Zum Inhalt
Tastatur
  • Hilfe anzeigen?
  • Untermenü öffnen↓ / Space
  • Untermenü schließenEsc
  • Studio finden→ Studio
Tiefe
Fortgeschritten

D-Sub-Steckverbinderfamilie (DE-9, DB-25, HD-15)

Was bedeuten die Buchstaben und Zahlen an einem D-Sub-Stecker — und warum heißt der neunpolige nicht DB9?

Ein D-Sub ist an seinem Metallmantel zu erkennen: ein flacher Rahmen in Form eines liegenden D, der beim Stecken die Ausrichtung erzwingt und den Schirm des Kabels an das Gehäuse anbindet. Die Familie stammt von Cannon aus dem Jahr 1952 und ist damit älter als fast alles, was heute in einem Technikschrank steckt — und immer noch dort, weil sie robust, verschraubbar und in vielen Kontaktzahlen verfügbar ist.

Das ist der flache, D-förmige Stecker mit den zwei kleinen Schrauben links und rechts, den man von älteren Computern kennt. Es gibt ihn in mehreren Größen und mit unterschiedlich vielen Stiften. Der wichtigste Punkt für Dich ist nicht der Name, sondern das, was der Stecker eben nicht verrät: Zwei Geräte können dieselbe Buchse haben und trotzdem völlig verschiedene Dinge darüber schicken — eine Fernsteuerung, ein Bildsignal, Tonkanäle oder eine Versorgungsspannung. Was auf den Stiften liegt, steht ausschließlich im Handbuch des Geräts.

Ausführliche Erklärung

Die Systematik hinter dem Namen

Eine D-Sub-Bezeichnung besteht aus zwei Teilen. Das D am Anfang steht für die Bauform. Der zweite Buchstabe nennt die Größe der Schale, also des Metallrahmens: E ist die kleinste, dann folgen A, B, C und D als größte. Die Zahl nennt die Anzahl der Kontakte.

In der ursprünglichen Auslegung war jeder Schalengröße eine Kontaktanzahl zugeordnet, und daraus ergeben sich die klassischen Kombinationen:

BezeichnungSchale und KontakteWas daraus folgt
DE-9kleinste Schale, 9 KontakteDer Steckverbinder der seriellen Schnittstelle an AV-Geräten. Er heißt korrekt DE-9; der geläufige Name DB9 nennt die falsche Schalengröße und führt bei der Beschaffung von Gehäusen und Einbaurahmen regelmäßig zum falschen Teil.
DA-15A-Schale, 15 KontakteZwei Reihen. Nicht zu verwechseln mit dem gleich vielpoligen HD-15, der in dieselbe Schale drei Reihen packt — die beiden passen nicht ineinander.
DB-25B-Schale, 25 KontakteDie Schale, aus der der Fehlname stammt, weil sie an frühen seriellen und parallelen Schnittstellen allgegenwärtig war. In der Audiotechnik führt sie acht symmetrische Kanäle.
DC-37, DD-50C- und D-SchaleGroße Ausführungen für Mess-, Steuer- und Verteiltechnik. Im Wohnbau selten, in Kreuzschienen und Steuerzentralen gelegentlich.

Die High-Density-Ausführungen brechen diese Zuordnung auf: Sie nutzen ein engeres Rastermaß und bringen dadurch mehr Kontakte in dieselbe Schale, verteilt auf drei statt zwei Reihen. Der bekannteste Vertreter ist der HD-15 in der kleinsten Schale — der analoge Bildanschluss, den man von Projektoren und Monitoren kennt. Weitere sind DA-26, DB-44 und DC-62.

Genormt ist die Familie im zivilen Bereich über IEC 60807-3 beziehungsweise DIN 41652, im militärischen über MIL-DTL-24308. Die Verschraubung erfolgt über ein Gewinde mit dem Zollmaß 4-40 UNC — der Grund, warum sich Schraubbolzen aus dem metrischen Sortiment nicht eindrehen lassen.

Warum es hier keine Belegungstabelle gibt

Die Normen der Familie legen Maße, Kontaktanordnung und mechanische Eigenschaften fest. Was auf den Kontakten liegt, legen sie nicht fest — das entscheidet jeweils die Anwendung, und zwar getrennt für jede.

Diese Trennung ist der praktisch wichtigste Punkt an dieser Steckverbinderfamilie. Derselbe DE-9 führt an einem Projektor eine serielle Steuerschnittstelle, an einem älteren Rechner einen Anschluss für Zeigegeräte und an mancher Industriesteuerung eine symmetrische Busleitung. Der DB-25 führt in der Studiotechnik acht symmetrische Audiokanäle, in der Bürotechnik früher eine parallele Druckerschnittstelle. Kontaktzahl und Schale sagen darüber nichts aus.

Wo eine Belegung genormt ist, gehört sie zur Schnittstelle und nicht zur Bauform: Die Zuordnung der seriellen Signale steht in der zugehörigen Schnittstellennorm und wird im Eintrag zu RS-232 tabelliert, nicht hier. Für die Audiobelegung des DB-25 gibt es mehrere konkurrierende Zuordnungen verschiedener Hersteller, und genau deshalb ist dort besondere Vorsicht geboten.

Steckverbinder und Kabel sind zwei Fragen

Ein weiterer Punkt geht in der Praxis regelmäßig unter. Ein D-Sub-Kabel kann eins-zu-eins durchverbunden sein oder gekreuzt, es kann alle Kontakte führen oder nur die belegten, und es kann geschirmt sein oder nicht. Alle Varianten sehen von außen gleich aus und passen mechanisch überall. Bei einer seriellen Steuerverbindung entscheidet genau das darüber, ob die Verbindung funktioniert — und der Unterschied ist an keinem Ende sichtbar.

Häufiges Missverständnis

„DB9 ist der Fachbegriff, DE-9 die Klugscheißerei." Umgekehrt: DE-9 ist die systematische Bezeichnung, DB9 ein historischer Verschreiber, der sich über die Verbreitung des DB-25 an frühen Rechnern eingebürgert hat. Für den Alltag ist das folgenlos, solange alle dasselbe meinen. Bei der Beschaffung von Gehäusen, Einbaurahmen, Blenden und Schrauben ist es das nicht, denn diese Teile werden nach der Schalengröße geführt. Wer ein „DB9-Gehäuse" bestellt, bekommt je nach Anbieter das E-Schalen-Teil oder gar nichts.

Teurer wird der Irrtum, die Kontaktzahl sei eine Auskunft. Ein Steuerkabel, das an einem Projektor funktioniert, funktioniert am nächsten Projektor desselben Herstellers vielleicht nicht — weil die Belegung eine Geräteangabe ist und keine Normvorgabe. Es gibt belegte Fälle, in denen zwei Geräte ihre Buchsen identisch belegen und trotzdem verschiedene Übertragungsparameter erwarten — dass beide Buchsen passen, sagt über die Verbindung also nichts.

Nicht zu verwechseln mit

  • DA-15 und HD-15: Gleiche Kontaktzahl, verschiedene Bauform. Der DA-15 hat zwei Reihen in der A-Schale, der HD-15 drei Reihen in der E-Schale. Sie passen nicht ineinander.
  • DVI und HDMI: Eigenständige Bauformen für digitale Bildsignale. Der DVI hat äußerlich einen ähnlichen Rahmen und gehört nicht zur D-Sub-Familie.
  • Centronics und Mini-D-Ribbon: Rechteckige Vielpolverbinder mit Schneidenkontakten statt Stiften, oft mit Bügelverschluss.
  • Metrische Verschraubung: Die Bolzen sind zöllig (4-40 UNC). Metrische Schrauben greifen nicht und beschädigen das Gewinde.

Typischer Fehler

Ein Steuersystem soll einen Projektor über eine serielle Verbindung schalten und den Betriebszustand zurücklesen. Beide Geräte haben eine neunpolige Buchse, das Kabel liegt bereit, und es passt an beiden Enden — es tut trotzdem nichts.

Zuerst zu klären ist, welche Schnittstelle hier überhaupt arbeitet und was sie verlangt. Die Bauform beantwortet das nicht: Sie sagt nur, dass neun Kontakte vorhanden sind. Zu klären ist, welche Signale das Steuersystem sendet, welche der Projektor erwartet, welche Rolle jedes Gerät einnimmt und welche Übertragungsparameter gelten.

Für die Ausführung heißt das: Beide Handbücher werden nebeneinandergelegt und die Belegung Kontakt für Kontakt verglichen — insbesondere, ob Sende- und Empfangsleitung gekreuzt gehören oder nicht. Erst danach wird das Kabel bestimmt, und zwar mit einer Beschriftung, die den Kabeltyp festhält, weil man ihm die Kreuzung nicht ansieht. Zuletzt werden die Übertragungsparameter am Steuersystem eingestellt; sie stehen im Handbuch des Projektors und in keiner Norm.

Am Projektor selbst ändert sich nichts; er bleibt, wie er ist. Offen ist an ihm nur, ob der Hersteller ein Steuerkabel für sein Gerät anbietet — das ist häufig der schnellste Weg an der Belegungsfrage vorbei.

Verknüpfte Inhalte

Was auf der neunpoligen Buchse bei einer Steuerverbindung liegt und was die zugehörige Norm regelt — und was nicht —, steht bei RS-232; die symmetrischen Busvarianten behandeln RS-485 und RS-422. Die einfachere Alternative für reines Ein- und Ausschalten beschreibt der 12-Volt-Trigger, und die kleinen Videoverbinder aus derselben Racks-Welt der Eintrag zu Micro-BNC, HD-BNC und DIN 1.0/2.3.

Quellen

Herkunft, Schalensystematik, High-Density-Ausführungen, Normbezüge und die Verschraubung stammen aus einer unabhängigen Zusammenstellung zur Steckverbinderfamilie; die Herleitung des verbreiteten Fehlnamens zusätzlich aus einer zweiten Fachdarstellung. Die Normtexte selbst wurden für diese Seite nicht eingesehen.

Tastaturkürzel