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Bild 1 von 8

Einleitung

Mit 3.000 ANSI-Lumen aus drei Farblasern projiziert der PX3 Pro vom Lowboard vor der Wand aus Bilder von 80 bis 150 Zoll. Microsoft hat den Laser TV für Xbox-Konsolen zertifiziert, im Spielmodus liegt die Verzögerung bei höchstens 30 ms. Seine Fernbedienung bezieht den Strom aus einer Solarzelle.

Bei 100 Zoll trennen Gehäuserückseite und Bildfläche 21,6 cm. Wer das Lowboard plant, rechnet diesen Abstand zur Gehäusetiefe von 29,6 cm hinzu.

Eignet sich der PX3 Pro für Dich?

Cinema to Go

Mobiles Kino für unterwegs.

Nicht geeignet
Grey Cinema

Multifunktionsraum mit Heimkino.

Gut geeignet

Perfekt für Dich, wenn …

  • Du kein separates Netzteil am Gerät möchtest.
  • Du 3D-Wiedergabe brauchst.
  • Du Smart-TV-Funktionen und eingebaute Lautsprecher erwartest.

Eher nicht für Dich, wenn …

  • Du Dir keine Gedanken über Regenbogen-Effekte machen möchtest.
  • Du etablierten Projektor-Herstellern mit Installations-Erfahrung vertraust.
  • Du ein natives 4K-Panel suchst.
  • Du den Beamer transportieren oder flexibel umstellen willst.
  • Du ein Black Cinema auf Referenz-Niveau bauen möchtest.

Die Highlights des PX3 Pro im Überblick

  • Helligkeit

    3.000 lm

    ANSI-Lumen

  • Auflösung

    Nativ

    1920 × 1080

    Dargestellt

    3840 × 2160

  • Lichtquelle

    RGB-Triple-Laser

  • Throw Ratio

    0,22

  • Kontrast

    3.000

  • Garantie

    2 Jahre

  • Bilddiagonale

    80 – 150 Zoll

  • HDR-Formate

    • HDR10
    • HDR10+
    • Dolby Vision
    • HLG
  • Gehäuse

    B × H × T

    550 mm120 mm296 mm

    inkl. Füße/Sockel · Gewicht 9 kg

Technologien im PX3 Pro

Was in den technischen Daten steckt — auf unseren Wissensseiten erklärt und vertieft.

Technische Daten

  • Bilderzeugung

    Projektionstechnologie
    DLP
    Native Auflösung
    1920 × 1080

    Lichtquelle

    Lichtquelle
    RGB-Triple-Laser
  • Helligkeit

    Helligkeit
    3.000 lm

    Kontrast

    Kontrast (nativ)

    Glossar

    Kontrastverhältnis

    Das Kontrastverhältnis ist das Verhältnis der Leuchtdichte einer weißen Fläche zu der einer schwarzen, angegeben als Verhältniszahl wie 2.000:1. Die Zahl allein sagt wenig, denn ihr Wert hängt fast vollständig daran, unter welchen Bedingungen die beiden Leuchtdichten gemessen wurden.

    Ein Bild wirkt plastisch, wenn Hell und Dunkel weit auseinander liegen. Genau das beschreibt der Kontrast: wie viel heller das Weiß ist als das Schwarz. Auf Datenblättern stehen dafür riesige Zahlen, oft Millionen zu eins — die kommen aber zustande, indem das Gerät bei einem komplett schwarzen Bild einfach das Licht abdreht. In einer echten Szene mit hellen und dunklen Stellen nebeneinander bleibt davon nur ein Bruchteil übrig. Und in einem hellen Zimmer entscheidet am Ende nicht der Projektor, sondern das Licht im Raum.

    Ausführliche Erklärung

    Drei Angaben kursieren unter demselben Wort, und sie beschreiben verschiedene Dinge.

    Nativer Kontrast, auch sequenzieller oder On/Off-Kontrast: Gemessen wird ein vollflächig weißes Bild und danach ein vollflächig schwarzes, ohne dass das Gerät nachhelfen darf; eine vorhandene Blende bleibt dabei in fester Stellung. Diese Zahl beschreibt, was Optik und Bildwandler von sich aus leisten — wie viel Restlicht sie im schwarzen Bild durchlassen und wie sauber die Optik arbeitet. Sie ist die ehrlichste Geräteangabe, beschreibt aber einen Zustand, den ein Film nie zeigt: ein Bild, das ganz hell oder ganz dunkel ist.

    Dynamischer Kontrast: Hier darf das Gerät die Lichtquelle mitregeln — über eine Autoblende, über das Dimmen von Laser oder Lampe. Im schwarzen Bild fährt es die Helligkeit herunter, und aus dem Verhältnis der beiden Extremwerte entstehen die sechs- und siebenstelligen Angaben auf der Verpackung. Der Gewinn ist nicht eingebildet, er wirkt zwischen den Szenen: Ein dunkler Filmabschnitt wird tatsächlich dunkler. Innerhalb eines Bildes leistet er nichts, denn die Lichtquelle kann nur für das ganze Bild gleichzeitig hell oder dunkel sein.

    Hersteller benennen dieses Dimmen mit eigenen Namen. XGIMI etwa führt es als DBLE und senkt dafür den Strom der Laserlichtquelle; andere Häuser regeln eine Blende im Lichtweg. Für die Messgröße macht das keinen Unterschied — entscheidend bleibt, dass das Gerät während der Messung nachregeln durfte.

    Genau hier liegt eine Fallgrube beim Datenblattvergleich: Wird eine Blendenstellung in den Messaufbau einbezogen, kann ein Wert als nativer Kontrast ausgewiesen sein, der nach der obigen Abgrenzung keiner ist. Wo das vorkommt, steht es bei der jeweiligen Technologie — für ein aktuelles Beispiel siehe Dual Iris.

    In-Bild-Kontrast, meist ANSI-Kontrast genannt: Gemessen wird an einem Schachbrettmuster aus sechzehn Feldern, hell und dunkel gleichzeitig auf der Fläche. Das Verfahren geht auf eine Festlegung des American National Standards Institute zurück, daher der Name. Weil beide Zustände nebeneinander stehen, schlägt hier alles durch, was im Gerät und im Raum Licht verteilt: Streulicht in der Optik, Reflexionen im Gehäuse und das Licht, das von den hellen Feldern über Wände und Decke zurück auf die Bildfläche fällt. Das Ergebnis liegt deutlich unter dem nativen Wert — wie weit darunter, hängt stark an der Bauart. Es ist zugleich der Wert, der dem Seheindruck einer realen Szene am nächsten kommt.

    Im Wohnraum zählt keine dieser Zahlen allein, denn zwischen Gerät und Auge liegt der Raum. Wie Fremdlicht den Schwarzwert anhebt, führt der Eintrag zur ALR-Leinwand aus; für den Kontrast kommt eine zweite Quelle dazu, die leicht übersehen wird. Es ist das Licht des Projektors selbst: Es verlässt die Leinwand, trifft weiße Wände, eine helle Decke, einen hellen Boden, und ein Teil davon landet wieder auf der Bildfläche. Dieser Rückweg lässt sich nicht abdunkeln wie ein Fenster, er hängt an den Flächen im Raum. In einem hellen Wohnzimmer bricht der erreichte Kontrast deshalb weit unter jede Geräteangabe ein, und zwar unabhängig davon, wie gut das Gerät ist. In einem dunklen, dunkel ausgekleideten Raum wird die Geräteangabe dagegen zur begrenzenden Größe — dort lohnt der Blick auf den nativen und den In-Bild-Wert.

    Bei Wechseloptik entscheidet auch das Objektiv mit

    Bisher stand hier der Kontrast als Eigenschaft des Geräts. Bei Projektoren mit Wechselobjektiv stimmt das nur zur Hälfte: Zum selben Gehäuse gehören verschiedene Optiken, und sie liefern verschiedene Kontrastwerte.

    Christie führt zu denselben Projektoren drei Objektivfamilien — High Brightness, High Contrast und Ultra-High Contrast — und beziffert den Tausch im Objektivleitfaden (Ausgabe Juli 2026). Bezugsgröße ist dort die lichtstärkste Familie: Gegenüber einer HB-Optik braucht die HC-Reihe nach Herstellerangabe rund zehn Prozent mehr Projektorhelligkeit, die UHC-Reihe rund dreißig Prozent, um dieselbe Mindestleuchtdichte von 14 Footlambert auf der Leinwand zu halten. Als Gewinn nennt Christie für die HC-Reihe bis zu zehn Prozent mehr Kontrast an Xenon-Geräten und bis zu zwanzig Prozent an RGB-Laser-Projektoren, für die UHC-Reihe bis zu dreihundert Prozent — die gibt es allerdings nur für RGB-Laser-Modelle und nicht für Xenon. Alle diese Zahlen sind Herstellerangaben ohne unabhängige Messung. Belastbar ist an ihnen vor allem die Richtung, denn Christie beziffert den Preis in Helligkeit ebenso wie den Gewinn an Kontrast.

    Für die Planung folgt daraus zweierlei. Die Kontrastangabe eines Geräts mit Wechseloptik gilt für eine bestimmte Optik, und welche das war, steht selten im Datenblatt. Und wer Kontrast über die Objektivwahl gewinnt, zahlt dafür mit Licht — was auf die Helligkeitsangabe und über sie auf die Leinwandgröße zurückwirkt.

    Häufiges Missverständnis

    Zwei Datenblätter, 1.000.000:1 gegen 20.000:1 — der Schluss auf ein fünfzigfach besseres Bild liegt nahe und ist falsch. Die beiden Zahlen stammen in aller Regel aus verschiedenen Messarten, die eine mit Dimmung, die andere ohne. Hersteller nennen die Bedingung häufig gar nicht, und ohne sie sind die Werte nicht vergleichbar. Wer Geräte gegeneinander stellen will, braucht dieselbe Messart auf beiden Seiten oder einen Test, der sie selbst erhebt.

    Der zweite Trugschluss ist hartnäckiger, weil er die Reihenfolge der Planung umdreht: dass ein Gerät mit hohem Kontrastwert ein dunkles Zimmer ersetzt. Das Verhältnis ist umgekehrt. Ein guter Projektor in einem hellen Raum liefert weniger Kontrast als ein durchschnittlicher in einem dunklen, denn die Grundhelligkeit im Raum addiert sich zum Schwarz und lässt sich durch keine Bildeinstellung wieder abziehen. Deshalb steht bei AVITECT die Lichtkontrolle vor der Gerätewahl — nicht aus Prinzip, sondern weil sie der größere Hebel ist.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Leinwand-Gain: Eine Helligkeitsangabe im Verhältnis zur weißen Referenzfläche. Eine graue Leinwand mit niedrigem Gain kann den wahrgenommenen Kontrast unter Restlicht heben, ist aber selbst keine Kontrastangabe.
    • Schwarzwert: Die absolute Leuchtdichte der dunkelsten Stelle, gemessen in Candela je Quadratmeter. Zwei Geräte können dasselbe Verhältnis erreichen und dabei unterschiedlich tief schwarz sein.
    • Dynamikumfang des Bildmaterials: HDR beschreibt, welchen Helligkeitsbereich die Aufnahme transportiert. Was ein Gerät davon im Raum zeigen kann, entscheidet der Kontrast.

    In der Planung

    Ein Wohnzimmer mit weißen Wänden und heller Decke, gesehen wird abends bei geschlossenen Rollos. Der Kunde bringt eine Geräteliste mit, sortiert nach Kontrastangabe.

    Wie weit lässt sich der Raum verdunkeln, und was passiert mit dem Licht, das der Projektor selbst in den Raum schickt? Bei weißen Flächen ringsum kehrt ein erheblicher Teil davon zurück auf die Bildfläche, und das begrenzt den Kontrast schon, bevor über Technik gesprochen wird. Der Raum wird deshalb in dieser Reihenfolge bearbeitet: erst die Verdunkelung, dann die Flächen im direkten Umfeld der Bildfläche dunkel und matt halten, dann die Leinwandentscheidung — eine leicht graue Oberfläche oder eine winkelselektive, je nachdem, wie viel Restlicht bleibt. Das Gerät steht am Ende dieser Reihe, und dann zählt sein In-Bild-Kontrast, nicht die größte Zahl auf dem Karton.

    Verknüpfte Inhalte

    Wie eine Leinwand das Licht verteilt, statt es zu vermehren, steht beim Leinwand-Gain; wie eine Oberfläche Fremdlicht nach Richtung unterscheidet, bei der ALR-Leinwand. Warum Ultrakurzdistanz-Geräte eine eigene Leinwandfamilie brauchen, erklärt der Laser TV, die Aufstellgeometrie dahinter das Projektionsverhältnis. Wie weit sich Restlicht im Wohnraum überhaupt beherrschen lässt, behandelt das Guide-Kapitel zur Lichtkontrolle.

    Quellen

    Die Beschreibung der drei Messarten folgt der Festlegung des American National Standards Institute für den In-Bild-Kontrast sowie Herstellerunterlagen; die Reihenfolge Lichtkontrolle vor Gerätewahl der AVITECT-Praxis. Die Zahlen zum Objektivtausch stammen aus dem Christie Cinema Projector Lens Guide in der Ausgabe vom Juli 2026, am 2026-09-05 im Volltext gelesen; sie sind Herstellerangaben.

    3.000
  • Projektionsgeometrie

    Throw Ratio

    Glossar

    Projektionsverhältnis

    Das Projektionsverhältnis — englisch throw ratio — ist der Abstand zwischen Objektiv und Bildfläche, geteilt durch die Bildbreite. Ein Wert von 1,5 bedeutet: Für ein zwei Meter breites Bild steht der Projektor drei Meter entfernt.

    Je weiter ein Projektor von der Wand weg steht, desto größer wird sein Bild. Wie schnell es größer wird, hängt am Objektiv, und genau dafür gibt es eine Zahl. Sie sagt Dir, wie viele Meter Abstand Du für einen Meter Bildbreite brauchst. Das klingt nach einer Nebensache, entscheidet aber darüber, ob das Gerät an der Decke hängt, hinten im Regal steht oder direkt unter der Bildfläche — und damit über einen großen Teil der Planung.

    Ausführliche Erklärung

    Bezugsgröße ist immer die Bildbreite, nicht die Diagonale. Das ist die häufigste Fehlerquelle beim Nachrechnen, weil Leinwände über die Diagonale verkauft werden — im Format 16:9 stellt man das Gerät damit rund 15 Prozent zu weit weg. Bei breiteren Kinoformaten fällt der Fehler kleiner aus, weil die Breite näher an der Diagonale liegt, ganz verschwindet er aber nie. Was er in Zentimetern kostet, welcher Faktor zu welchem Seitenverhältnis gehört und wie er sich in der Rückrechnung umdreht, rechnet der Projektionsabstand vor.

    Die meisten Projektoren nennen keinen festen Wert, sondern eine Spanne, weil ihr Objektiv einen Zoombereich hat — etwa 1,3 bis 2,1. Diese Spanne ist der eigentliche Planungsspielraum: Sie sagt, in welchem Abstandsbereich ein bestimmtes Bild überhaupt darstellbar ist. Ein großer Zoombereich macht die Aufstellung unkritisch, kostet aber am langen Ende Licht — bei maximalem Zoom verlieren viele Objektive spürbar an Helligkeit — und an den Enden des Bereichs Randschärfe, weshalb die Mitte des Bereichs die bessere Auslegung ist. Welche Anforderungen dabei an derselben Objektivstellung gegeneinander ziehen, führt Wurfweite, Lens Shift und Einfallswinkel aus.

    Aus dem Zahlenwert folgen die geläufigen Gerätekategorien. Klassische Projektoren liegen deutlich über 1,0 und stehen entsprechend weit hinten, meist an der Decke über den Sitzplätzen. Kurzdistanzgeräte liegen darunter und kommen mit wenigen Metern aus. Die Ultrakurzdistanz beginnt bei sehr kleinen Werten und erlaubt eine Aufstellung dicht unter der Bildfläche — das ist die Bauform, auf der der Laser TV aufsetzt.

    Wo die Grenzen zwischen diesen drei Kategorien liegen, legt keine Norm fest, und die Hersteller ziehen die Linie an verschiedenen Stellen: Christie gibt für die eigene Reihe 0,5 bis 1,0 als Kurzdistanz an, BenQ definiert sie über die Distanz statt über das Verhältnis, und Epson führt ein Objektiv namens „Short Throw“, das je nach Gehäuse bei 0,46 landet. AVITECT legt die Einteilung deshalb selbst fest: Werte unter 0,35 sind Ultrakurzdistanz, Werte von 0,35 bis 1,0 Kurzdistanz. Diese beiden Zahlenpaare sind eine Festlegung dieses Hauses und keine Branchenangabe. Was aus der Einordnung für Aufstellung, Montage und Leinwand folgt — samt der Faustregel in Metern, die an die Bildgröße gebunden ist —, steht beim Kurzdistanz-Projektor.

    Wichtig für die Praxis ist, was das Projektionsverhältnis nicht regelt: die Höhe des Bildes gegenüber dem Gerät. Dafür ist der Lens-Shift-Bereich zuständig, der das Bild optisch verschiebt, ohne den Abstand zu ändern. Fehlt dieser Spielraum, muss das Gerät genau in der Höhe montiert werden, die sein Objektiv zur Bildfläche vorgibt — oder das Bild wird elektronisch entzerrt, was Auflösung kostet und im Heimkino nichts zu suchen hat.

    Häufiges Missverständnis

    Am häufigsten wird das Verhältnis auf die Bilddiagonale bezogen. Weil die Diagonale größer ist als die Breite, ergibt das zu große Abstände — und im Ergebnis ein Bild, das größer wird als geplant, oder einen Projektor, der nicht mehr in den Raum passt. Wer mit Herstellerrechnern arbeitet, sollte deshalb prüfen, welche Größe dort eingetragen wird.

    Weniger offensichtlich ist der zweite Fehlschluss, und er betrifft die Ultrakurzdistanz. Weil das Gerät dicht an der Fläche steht, wird angenommen, die Aufstellung sei besonders unkritisch. Das Gegenteil ist der Fall: Bei sehr kleinen Werten verändern wenige Zentimeter Abstand die Bildgröße erheblich, und schon eine leichte Schrägstellung oder eine nicht ganz plane Bildfläche wird als Verzeichnung sichtbar. Ein Laser TV verlangt deshalb einen festen, justierbaren Standort und eine sehr gerade Leinwand.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Lens Shift: Verschiebt das Bild nach oben, unten oder zur Seite, ohne den Abstand zu verändern. Beantwortet die Frage „wo darf das Gerät hängen", nicht „wie weit weg".
    • Bilddiagonale: Die Verkaufsgröße einer Leinwand. Für das Projektionsverhältnis zählt die Breite.
    • Sitzabstand: Ergibt sich aus Bildgröße und gewünschtem Sichtwinkel und hat mit der Optik des Projektors nichts zu tun.

    In der Planung

    Ein Wohnzimmer, in dem die Bildbreite mit 2,60 Metern feststeht, weil mehr nicht zwischen die Fenster passt. Zu entscheiden ist zuerst, wo das Gerät sitzen darf — an der Decke, im Sideboard oder gar nicht sichtbar.

    Steht die Antwort fest, ergibt sich daraus der zulässige Bereich für das Projektionsverhältnis, und der grenzt die Gerätekategorie ein. Soll der Projektor im Sideboard unter der Bildfläche stehen, ist es ein Ultrakurzdistanz-Gerät, und diese Entscheidung zieht die Leinwandwahl nach sich, weil zur Ultrakurzdistanz eine passend ausgelegte Oberfläche gehört. Hängt er dagegen an der Decke, ist der Zoombereich das entscheidende Kriterium: Er muss den vorhandenen Abstand in seiner Mitte abdecken, nicht an seinem Rand. Über konkrete Modelle wird zuletzt gesprochen — und dann mit einer Zahl aus der Planung im Blick, nicht mit der Angabe auf dem Karton.

    Verknüpfte Inhalte

    Die Rechnung dazu — Abstand aus Verhältnis und Bildbreite, beide Umstellungen, das Abstandsfenster eines Zoomobjektivs und die Empfindlichkeit kleiner Verhältnisse — steht beim Projektionsabstand. Warum die Ultrakurzdistanz eine eigene Gerätefamilie hervorgebracht hat, steht beim Laser TV; welche Leinwandoberfläche dazu passt, bei der ALR-Leinwand. Wie groß das Bild für einen gegebenen Sitzabstand überhaupt sein soll, klärt der Sichtwinkel. Wo das Gerät bei festliegender Bildlage montiert werden darf, beantwortet der Lens Shift.

    Quellen

    Die Definition und die Angaben zu Zoom- und Lens-Shift-Bereichen folgen Herstellerunterlagen. Die drei zitierten Einteilungen stammen aus den Technologie- und Produktseiten von Christie, BenQ und Epson; die AVITECT-Grenzwerte sind eine eigene Festlegung ohne Fremdquelle.

    0,22
  • HDR & 3D

    HDR-Formate
    • HDR10

      Glossar

      HDR10 und HDR10+

      HDR10 ist das HDR-Format, das jedes Gerät beherrscht: eine feste Kombination aus der PQ-Kurve, zehn Bit Farbtiefe, dem Farbraum-Container BT.2020 und einem Satz Metadaten, der für den ganzen Film gilt. HDR10+ benutzt dieselbe Kombination und legt Angaben je Szene daneben, mit denen ein Wiedergabegerät seine Umrechnung feiner steuern kann.

      Filme mit hohem Helligkeitsumfang bringen eine Notiz mit, wie hell das Bild gemeint ist. Bei HDR10 gibt es genau eine solche Notiz für den ganzen Film — sie gilt für die Kellerszene genauso wie für die Wüstenszene, und Dein Fernseher oder Beamer muss selbst entscheiden, was er daraus macht. HDR10+ schreibt zusätzlich für jede Szene auf, wie hell sie tatsächlich ist. Das Gerät weiß dadurch mehr, muss die Angaben aber nicht benutzen. Und heller wird das Bild dadurch nirgends: Es geht nur darum, das vorhandene Licht besser zu verteilen.

      Ausführliche Erklärung

      HDR10: fünf Angaben, kein Verfahren

      Der Name klingt nach einer Norm, gemeint ist ein Medienprofil. Die Consumer Technology Association — der US-Branchenverband der Unterhaltungselektronik, dessen Spezifikation CTA-861 festlegt, wie Bildsignale über schnelle digitale Schnittstellen wie HDMI angekündigt werden — beschreibt das HDR10 Media Profile in ihren Gerätedefinitionen über genau fünf Angaben:

      AngabeWert
      ÜbertragungsfunktionSMPTE ST 2084 (PQ)
      Farbunterabtastung4:2:0 bei komprimierten Quellen
      Bittiefe10 Bit
      PrimärvalenzenITU-R BT.2020
      MetadatenSMPTE ST 2086 sowie MaxFALL und MaxCLL

      Mehr steht dort nicht. Kein Abbildungsverfahren, keine Prüfstelle, keine Mindesthelligkeit — HDR10 sagt, wie das Signal aussieht, und schweigt darüber, was das Gerät damit anstellt. Genau daraus folgt seine Verbreitung: Wer die fünf Angaben erfüllt, erfüllt das Profil, und niemand muss dafür um Erlaubnis fragen.

      Verbindlich wird HDR10 in derselben Definition, eine Zeile weiter. Ein Fernseher, Monitor oder Projektor darf sich nach dieser Festlegung nur dann HDR-tauglich nennen, wenn er das HDR10-Profil aus dem Netz, über HDMI oder aus anderen Quellen annimmt und verarbeitet. Weitere Profile sind ausdrücklich erlaubt, gefordert ist keines. Deshalb steht HDR10 auf praktisch jedem Datenblatt — es ist der einzige Weg, auf dem sich zwei beliebige HDR-Geräte sicher verstehen.

      Was die statischen Metadaten leisten

      Die beiden Metadatenteile beantworten zwei verschiedene Fragen. SMPTE ST 2086 beschreibt das Mastering-Display, also den Monitor, an dem der Film abgenommen wurde: seine Primärvalenzen und seine kleinste und größte Leuchtdichte. MaxCLL und MaxFALL beschreiben den Inhalt — den hellsten Bildpunkt, der im Film vorkommt, und die höchste mittlere Bildhelligkeit.

      Entscheidend ist die Reichweite dieser Angaben: Sie gelten für den gesamten Titel. Eine Nachtszene und eine Schneelandschaft bekommen dieselbe Auskunft, und was ein Gerät daraus für die konkrete Szene ableitet, bleibt ihm überlassen. Was dabei passiert und warum derselbe Film auf zwei Projektoren verschieden aussieht, steht bei der Tonwertabbildung.

      HDR10+: Beschreibung je Szene

      HDR10+ ändert an den fünf Angaben nichts und legt einen zweiten Metadatenstrom daneben. Dessen Aufbau steht in SMPTE ST 2094-40, im Normtitel „Application #4", genehmigt im April 2020 als Überarbeitung der Fassung von 2016. Die Norm beschreibt eine von mehreren Ausprägungen desselben Grundmodells für dynamische Metadaten — Nummer 40 ist die, auf der HDR10+ aufsetzt. Deshalb steht auf manchen Datenblättern die Normnummer statt des Formatnamens.

      Was mitreist, gehört zu zwei verschiedenen Gattungen, und dieser Unterschied ist der Kern des Formats.

      Beschreibende Statistik. Für jedes Zeitintervall — praktisch: für jede Szene — nennt der Datensatz das Maximum der Farbkomponenten, den Mittelwert der hellsten Komponente je Bildpunkt und eine Häufigkeitsverteilung dieser Werte. In der aktuellen Ausprägung sind das neun Stützstellen: die Werte, unter denen 1, 5, 10, 25, 50, 75, 90, 95 und 99 Prozent aller Bildpunkte der Szene liegen. Dazu kommt der Anteil der wirklich hellen Bildpunkte. Ein Gerät erfährt damit mehr als den Höchstwert der Szene: Es sieht, ob die Helligkeit auf wenigen Spitzlichtern sitzt oder über die halbe Bildfläche geht.

      Eine festgelegte Kurve. Zusätzlich kann eine Tonkurve mitgegeben werden: ein linearer Anfang, ein Knickpunkt und die Stützpunkte einer Bézier-Kurve darüber. Das ist die Fassung, die im Farbabgleich bewusst gesetzt wurde. Die Norm sagt dazu ausdrücklich, dass die Verteilungsangaben als Ersatzmetadaten dienen, wenn diese Kurve fehlt.

      Die Kurve gilt dabei nie im luftleeren Raum: Der Datensatz nennt die Spitzenhelligkeit des Zielgeräts, für die sie gedacht ist. Ein Gerät mit anderer Spitzenhelligkeit muss also weiterhin selbst rechnen — es hat dafür aber die Verteilung der laufenden Szene und eine gesetzte Kurve statt eines einzigen Werts für den ganzen Film.

      Warum ein HDR10+-Film auf jedem HDR10-Gerät läuft

      Die dynamischen Angaben stecken in einer Zusatznachricht des Videostroms, wie sie der HEVC-Codec für herstellerregistrierte Daten vorsieht; ihren Aufbau legt dieselbe CTA-Schnittstellenspezifikation fest, die auch die HDR-Ankündigung auf der HDMI-Verbindung regelt. Je Einzelbild wird höchstens eine solche Nachricht mitgeschickt.

      Diese Bauart erklärt die Abwärtskompatibilität besser als jede Zusage: Ein Decoder, der die Nachricht nicht kennt, überspringt sie — genau dafür ist die Nachrichtenart gemacht. Übrig bleibt ein gewöhnlicher HDR10-Strom, weil das Bild selbst nie etwas anderes war. Die Rundfunk-Spezifikation, die diesen Weg festschreibt, formuliert das als Erwartung, dass keine Kompatibilitätsprobleme auftreten; die Formatorganisation sagt dasselbe kürzer und stellt fest, dass ein reines HDR10-Gerät ein HDR10+-Signal ohne Weiteres als HDR10 abspielt.

      Ein HDR10+-Titel braucht deshalb keine eigene Rückfallebene: Der HDR10-Strom darunter ist bereits eine.

      Wo der Unterschied zu Dolby Vision liegt

      Beide Formate ergänzen HDR10 um Metadaten je Szene. Verschieden ist, wer über die Abbildung entscheidet:

      HDR10HDR10+Dolby Vision
      Metadatenein Satz für den Titelje Szene, in einer Zusatznachrichtje Szene, teils in einer zweiten Bildschicht
      AbbildungsverfahrenSache des GerätsSache des Gerätsvon Dolby vorgeschrieben
      GerätezulassungkeinePrüfung für das KennzeichenZulassung für die Wiedergabe
      ohne Unterstützung im Gerät—bleibt HDR10je nach Profil HDR10, SDR oder nichts

      Die entscheidende Zeile ist die zweite. HDR10+ liefert einem Gerät bessere Informationen und schreibt ihm nicht vor, was es daraus macht; Dolby Vision schreibt beides vor und bindet die Wiedergabe an zugelassene Geräte. Das ist derselbe Zielkonflikt wie überall zwischen offener und geschlossener Festlegung: Verbindlichkeit kostet Reichweite, Offenheit kostet Vorhersagbarkeit.

      Am Gerät schließen die beiden Formate einander nicht aus. Viele Fernseher werten beide aus, andere nur eines — welches, ist eine Frage der Produktdaten und des Firmwarestands.

      Häufiges Missverständnis

      „Die Zehn ist eine Versionsnummer." Sie steht für die Bittiefe — zehn Bit je Farbkanal statt der acht des gewohnten SDR-Materials. Auch das Pluszeichen zählt nichts hoch: Die fünf Angaben bleiben Wort für Wort dieselben, es kommt ein Metadatenstrom dazu.

      „HDR10+ macht das Bild heller." Es verteilt vorhandenes Licht anders. Die PQ-Kurve schreibt weiterhin absolute Leuchtdichten vor, die kaum ein Wiedergabegerät erreicht; die Metadaten verbessern nur die Auskunft darüber, welche Stellen im Bild diese Vorgabe überhaupt ausreizen. Wie viel das ausmacht, hängt vom Abstand zwischen Master und Gerät ab — und der ist bei Projektion am größten.

      „Steht HDR10 auf dem Karton, kann das Gerät HDR." Die Geräteanforderung verlangt vier Dinge: eine Schnittstelle mit HDR-Kennung, die Verarbeitung der statischen Metadaten, die Annahme des HDR10-Profils und das Anwenden einer passenden Übertragungsfunktion. Eine Mindesthelligkeit ist nicht darunter. Ein Gerät kann die Angabe also vollständig erfüllen und trotzdem so wenig Licht haben, dass von der HDR-Wirkung fast nichts übrig bleibt.

      Nicht zu verwechseln mit

      • PQ und HLG: Übertragungsfunktionen, die Codewerte in Helligkeit umrechnen. HDR10 benutzt PQ, aber eine Kurve allein ist noch kein Format — es fehlen Bittiefe, Farbraum und Metadaten. Beide Kurven klärt die Übertragungsfunktion.
      • Tonwertabbildung: Was das Gerät mit den Metadaten macht. Beide Formate legen sie nicht fest — deshalb sagen Formatangaben allein wenig über das Bild.
      • Dolby Vision: Ebenfalls dynamische Metadaten, aber mit vorgeschriebenem Verfahren und Gerätezulassung.
      • BT.2020: Der Farbraum-Container, eine der fünf Angaben des Profils. Kein Gerät stellt ihn vollständig dar.
      • Ultra HD und 4K: Bildauflösung. Sie hat mit dem Helligkeitsumfang nichts zu tun, wird auf Verpackungen aber im selben Atemzug genannt.

      In der Planung

      Ein Kunde bringt einen Fernseher mit HDR10+-Kennzeichen und einen Projektor ohne mit, dazu einen AV-Receiver und eine Matrix im Signalweg. Die Frage lautet, ob die Kette HDR10+ „kann".

      Sie ist in dieser Form nicht beantwortbar, und die Reihenfolge der Klärung entscheidet mehr als die Antwort:

      1. Was liefert die Quelle? Erst hier entscheidet sich, ob überhaupt dynamische Metadaten anliegen — je nach Titel, Dienst und Datenträger.
      2. Was reicht die Kette durch? Ein Zwischengerät, das die Kennung verwirft, lässt die Kette stillschweigend auf HDR10 zurückfallen. Der Mechanismus dahinter steht beim InfoFrame; das Bild ist dann nicht gestört, sondern schlicht anders abgebildet.
      3. Was wertet das Anzeigegerät aus? Die Kennung im Menü und die tatsächliche Verarbeitung sind zweierlei.
      4. Wie groß ist der Abstand zum Master? Auf einem lichtstarken Fernseher im abgedunkelten Raum bleibt für die Metadaten wenig zu tun. Auf drei Meter Bildbreite ist der Abstand riesig — dort wäre der Gewinn am größten, und dort ist die Formatunterstützung am dünnsten.

      Der vierte Punkt ist der, der die Kaufentscheidung dreht. Raumverdunklung und Bildgröße wirken bei HDR um ein Vielfaches stärker als jede Formatliste auf dem Datenblatt; die Rechnung dazu steht bei der Tonwertabbildung.

      Verknüpfte Inhalte

      Warum jedes Gerät die HDR-Vorgabe umrechnen muss und was dabei verloren geht, führt die Wissensseite zu HDR im Heimkino und Tonwertabbildung aus — sie ist die Voraussetzung dieser Seite. Die PQ-Kurve selbst und die Abgrenzung zwischen Kurve und Format gehören zur Übertragungsfunktion; dort steht auch, was HLG anders macht. Das konkurrierende dynamische Format beschreibt Dolby Vision. Zwei der fünf Angaben des HDR10-Profils haben eigene Einträge: Bittiefe und Farbraum. Die Größe, auf die am Ende alles zusammenläuft, klärt die Zielleuchtdichte. Woran die Kennung eines Formats in der Kette scheitert, klärt der InfoFrame.

      Quellen

      Die fünf Angaben des HDR10 Media Profile und die vier Bedingungen, unter denen ein Anzeigegerät HDR-tauglich heißen darf, stammen aus den Gerätedefinitionen der Consumer Technology Association, die für diese Seite am Objekt gelesen wurden; das Merkblatt selbst führt kein aufgedrucktes Datum. Der Aufbau der dynamischen Metadaten — die Verteilungsangaben mit ihren neun Stützstellen, die Kurve aus Knickpunkt und Bézier-Ankern, die Zielhelligkeit und der Vorrang der Kurve vor den Verteilungsangaben — ist an SMPTE ST 2094-40 in der Fassung von 2020 belegt, ebenfalls am Objekt gelesen. Die Übertragung als herstellerregistrierte Zusatznachricht im HEVC-Strom und die Feststellung, dass uninteressierte Empfänger sie überspringen, stehen in der ATSC-Ergänzung vom September 2021, die dafür auf die CTA-Schnittstellenspezifikation von Dezember 2020 verweist; deren Normtext ist kostenpflichtig und wurde nicht eingesehen.

      Dass HDR10+ genau diese Norm benutzt, ist an einer Spezifikation der Alliance for Open Media vom Oktober 2023 gegengelesen, die HDR10+ als Metadaten nach ST 2094-40 und CTA-861 beschreibt — also unabhängig von der Formatorganisation. Deren eigene Darstellung deckt Herkunft, Prüfprogramm und Lizenzbedingungen; diese Angaben sind nirgends gegenlesbar, weil die Systemspezifikation nur angemeldeten Unternehmen offensteht. Öffentlich ist allein die Metadatennorm. Die Angaben zur Ultra HD Blu-ray sind nicht belegt; die maßgebliche Fundstelle war nicht abrufbar und die Aussage steht entsprechend gekennzeichnet.

    • HDR10+

      Glossar

      HDR10 und HDR10+

      HDR10 ist das HDR-Format, das jedes Gerät beherrscht: eine feste Kombination aus der PQ-Kurve, zehn Bit Farbtiefe, dem Farbraum-Container BT.2020 und einem Satz Metadaten, der für den ganzen Film gilt. HDR10+ benutzt dieselbe Kombination und legt Angaben je Szene daneben, mit denen ein Wiedergabegerät seine Umrechnung feiner steuern kann.

      Filme mit hohem Helligkeitsumfang bringen eine Notiz mit, wie hell das Bild gemeint ist. Bei HDR10 gibt es genau eine solche Notiz für den ganzen Film — sie gilt für die Kellerszene genauso wie für die Wüstenszene, und Dein Fernseher oder Beamer muss selbst entscheiden, was er daraus macht. HDR10+ schreibt zusätzlich für jede Szene auf, wie hell sie tatsächlich ist. Das Gerät weiß dadurch mehr, muss die Angaben aber nicht benutzen. Und heller wird das Bild dadurch nirgends: Es geht nur darum, das vorhandene Licht besser zu verteilen.

      Ausführliche Erklärung

      HDR10: fünf Angaben, kein Verfahren

      Der Name klingt nach einer Norm, gemeint ist ein Medienprofil. Die Consumer Technology Association — der US-Branchenverband der Unterhaltungselektronik, dessen Spezifikation CTA-861 festlegt, wie Bildsignale über schnelle digitale Schnittstellen wie HDMI angekündigt werden — beschreibt das HDR10 Media Profile in ihren Gerätedefinitionen über genau fünf Angaben:

      AngabeWert
      ÜbertragungsfunktionSMPTE ST 2084 (PQ)
      Farbunterabtastung4:2:0 bei komprimierten Quellen
      Bittiefe10 Bit
      PrimärvalenzenITU-R BT.2020
      MetadatenSMPTE ST 2086 sowie MaxFALL und MaxCLL

      Mehr steht dort nicht. Kein Abbildungsverfahren, keine Prüfstelle, keine Mindesthelligkeit — HDR10 sagt, wie das Signal aussieht, und schweigt darüber, was das Gerät damit anstellt. Genau daraus folgt seine Verbreitung: Wer die fünf Angaben erfüllt, erfüllt das Profil, und niemand muss dafür um Erlaubnis fragen.

      Verbindlich wird HDR10 in derselben Definition, eine Zeile weiter. Ein Fernseher, Monitor oder Projektor darf sich nach dieser Festlegung nur dann HDR-tauglich nennen, wenn er das HDR10-Profil aus dem Netz, über HDMI oder aus anderen Quellen annimmt und verarbeitet. Weitere Profile sind ausdrücklich erlaubt, gefordert ist keines. Deshalb steht HDR10 auf praktisch jedem Datenblatt — es ist der einzige Weg, auf dem sich zwei beliebige HDR-Geräte sicher verstehen.

      Was die statischen Metadaten leisten

      Die beiden Metadatenteile beantworten zwei verschiedene Fragen. SMPTE ST 2086 beschreibt das Mastering-Display, also den Monitor, an dem der Film abgenommen wurde: seine Primärvalenzen und seine kleinste und größte Leuchtdichte. MaxCLL und MaxFALL beschreiben den Inhalt — den hellsten Bildpunkt, der im Film vorkommt, und die höchste mittlere Bildhelligkeit.

      Entscheidend ist die Reichweite dieser Angaben: Sie gelten für den gesamten Titel. Eine Nachtszene und eine Schneelandschaft bekommen dieselbe Auskunft, und was ein Gerät daraus für die konkrete Szene ableitet, bleibt ihm überlassen. Was dabei passiert und warum derselbe Film auf zwei Projektoren verschieden aussieht, steht bei der Tonwertabbildung.

      HDR10+: Beschreibung je Szene

      HDR10+ ändert an den fünf Angaben nichts und legt einen zweiten Metadatenstrom daneben. Dessen Aufbau steht in SMPTE ST 2094-40, im Normtitel „Application #4", genehmigt im April 2020 als Überarbeitung der Fassung von 2016. Die Norm beschreibt eine von mehreren Ausprägungen desselben Grundmodells für dynamische Metadaten — Nummer 40 ist die, auf der HDR10+ aufsetzt. Deshalb steht auf manchen Datenblättern die Normnummer statt des Formatnamens.

      Was mitreist, gehört zu zwei verschiedenen Gattungen, und dieser Unterschied ist der Kern des Formats.

      Beschreibende Statistik. Für jedes Zeitintervall — praktisch: für jede Szene — nennt der Datensatz das Maximum der Farbkomponenten, den Mittelwert der hellsten Komponente je Bildpunkt und eine Häufigkeitsverteilung dieser Werte. In der aktuellen Ausprägung sind das neun Stützstellen: die Werte, unter denen 1, 5, 10, 25, 50, 75, 90, 95 und 99 Prozent aller Bildpunkte der Szene liegen. Dazu kommt der Anteil der wirklich hellen Bildpunkte. Ein Gerät erfährt damit mehr als den Höchstwert der Szene: Es sieht, ob die Helligkeit auf wenigen Spitzlichtern sitzt oder über die halbe Bildfläche geht.

      Eine festgelegte Kurve. Zusätzlich kann eine Tonkurve mitgegeben werden: ein linearer Anfang, ein Knickpunkt und die Stützpunkte einer Bézier-Kurve darüber. Das ist die Fassung, die im Farbabgleich bewusst gesetzt wurde. Die Norm sagt dazu ausdrücklich, dass die Verteilungsangaben als Ersatzmetadaten dienen, wenn diese Kurve fehlt.

      Die Kurve gilt dabei nie im luftleeren Raum: Der Datensatz nennt die Spitzenhelligkeit des Zielgeräts, für die sie gedacht ist. Ein Gerät mit anderer Spitzenhelligkeit muss also weiterhin selbst rechnen — es hat dafür aber die Verteilung der laufenden Szene und eine gesetzte Kurve statt eines einzigen Werts für den ganzen Film.

      Warum ein HDR10+-Film auf jedem HDR10-Gerät läuft

      Die dynamischen Angaben stecken in einer Zusatznachricht des Videostroms, wie sie der HEVC-Codec für herstellerregistrierte Daten vorsieht; ihren Aufbau legt dieselbe CTA-Schnittstellenspezifikation fest, die auch die HDR-Ankündigung auf der HDMI-Verbindung regelt. Je Einzelbild wird höchstens eine solche Nachricht mitgeschickt.

      Diese Bauart erklärt die Abwärtskompatibilität besser als jede Zusage: Ein Decoder, der die Nachricht nicht kennt, überspringt sie — genau dafür ist die Nachrichtenart gemacht. Übrig bleibt ein gewöhnlicher HDR10-Strom, weil das Bild selbst nie etwas anderes war. Die Rundfunk-Spezifikation, die diesen Weg festschreibt, formuliert das als Erwartung, dass keine Kompatibilitätsprobleme auftreten; die Formatorganisation sagt dasselbe kürzer und stellt fest, dass ein reines HDR10-Gerät ein HDR10+-Signal ohne Weiteres als HDR10 abspielt.

      Ein HDR10+-Titel braucht deshalb keine eigene Rückfallebene: Der HDR10-Strom darunter ist bereits eine.

      Wo der Unterschied zu Dolby Vision liegt

      Beide Formate ergänzen HDR10 um Metadaten je Szene. Verschieden ist, wer über die Abbildung entscheidet:

      HDR10HDR10+Dolby Vision
      Metadatenein Satz für den Titelje Szene, in einer Zusatznachrichtje Szene, teils in einer zweiten Bildschicht
      AbbildungsverfahrenSache des GerätsSache des Gerätsvon Dolby vorgeschrieben
      GerätezulassungkeinePrüfung für das KennzeichenZulassung für die Wiedergabe
      ohne Unterstützung im Gerät—bleibt HDR10je nach Profil HDR10, SDR oder nichts

      Die entscheidende Zeile ist die zweite. HDR10+ liefert einem Gerät bessere Informationen und schreibt ihm nicht vor, was es daraus macht; Dolby Vision schreibt beides vor und bindet die Wiedergabe an zugelassene Geräte. Das ist derselbe Zielkonflikt wie überall zwischen offener und geschlossener Festlegung: Verbindlichkeit kostet Reichweite, Offenheit kostet Vorhersagbarkeit.

      Am Gerät schließen die beiden Formate einander nicht aus. Viele Fernseher werten beide aus, andere nur eines — welches, ist eine Frage der Produktdaten und des Firmwarestands.

      Häufiges Missverständnis

      „Die Zehn ist eine Versionsnummer." Sie steht für die Bittiefe — zehn Bit je Farbkanal statt der acht des gewohnten SDR-Materials. Auch das Pluszeichen zählt nichts hoch: Die fünf Angaben bleiben Wort für Wort dieselben, es kommt ein Metadatenstrom dazu.

      „HDR10+ macht das Bild heller." Es verteilt vorhandenes Licht anders. Die PQ-Kurve schreibt weiterhin absolute Leuchtdichten vor, die kaum ein Wiedergabegerät erreicht; die Metadaten verbessern nur die Auskunft darüber, welche Stellen im Bild diese Vorgabe überhaupt ausreizen. Wie viel das ausmacht, hängt vom Abstand zwischen Master und Gerät ab — und der ist bei Projektion am größten.

      „Steht HDR10 auf dem Karton, kann das Gerät HDR." Die Geräteanforderung verlangt vier Dinge: eine Schnittstelle mit HDR-Kennung, die Verarbeitung der statischen Metadaten, die Annahme des HDR10-Profils und das Anwenden einer passenden Übertragungsfunktion. Eine Mindesthelligkeit ist nicht darunter. Ein Gerät kann die Angabe also vollständig erfüllen und trotzdem so wenig Licht haben, dass von der HDR-Wirkung fast nichts übrig bleibt.

      Nicht zu verwechseln mit

      • PQ und HLG: Übertragungsfunktionen, die Codewerte in Helligkeit umrechnen. HDR10 benutzt PQ, aber eine Kurve allein ist noch kein Format — es fehlen Bittiefe, Farbraum und Metadaten. Beide Kurven klärt die Übertragungsfunktion.
      • Tonwertabbildung: Was das Gerät mit den Metadaten macht. Beide Formate legen sie nicht fest — deshalb sagen Formatangaben allein wenig über das Bild.
      • Dolby Vision: Ebenfalls dynamische Metadaten, aber mit vorgeschriebenem Verfahren und Gerätezulassung.
      • BT.2020: Der Farbraum-Container, eine der fünf Angaben des Profils. Kein Gerät stellt ihn vollständig dar.
      • Ultra HD und 4K: Bildauflösung. Sie hat mit dem Helligkeitsumfang nichts zu tun, wird auf Verpackungen aber im selben Atemzug genannt.

      In der Planung

      Ein Kunde bringt einen Fernseher mit HDR10+-Kennzeichen und einen Projektor ohne mit, dazu einen AV-Receiver und eine Matrix im Signalweg. Die Frage lautet, ob die Kette HDR10+ „kann".

      Sie ist in dieser Form nicht beantwortbar, und die Reihenfolge der Klärung entscheidet mehr als die Antwort:

      1. Was liefert die Quelle? Erst hier entscheidet sich, ob überhaupt dynamische Metadaten anliegen — je nach Titel, Dienst und Datenträger.
      2. Was reicht die Kette durch? Ein Zwischengerät, das die Kennung verwirft, lässt die Kette stillschweigend auf HDR10 zurückfallen. Der Mechanismus dahinter steht beim InfoFrame; das Bild ist dann nicht gestört, sondern schlicht anders abgebildet.
      3. Was wertet das Anzeigegerät aus? Die Kennung im Menü und die tatsächliche Verarbeitung sind zweierlei.
      4. Wie groß ist der Abstand zum Master? Auf einem lichtstarken Fernseher im abgedunkelten Raum bleibt für die Metadaten wenig zu tun. Auf drei Meter Bildbreite ist der Abstand riesig — dort wäre der Gewinn am größten, und dort ist die Formatunterstützung am dünnsten.

      Der vierte Punkt ist der, der die Kaufentscheidung dreht. Raumverdunklung und Bildgröße wirken bei HDR um ein Vielfaches stärker als jede Formatliste auf dem Datenblatt; die Rechnung dazu steht bei der Tonwertabbildung.

      Verknüpfte Inhalte

      Warum jedes Gerät die HDR-Vorgabe umrechnen muss und was dabei verloren geht, führt die Wissensseite zu HDR im Heimkino und Tonwertabbildung aus — sie ist die Voraussetzung dieser Seite. Die PQ-Kurve selbst und die Abgrenzung zwischen Kurve und Format gehören zur Übertragungsfunktion; dort steht auch, was HLG anders macht. Das konkurrierende dynamische Format beschreibt Dolby Vision. Zwei der fünf Angaben des HDR10-Profils haben eigene Einträge: Bittiefe und Farbraum. Die Größe, auf die am Ende alles zusammenläuft, klärt die Zielleuchtdichte. Woran die Kennung eines Formats in der Kette scheitert, klärt der InfoFrame.

      Quellen

      Die fünf Angaben des HDR10 Media Profile und die vier Bedingungen, unter denen ein Anzeigegerät HDR-tauglich heißen darf, stammen aus den Gerätedefinitionen der Consumer Technology Association, die für diese Seite am Objekt gelesen wurden; das Merkblatt selbst führt kein aufgedrucktes Datum. Der Aufbau der dynamischen Metadaten — die Verteilungsangaben mit ihren neun Stützstellen, die Kurve aus Knickpunkt und Bézier-Ankern, die Zielhelligkeit und der Vorrang der Kurve vor den Verteilungsangaben — ist an SMPTE ST 2094-40 in der Fassung von 2020 belegt, ebenfalls am Objekt gelesen. Die Übertragung als herstellerregistrierte Zusatznachricht im HEVC-Strom und die Feststellung, dass uninteressierte Empfänger sie überspringen, stehen in der ATSC-Ergänzung vom September 2021, die dafür auf die CTA-Schnittstellenspezifikation von Dezember 2020 verweist; deren Normtext ist kostenpflichtig und wurde nicht eingesehen.

      Dass HDR10+ genau diese Norm benutzt, ist an einer Spezifikation der Alliance for Open Media vom Oktober 2023 gegengelesen, die HDR10+ als Metadaten nach ST 2094-40 und CTA-861 beschreibt — also unabhängig von der Formatorganisation. Deren eigene Darstellung deckt Herkunft, Prüfprogramm und Lizenzbedingungen; diese Angaben sind nirgends gegenlesbar, weil die Systemspezifikation nur angemeldeten Unternehmen offensteht. Öffentlich ist allein die Metadatennorm. Die Angaben zur Ultra HD Blu-ray sind nicht belegt; die maßgebliche Fundstelle war nicht abrufbar und die Aussage steht entsprechend gekennzeichnet.

    • Dolby Vision

      Technologie

      Dolby Vision

      Dolby Vision ist ein HDR-Format, das Dolby Laboratories im Januar 2014 vorgestellt hat. Es löst ein Problem, das die Wissensseite zur Tonwertabbildung beschreibt: Die PQ-Kurve schreibt jedem Bildpunkt eine absolute Leuchtdichte vor, die kaum ein Wiedergabegerät erreicht — also muss jedes Gerät umrechnen, und wie es das tut, ist bei HDR10 nicht festgelegt. Dolby Vision legt es fest. Das Format liefert szenenweise Metadaten mit, schreibt das Abbildungsverfahren vor und lässt es nur auf Geräten laufen, die Dolby geprüft und zugelassen hat. Der Preis für diese Verbindlichkeit ist die Bindung an Dolby: Ohne zugelassenes Gerät in der Kette gibt es kein Dolby-Vision-Bild, sondern bestenfalls den HDR10-Anteil des Signals.

      Filme mit hohem Helligkeitsumfang bringen eine Anweisung mit, wie hell jede Stelle im Bild sein soll — aber Dein Fernseher oder Beamer schafft diese Vorgaben nie ganz und muss sie herunterrechnen. Beim üblichen Verfahren entscheidet jedes Gerät selbst, wie es das macht, und eine Anweisung gilt für den ganzen Film. Dolby Vision schickt stattdessen für jede Szene eine eigene Anweisung mit und schreibt auch das Herunterrechnen selbst vor — dafür funktioniert es nur auf Geräten, die Dolby dafür freigegeben hat. Eine dunkle Kellerszene und eine Wüstenszene bekommen so jede die Behandlung, die zu ihr passt, statt einen Kompromiss für beide.

      Das zugrunde liegende Problem

      HDR10, der Grundstock jeder UHD-HDR-Auswertung, gibt dem Gerät genau einen Datensatz für den ganzen Film mit: die Eckwerte des Mastering-Displays und zwei Helligkeitskennwerte. Eine Nachtszene und eine Schneelandschaft bekommen dieselbe Auskunft, und was das Gerät daraus macht, entscheidet es allein — mit den Folgen, die auf der Tonwertabbildungs-Seite stehen: Derselbe Film sieht auf zwei Geräten verschieden aus, und keines der Ergebnisse ist verbindlich.

      Dolby Vision setzt an beiden Enden dieses Problems an. Auf der Produktionsseite entsteht beim Farbabgleich eine Analyse je Szene, die der Colorist gezielt übersteuern kann; diese Werte reisen als dynamische Metadaten mit dem Film. Auf der Wiedergabeseite rechnet ein von Dolby vorgeschriebenes Verfahren diese Metadaten gegen die Fähigkeiten des konkreten Geräts. Die Umrechnung bleibt eine Umrechnung — mehr Licht entsteht dabei nicht —, aber sie folgt an beiden Enden derselben Systematik statt der Tagesform eines Geräteherstellers.

      Funktionsweise

      Basisschicht, Erweiterungsschicht, Metadaten

      Ein Dolby-Vision-Strom besteht aus bis zu drei Bestandteilen. Die Basisschicht ist ein gewöhnlicher Videostrom; je nach Profil ist sie für sich allein abspielbar (als HDR10 oder SDR) oder nur zusammen mit den übrigen Bestandteilen zu gebrauchen. Die dynamischen Metadaten beschreiben Szene für Szene, wie das Bild auf ein schwächeres Gerät abzubilden ist. Einige Profile führen zusätzlich eine Erweiterungsschicht: einen zweiten, schmalen Videostrom, der die Differenz zwischen der Basisschicht und dem vollen Master enthält — auf der UHD-Blu-ray ist das der Weg von der 10-Bit-HDR10-Fassung zurück zu den 12 Bit des Masters. Das Zusammensetzen aus Basisschicht, Erweiterungsschicht und Metadaten ist als öffentliche Norm dokumentiert, denn Dolby hat das Verfahren als Compound Content Management in die ETSI eingebracht (GS CCM 001).

      Auf der Disc gibt es die Erweiterungsschicht in zwei Ausprägungen: als volle Schicht mit echtem Differenzsignal (FEL) und als Minimalschicht, deren Differenzsignal null ist und die nur als Träger der Metadaten dient (MEL). Für die Planung ist der Unterschied deshalb von Belang, weil eine volle Erweiterungsschicht einen zweiten Decoder im Zuspieler beschäftigt — nicht jedes Gerät, das Dolby Vision meldet, verarbeitet beide Ausprägungen gleich gut.

      Die Abbildung im zertifizierten Wiedergabegerät

      Die Metadaten sind nur die halbe Technologie. Die andere Hälfte ist das Abbildungsverfahren selbst: Dolbys Content-Mapping-Algorithmen rechnen das Signal auf die Spitzenhelligkeit, den Schwarzwert und den Farbraum des konkreten Geräts um. Dieses Verfahren implementiert nicht jeder Hersteller nach eigenem Gusto — jedes Dolby-Vision-Wiedergabegerät muss eine Zertifizierung mit Dolbys Entwicklungswerkzeugen bestehen, und Dolby gibt die gemeldeten Gerätefähigkeiten frei. Was ein Gerät nach außen als Dolby-Vision-Fähigkeit meldet, ist also eine geprüfte Angabe und keine Selbstauskunft.

      Für die Kette heißt das: Die Metadaten reisen bis zu dem zugelassenen Gerät, das die Abbildung ausführt, und dieses Gerät bildet auf die eigenen Möglichkeiten ab. Ein UHD-Blu-ray-Zuspieler prüft dafür eigens über ein Statusregister, ob am Ende der Kette ein Dolby-Vision-Gerät hängt — meldet sich keines, bleibt der HDR10-Anteil des Signals übrig, sofern das Profil einen hat.

      Profile: welche Basisschicht ohne Dolby Vision übrig bleibt

      Dolby ordnet die zulässigen Stromformen in Profilen. Die für das Heimkino wichtigen unterscheiden sich vor allem darin, was ein Gerät ohne Dolby-Vision-Unterstützung mit der Basisschicht anfangen kann:

      ProfilAufbauBasisschicht allein abspielbar als
      5eine Schicht plus Metadatennichts — die Basisschicht liegt in Dolbys eigenem Signalformat (IPTPQc2) vor
      7Basisschicht plus Erweiterungsschicht plus Metadaten (UHD-Blu-ray)HDR10
      8.1eine Schicht plus MetadatenHDR10
      8.2eine Schicht plus MetadatenSDR

      Profil 5 ist der Streaming-Fall ohne Rückfalloption: Gerät ohne Dolby-Vision-Zulassung, kein brauchbares Bild — die Auswahl der passenden Fassung übernimmt dort der Streaming-Dienst, der einem Gerät ohne Zulassung gar kein Profil-5-Material ausliefert. Profil 8.1 ist der verträgliche Streaming-Fall: Dieselbe Datei ergibt auf einem HDR10-Gerät HDR10 und auf einem zugelassenen Gerät Dolby Vision. Profil 7 ist die Disc.

      Die Variante mit verringerter Verzögerung

      Im Standardmodus verarbeitet das Anzeigegerät die Metadaten selbst — das kostet Rechenzeit im Bildweg. Für Spielkonsolen und andere verzögerungskritische Quellen gibt es deshalb Low-Latency Dolby Vision (LLDV): Der Zuspieler übernimmt die Abbildung, rechnet das Bild auf die Fähigkeiten, die das Anzeigegerät ihm gemeldet hat, und schickt das fertige Ergebnis; die dynamischen Metadaten reisen dann nicht mehr mit. Damit wandert die Arbeit an die Stelle der Kette, die sie am schnellsten erledigt, und das Anzeigegerät muss nur noch anzeigen.

      Für die Projektion hat diese Variante eine Bedeutung über den Spielbetrieb hinaus: Sie ist der dokumentierte Weg, Dolby-Vision-Material in Ketten zu bringen, deren Bildgeber selbst keine Dolby-Vision-Zulassung hat — der Zuspieler bildet ab, die restliche Kette sieht ein gewöhnliches HDR-Signal. Was das für Ketten mit externem Videoprozessor bedeutet, steht im nächsten Abschnitt.

      Voraussetzungen

      • Material. Der Titel muss mit Dolby-Vision-Metadaten gemastert und in einem Dolby-Vision-Profil ausgeliefert sein — auf Disc als Profil 7, im Streaming je nach Dienst.
      • Ein zugelassenes Gerät an der Stelle, die abbildet. Im Normalfall ist das der Fernseher; in Projektionsketten, deren Bildgeber keine Zulassung hat, ein Zuspieler mit LLDV-Unterstützung.
      • Eine Kette, die das Format durchreicht. Zwischengeräte müssen die Signalisierung weitergeben; ein Glied, das sie verwirft, lässt die Kette kommentarlos auf HDR10 oder SDR zurückfallen. Der Mechanismus dahinter steht beim InfoFrame.
      • Kein zusätzlicher Raum- oder Lichtbedarf. Dolby Vision ändert nichts an der Physik der Projektion: Die Leuchtdichte-Rechnung der Tonwertabbildungs-Seite gilt unverändert, nur die Umrechnung wird systematischer.

      Abgrenzung

      Gegen HDR10. Gleiche PQ-Kurve, gleicher Farbraum-Container — der Unterschied liegt in den Metadaten und in der Verbindlichkeit. HDR10 liefert einen statischen Datensatz für den ganzen Film und überlässt die Abbildung dem Gerät; Dolby Vision liefert szenenweise Werte und schreibt das Verfahren vor. HDR10 ist zugleich die Rückfallebene: Auf der Disc und in Profil 8.1 steckt es als Basisschicht in jedem Dolby-Vision-Signal.

      Gegen HDR10+. Auch HDR10+ ergänzt HDR10 um dynamische Metadaten, verzichtet aber auf eine zentrale Gerätezulassung mit vorgeschriebenem Abbildungsverfahren — die Auswertung bleibt Sache des Geräteherstellers. Beide Formate schließen einander am Gerät nicht aus; welche ein konkretes Gerät auswertet, ist eine Produktdatenfrage.

      Kein Marketingbegriff für „helleres Bild". Dolby Vision erhöht weder Lichtstrom noch Kontrast. Es ist eine Vereinbarung darüber, wie das vorhandene Licht verteilt wird — die häufig beworbene Zwölf-Bit-Tiefe beschreibt das Signal und den Rechenweg, kein Panel, das zwölf Bit darstellt. Was Bittiefe im Signal bedeutet, steht im Glossar.

      Nicht dasselbe wie Dolby Atmos. Der Markenname klingt verwandt, gemeint ist dort Ton. Beide teilen nur den Urheber.

      Grenzen

      • Die Bindung an die Zulassung wirkt in beide Richtungen. Sie macht die Abbildung verbindlich — und sie schließt jede Kette aus, in der kein zugelassenes Gerät an der richtigen Stelle sitzt. Heimkinoprojektoren mit Dolby-Vision-Zulassung sind die Ausnahme; Projektionsketten sind deshalb auf den LLDV-Weg über den Zuspieler oder auf den Rückfall auf HDR10 angewiesen.
      • In Ketten mit externem Videoprozessor steht das Verfahren quer zur Gerätelogik. Der Prozessor will die Abbildung selbst übernehmen, Dolby Vision legt sie in das zugelassene Endgerät. Der dokumentierte Ausweg: Der Zuspieler bildet per LLDV ab, der Prozessor behandelt das Ergebnis wie jedes andere HDR-Signal — mit der Folge, dass die szenenweise Abbildung dann vor dem Glied stattfindet, das den Raum und die Leinwand kennt. Die Planungsfolge dazu steht beim externen Videoprozessor.
      • Szenenweise Metadaten lösen den Zielkonflikt der Abbildung nicht auf. Auch die beste Kurve verteilt nur; was die Tonwertabbildungs-Seite über Bildgröße, Raum und Streulicht sagt, bleibt der wirksamere Hebel.
      • Der Gewinn hängt am Abstand zwischen Master und Gerät. Je näher ein Gerät den gemasterten Leuchtdichten kommt, desto weniger bleibt für die Metadaten zu tun. Den größten Unterschied macht das Verfahren dort, wo der Abstand groß ist — und das ist die Projektion, also genau der Fall mit der dünnsten Gerätezulassung.

      Verknüpfte Inhalte

      Warum HDR-Vorgaben auf der Leinwand nicht ankommen und was eine Abbildungskurve grundsätzlich leisten kann, steht bei HDR im Heimkino und Tonwertabbildung — diese Seite setzt das voraus. Die PQ-Kurve selbst und der Unterschied zwischen Kurve und Format gehören zur Übertragungsfunktion. Wie sich Dolby-Vision-Material in Ketten mit externem Videoprozessor verhält und wann ein solches Gerät überhaupt etwas bringt, klärt der externe Videoprozessor. Die Signalisierung, an der ein Format in der Kette scheitern kann, steht beim InfoFrame; Bittiefe und Farbraum klären die beiden Größen, mit denen Dolby Vision beworben wird.

      Quellen

      Das Schichtenmodell — Basisschicht, Erweiterungsschicht, Composer, Display-Management-Metadaten aus SMPTE ST 2086 und ST 2094-10 — ist an der öffentlichen Norm ETSI GS CCM 001 belegt, in die Dolby das Verfahren eingebracht hat; sie wurde im Volltext gelesen. Profile, Kompatibilitäts-IDs und der Zertifizierungssatz stammen aus Dolbys Profildefinition in der Fassung 1.2.92 von 2017, gelesen über eine Spiegelung, weil developer.dolby.com nicht mehr auflöst; die Tabelle der Profile gibt entsprechend diesen Stand wieder. Die Disc-Seite (Profil 7, MEL/FEL, Statusregister des Zuspielers) ist am UHD-Blu-ray-Leitfaden von Dolby belegt, die Produktionsseite am Farbkorrektur-Leitfaden. Für die Variante mit verringerter Verzögerung liegt keine zugängliche Dolby-Fundstelle vor; sie ist an einem benannten Fachbeitrag von 2020 belegt. Datenstand der Seite: 2026-08-23.

    • HLG
  • Gehäusemaße

    inkl. Füße/Sockel
    Höhe
    120 mm
    Breite
    550 mm
    Tiefe
    296 mm

    Gehäusemaße

    Gewicht
    9 kg

Aufstellung

So weit steht der Laser TV vor der Leinwand, und so hoch liegt das Bild über Deinem Möbel. Die Werte kommen aus der Aufstelltabelle des Herstellers.

WandABCD

100″ · 221 × 125 cm

Leinwand bis Geräterückseite
21,6 cm
Leinwand bis Gerätefront
51,2 cm
Möbeloberkante bis Bildunterkante
38,9 cm
Möbeloberkante bis Bildoberkante
163,4 cm

Zeichnung nicht maßstäblich

Aufstellmaße je Bildgröße
BildgrößeLeinwand bis GeräterückseiteLeinwand bis GerätefrontMöbeloberkante bis BildunterkanteMöbeloberkante bis Bildoberkante
11,9 cm41,5 cm32,6 cm132,2 cm
16,7 cm46,3 cm35,8 cm147,9 cm
21,6 cm51,2 cm38,9 cm163,4 cm
26,5 cm56,1 cm42,0 cm179,0 cm
31,4 cm61,0 cm45,2 cm194,6 cm
36,2 cm65,8 cm48,3 cm210,2 cm
41,1 cm70,7 cm51,5 cm225,8 cm
46,0 cm75,6 cm54,6 cm241,4 cm

Tippe auf eine Zeile, dann zeigt die Zeichnung diese Bildgröße.

  • Am besten passt eine CLR-Leinwand. Ihre feinen Lamellen werfen das Licht, das steil von unten kommt, zu Dir zurück und schlucken Licht von oben, etwa von Deckenlampen.
  • Schon wenige Millimeter Abweichung verschieben das Bild auf der Leinwand. Miss deshalb genau nach, oder lass Dein Studio die Aufstellung planen.
  • Alle Abstände gelten ab der Oberfläche der Leinwand. Bei einer Rahmenleinwand rechnest Du die Rahmentiefe zum Abstand von der Wand dazu.

Aufstellung mit dem Studio planen

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