Dolby TrueHD ist der verlustfreie Mehrkanalcodec von Dolby Laboratories.
Er beruht auf Meridian Lossless Packing — Dolby setzt beide Namen in der
eigenen Bitstrom-Beschreibung gleich — und arbeitet auf Material, das
ursprünglich als lineares PCM vorliegt: Was der Dekoder ausgibt, ist
bit-für-bit dasselbe, was der Encoder bekommen hat. Auf der Blu-ray Disc
ist das Format zugleich der verlustfreie Träger für Dolby Atmos.
In einfachen Worten
Es gibt zwei Arten, Ton kleiner zu machen. Die eine wirft weg, was Du
vermutlich ohnehin nicht hörst — dabei kommt weniger heraus, als
hineinging. Die andere packt nur geschickter, so wie ein Reißverschluss
beim Kofferpacken: Nach dem Auspacken ist alles wieder da, Stück für
Stück. Dolby TrueHD ist die zweite Art. Sie schafft ungefähr die halbe
Größe, garantiert Dir aber genau das, was im Studio abgemischt wurde.
Der Preis dafür ist Platz auf der Leitung: Über schmale Wege kommt
dieses Format nicht durch, und deshalb ist die Scheibe sein
gewohnter Ort.
Dolby beschreibt das Verfahren als verlustfreies Codiersystem für
hochwertige Audiodaten, die ursprünglich als lineares PCM vorliegen. Die
Größenersparnis beziffert die Bitstrom-Beschreibung nüchtern über die
Wortbreite: Die Spitzendatenrate sinkt um den Gegenwert von vier Bit oder
mehr bei 48 kHz und von acht Bit bei 96 kHz. Ein Signal mit 24 Bit und
96 kHz wird also effektiv auf 16 Bit zusammengedrückt. Daraus rechnet
Dolby zwei Beispiele: sechs Kanäle mit 24 Bit und 96 kHz passen in
9,6 Mbit/s, acht Kanäle in 13,8 Mbit/s. Auf der Produktseite steht
dieselbe Aussage gröber — Dateien etwa halb so groß wie unkomprimiertes
PCM.
Ein Nebeneffekt des Verfahrens verdient eine eigene Erwähnung, weil er
den Unterschied zu einem verlustbehafteten Codec zeigt: Signale, die die
verfügbare Bandbreite gar nicht ausnutzen, sparen automatisch Platz.
Dolby nennt als Beispiel den Tieffrequenzkanal. Dort steckt schlicht
weniger Information, und die Kompression bemerkt das von selbst. Ein
verlustbehaftetes Verfahren müsste dafür eine Entscheidung treffen; hier
fällt die Ersparnis an, ohne dass jemand etwas festlegt.
Verlustfreie Kompression erzeugt eine von Natur aus schwankende
Datenrate: Leicht zu packende Passagen brauchen wenig Platz, schwierige
viel. Für einen Träger mit fester Kapazität ist das ein Problem, und
Dolby löst es über einen zwischen Encoder und Decoder synchronisierten
FIFO-Puffer. Leichte Abschnitte werden dem Dekoder schneller geliefert,
als er sie braucht, und füllen den Puffer vor; kommt dann eine schwierige
Passage, darf sie langsamer nachfließen, weil der Vorrat sie überbrückt.
Die Mindestgröße dieses Puffers gibt Dolby mit 120 000 Byte an.
Damit lässt sich die Grenze einhalten, die für Blu-ray-Ströme gilt:
Die Spitzendatenrate beträgt 18 Mbit/s. Das ist eine Obergrenze für
Spitzen und keine Angabe darüber, wie viel eine Tonspur im Mittel
belegt — und es ist erst recht keine Qualitätsangabe. Zwei verlustfreie
Formate mit verschiedenen Höchstraten liefern dasselbe Ergebnis; die Zahl
sagt nur, wie viel Platz die jeweilige Kompression im ungünstigsten Fall
braucht.
Dolby TrueHD Codierung verlustfrei, auf PCM-Material Format: Kanäle bis 32, jeweils bis 24 Bit Format: Abtastraten 44,1 bis 192 kHz Blu-ray Disc 8 Kanäle bei 96 kHz/24 Bit oder 6 Kanäle bei 192 kHz/24 Bit Blu-ray Disc: Spitzendatenrate 18 Mbit/s Größenersparnis rund die Hälfte gegenüber unkomprimiertem PCM Abwärtskompatibilität über eine getrennte Dolby-Digital-Spur auf der Scheibe
Die Zeile mit den Kanälen zeigt eine Unterscheidung, die auf
Datenblättern regelmäßig verschwimmt: Das Format erlaubt bis zu
32 Kanäle, die Blu-ray-Anwendung acht. Dolby beschreibt für die
Scheibe eine eigene Bitstrom-Syntax (FBA), von der die DVD-Audio-Fassung
abweicht.
Ein einzelner TrueHD-Datenstrom kann nach Dolbys Angabe bis zu drei
getrennte Mischungen enthalten: 7.1, 5.1 und Stereo. Der Inhalteanbieter
kann jede davon eigens abstimmen, statt sich auf eine automatische
Abwärtsmischung zu verlassen. Die Bitstrom-Beschreibung nennt dazu die
technische Seite: Ein Zweikanaldekoder mit geringem Rechen- und
Speicherbedarf kann aus einem Mehrkanalstrom eine Stereomischung
gewinnen — gedacht für einfache und tragbare Geräte.
Dazu kommen Metadaten aus derselben Familie wie beim älteren
Dolby-Codec. Die Dialognormalisierung hält den Sprachpegel konstant, wenn
zwischen TrueHD, Dolby Digital und Dolby Digital Plus gewechselt wird;
eine Dynamikbegrenzung senkt die Spitzenpegel für leises Hören. Was diese
Werte genau steuern, steht bei der
Dialognormalisierung .
An dieser Stelle unterscheidet sich die Dolby-Familie am deutlichsten von
der DTS-Familie, und Dolby erklärt die Entscheidung im eigenen Techpaper.
Ein verlustbehafteter Kern mit einer verlustfreien Erweiterung darüber
beeinträchtige nach Dolbys Darstellung entweder die verlustbehaftete
Ebene — weil beim Zurückrechnen Codierartefakte hörbar werden — oder die
verlustfreie, weil sie zusätzliche Kanäle mitschleppen muss. Dolby führt
deshalb einen eigenständigen verlustfreien Codec ohne verlustbehafteten
Unterbau.
Die Abwärtskompatibilität entsteht dann an anderer Stelle: Auf der
Scheibe liegt neben der TrueHD-Spur eine begleitende
Dolby-Digital-Kinomischung mit 5.1 Kanälen und 640 kbit/s. Für die
Beratung folgt daraus etwas Handfestes. Wenn ein Gerät in der Kette
TrueHD nicht durchlässt, greift kein Rückfall innerhalb des Datenstroms —
der Zuspieler wechselt auf eine andere Tonspur der Scheibe oder dekodiert
selbst und schickt PCM. Was genau passiert, entscheidet die Einstellung
im Zuspieler und nicht das Format.
Auf der Blu-ray Disc ist Dolby TrueHD der verlustfreie der beiden
Trägerformate für Dolby Atmos; der andere ist der verlustbehaftete
Nachfolger von Dolby Digital. Die Objektinformation kommt in beiden
Fällen unverändert an, der Ton darunter dagegen in verschiedener
Qualität. Welcher Weg durch die Anlage welchen Träger zulässt und wo
unterwegs gewechselt wird, führt Dolby Atmos
übertragen aus; diese Seite
beschreibt das Format und wiederholt die Trägerfrage nicht.
Für die Strecke zählt eine Angabe aus der Formatliste des
HDMI-Lizenzgebers: Dolby TrueHD steht in der Liste der neueren
Ausbaustufe des Tonrückkanals und fehlt bei der älteren. Die
Einzelheiten stehen bei eARC und ARC .
Dolby nennt auf der eigenen Produktseite neben der Blu-ray Disc auch
gestreamte und heruntergeladene Quellen, ohne dazu einen Dienst zu
benennen. Für die heruntergeladene Quelle gibt es einen belegten Fall:
Der Filmladen von Kaleidescape verkauft und verleiht Filme als
Download, und der Anbieter gibt für diese Dateien verlustfreien Ton an —
Dolby Atmos ausdrücklich auf Dolby TrueHD, daneben DTS-HD Master Audio
und DTS:X. Die Abspielgeräte der Strato-Reihe geben diese Formate als
Bitstrom über HDMI an den Prozessor aus, also in derselben Form wie ein
Scheibenlaufwerk. Der Prüfbericht der Fachpublikation ecoustics vom
8. November 2025 hat eine solche Tonspur am Gerät abgespielt und als
verlustfreies Dolby TrueHD mit Atmos beschrieben; die Angaben des
Anbieters standen am 1. September 2026 so auf dessen Seiten.
Für die Planung zählt daran das Verfahren, nicht der Laden: Der Film
liegt vollständig auf einem Gerät im Haus, bevor er abgespielt wird.
Was die Internetleitung im Moment der Wiedergabe hergibt, entscheidet
dann nichts mehr — die Spitzenrate muss der lokale Speicher liefern.
Ab diesem Gerät gelten dieselben Fragen wie bei einer Scheibe:
Bitstream oder eigene Dekodierung, und welche Ausbaustufe der Rückkanal
führt, falls der Weg über den Fernseher läuft.
„Verlustfrei klingt automatisch besser." Verlustfrei heißt
zunächst: identisch mit dem Master. Ob dieser Unterschied im
Wohnzimmer ankommt, hängt an Raum, Lautsprechern, Pegel und Material —
und daran, wie gut die verlustbehaftete Alternative eingestellt war.
Netflix stuft für 5.1 bereits 640 kbit/s nach eigenen und von Dolby
beigestellten Hörtests als vom Studiomaster ununterscheidbar ein. Klar,
die Garantie hat trotzdem Wert: Bei einem verlustfreien Träger muss
niemand über Hörbarkeit diskutieren, weil nichts weggelassen wurde. Nur
ist es eine Gewissheit über den Datenstrom und nicht über den Klang im
Raum.
„TrueHD hat einen Kern wie DTS, also kommt notfalls eine kleinere
Fassung an." Diese Erwartung stammt aus der anderen Familie und stimmt
hier nicht. Im Datenstrom steckt kein verlustbehafteter Unterbau. Was bei
einer überforderten Strecke ankommt, ist eine andere Tonspur oder ein
anderes Format, das ein Gerät in der Kette erzeugt.
„Die 18 Mbit/s sind die Datenrate der Tonspur." Es ist die Grenze
für Spitzen. Der Puffer im Dekoder ist genau dafür da, dass der mittlere
Bedarf darunter bleibt und schwierige Passagen trotzdem vollständig
ankommen.
Dolby Digital Plus ist der verlustbehaftete Codec derselben Familie
und der übliche Weg für Streaming und Rundfunk. Eine verlustfreie
Erweiterung von Dolby Digital Plus gibt es nicht; siehe Dolby Digital
Plus .
Dolby Atmos benennt keinen Codec. Es ist die Objektinformation, die
in diesem Format oder im verlustbehafteten Träger mitreist; das Prinzip
dahinter erklärt die Technologieseite zum objektbasierten
Ton .
DTS-HD Master Audio ist das direkte Gegenstück aus der anderen
Familie: ebenfalls verlustfrei, ebenfalls der Weg von der Scheibe,
ebenfalls Träger für objektbasierten Ton. Der Aufbau ist ein anderer,
weil dort eine verlustfreie Schicht auf einem verlustbehafteten Kern
sitzt und beides in einem Datenstrom liegt. Was das für den Rückfall
bedeutet, steht bei DTS-HD .
Unkomprimiertes Mehrkanal-PCM ist das, was ein Zuspieler ausgibt,
wenn er selbst dekodiert. Es klingt identisch, belegt aber deutlich mehr
Bandbreite, und der Verstärker zeigt dann kein Format an. Das allgemeine
Prinzip hinter dem Packen ohne Verlust steht bei verlustfreier
Kompression .
Ein Kunde hat eine gewachsene Blu-ray-Sammlung und einen neuen
Prozessor, der TrueHD beherrscht. Trotzdem zeigt das Display bei vielen
Scheiben ein anderes Format an. Wie sonst auch gilt zuerst:
Welchen Weg nimmt der Ton — und was ist im Zuspieler eingestellt?
Drei Ursachen kommen in Betracht, und keine davon ist ein Defekt.
Erstens kann die Scheibe eine andere Tonspur voreingestellt haben; die
begleitende Dolby-Digital-Mischung liegt auf 7.1-Titeln ohnehin daneben,
und manche Menüs wählen sie als Standard. Zweitens kann der Zuspieler auf
PCM statt auf Bitstream stehen — dann dekodiert er selbst, das Ergebnis
ist klanglich gleichwertig, aber der Prozessor zeigt kein Format mehr an
und übernimmt auch keine Nachbearbeitung im Datenstromformat. Drittens
kann der Ton über den Fernseher zurücklaufen, und die ältere Ausbaustufe
des Rückkanals nimmt dieses Format nicht auf.
Zwei davon lassen sich in fünf Minuten prüfen, bevor über Geräte
geredet wird: die Tonspurwahl im Scheibenmenü und die
Ausgabeeinstellung im Zuspieler. Bleibt die dritte übrig, ist es keine
Einstellungsfrage mehr, sondern eine des Signalwegs — und dann lautet
die bessere Frage, ob das Laufwerk überhaupt über den Fernseher laufen
muss.
Das Prinzip hinter dem Packen ohne Informationsverlust steht bei
verlustfreier Kompression ; was
Bittiefe und Abtastrate bedeuten, bei Bittiefe und
Bitrate und Datenrate .
Die beiden verlustbehafteten Formate derselben Familie stehen bei Dolby
Digital und Dolby Digital
Plus , das verlustfreie Gegenstück der
anderen Familie bei DTS-HD . In welchem Träger Dolby
Atmos über welchen Weg ankommt, behandelt Dolby Atmos
übertragen ; welche Formate der
Tonrückkanal zulässt, eARC und ARC . Wie weit
die Tonformate von Scheibe und Stream auseinanderliegen, vergleicht
UHD-Blu-ray gegen Streaming .
Die Gleichsetzung mit Meridian Lossless Packing, die Beschreibung als
verlustfreies Codiersystem auf PCM-Material, der Gewinn von vier
beziehungsweise acht Bit Wortbreite samt den Beispielrechnungen 9,6 und
13,8 Mbit/s, die Formatgrenzen von 32 Kanälen, 24 Bit und 44,1 bis
192 kHz, die Trennung von FBA- und FBB-Syntax, die FIFO-Glättung mit
mindestens 120 000 Byte Puffer sowie die Spitzendatenrate von 18 Mbit/s
für Blu-ray-Ströme stammen aus der Dolby-Bitstrom-Beschreibung vom
7. Februar 2018. Die Domain, auf der Dolby das Dokument selbst
veröffentlicht hat, ließ sich am 24.08.2026 nicht mehr auflösen; gelesen
wurde eine Momentaufnahme vom 30.12.2024 im Webarchiv.
Die Blu-ray-Werte von acht Kanälen bei 96 kHz und sechs bei 192 kHz, die
Angabe zur halben Dateigröße, die drei Mischungen in einem Datenstrom,
die Metadaten und die begleitende Dolby-Digital-Spur mit 640 kbit/s
stehen auf der Dolby-Produktseite, dort ohne Datumsangabe. Die Begründung
gegen einen verlustbehafteten Kern mit verlustfreier Erweiterung steht im
Dolby-Techpaper von 2008 und ist eine Herstellerdarstellung; sie
beschreibt die eigene Entwurfsentscheidung und ist kein Prüfergebnis.
Dass Dolby TrueHD auf der Blu-ray Disc der verlustfreie der beiden
Atmos-Träger ist, stammt aus dem Dolby-Whitepaper zu Atmos im Heimkino
vom Oktober 2016 und ist bei den Atmos-Trägerformaten im Einzelnen
belegt. Dass das Format in der Liste der neueren Rückkanal-Ausbaustufe
steht, gibt der HDMI-Lizenzgeber an; die Fundstelle wird beim Eintrag zu
eARC und ARC geführt.
Der Fall außerhalb der Scheibe stützt sich auf zwei Kaleidescape-Seiten,
die beide keinen eigenen Stand ausweisen und deshalb nur den Tag ihres
Abrufs belegen — den 01.09.2026 —, sowie auf den ecoustics-Prüfbericht
vom 8. November 2025, der die Formatangabe unabhängig vom Anbieter
gegenprüft. Was die Dolby-Formulierung sonst noch meinen kann, ist damit
nicht abschließend beantwortet; für das laufende Streamen verlustfreien
Dolby-Tons lag am selben Tag keine Fundstelle vor.