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MaestroUnite — die Einrichtungs-App von Monitor Audio und Roksan
Was macht die MaestroUnite-App, für welche Geräte von Monitor Audio und Roksan gibt es sie — und was lässt sich damit einstellen, das am Gerät selbst nicht erreichbar ist?
MaestroUnite ist die Einrichtungs-App der Monitor Audio Group, und sie gehört zu beiden Marken des Hauses gleichermaßen: Auf der Monitor-Audio-Seite bedient sie die Anthra Subwoofer Series, auf der Roksan-Seite die Attessa Series 1G und die Caspian Series 4G. Roksan führt sie auf der eigenen Website unter demselben Namen und beschreibt sie als gemeinsame App beider Marken. Ihre Aufgabe ist die Inbetriebnahme und die Feineinstellung — Geräte ins WLAN bringen, die Firmware aus der App heraus aktualisieren, mehrere Komponenten zu einem System zusammenfassen und Parameter setzen, die das Display am Gerät nicht anbietet. Beim Subwoofer entscheidet sie damit über Ausstattung: Ohne App bleibt ein Anthra bei Pegel, Tiefpassfrequenz und den drei Werks-Voreinstellungen stehen.
Manche Geräte können mehr, als auf ihr kleines Display passt. Diese App ist der Zugang zum Rest: Du verbindest den Subwoofer oder den Verstärker einmal mit dem WLAN und stellst danach am Telefon ein, was das Gerät sonst noch beherrscht — und Du kannst ihm neue Software geben, wenn der Hersteller eine veröffentlicht. Zum Musikhören brauchst Du sie nicht; dafür bleibt alles, wie es vorher war. Sie ist das Werkzeug für den Tag, an dem die Anlage aufgebaut wird, und für jedes spätere Nachjustieren.
Welche Geräte sie bedient
| Marke | Baureihe | Wofür die App dort zuständig ist |
|---|---|---|
| Monitor Audio | Anthra Subwoofer Series | Entzerrung, Pegel, Tiefpass samt Flankensteilheit, Phase, Auto-On, LED-Helligkeit |
| Roksan | Attessa Series 1G | Eingänge, Kopfhörer-Empfindlichkeit, Eingangsverstärkung, Balance, Standby; Verbund aus CD-Transport und Verstärker |
| Roksan | Caspian Series 4G | Endstufe und Streaming-Vorstufe derselben Baureihe |
Diese Liste ist kurz, und ihre Lücke ist für die Beratung wichtiger als ihr Inhalt: Die Vestra Subwoofer Series steht nicht darin. Beide Subwoofer-Serien des Hauses stehen nebeneinander im Programm, und die App ist der schärfste Unterschied zwischen ihnen. Ein Vestra wird am Gerät eingestellt — drei feste Voreinstellungen, ein Phasenschalter — und das war es. Wer Achtband-Entzerrung, eine wählbare Flankensteilheit oder feine Phasenschritte braucht, kommt im Programm dieses Hauses an der Anthra-Serie nicht vorbei. Die Herleitung dieses Vergleichs steht bei der Anthra Subwoofer Series.
Was die App am Subwoofer öffnet
Am Anthra selbst sitzt ein Farbdisplay mit Drehregler. Darüber laufen Pegel, Auswahl der EQ-Voreinstellung, Tiefpassfrequenz und die Prüfung auf neue Firmware. Alles Weitere ist über die App erreichbar — und das Weitere ist der größere Teil.
| Einstellung | Bereich | am Gerät erreichbar |
|---|---|---|
| Pegel | Stufen von −40 bis 12 dB, Feinstufe ±6 dB | ja |
| EQ-Voreinstellung | drei ab Werk (Music, Movie, Impact) und drei eigene | Auswahl ja, Anlegen nein |
| eigene Entzerrung | acht Bänder, je Band Filtertyp, Frequenz, Verstärkung und Güte | nein |
| Tiefpass | 20 bis 200 Hz | Frequenz ja |
| Flankensteilheit des Tiefpasses | −3 bis −48 dB je Oktave | nein |
| Phase | 0 bis 360 Grad, gemessen an der Tiefpass-Trennfrequenz | nein |
| Auto-On | ein und aus | nein |
| LED | Helligkeit, ein und aus | nein |
| Firmware | drahtlose Aktualisierung | Prüfung ja |
Achtbandige Parametrik heißt: Du setzt bis zu acht einzelne Filter, und für jedes wählst Du getrennt, wie es wirkt. Die Filtertypen sind eine Glocke um eine Mittenfrequenz herum, zwei Kuhschwanz-Formen, die alles unter- oder oberhalb einer Frequenz anheben oder absenken, und ein Hochpass, der nach unten abschneidet. Dazu kommen Frequenz, Verstärkung und die Güte, also die Breite des Eingriffs. Ein Detail des Handbuchs ist in der Praxis leicht zu übersehen: Ein einmal gesetzter Tiefpass gilt für alle Voreinstellungen, auch für die selbst angelegten.
Die Spannweite der Flankensteilheit ist die ungewöhnlichste Zahl dieser Tabelle. Von −3 dB je Oktave, also einem kaum wirksamen Abfall, bis −48 dB je Oktave, einer sehr steilen Trennung, ist eine Spanne, die an einem AV-Receiver in dieser Form nicht zur Verfügung steht. Sie ist der Grund, warum diese Serie in Stereoanlagen ohne Prozessor sinnvoll ist: Dort muss der Subwoofer die Ankopplung an die Hauptlautsprecher selbst herstellen, und dafür zählt die Flanke ebenso wie die Übergangsfrequenz.
Was die App an den Roksan-Geräten öffnet
Auf der Seite von Roksan ist der Zuschnitt ein anderer, weil dort Verstärker und Quellgeräte stehen und keine Subwoofer. Eingestellt werden Eingänge und ihre Konfiguration, die Empfindlichkeit des Kopfhörerausgangs, die Verstärkung der analogen Eingänge, die Balance und das Verhalten im Standby mit geringer Leistungsaufnahme. Dazu kommt die Funktion, die dem Namen der App ihren Sinn gibt: Ein Attessa CD-Transport und ein Attessa Verstärker lassen sich zu einer Einheit verbinden, die sich danach wie ein Gerät bedienen lässt. Mit der Fassung 2.0.5 vom Juli 2023 kamen Master Quality Audio und eine intelligentere Verarbeitung von Infrarot-Fernbedienungssignalen hinzu.
Für die Planung heißt das: Wer eine Roksan-Kette aufbaut, braucht die App einmal für die Inbetriebnahme und danach für jede Firmware-Aktualisierung. Wer gemischt plant — Roksan-Elektronik und einen Anthra-Subwoofer —, verwaltet beides in derselben App.
Mehrere Subwoofer: zwei Dinge unter einem Wort
„Kopplung" meint bei dieser Serie zwei verschiedene Vorgänge, die man leicht für einen hält.
Die Signalkette. RCA- und XLR-Anschlüsse gibt es jeweils als Ein- und als Ausgang. Die Ausgänge sind reine Durchschleifausgänge: Sie filtern nicht, sie verstärken nicht, und sie geben nur etwas ab, solange am zugehörigen Eingang ein Signal anliegt. Damit lässt sich das Subwoofer-Signal von Gerät zu Gerät weiterreichen, was bei langen Wegen zwischen Rack und Subwooferposition über XLR auch deutlich störsicherer ist als über Cinch. Der Hersteller gibt an, ein Anthra lasse sich mit bis zu drei weiteren verbinden.
Die Einstellungen. Davon getrennt ist die Frage, ob eine im Telefon gesetzte Entzerrung auf allen Geräten zugleich landet. Monitor Audio sagt das zu: Werden mehrere Subwoofer in einem System verwendet, würden dieselben Einstellungen gleichzeitig auf alle ausgespielt. Das Produkthandbuch beschreibt diesen Teil deutlich sparsamer — dort werden mehrere Subwoofer nur als Liste mit ihren Seriennummern erwähnt, damit man sie auseinanderhalten kann.
Für die Planung ist der zweite Punkt der wichtigere: Vier gleiche Subwoofer an vier Positionen sollen im Regelfall gerade nicht identisch eingestellt sein — Pegel und Phase unterscheiden sich je nach Standort. Eine gemeinsame Grundeinstellung nimmt Arbeit ab, ersetzt aber die Abstimmung am Hörplatz nicht.
Voraussetzungen
Ein Smartphone oder Tablet mit iOS oder Android, ein WLAN, das am Aufstellort des Geräts ankommt, und die WLAN-Zugangsdaten. Die erste Verbindung läuft über Bluetooth; danach hängt das Gerät im Netzwerk und ist über die App erreichbar.
Der WLAN-Punkt verdient bei Subwoofern einen zweiten Blick, weil der Aufstellort selten günstig ist: Ein Anthra steht in der Zimmerecke, hinter der Leinwand oder in einer Nische, und dort ist die Feldstärke oft schlechter als am Hörplatz. Wird die Einrichtung erst nach dem Möbelaufbau gemacht, ist das der Punkt, an dem sie klemmt.
Zu bedenken ist außerdem: Ein Werksreset löscht die WLAN-Zugangsdaten mit allen anderen Einstellungen. Wer eine mühsam eingemessene Entzerrung hat, verliert sie damit.
Abgrenzung
Gegen eine Plattform. BluOS, Crestron Home oder Savant OS sind Umgebungen, für die man sich entscheidet und die weiterlaufen, wenn ein einzelnes Gerät getauscht wird. Bei MaestroUnite prüft man nur, ob das eigene Gerät auf der Liste steht. Während der Wiedergabe läuft nichts durch die App, und ein ausgetauschtes Gerät nimmt kein System mit.
Gegen eine Raumkorrektur. Die Entzerrung, die die App öffnet, sitzt im Signalweg des Subwoofers. Sie kennt weder die Hauptlautsprecher noch das, was am Hörplatz ankommt, und sie misst nichts. Eine Raumkorrektur misst den fertigen Zustand im Raum und greift ins ganze System ein. Beides schließt sich nicht aus, die Reihenfolge legt aber die Planung fest.
Gegen eine Musik-App. MaestroUnite steuert keine Wiedergabe, wählt keine Quelle und kennt keinen Streamingdienst. Sie richtet ein und aktualisiert; für alles Weitere bleiben Fernbedienung, Receiver oder die Streaming-App des jeweiligen Geräts zuständig.
Grenzen
Die Geräteliste ist kurz und wächst langsam. Drei Baureihen aus zwei Marken sind nach Jahren am Markt wenig. Wer aus dem übrigen Programm von Monitor Audio plant — passive Lautsprecher, Einbauserien, Außenprogramm —, hat mit dieser App nichts zu tun.
Ein Teil der Ausstattung hängt am Telefon. Das ist Komfort und Abhängigkeit zugleich. Ohne App bleibt am Anthra die halbe Ausstattung zu; wer sie nach Jahren wieder braucht, braucht auch ein Gerät, auf dem die App dann noch läuft.
Funktionsumfang und Firmwarestand hängen zusammen. Was ein bestimmtes Gerät wirklich anbietet, entscheidet die Kombination aus App-Fassung und Firmware im Gerät. Beide werden weiterentwickelt, in beide Richtungen.
Verknüpfte Inhalte
Die Serie, für die die App auf der Monitor-Audio-Seite gemacht ist, steht unter Anthra Subwoofer Series; die Serie ohne App-Anbindung unter Vestra Subwoofer Series. Was ein DSP im Subwoofer überhaupt macht und wo die Grenze zur Raumkorrektur verläuft, führen die beiden Glossareinträge aus; die Größen, die man in der App einstellt, stehen unter Übergangsfrequenz und Phase. Die beiden Marken, deren Geräte die App bedient, stehen unter Monitor Audio und Roksan.
Quellen
Geräteliste, Funktionsumfang und die Zuordnung zu beiden Marken stammen von den MaestroUnite-Seiten von Monitor Audio und von Roksan, beide am Objekt gelesen. Die Zahlen — Tiefpassbereich, Flankensteilheit, Phasenbereich, Aufbau der Entzerrung, Menüstruktur am Gerät und die Beschreibung der Durchschleifausgänge — kommen aus dem Produkthandbuch der Anthra Subwoofer Series und aus dem Spezifikationsteil der Produktseite. Die Zusage, dieselben Einstellungen gleichzeitig auf mehrere Subwoofer auszuspielen, ist eine Herstellerangabe von der Serienübersicht und im Handbuch nicht ausgeführt. Fassungsstand, Anbieter und die drahtlose Aktualisierung stammen aus dem Store-Eintrag des Herstellers.
Dass die Vestra Subwoofer Series in der Geräteliste fehlt, ist eine Aussage über den Stand vom 18. August 2026 und über nichts sonst — Monitor Audio erklärt nirgends, ob das so bleiben soll.