • AVITECT-Artikelexport 2026-08-26 — die drei bei AVITECT geführten Paketpreise (Endkundenpreise), Veröffentlichung von Bene Senk freigegeben.
    Werkseitig integriert
  • Streaming

    Unterstützte Streaming-Dienste
    • Roon Ready

      Zertifizierung

      Roon Ready und Roon Tested

      Roon Ready ist die Geräte-Zertifizierung in Roons Ausgabe-Welt: Der Receiver oder DAC meldet sich als Zone am Roon Core und spielt, was Roon anliefert.

      Roon ist die Bibliotheks- und Bedienzentrale auf einem Rechner oder Music-Server im Haus. „Roon Ready“ am Verstärker heißt: Dieses Gerät darf sich als Wiedergabeziel anmelden. Den Server brauchst Du trotzdem — Ready allein streamt nichts.

      Roon Ready ist nicht dasselbe wie USB-, AirPlay- oder Chromecast-Ausgabe an Roon; es ist der native, zertifizierte RAAT-Weg.

      Roon Tested ist das zweite Programm desselben Anbieters und wird im Handel regelmäßig mit Roon Ready verwechselt: Ein Roon-Tested-Gerät wurde von Roon Labs geprüft, spricht aber einen anderen Weg als RAAT — etwa USB oder AirPlay. Was genau geprüft wird und was die Aufnahme kostet, belegt diese Erstfassung noch nicht.

    WLAN / Wi-Fi
    Nein
  • Gehäusemaße

    Höhe
    196 mm
    Breite
    442 mm
    Tiefe
    465,8 mm

Downloads

Nimm Kontakt auf

Erzähl uns von Dir, Deinen Träumen, Ideen, Erwartungen oder Bedenken.

Tastaturkürzel