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Rahmenleinwand mit Kedersystem
Wie wird eine Rahmenleinwand mit einem Kedersystem gespannt — und was unterscheidet sie von einer Ausführung mit Federn?
Beim Kedersystem sitzt am Tuchrand ein umlaufender Gummiwulst, der Keder. Er wird in eine passende Nut entlang des Rahmenprofils eingezogen und zieht das Tuch dabei gleichmäßig straff über die gesamte Fläche — ein Verfahren, das aus dem Messe- und Displaybau stammt und dort für ebenso plane, dauerhaft gespannte Flächen sorgt.
Stell Dir eine Zeltplane vor, die mit einem Gummikeder in eine umlaufende Schiene eingehakt wird, statt mit einzelnen Ösen und Haken befestigt zu werden — sie sitzt danach überall gleich straff, weil die ganze Kante auf einmal in der Schiene liegt. Beim Kedersystem einer Leinwand passiert genau das mit dem Projektionstuch: Der Rand wird rundum in eine Nut im Rahmen gedrückt, und die Fläche ist danach ohne Falten und ohne einzelne Spannpunkte plan.
Ausführliche Erklärung
Der Aufbau beginnt mit dem Rahmen selbst: ein Aluminiumprofil, das zu einem Viereck verschraubt und meist mit schwarzem Samt bezogen wird, um Streulicht an den Rändern zu schlucken. In das Profil ist eine umlaufende Nut eingearbeitet. Das Tuch hat an seinem gesamten Rand den Keder — einen biegsamen Gummiwulst, der in einem eigenen Saum eingenäht oder eingeschweißt ist.
Beim Aufbau wird dieser Keder Stück für Stück in die Nut gedrückt, meist mit einem stumpfen Werkzeug, das mitgeliefert wird. Weil die Nut die Spannung über die gesamte Kantenlänge gleichmäßig aufnimmt, entsteht eine ebenso gleichmäßig gespannte Fläche — ohne die Punktlast, die einzelne Federn oder Ösen erzeugen, und ohne die Wellen, die daraus an den Rändern entstehen könnten. Das Ergebnis gehört zu den planesten Ausführungen, die eine Leinwand überhaupt erreichen kann.
Der Aufbau selbst braucht dafür zwei Dinge, die andere Rahmensysteme nicht in demselben Maß verlangen. Erstens reicht eine Person allein kaum aus: Das Tuch muss beim Einziehen gleichmäßig in Spannung gehalten werden, während der Keder rundum eingedrückt wird, und das gelingt zu zweit deutlich sicherer. Zweitens ist der sichtbare Rahmen breiter als bei Federsystemen, weil er die Nut und die samtbezogene Fläche aufnehmen muss — für den Wohnraum eine gestalterische Abwägung gegenüber einer schmaleren, rahmenlosen Fläche.
Die zweite Kehrseite betrifft die Lebensdauer der Kombination aus Tuch und Rahmen. Ist der Keder einmal eingezogen und das Tuch über Monate gespannt, ist ein Tausch nur gegen ein neues, exakt passendes Tuch mit eigenem Keder möglich — anders als bei rein steckbaren oder mit Klett befestigten Systemen ist ein spontaner Wechsel der Oberfläche nicht vorgesehen. Wer die Bildoberfläche später wechseln möchte, plant das beim Kauf mit ein.
Häufiges Missverständnis
„Rahmenleinwand" wird oft als eine einzige Bauart verstanden, dabei unterscheiden sich die Spannverfahren deutlich. Federsysteme spannen an einzelnen Punkten und sind meist von einer Person montierbar, verzeihen dafür kleinere Unebenheiten schlechter; das Kedersystem verteilt die Spannung gleichmäßiger, verlangt dafür den Aufbau zu zweit und einen etwas breiteren Rahmen.
Nicht zu verwechseln mit
- Rahmenleinwand mit Federspannung: Spannt das Tuch über einzelne Federn am Rahmen, meist mit schmalerem Profil und von einer Person montierbar.
- Rahmenlose Leinwand: Das Tuch läuft um die Rahmenkante nach hinten, von vorn ist kein Rahmen sichtbar — im Wohnraum der heutige Standard.
- Motorleinwand mit Seilspannung: Spannt eine bewegliche Bahn, kein fest montiertes Tuch.
In der Planung
Ein dedizierter Kinoraum mit fester Bildposition, in dem die Leinwand nie bewegt werden muss und maximale Planlage gewünscht ist. Hier ist die Frage nach dem Spannverfahren eine Frage nach der Montagesituation: Steht ein zweiter Helfer für den einmaligen Aufbau zur Verfügung, und ist der sichtbare Samtrahmen im Raumkonzept gewollt? Beides bejaht, ist das Kedersystem eine der planesten verfügbaren Lösungen. Soll die Fläche dagegen möglichst randlos wirken, führt der Weg eher zur rahmenlosen Ausführung.
Verknüpfte Inhalte
Die grundsätzliche Wahl zwischen fester und beweglicher Bauform führen die Leinwandbauformen aus; warum im Wohnraum meist die randlose Fläche statt des sichtbaren Rahmens gewählt wird, der Eintrag zur rahmenlosen Leinwand.
Quellen
Die Beschreibung des Kedersystems folgt allgemeinem Herstellersprachgebrauch und ist als solche gekennzeichnet.