LG CineBeam AI HU925V: Kann LG an die Erfolge seiner VIVO Laser TVs anknüpfen?
LG bringt mit dem CineBeam AI HU925V einen RGB-Laser TV zurück. Wo er gegenüber Hisense, XGIMI und AWOL steht und welche Fragen noch offen sind.
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LG kehrt mit einem neuen RGB-Laser TV zurück. Doch reicht die bewährte Kombination aus hoher Bildqualität, komfortabler Bedienung und durchdachtem Design noch aus, um sich gegen Hisense, XGIMI und AWOL zu behaupten? Wir ordnen den CineBeam AI HU925V ein und zeigen, für wen er sich lohnen könnte.
Es gab eine Zeit, in der man bei hochwertigen Laser TVs kaum an LG vorbeikam. Mit dem VIVO und später dem VIVO Max hatte der koreanische Hersteller zwei ausgesprochen interessante Ultrakurzdistanzprojektoren im Programm. Die Geräte überzeugten durch ihre Bildqualität und durch ein durchdachtes Gesamtkonzept: Sie waren vergleichsweise unkompliziert zu bedienen, brauchten wenig Abstand zur Leinwand und ließen sich gut in individuelle Wohnraumkonzepte integrieren.
Wir haben mit den damaligen VIVO-Modellen zahlreiche Projekte realisiert und entsprechend gute Erinnerungen an diese Geräte. Umso mehr freuen wir uns, dass LG mit dem CineBeam AI HU925V wieder einen hochwertigen Laser TV vorstellt.
Allerdings hat sich der Markt inzwischen erheblich verändert. Hisense, XGIMI und AWOL haben die Entwicklung konsequent vorangetrieben. RGB-Laserlichtquellen, aufwendige Kontrastverfahren und Bilddiagonalen von bis zu 200 Zoll sind im gehobenen Segment längst keine Seltenheit mehr.
Kann LG mit dem HU925V an die früheren Erfolge anknüpfen? Wir schauen uns die neue Generation genauer an und ordnen ein, wo ihre Stärken liegen, welche Fragen offenbleiben und wie sie sich gegenüber der aktuellen Konkurrenz positioniert.
LG VIVO: Ein Blick zurück
Warum die früheren Laser TVs von LG für uns eine besondere Stellung hatten.
Mit dem HECTO gehörte LG schon 2013 zu den frühen Herstellern, die das Konzept eines Laser TVs konsequent verfolgten. Die Idee war damals ebenso einfach wie überzeugend: Ein Projektor sollte ein ähnlich unkompliziertes Nutzungserlebnis wie ein Fernseher bieten, dabei aber eine erheblich größere Bildfläche liefern.
2019 brachte LG mit dem HU85LS, der im deutschen Fachhandel als VIVO bekannt wurde, einen modernen 4K-Ultrakurzdistanzprojektor auf den Markt. Die Kombination aus 2.700 ANSI-Lumen, einem sehr kurzen Projektionsabstand und dem integrierten Smart-TV-System webOS war damals bemerkenswert.
2022 folgte der HU915QE, besser bekannt als VIVO Max. LG erhöhte die Helligkeit auf 3.700 ANSI-Lumen und verbesserte unter anderem die Bildverarbeitung.
Für uns waren die VIVO-Modelle nie nur wegen ihrer technischen Daten interessant. Sie boten ein stimmiges Gesamtpaket und ließen sich vor allem gut in unsere Projekte integrieren. Ein Detail haben wir dabei besonders geschätzt: das Gehäuse.
Manche Laser TVs fallen mit ungewöhnlichen Formen und auffälligen Designelementen auf. LG setzte auf eine schlichte, kantige Konstruktion. Quadratisch, praktisch, gut: Was zunächst unspektakulär klingt, war bei der Planung individueller Installationen ein echter Vorteil. Wir haben die Geräte mehrfach in maßgefertigte Möbel und sogar in Decken integriert. Dafür war das geradlinige Chassis hervorragend geeignet, weil sich der Projektor so unauffällig in die Architektur einbinden ließ.
Ein praktisches Gehäuse allein ist allerdings noch kein Grund, sich für einen Laser TV zu entscheiden. Letztlich muss die Bildqualität überzeugen. Und hier wird es beim neuen HU925V interessant.
LG CineBeam AI HU925V: Was hat sich technisch verändert?
Neue RGB-Lasertechnik, moderne Bildverarbeitung und einige überraschend konservative Spezifikationen.
Der HU925V ist weiterhin ein 4K-UHD-Projektor mit Ultrakurzdistanzoptik. Er projiziert Bilddiagonalen zwischen 90 und 120 Zoll. Bei 100 Zoll braucht er laut LG nur 9,8 Zentimeter Abstand zur Wand. Das klingt vertraut. Die wesentlichen Neuerungen liegen bei der Lichtquelle und der Bildverarbeitung.
RGB-Triple-Laser statt Laser-Phosphor-Hybrid
Der VIVO Max setzte noch auf eine hybride Laser-Phosphor-Lösung. Der HU925V verwendet dagegen getrennte Laserlichtquellen für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Solche RGB-Triple-Laser-Systeme erreichen grundsätzlich einen besonders großen Farbraum und eine hohe Farbsättigung. Bei HDR-Inhalten (hohem Dynamikumfang) kann sich das positiv bemerkbar machen, weil intensive Farben auch bei großer Helligkeit erhalten bleiben.
Bei der Farbraumabdeckung gibt LG allerdings bis zu 94 % des DCI-P3-Farbraums an. Das ist ein ordentlicher Wert, für einen modernen RGB-Triple-Laser wirkt er aber zurückhaltend. Andere Hersteller bewerben inzwischen größere Farbräume. Dabei lassen sich Angaben zu DCI-P3 und BT.2020 nicht unmittelbar vergleichen. Von der neuen Lichtquelle hätten wir uns trotzdem ambitioniertere Spezifikationen erhofft.
Entscheidend wird, wie genau der HU925V Farben tatsächlich wiedergibt. Ein großer Farbraum macht noch kein gutes Bild. Mindestens ebenso wichtig sind die korrekte Farbdarstellung, eine saubere Graustufenabstimmung und die Qualität der werkseitigen Bildmodi.
3.000 ANSI-Lumen: Weniger als beim Vorgänger?
LG bewirbt den HU925V mit 3.700 Lumen, nennt aber gleichzeitig eine Lichtleistung von 3.000 ANSI-Lumen. Die höhere Zahl beruht auf einer herstellereigenen Bewertung der wahrgenommenen Helligkeit. Für den Vergleich mit anderen Projektoren sollten wir uns deshalb an den 3.000 ANSI-Lumen orientieren.
Die offizielle Helligkeitsangabe des VIVO Max lag bei 3.700 ANSI-Lumen. Auf dem Papier ist der neue HU925V damit weniger lichtstark als sein Vorgänger. Das muss nicht heißen, dass er im direkten Vergleich das schlechtere Bild liefert: Lichtquelle, Bildmodi und Farbabstimmung beeinflussen die nutzbare Helligkeit erheblich. Gerade bei der Helligkeit hätten wir allerdings einen größeren Fortschritt erwartet. Ob der HU925V seinen Vorgänger bei korrekter Farbdarstellung erreicht oder übertrifft, zeigen erst unabhängige Messungen.
Kontrast und HDR: Vielversprechende Bildverarbeitung, aber offene Fragen
LG gibt für den HU925V ein Kontrastverhältnis von 2.000.000:1 an. Solche Zahlen sollte man mit Vorsicht betrachten. Es handelt sich um einen dynamischen Full-On/Full-Off-Wert, bei dem die Lichtleistung des Projektors je nach Bildinhalt angepasst wird. Mit dem nativen Kontrast oder dem Kontrast innerhalb eines einzelnen Bildes hat er wenig zu tun.
Im Heimkino zählt aber genau dieser Bildkontrast. Wie plastisch wirken Gesichter? Wie differenziert werden dunkle Filmszenen dargestellt? Und wie gut bleiben helle und dunkle Details gleichzeitig erkennbar?
LG setzt dafür auf eine adaptive Kontraststeuerung und auf Dynamic Tone Mapping Pro, das HDR-Inhalte laufend analysiert und an die Möglichkeiten des Projektors anpasst. Bei der Bildverarbeitung hatte LG schon mit den früheren VIVO-Modellen überzeugende Lösungen. Entsprechend gespannt sind wir, wie sich die neue Generation schlägt.
Enttäuschend finden wir, dass LG in den deutschen Spezifikationen nur HDR10 und HLG aufführt. Dolby Vision oder HDR10+ werden derzeit nicht ausgewiesen. Weil mehrere Wettbewerber diese Formate inzwischen unterstützen, wäre ein umfangreicheres HDR-Paket wünschenswert gewesen.
webOS 26: Kann LG beim Bedienkomfort punkten?
Ein großer Bildschirm ist wenig wert, wenn die tägliche Nutzung unnötig kompliziert wird.
Viele Käufer unterschätzen bei der Auswahl eines Laser TVs zunächst den Bedienkomfort. Wer seinen Fernseher durch eine Projektion ersetzen möchte, erwartet im Alltag möglichst wenige Einschränkungen: Streamingdienste sollen schnell erreichbar sein, die Bedienung muss intuitiv funktionieren, und der Wechsel zwischen Inhalten soll ohne komplizierte Menüs klappen. Genau hier hatte LG mit den früheren VIVO-Modellen einen wichtigen Vorteil.
Der HU925V verwendet webOS 26, eine aktuelle Version des Betriebssystems, das LG auch bei seinen Fernsehern einsetzt. Neben den bekannten Streamingfunktionen kommen KI-gestützte Features hinzu. Der α8 AI Processor Gen3 ist unter anderem für das Upscaling, die Bildoptimierung und die dynamische HDR-Verarbeitung zuständig. AI Concierge und AI Voice ID sollen Inhalte und Empfehlungen an einzelne Nutzer anpassen. Wie viele dieser KI-Funktionen in Deutschland von Anfang an laufen, hängt laut Heimkinowelten von Zulassung, Sprachen und Software-Updates ab.
Dazu kommt Dolby Atmos FlexConnect. Damit lässt sich der Projektor mit kompatiblen Lautsprechern aus LGs Sound-Suite-Ökosystem kombinieren, wobei das System die Lautsprecherpositionen berücksichtigt und die Wiedergabe anpasst. Für ein unkompliziertes Wohnzimmer-Setup kann das interessant sein. Wer ein hochwertiges Mehrkanal-Heimkino plant, wird ohnehin eine individuell abgestimmte Lautsprecherinstallation vorziehen.
Den Softwarevorsprung von LG sollte man nicht überschätzen. Hisense hat sein VIDAA-System weiterentwickelt, XGIMI und AWOL setzen auf Google TV. Die Konkurrenz bietet inzwischen ebenfalls hohen Bedienkomfort. Ob LG hier noch Vorteile hat, zeigt erst die tägliche Nutzung.
Quadratisch, praktisch, gut: Das Chassis bleibt vertraut
Warum uns das zurückhaltende Gehäusedesign besonders gefällt.
Beim ersten Blick auf den HU925V ist uns eine Sache sofort positiv aufgefallen: LG bleibt seiner bisherigen Designsprache weitgehend treu. Mit 68 × 34,7 × 12,8 Zentimetern (Breite × Tiefe × Höhe) ist der neue Laser TV wieder ein vergleichsweise flaches, geradliniges Gerät.
Darüber freuen wir uns. Bei vielen unserer Projekte soll die Technik möglichst unauffällig im Wohnkonzept verschwinden. Ein Projektor, der auf einem offenen Lowboard spektakulär aussieht, ist deshalb nicht automatisch die beste Wahl für den Einbau in ein maßgefertigtes Möbel. Klare Gehäuseformen erleichtern hier die Planung und führen zu einer ruhigen Optik. Wie erwähnt haben wir die früheren VIVO-Modelle sogar mehrfach in Decken eingebaut.
Ob sich der HU925V ebenso flexibel einsetzen lässt, müssen wir noch prüfen. Die Position der Anschlüsse, die Luftführung und die nötigen Abstände zu angrenzenden Bauteilen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigen drei unserer Referenzen mit einem VIVO im Möbel: Laser TV und Leinwand im Lowboard, 120 Zoll mit Ambilight-Beleuchtung und Laser TV, Leinwand und Lautsprecher im Lowboard.
Dieses Projekt zeigen wir ausführlich in der Referenz zum Laser TV in der Decke.
Hinweis zur Deckeninstallation: LG weist darauf hin, dass Dolby Atmos FlexConnect bei einer Deckeninstallation nicht funktioniert. Wer so einbauen und das kabellose Lautsprechersystem nutzen möchte, braucht eine andere Lösung für den Ton.
Dass LG seinen neuen Laser TV nicht mit einem besonders extravaganten Gehäuse neu erfunden hat, finden wir erfreulich.
Die Konkurrenz schläft nicht: Wie schlägt sich LG gegen Hisense, XGIMI und AWOL?
Der Markt für hochwertige Laser TVs hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.
Noch vor wenigen Jahren waren 3.000 ANSI-Lumen, eine hochwertige Laserlichtquelle und ein guter Smart-TV-Unterbau gute Argumente für einen Laser TV aus dem Premiumsegment. Heute sieht das anders aus. Hisense, XGIMI und AWOL bieten Geräte mit deutlich umfangreicheren Spezifikationen an, vor allem bei Helligkeit, maximaler Bildgröße, HDR-Unterstützung und Kontrasttechnik.
Hisense PX4 Pro: Der naheliegendste Herausforderer
Mit dem PX4 Pro hat Hisense einen Laser TV im Programm, der dem HU925V direkt Konkurrenz macht. Er bietet laut Hersteller 3.500 ANSI-Lumen, eine RGB-Triple-Laserlichtquelle und Bilddiagonalen von 80 bis 200 Zoll. Dazu kommen Dolby Vision, HDR10+, eine siebenstufige Irisblende zur Kontrastoptimierung und umfangreiche Gaming-Funktionen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt in Deutschland bei 3.499 Euro.
Damit setzt Hisense LG unter Druck. Sollte der HU925V deutlich teurer werden, wird es schwierig, den Aufpreis allein mit der Marke und dem integrierten webOS zu begründen.
XGIMI AURA 3 Max: Beeindruckende Technik mit Kompromissen
XGIMI verfolgt mit dem AURA 3 Max einen anderen Ansatz. Der Hersteller nennt 5.700 ISO-Lumen, eine RGB-Triple-Laserlichtquelle, einen nativen Kontrast von 8.000:1 und Bildgrößen bis 200 Zoll. Dazu kommen Dolby Vision, HDR10+ und 4K-Wiedergabe mit bis zu 120 Hz. Auf dem Papier ist das eine beachtliche Ausstattung.
Gerade dieses Modell zeigt aber, warum wir Herstellerangaben nicht überbewerten. Laurent Willen ermittelte in seinem ausführlichen Test im Movie-Modus bei Irisstellung 2 eine Lichtleistung von rund 2.674 Lumen. Die genannten 5.700 Lumen seien aus seiner Sicht nur im Boost-Modus erreichbar, der einen Grünstich erzeugt. Seine Zahl beruht auf seiner eigenen Messmethodik und lässt sich nicht ohne Weiteres mit einem ISO-Wert des Herstellers gleichsetzen. Sie zeigt aber, wie stark die Lichtleistung vom Bildmodus abhängt.
Auch beim Kontrast hängt vieles von der Iris ab. Je weiter sie geschlossen wird, desto höher der Kontrast und desto geringer die Helligkeit. Den höchsten gemessenen Kontrast von 5.091:1 erreichte der Projektor bei Iris 7, wovon Willen wegen der stark sinkenden Helligkeit abrät. Die beste Einstellung für einen Filmabend ist deshalb selten die, bei der ein Projektor seine Höchstwerte erreicht. Für uns zählt das Ergebnis bei sinnvoll abgestimmter Bildqualität. Die spektakulärste Zahl im Datenblatt sagt darüber wenig.
AWOL Aetherion Max: Auch beim Kontrast wird die Luft dünner
AWOL setzt beim Aetherion Max ebenfalls auf eine RGB-Triple-Laserlichtquelle und nennt 3.300 ISO-Lumen. Das Gerät unterstützt Dolby Vision, HDR10+ und HLG und projiziert Bilddiagonalen bis 200 Zoll. Im Test von connect überzeugte der Aetherion Max vor allem beim Kontrast, der für ein DLP-Gerät ungewöhnlich stark ausfällt.
LG kann sich also nicht mehr selbstverständlich auf eine überlegene Bildverarbeitung verlassen. Andere Hersteller haben technisch interessante Lösungen entwickelt, die für anspruchsvolle Heimkino-Enthusiasten relevant sind. Auch bei diesen Geräten bleiben Kompromisse: connect nennt leichte Unschärfe in den oberen Bildecken und einen Einrichtungsaufwand, der Geduld braucht, andere Tests bemängeln das Betriebsgeräusch.
Der HU925V trifft damit auf einen deutlich anspruchsvolleren Wettbewerb als seine Vorgänger.
Die wichtigsten technischen Unterschiede im Überblick
| Eigenschaft | LG HU925V | Hisense PX4 Pro | XGIMI AURA 3 Max | AWOL Aetherion Max |
|---|---|---|---|---|
| Lichtquelle | RGB-Triple-Laser | RGB-Triple-Laser | RGB-Triple-Laser | RGB-Triple-Laser |
| Helligkeit laut Hersteller | 3.000 ANSI-Lumen | 3.500 ANSI-Lumen | 5.700 ISO-Lumen | 3.300 ISO-Lumen |
| Bildgröße | 90 bis 120 Zoll | 80 bis 200 Zoll | bis 200 Zoll | 80 bis 200 Zoll |
| HDR-Formate | HDR10, HLG | Dolby Vision, HDR10+, HDR10, HLG | Dolby Vision, HDR10+, HDR10, HLG | Dolby Vision, HDR10+, HLG |
| Smart-TV-System | webOS 26 | VIDAA U9 | Google TV | Google TV |
| Besonderheiten | LG-Bildverarbeitung, FlexConnect | siebenstufige Iris, Gaming bis 240 Hz | Dual-Iris, 4K/120 Hz | starker Kontrast, VRR |
Die Tabelle gibt veröffentlichte Herstellerangaben wieder. ANSI- und ISO-Lumen sind unterschiedliche Messstandards, die Werte lassen sich deshalb nicht unmittelbar gleichsetzen. Die tatsächliche Bildqualität folgt aus diesen Daten allein nicht.
Was zählt bei einem Laser TV wirklich?
Warum die höchsten technischen Werte nicht automatisch zum besten Heimkino führen.
Wer nur auf Datenblätter schaut, könnte meinen, der neue LG sei technisch nicht mehr konkurrenzfähig. So einfach ist es nicht. Ein Laser TV ist immer Teil eines Gesamtsystems. Wichtig ist die Lichtleistung des Projektors, aber ebenso, unter welchen Bedingungen dieses Licht auf der Leinwand ankommt und wie gut das Bild dann aussieht.
Helligkeit und Kontrast müssen zusammenpassen
Ein helles Bild ist im Wohnzimmer wünschenswert, darf aber nicht zulasten der Farbgenauigkeit oder des Schwarzwerts gehen. Manche Projektoren erreichen ihre maximale Lichtleistung nur in Bildmodi, in denen die Farben deutlich vom Soll abweichen. Andere haben eine mechanische Iris oder eine dynamische Laserregelung, die den Kontrast verbessert, teils auf Kosten der Helligkeit. Uns interessieren deshalb die Messwerte bei korrekter Farbabstimmung und unter realistischen Bedingungen.
Auch das HDR-Tonemapping spielt eine große Rolle. Ein Projektor muss die teils extrem hohen Helligkeitsinformationen moderner HDR-Inhalte sinnvoll auf seine begrenzte Lichtleistung übertragen. Hier könnte LG mit seiner Erfahrung in der Bildverarbeitung weiter punkten. Ob das beim HU925V gelingt, bleibt abzuwarten.
Ohne die richtige Leinwand wird Potenzial verschenkt
Mindestens so wichtig wie der Projektor ist die Leinwand. Bei einem Laser TV im Wohnzimmer empfehlen wir normalerweise eine Kontrastleinwand, die auf die steil von unten einfallende Projektion eines Ultrakurzdistanzprojektors abgestimmt ist. Solche CLR-Leinwände (Ambient Light Rejecting) schwächen störendes Umgebungslicht aus anderen Richtungen ab und verbessern damit die wahrgenommene Bildqualität deutlich.
Grenzen bleiben trotzdem. Ein Laser TV mit 3.000 ANSI-Lumen erreicht in einem stark sonnenbeschienenen Wohnzimmer nicht dieselbe Bildwirkung wie ein moderner Fernseher. Bei der Planung berücksichtigen wir daher Fensterflächen, Raumhelligkeit, Sitzpositionen und die gewünschte Bildgröße. Das gilt für den LG HU925V genauso wie für die technisch ambitionierteren Wettbewerber. Mehr dazu auf unserer Seite zu Laser TV.
Sind 120 Zoll wirklich zu wenig?
Der auffälligste Unterschied zwischen dem HU925V und seinen Konkurrenten ist die maximale Bilddiagonale. Hisense, XGIMI und AWOL gehen bis 200 Zoll, der LG endet bei 120 Zoll. Für viele Wohnzimmer reicht das völlig: Eine 120-Zoll-Leinwand ist rund 2,66 Meter breit. Wer ein besonders großes Bild möchte, hat beim LG allerdings keine Reserven.
Dazu kommt: Bei größerer Bildfläche verteilt sich die Helligkeit eines Projektors. Ein Laser TV, der nominell bis 200 Zoll geeignet ist, liefert bei dieser Bildgröße nicht automatisch eine überzeugende HDR-Darstellung. Auch hier kommt es auf das gesamte Setup an.
Für wen ist der neue LG HU925V interessant?
Aus unserer Sicht kann der HU925V vor allem für Menschen eine gute Wahl werden, die einen klassischen Fernseher durch ein deutlich größeres Bild ersetzen möchten und Wert auf Bedienkomfort, eine unauffällige Installation und ein stimmiges Gesamtkonzept legen. Wer ohnehin 100 bis 120 Zoll plant, wird die geringere maximale Bildgröße kaum als Einschränkung erleben. Auch bei individuellen Möbelintegrationen könnte das vertraute Gehäusekonzept ein Vorteil sein. Dazu möchten wir erst eigene Erfahrungen mit dem neuen Modell sammeln, bevor wir eine abschließende Bewertung abgeben. Wie wir solche Lösungen planen, zeigt unsere Seite zur Möbelintegration von Laser TVs.
Anders sieht es bei Käufern aus, die ein möglichst großes Bild, umfangreiche Gaming-Funktionen oder die maximale HDR-Leistung suchen. Der HU925V gibt 4K nur mit 60 Hz aus, andere Hersteller bieten hier bereits heute mehr und teilweise deutlich bessere technische Eigenschaften.
Eine wesentliche Rolle spielt außerdem der Preis. Zum Zeitpunkt unserer Betrachtung gibt es noch keine bestätigte deutsche Preisempfehlung des HU925V. Gerade weil die Konkurrenz schon verfügbar ist, dürfte die Preisgestaltung stark beeinflussen, wie attraktiv der neue LG am Ende wird.
Unser Fazit: Ein interessantes Comeback mit offenen Fragen
Wir freuen uns über die Rückkehr von LG, einen neuen Klassenprimus sehen wir aber noch nicht.
Wir haben die früheren VIVO Laser TVs gern eingesetzt. Sie kombinierten eine überzeugende Bildqualität mit einem durchdachten Bedienkonzept und einem Gehäuse, das sich hervorragend in individuelle Installationen integrieren ließ. Entsprechend gespannt sind wir auf den CineBeam AI HU925V.
Dass LG seiner Designsprache treu bleibt, gefällt uns. Die RGB-Laserlichtquelle, die neue Bildverarbeitung und webOS 26 machen neugierig. Gleichzeitig ist die Konkurrenz inzwischen erheblich stärker geworden. 3.000 ANSI-Lumen, 120 Zoll als Obergrenze und die bisher ausgewiesene HDR-Unterstützung reichen allein nicht, um im heutigen Premiumsegment an die Spitze zu kommen.
Die Qualität eines Projektors entscheidet sich aber nicht auf dem Papier. Wir wollen wissen, wie gut das neue RGB-Lasersystem arbeitet, welche Helligkeit bei korrekten Farben bleibt und wie überzeugend Dynamic Tone Mapping Pro mit anspruchsvollen HDR-Inhalten umgeht. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind und der Preis feststeht, lässt sich beurteilen, ob LG mit dem HU925V wieder einen der interessantesten Laser TVs am Markt anbietet.
Unsere vorläufige Einschätzung: Der neue LG muss nicht in jeder technischen Disziplin führen, um ein überzeugendes Produkt zu werden. Er muss aber als Gesamtsystem funktionieren. Genau das war früher eine der größten Stärken des VIVO.
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