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TRUFIG — Technik flächenbündig in die Wand
Wie kommen Schalter, Tastfelder, Displays und Auslässe ohne Rahmen und ohne Schattenfuge in eine Wand — und was verlangt das von der Planung?
In einem sorgfältig geplanten Raum fällt die Haustechnik zuletzt auf, und dann fällt sie umso mehr auf: Lichtschalter mit Rahmen, Steckdosen mit Abdeckplatte, ein Tastfeld, das einen Millimeter vorsteht und einen Schatten wirft. TRUFIG ist ein Montagesystem, das genau diese Geräte bündig in die Fläche setzt — ohne Rahmen, ohne sichtbare Befestigung, mit einer Blende, die mitgestrichen wird. Die Geräte selbst stammen dabei meist von anderen Herstellern; TRUFIG liefert die Aufnahme.
Schau Dich in einem Raum um und zähl, wie viele weiße Rechtecke an den Wänden hängen: Schalter, Steckdosen, Thermostat, vielleicht ein Bedienfeld. Jedes davon hat einen Rahmen, der ein Stück vorsteht. TRUFIG setzt dieselben Geräte so ein, dass sie mit der Wand auf einer Ebene liegen und ihre Abdeckung in der Wandfarbe mitgestrichen wird. Übrig bleibt die Bedienfläche selbst. Der Haken ist der Zeitpunkt: Das muss entschieden sein, wenn die Wand noch offen ist — später geht es nur noch mit Aufstemmen.
Das zugrunde liegende Problem
Eine gewöhnliche Unterputzdose sitzt tiefer, als das Gerät hoch ist. Die Differenz überbrückt eine Abdeckplatte, die auf der Wand aufliegt und deren Rand zugleich alle Ungenauigkeiten verdeckt: den ausgefransten Ausschnitt, die schief eingeputzte Dose, den Millimeter, den der Trockenbauer daneben lag. Der Rahmen ist also nicht nur Zierde, er ist Toleranzausgleich.
Wer ihn weglassen will, muss diese Toleranz woanders unterbringen. Das ist der eigentliche Inhalt des Systems: Die Lösung steckt in der Aufnahme hinter der Blende, die den Ausschnitt vorgibt und die Einbautiefe justierbar macht, bevor der Verputzer kommt.
Dieselbe Aufgabe stellt sich bei Lautsprechern, und Sonance hat sie dort zuerst gelöst — die rahmenlose Einbaubauform der eigenen Modelle war der Ausgangspunkt, aus dem TRUFIG 2009 auf der CEDIA-Messe hervorging.
Funktionsweise
Das System besteht aus drei Teilen, und die Reihenfolge ihrer Montage ist zugleich die Reihenfolge der Gewerke.
Die Montageplattform ist ein Formteil aus Gipswerkstoff mit integriertem Elektrogehäuse. Sie wird im Rohbau an der Unterkonstruktion befestigt, die Gipskartonplatte läuft bis an sie heran. Weil sie aus demselben Material besteht wie die Fläche ringsum, wird sie wie eine Plattenfuge behandelt: verspachtelt, geschliffen, gestrichen. Der Hersteller gibt sie für 15 Millimeter Gipskartonplatte und andere feste Untergründe an, darunter Stein und Holz; Ausgleichsscheiben fangen abweichende Gerätetiefen auf.
Das Trägerteil sitzt in der Öffnung der Plattform und nimmt das konkrete Gerät auf. Es ist der herstellerspezifische Teil des Systems — für jedes Fabrikat und jede Baureihe ein eigenes.
Die Blende schließt die Öffnung. Sie ist überstreichbar und wird in der Wandfarbe behandelt, sodass am Ende nur noch die Bedienfläche des Geräts in einer ansonsten durchgehenden Wand steht.
Welche Kategorien damit erschlossen werden, führt Sonance breit auf: Steckdosen und Schalter, Dimmer und Tastfelder, Bedienpanels, Sprachbedienung, Lüftungsauslässe und Lautsprecher. Bei den Lautsprechern ist die hauseigene Visual Experience Series gemeint — die sichtbaren Modelle in 4, 6 und 8 Zoll, rund oder quadratisch, deren Aussehen sich laut Hersteller an rahmenlosen Einbauleuchten orientiert.
Voraussetzungen
Der Zeitpunkt ist die härteste Bedingung. Die Plattform gehört in den Rohbau. Zu diesem Zeitpunkt muss feststehen, an welcher Stelle welches Gerät welchen Fabrikats sitzt — nicht die Farbe, nicht die Beschriftung, sondern Position und Typ. Wo dieser Punkt im Ablauf liegt, ordnen die AVITECT-Projektphasen ein.
Drei Gewerke müssen sich abstimmen. Die Elektroplanung legt die Auslässe fest, der Trockenbau setzt die Plattform und schließt die Fläche, die Gebäudesteuerung bestimmt, welches Bedienteil gebraucht wird. Fällt eine der drei Entscheidungen später als die anderen, ist die Plattform bereits gesetzt oder eben nicht vorhanden.
Die Fläche muss es hergeben. Verspachteln und Schleifen bis zur glatten Wand ist Voraussetzung dafür, dass die Bündigkeit überhaupt sichtbar wird. Auf einer welligen Fläche geht der Effekt verloren, für den das System gebaut ist.
Die Bedienlogik muss stehen. Ein flächenbündiges Tastfeld lässt sich nicht gegen ein größeres tauschen, weil die Öffnung fest ist. Wie viele Tasten eine Bedienstelle braucht, ist damit eine bauliche und keine nachträglich änderbare Entscheidung — in einer Bussteuerung, in der jede Taste frei belegt wird, gilt das für jede Bedienstelle im Haus.
Abgrenzung
Gegen den unsichtbaren Lautsprecher. Der Wissensbeitrag zu den unsichtbaren Lautsprechern unterscheidet mehrere Grade des Verschwindens. TRUFIG bedient den ersten davon konsequent: Das Gerät bleibt sichtbar, verliert aber jede Fassung. Motion Flex bedient den zweiten, bei dem nichts mehr zu sehen ist. Beide Wege stammen aus demselben Haus und lösen verschiedene Aufgaben — ein Schalter, den niemand findet, wäre kein Fortschritt.
Gegen eine Designschalterserie. Rahmenlos wirkende Programme einzelner Elektrohersteller lösen dieselbe Aufgabe innerhalb ihres eigenen Sortiments. TRUFIG setzt eine Ebene darunter an und nimmt Geräte verschiedener Hersteller in derselben Bauart auf — dafür bezahlt man mit Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des passenden Trägerteils.
Gegen einen bloßen Blendrahmen. Nachrüstbare Rahmen kaschieren den Übergang. Hier ist der Übergang selbst anders gebaut, und deshalb liegt die Entscheidung im Rohbau statt am Ende.
Grenzen
Nachrüsten ist der Ausnahmefall. In einer fertigen Wand bedeutet die Plattform einen Eingriff in die Fläche mit anschließender Wiederherstellung. Wirtschaftlich ist das System im Neubau und in der Kernsanierung.
Die Bindung an ein Gerätefabrikat hält länger als das Gerät. Ein Tastfeld hat eine Marktlebensdauer von wenigen Jahren, eine Wand hält Jahrzehnte. Ob es für die Nachfolgebaureihe ein passendes Trägerteil gibt, entscheidet später ein anderer Hersteller. Das ist die Langzeitfrage dieses Systems, und sie ist heute nicht beantwortbar.
Ohne saubere Ausführung kein Nutzen. Das System verlagert die Genauigkeit vom Rahmen in den Rohbau. Wird dort ungenau gearbeitet, fehlt anders als sonst die Blende, die es verdeckt.
Verknüpfte Inhalte
Der zweite Weg desselben Hauses, Technik verschwinden zu lassen, steht unter Motion Flex; die Einordnung der verschiedenen Grade bei den unsichtbaren Lautsprechern. Wann im Projekt die Festlegung fallen muss, sagen die AVITECT-Projektphasen. Zum Haus hinter dem System führt Sonance.
Quellen
Aufbau aus Plattform, Trägerteil und Blende, der Einbau in der Rohbauphase, die Verarbeitung über Trockenbau, Stein und Holz sowie die Ausgleichsscheiben stammen von den Installationsseiten des Herstellers, geprüft am 18. August 2026. Die Abdeckung der Visual Experience Series und die Abgrenzung zur überputzbaren Serie stehen auf dessen Audio-Seite. Die Kategorienübersicht steht auf der TRUFIG-Seite von Sonance. Die Vorstellung auf der CEDIA Expo 2009, die Zugehörigkeit zu Dana Innovations und die zur Markteinführung unterstützten Fremdmarken stammen aus einem Fachpressebericht vom 17. November 2009; eine aktuelle Liste unterstützter Geräte veröffentlicht der Hersteller nicht. Die Zugehörigkeit zu Dana Innovations ist nur über diesen einen Bericht und über die Impressumszeile eines Sonance-Handbuchs belegt. Alle Angaben zu den Systemeigenschaften stammen vom Anbieter selbst; eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor.