Inhalt anzeigen
- Tiefe
- Basis
Quellgerät und Zuspieler
Was ist ein Zuspieler — und meinen Quelle, Quellgerät und Zuspieler dasselbe?
Ein Zuspieler ist ein Gerät, das ein Bild- oder Tonsignal in die Anlage gibt — der Blu-ray-Spieler, die Streaming-Box, die Spielkonsole, der Netzwerkspieler, der Plattenspieler, auch der Fernseher, wenn seine eigenen Apps laufen. Quelle und Quellgerät bezeichnen dasselbe. Welches der drei Wörter fällt, hängt am Sprecher und nicht an der Sache.
Zuspieler sind die Geräte, von denen der Film oder die Musik kommt. Alles andere in Deiner Anlage gibt nur weiter, was ein Zuspieler hineingibt. Manche Leute sagen dazu Quelle oder Quellgerät — gemeint ist immer dasselbe. Wichtig ist das aus einem einzigen Grund: Jedes dieser Geräte braucht einen eigenen Anschluss am Receiver, und die Anschlüsse sind gezählt. Wer weiß, wie viele Zuspieler er hat, weiß deshalb schon einiges darüber, was für ein Gerät in der Mitte stehen muss.
Ausführliche Erklärung
Warum es drei Wörter gibt
In der Signaltechnik hat jede Verbindung zwei Enden: eine Quelle, die das Signal abgibt, und eine Senke, die es annimmt. Aus diesem Begriffspaar stammen „Quelle" und „Quellgerät"; die englische Gerätedokumentation schreibt entsprechend source und sink. „Zuspieler" kommt aus der Vorführ- und Studiopraxis und beschreibt dieselbe Rolle von der Tätigkeit her — das Gerät spielt etwas zu.
Genormt ist keines der drei Wörter. Sie stehen im deutschen Sprachgebrauch nebeneinander, und dieselbe Person wechselt im Gespräch oft zwischen ihnen. Für Dich heißt das: Wenn im Angebot „Quellgeräte" steht und im Gespräch von „Zuspielern" die Rede war, ist das kein Unterschied, den Du klären musst.
Ein Gerät ist übrigens nicht ein für alle Mal Quelle oder Senke, sondern in jeder einzelnen Verbindung eines von beidem. Der Fernseher ist Senke, solange er das Bild vom Receiver bekommt; sobald seine eigene App läuft und den Ton über eARC zurückschickt, ist er für diese Verbindung die Quelle. Genau diese Doppelrolle macht die Wortfrage im Beratungsgespräch gelegentlich unübersichtlich.
Was ein Zuspieler nicht ist
Zwei Abgrenzungen entscheiden mehr als jede Definition.
Ein Dienst ist kein Gerät. Netflix, Spotify und Disney+ liefern die Inhalte, aber sie hängen an keinem Kabel. Der Zuspieler ist das Gerät, das den Dienst abruft — die Streaming-Box, der Netzwerkspieler, die App im Fernseher. Derselbe Dienst kann in einem Haushalt über drei verschiedene Zuspieler laufen und dabei drei verschiedene Ergebnisse liefern, weil Bildformat, Tonformat und Bedienung am Gerät hängen. Welcher Weg zwischen Dienst und Gerät zur Verfügung steht, klären die Zuspielprotokolle.
Verteilen ist kein Zuspielen. Eine Matrix oder Kreuzschiene, ein Splitter, ein Repeater und die HDMI-Eingänge eines AV-Receivers geben kein eigenes Signal ab; sie nehmen an, schalten und reichen weiter. Wer sie mitzählt, kommt beim Planen der Eingänge auf falsche Zahlen. Die Geräte, die den Datenstrom annehmen und verarbeiten, führt der Eintrag zu den AV-Geräteklassen.
Die Planungsfolge: jeder Zuspieler belegt einen Eingang
Aus der Zahl der Zuspieler folgt unmittelbar die Zahl der belegten Eingänge, und daraus folgt der Rest.
Eingänge sind gezählt, und sie sind nicht gleichwertig. Ein Gerät kann sechs HDMI-Eingänge haben, von denen nur zwei die volle Bandbreite annehmen. Welcher Zuspieler an welchem Eingang landet, ist deshalb eine Entscheidung und keine Reihenfolge. Reicht die Zahl der Eingänge nicht, kommt eine Matrix davor — womit die Kette länger wird und jede weitere Stelle die Formate ebenfalls annehmen können muss.
Der schwächste Punkt der Kette bestimmt, was ankommt. Ein Zuspieler liefert nur, was alles hinter ihm annimmt: das Kabel, der Eingang, die Verarbeitung im Receiver, der Ausgang, der Bildschirm. Ausgehandelt wird das über EDID und den Kopierschutz HDCP; scheitert die Aushandlung, bleibt das Bild schwarz oder das Tonformat fällt auf eine kleinere Stufe zurück.
Zuspieler entscheiden mit über die Bedienung. Vier Zuspieler heißen vier Bedienoberflächen, vier Fernbedienungen und vier Stellen, an denen eine Aktualisierung etwas verändern kann. In Häusern mit mehreren Zonen stellt sich zusätzlich die Frage, ob ein Zuspieler nur an einem Platz spielt oder auf mehrere Räume verteilt wird.
Häufiges Missverständnis
„Mein Fernseher ist doch keine Quelle, da kommt ja alles rein." Für das Bild vom Receiver stimmt das. Sobald aber die App im Fernseher läuft, kommt der Ton aus dem Fernseher heraus und muss zurück zur Anlage — der Fernseher ist für diese Verbindung der Zuspieler. Das ist der Grund, aus dem die Rückführung des Tons in der Planung so oft auftaucht, obwohl der Fernseher intuitiv am Ende der Kette steht.
„Ich habe nur einen Zuspieler, nämlich Netflix." Der Dienst ist keiner. Gezählt wird das Gerät, das ihn abruft — und in vielen Haushalten sind das mehrere, weil dieselbe App im Fernseher, in der Spielkonsole und in der Streaming-Box steckt. Die Zahl der Zuspieler lässt sich also nicht aus der Zahl der Abos ablesen.
„Sechs Eingänge reichen für sechs Geräte." Zahlenmäßig ja. Ob tatsächlich jeder Zuspieler das liefern kann, was er könnte, hängt an den Eigenschaften des einzelnen Eingangs. Ein Spielgerät mit hoher Bildwiederholrate am falschen Anschluss läuft, aber eben nicht in der Form, für die es gekauft wurde.
Nicht zu verwechseln mit
- Senke: das Gerät am anderen Ende derselben Verbindung, das das Signal annimmt. Quelle und Senke sind Rollen in einer Verbindung, keine Gerätetypen — dasselbe Gerät kann beides sein.
- Streamingdienst: liefert Inhalte, hängt aber an keinem Anschluss. Zuspieler ist das Gerät, das den Dienst abruft.
- Zuspielprotokoll: der Weg, auf dem ein Datenstrom vom Dienst zum Gerät kommt. Ein Weg, kein Gerät.
- AV-Receiver und AV-Prozessor: die Geräte, die Zuspieler annehmen, umschalten und den Ton verarbeiten.
- Matrix und Kreuzschiene: verteilen vorhandene Signale auf mehrere Senken und erzeugen selbst keines.
- Medienserver oder Netzwerkspeicher: hält Dateien vor. Erst das Gerät, das die Dateien abspielt und ein Signal ausgibt, ist der Zuspieler — beides kann in einem Gehäuse stecken, muss aber nicht.
In der Planung
Ein Kunde nennt im Erstgespräch seine Geräte: Blu-ray-Spieler, Spielkonsole, Apple TV, dazu die Apps im Fernseher und ein Plattenspieler im Nebenraum. Die Frage kommt als Gerätefrage an: „Reichen die Eingänge an einem üblichen Receiver?"
Beantwortbar ist sie erst nach der Konzeptfrage. Was davon läuft regelmäßig, was steht nur noch aus Gewohnheit im Regal, und was soll in welchem Raum hörbar oder sichtbar sein? Aus dieser Antwort fällt erfahrungsgemäß mindestens ein Gerät heraus, und mit ihm ein Eingang, ein Kabel und eine Fehlerquelle.
Dann kommt die Aufstellung: Sitzen die verbleibenden Zuspieler beim Bildschirm oder zentral im Technikschrank? Zentral bedeutet kurze Wege zum Receiver, aber Fernbedienung und Aktualisierungen laufen aus der Ferne. Verteilt bedeutet das Gegenteil, und die Rückführung des Tons gewinnt an Gewicht.
Die Eingangszahl fällt zuletzt, denn jetzt ist bekannt, was sie aufnehmen muss und in welcher Güte. Wer umgekehrt mit dem Receiver beginnt, kauft sechs Anschlüsse, bevor feststeht, was daran soll — und merkt beim Einzug, dass zwei davon für das gewünschte Format zu schmal sind.
Verknüpfte Inhalte
Was mit dem Signal geschieht, nachdem es angenommen wurde, klärt der Eintrag zu den AV-Geräteklassen; die fünf Aufgaben, die jede Anlage erfüllt, stehen bei der Audiokette. Die Verteilung auf mehrere Bildschirme behandelt der Eintrag zu Matrix und Kreuzschiene, die Aufteilung eines Hauses in Hörbereiche der Eintrag zur Zone. Warum eine Verbindung trotz passender Stecker scheitert, klären EDID und HDCP. Die übrigen Wörter, die in einem Erstgespräch früh fallen, sammelt die Einstiegsseite Die Fachbegriffe, die Du zuerst brauchst.
Quellen
Die Rollenteilung in Quelle und Senke ist Grundlagenwissen der Signaltechnik; die Abgrenzung zwischen Dienst, Weg und Gerät folgt der Darstellung im AVITECT-Eintrag zu den Zuspielprotokollen, die Einordnung der annehmenden Geräte dem Eintrag zu den AV-Geräteklassen.