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Einleitung

Der Attessa Streaming Amplifier verbindet einen Stereo-Vollverstärker mit einem Streamer auf Basis von BluOS. Er leistet 80 W pro Kanal an 8 Ohm und 130 W an 4 Ohm, beide Kanäle gleichzeitig belastet, und hat eine Phono-Vorstufe für MM-Tonabnehmer eingebaut. Einen HDMI-Anschluss gibt es nicht, der Fernseher kommt optisch oder koaxial dazu. Am Cinch-Ausgang für Vorverstärker oder Subwoofer lässt sich ein aktiver Subwoofer direkt ergänzen.

Die Highlights des Attessa Streaming Amplifier im Überblick

  • Verstärkerleistung

    80 W

  • Kanäle

    2

  • Verstärkerklasse

    Class AB

  • Streaming

    BluOS

  • Gehäuse

    B × H

    432 mm76 mm

Technologien im Attessa Streaming Amplifier

Was in den technischen Daten steckt — auf unseren Wissensseiten erklärt und vertieft.

Technische Daten

  • Zonen & Kanäle

    Max. Kanäle
    2

    Leistungsdaten

    Verstärker – Ausgangsleistung (RMS)

    Glossar

    Verstärkerleistung

    Die Wattangabe eines Verstärkers beschreibt die elektrische Leistung, die er an eine bestimmte Last abgeben kann — üblicherweise an vier oder acht Ohm, in einem definierten Frequenzbereich und bei einem festgelegten Verzerrungsgrad. Wie laut es damit im Raum wird, steht damit noch nicht fest: Das entscheidet erst das Zusammenspiel mit dem Wirkungsgrad des Lautsprechers, der Impedanz und dem Hörabstand.

    Watt ist die Kraft, die der Verstärker bereitstellt — nicht die Lautstärke, die bei Dir ankommt. Der Zusammenhang ist außerdem unangenehm ungerecht: Doppelt so viel Watt heißt nicht doppelt so laut, sondern nur ein kleines bisschen lauter. Wirklich deutlich lauter wird es erst mit der zehnfachen Leistung. Deshalb bringt der Sprung von 100 auf 200 Watt weniger, als die Zahl verspricht — und die Wahl des Lautsprechers mehr.

    Ausführliche Erklärung

    Der wichtigste Zusammenhang ist der logarithmische. Verdoppelst Du die Leistung, gewinnst Du drei Dezibel; das ist hörbar, aber klein. Damit etwas als „doppelt so laut" empfunden wird, braucht es etwa zehn Dezibel mehr — also die zehnfache Leistung. Aus 100 Watt müssten 1.000 Watt werden. Dieselben zehn Dezibel bekommst Du alternativ über einen Lautsprecher mit zehn Dezibel höherem Kennschalldruckpegel, und dieser Weg ist in aller Regel der günstigere.

    Der zweite Punkt ist die Reserve. Musik und Filmton laufen im Mittel weit unter ihren Spitzen; die lauten Momente verlangen kurzzeitig ein Vielfaches der mittleren Leistung. Genau dafür ist eine großzügige Auslegung da — nicht, um dauerhaft laut zu spielen, sondern um Spitzen unverzerrt durchzulassen. Geht dem Verstärker dabei die Reserve aus, begrenzt er die Signalspitzen; das klingt hart und belastet vor allem Hochtöner. Der verbreitete Rat, ein zu schwacher Verstärker sei gefährlicher für die Lautsprecher als ein zu starker, hat hier seinen Ursprung.

    Der dritte Punkt betrifft die Vergleichbarkeit, und hier ist Vorsicht angebracht. Dauerleistung, Kurzzeit- und Spitzenwerte desselben Geräts liegen weit auseinander, und Angaben ohne Nennung von Impedanz, Frequenzbereich und Klirrgrad sagen wenig. Aussagekräftiger als die absolute Zahl ist, wie sich die Leistung bei halbierter Impedanz verhält: Ein Verstärker, der an vier Ohm annähernd die doppelte Leistung liefert wie an acht, hat ein kräftiges Netzteil — und das ist genau die Eigenschaft, die bei anspruchsvollen Lautsprechern zählt.

    Wie eine belastbare Angabe aussieht, legt die amerikanische Messnorm CTA-490-B fest, die hinter der dortigen Werberegel für Verstärker steht: Sinusleistung an acht Ohm bei einem Kilohertz und höchstens einem Prozent Klirr, mindestens fünf Minuten lang, bei Mehrkanalgeräten mit allen Kanälen zugleich. Die Reserve für Spitzen hat dort zwei genormte Namen: Dynamic Headroom, gemessen mit einem Burst von zwanzig Millisekunden, und Clipping Headroom, gemessen mit Dauersinus bis zur sichtbaren Begrenzung. Seit 2024 gibt es daneben CTA-2054, die den Verstärker mit demselben musikähnlichen Rauschen prüft wie die Lautsprechernormen und das Ergebnis als Pegel in Dezibel angibt, mit dem Zusatz, dass die Spitzen rund zwölf Dezibel darüber liegen. Diese Angabe lässt sich direkt mit dem Datenblatt eines Lautsprechers vergleichen, ohne Watt in Schalldruck umzurechnen.

    Bei Subwoofern wird mit Wattzahlen besonders offensiv geworben. Die Einordnung dazu steht im Eintrag zum Subwoofer, weil dort noch Membranfläche, Hub und Gehäuse hinzukommen.

    Häufiges Missverständnis

    „Der Lautsprecher verträgt 150 Watt, also brauche ich einen Verstärker mit 150 Watt" — diese Rechnung führt in die Irre, weil beide Zahlen verschiedene Dinge beschreiben. Die Belastbarkeit sagt, was der Lautsprecher thermisch aushält; die Verstärkerleistung sagt, was geliefert werden kann. Ein deutlich stärkerer Verstärker ist unkritisch, solange nicht dauerhaft über die Belastbarkeit hinaus aufgedreht wird. Eine Ausnahme verdient Erwähnung: Steht am Lautsprecher der Zusatz CTA-426-B neben der Wattzahl, ist die Zahl tatsächlich als empfohlene maximale Verstärkerleistung gemeint — diese Norm hat den Begriff Belastbarkeit bewusst durch eine Verstärkerempfehlung ersetzt.

    Ähnlich beliebt ist „Mehr Watt klingt besser". Oberhalb der Leistung, die für den gewünschten Pegel samt Reserve nötig ist, ändert zusätzliche Leistung am Klang nichts. Was Geräte tatsächlich unterscheidet, sind Verhalten unter Last, Stabilität an schwierigen Impedanzen und die Qualität der Vorstufe — nichts davon steht in der Wattzahl.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Belastbarkeit: Eine Eigenschaft des Lautsprechers, keine des Verstärkers.
    • Kennschalldruckpegel: Bestimmt, wie viel Pegel aus einem Watt wird.
    • Leistungsaufnahme: Was das Gerät aus der Steckdose zieht; wegen des geringen Wirkungsgrades ein Vielfaches der abgegebenen Leistung.

    In der Planung

    Ein Heimkino mit acht Metern Hörabstand zur Leinwand, sieben Kanäle, Wunsch nach Kinopegel bei Filmton. Am Anfang steht die Frage, welcher Spitzenpegel am Hörplatz erreicht werden soll — nicht, wie viele Watt der Receiver auf dem Karton verspricht.

    Aus dem Zielpegel, dem Abstand und dem Kennschalldruckpegel der Lautsprecher ergibt sich die nötige Leistung je Kanal, und zwar einschließlich Reserve für Spitzen. Diese Rechnung macht zugleich die Schwachstelle vieler Mehrkanal-Receiver sichtbar: Die angegebene Leistung gilt oft nur für zwei gleichzeitig ausgesteuerte Kanäle, während im Filmton alle sieben gefordert sind. Ergibt die Rechnung, dass es eng wird, fällt die Entscheidung für separate Endstufen — und erst dann geht es um Marken und Modelle.

    Verknüpfte Inhalte

    Wie viel Pegel ein Lautsprecher aus einem Watt macht, steht beim Wirkungsgrad; warum die Last dabei so wichtig ist, bei Impedanz. Die subwooferspezifische Einordnung der Wattangaben behandelt der Eintrag Subwoofer.

    Quellen

    Die Messbedingungen folgen IEC 60268-3 und der FTC Amplifier Rule.

    80 W
  • Netzwerk

    WLAN / Wi-Fi
    Ja

    Streaming & Steuerung

    Multiroom-Plattform
    BluOS

    Plattform

    BluOS

    BluOS ist die Multiroom-Plattform des kanadischen Herstellerverbunds Lenbrook. Sie sitzt in den Geräten selbst, und ihre auffälligste Eigenschaft ist die Zahl der Türschilder, hinter denen sie steckt. Neben Bluesound und NAD aus dem eigenen Haus bauen Monitor Audio, Roksan, DALI, PSB, Cyrus, Peachtree Audio und die Profilinie Bluesound Professional die Plattform in ihre Geräte ein. Wer sich für BluOS entscheidet, wählt damit eine Bedienoberfläche, die über mehrere Kataloge reicht.

    Stell Dir eine Fernbedienung vor, die für Geräte von neun verschiedenen Herstellern funktioniert — weil alle dieselbe Software eingebaut haben. Das ist BluOS. Du kaufst einen Verstärker der einen Marke und Lautsprecher der anderen, und beide tauchen in derselben App auf und spielen im Takt. Für Dich heißt das vor allem eins: Du bist bei der Gerätewahl weniger festgelegt als bei einem System, das nur einen Hersteller kennt.

    Was die Plattform zusammenhält

    Ein einzelner Netzwerkspieler kann Musik aus dem Netz holen und abspielen. Was er nicht kann, ist sich mit dem Gerät im Nebenraum auf eine gemeinsame Zeit einigen. Genau das leistet die Plattform, und sie leistet es geräteübergreifend über Markengrenzen hinweg.

    Als Obergrenze nennt der Betreiber 64 Zonen in einem System, mit Auflösungen bis 24 Bit und 192 kHz. Diese Zahl gilt am Kabel. Im reinen WLAN liegt sie deutlich niedriger: Für Bluesound-Player — eine der neun Marken — nennt der Hersteller 64 Geräte im kabelgebundenen Netz und 16 im WLAN, beides unter dem Vorbehalt von Bandbreite und Netzkonfiguration. Wer über die Zahl der Räume nachdenkt, entscheidet damit zugleich über die Verkabelung. Was in der Planungssprache eine Zone heißt — der kleinste Bereich mit eigener Quelle und eigener Lautstärke — ist hier ein Gerät oder eine Gruppe von Geräten. Für ein Wohnhaus ist diese Zahl praktisch nie die Grenze; sie wird erst in größeren Objekten zur Planungsgröße.

    Die Rechenarbeit sitzt im Gerät. Die App ist Bedienoberfläche, kein Vermittler, und das Weiterlaufen des Systems hängt an keinem einzelnen Kasten im Technikschrank.

    Bestandteile

    Gekauft wird ein Gerät mit eingebautem BluOS — ein Netzwerkspieler, ein Verstärker, ein Aktivlautsprecher oder ein Nachrüstmodul für ein vorhandenes Gerät derselben Familie. Dazu kommt die Controller-App, die es für Android, iOS, Kindle, Windows und macOS gibt. Mindestanforderungen an die Betriebssysteme nennt der Betreiber auf der Downloadseite nicht; wer eine feste Wandbedienung oder ein älteres Tablet einplant, klärt das vorher am konkreten Gerät.

    Was sie spricht

    Von anderen Multiroom-Plattformen unterscheidet sich BluOS vor allem an einer Stelle, und für die Integration ist es die wichtigste.

    Lenbrook veröffentlicht eine Custom Integration API, zuletzt in Version 1.7 vom 9. April 2025, als frei abrufbares Dokument von 64 Seiten. Sie arbeitet im Hausnetz: Ein Steuerungssystem schickt eine HTTP-Anfrage an die IP-Adresse des Geräts, in der Regel an Port 11000, und bekommt die Antwort als XML zurück. Ein Serverdienst des Anbieters steht nicht dazwischen — im ganzen Dokument kommt das Wort Cloud nicht vor.

    Aufgefunden werden die Geräte über mDNS. Bemerkenswert ist, was der Betreiber daneben stellt: ein eigenes Auffindungsverfahren, eingeführt mit der Begründung, dass bei einer erheblichen Zahl von Kunden der Multicast-Verkehr im Heimnetz nicht richtig funktioniere. Das ist ein ungewöhnlich offener Satz über die Wirklichkeit in Wohnhausnetzen, und er sagt einem Planer mehr über die Infrastrukturfrage als jedes Datenblatt.

    Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Betreiber bezeichnet das Dokument als ausschließlich für den professionellen Gebrauch bestimmt, und er gibt die Schnittstelle ohne jede Gewährleistung ab — sie ist dokumentiert, nicht zugesichert.

    Cloud oder lokal

    Steuerung und Wiedergabe laufen im Haus. Das Internet brauchen die Streaming-Dienste — der Betreiber nennt über zwanzig davon — und die Softwareaktualisierungen.

    Lizenz und laufende Kosten

    Für die Plattform selbst fallen keine laufenden Kosten an. Bezahlt werden die Geräte und die Musikdienste, die ohnehin abonniert sind — ein Abonnement für BluOS kommt nicht dazu.

    Abgrenzung

    Gegen den Netzwerk-Audio-Standard. Das ist die Verwechslung, die in der Beratung Geld kostet. BluOS kauft man — ein Gerät hat es eingebaut oder nicht. Einen Standard wie Dante oder AES67 kauft man nicht, ein Gerät erfüllt ihn. Und die beiden lösen verschiedene Aufgaben: Die Plattform verteilt gepufferte Zuspielung an Endgeräte, die selbst verstärken; ein Netzwerk-Audio-Standard ersetzt Kabelwege und überträgt unkomprimiert in Echtzeit. Warum das zwei Welten sind, steht bei Audio over IP und, für die Systementscheidung, bei der Systemfrage, die vor der Plattformwahl steht.

    Gegen die Marke. Neun Marken bauen dieselbe Plattform ein und behalten dabei ihre eigene Gerätetechnik, ihre eigene Klangabstimmung und ihre eigene Preislage. Die Plattform sagt, wie die Geräte zusammenspielen; sie sagt nichts darüber, wie sie klingen.

    Gegen das Produkt. Ein Netzwerkspieler ist irgendwann nicht mehr lieferbar. Die Plattform endet damit nicht: Solange der Betreiber sie weiterführt, läuft sie weiter und bekommt weiter Aktualisierungen, auch auf Geräten, die längst aus dem Katalog sind. Auslaufen kann das Gerät, nicht die Plattform.

    Wo Du Dich festlegst

    Drei Festlegungen überdauern das einzelne Gerät.

    Die erste ist die Bedienoberfläche. App und Bedienlogik gehören dem Betreiber und ändern sich mit seinen Aktualisierungen. Was in der Wand steckt, lässt sich schwerer nachziehen als ein Handy.

    Die zweite ist der Verbund selbst — und hier liegt die Besonderheit dieser Plattform. Wer BluOS wählt, legt sich auf einen Kreis von neun Marken fest, aber innerhalb dieses Kreises bleibt er beweglich. Ein Gerät später durch das einer anderen Partnermarke zu ersetzen, ist vorgesehen. Diese Beweglichkeit endet am Rand des Kreises: Ein Gerät ohne BluOS gehört nicht dazu, egal wie gut es ist.

    Die dritte ist die Abhängigkeit von einem einzigen Unternehmen für die Software aller neun Marken. Der Vorteil und das Risiko sind dieselbe Tatsache. Wie ein Hersteller mit alten Geräten umgeht, entscheidet er allein — und hier entscheidet er es für neun Kataloge zugleich.

    Verknüpfte Inhalte

    Quellen

    Plattformangaben sind Momentaufnahmen und ändern sich ohne Ankündigung.

    1. BluOS, Premium Multi-Room Audio Technology — Betreiber, Obergrenze von 64 Zonen, Auflösung, Partnermarken, Zahl der eingebundenen Streaming-Dienste.
    2. BluOS, Custom Integration API, Version 1.7 (09.04.2025) — HTTP-GET an die Geräte-IP, Port 11000, XML-Antwort, mDNS und eigenes Auffindungsverfahren, Nutzungsbedingungen und Revisionsliste.
    3. BluOS, Downloads — Plattformen der Controller-App, keine Angabe zu Mindestständen.
    4. Bluesound, How many Bluesound Players can I place on my network? — 64 Geräte im kabelgebundenen Netz, 16 im reinen WLAN, jeweils unter dem Vorbehalt von Bandbreite und Netzkonfiguration.

    Alle Quellen stammen vom Plattformbetreiber oder von einer seiner Marken. Eine unabhängige Quelle wurde für diese Seite nicht herangezogen; alle Angaben sind damit Herstellerangaben.

    Bluetooth
    Ja
  • Gehäusemaße

    Höhe
    76 mm
    Breite
    432 mm

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