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Dual Light (XGIMI)

Wie kombiniert XGIMIs Dual Light Laser- und LED-Licht in einem Strahlengang — und welchen Zielkonflikt löst diese Mischung?

Dual Light ist XGIMIs Hybridlichtquelle: LED- und Laserlicht werden in einem gemeinsamen Strahlengang gemischt, statt sich für eine der beiden Quellenarten zu entscheiden. Gelöst wird damit ein Zielkonflikt, der jede Projektor-Lichtquelle betrifft — zwischen dem breiten, als angenehm empfundenen Spektrum der LED und der Helligkeit und Farbkraft des Lasers, der diese Stärken mit sichtbaren Artefakten bezahlt. Die Mischung soll beides zugleich liefern; sie ist neben der Automatikschicht ISA die zweite Eigenentwicklung des Hauses.

Jeder Projektor braucht eine starke Lichtquelle, und die beiden modernen Arten haben je einen Haken: LED-Licht ist angenehm anzusehen, aber nicht besonders hell — Laserlicht ist sehr hell und farbkräftig, kann aber wie feiner Glitzer flimmern und die Augen anstrengen. XGIMI baut deshalb beide Lichtarten in ein Gerät und mischt sie. So bekommst Du die Helligkeit des Lasers und das ruhige Licht der LED in einem Bild, ohne Dich zwischen beidem entscheiden zu müssen.

Das zugrunde liegende Problem

Eine LED leuchtet über ein breites, zusammenhängendes Spektrum — ihr Licht ähnelt darin dem, was Augen aus dem Alltag kennen, und gilt als ermüdungsarm. Ihre Grenzen liegen bei der Helligkeit und beim darstellbaren Farbraum. Ein Dreifarblaser aus roter, grüner und blauer Quelle hat genau die umgekehrten Eigenschaften: enorme Helligkeit, ein sehr großer Farbraum — aber sein Licht besteht aus drei extrem schmalen Spektrallinien und ist kohärent, die Wellenzüge schwingen also im Gleichtakt. Daraus entstehen die typischen Laser-Artefakte: Speckle, ein körniges Glitzern, das auf der Bildfläche durch Interferenz des kohärenten Lichts entsteht, und Farbsäume an harten Hell-Dunkel-Kanten. Der Hersteller nennt als dritte Folge die schnellere Ermüdung beim Sehen, besonders für Brillenträger. Wer eine Lichtquelle wählt, wählte bisher also auch deren Schwäche mit.

Funktionsweise

Die erste Ausführung von Dual Light hat XGIMI im Mai 2023 vorgestellt, den Anfang machte der HORIZON Ultra. Zwei Entscheidungen machen die Mischung technisch möglich:

Eine LED, die zum Laser passt. XGIMI hat eine eigene Vollfarb-LED entwickelt, deren Spektrum auf das Wellenlängenband des verbauten Lasers abgestimmt ist. Die Abstimmung ist der Kern der Sache: Zwei beliebige Lichtquellen übereinanderzulegen erzeugt Mischfarbenfehler — erst wenn die Anteile spektral zueinander passen, ergänzen sie sich, statt sich zu stören.

Ein Lichtweg, der beide zusammenführt. Die Zusammenführung übernimmt ein fünfkanaliger Hybrid-Lichtweg, der die Anteile beider Quellen bündelt und gemeinsam auf den Bildwandler gibt — einen DMD-Spiegelchip, wie ihn das DLP-Verfahren nutzt.

Die Rollenverteilung in dieser ersten Ausführung: Die LED liefert das kontinuierliche Spektrum als Basis des Bildes, der Laser setzt Helligkeit und Farbraum obendrauf. Als Ergebnis gibt der Hersteller für den HORIZON Ultra 2.300 ISO-Lumen an — eine nach der Norm ISO 21118 ermittelte Helligkeitsangabe — und für die Farbtreue ein mittleres Delta E um 1 in der Serienfertigung, geprüft nach eigener Darstellung durch TÜV Süd. Delta E beziffert den Abstand zwischen Soll- und Istfarbe; Werte um 1 gelten als kaum noch wahrnehmbar.

Dual Light 2.0 — die umgekehrte Gewichtung

Mit der HORIZON-S-Reihe und dem AURA 2 hat XGIMI im Oktober 2024 die zweite Ausführung eingeführt und die Gewichtung umgedreht: Jetzt ist ein Dreifarblaser die Hauptquelle, und ein breitbandiger Lichtanteil füllt dessen schmale Spektrallinien zu einem zusammenhängenden Spektrum auf. Die Artefakte des reinen Dreifarblasers — Speckle und Farbsäume — sollen damit verschwinden, während seine Helligkeit und sein Farbraum erhalten bleiben.

Die Herstellerangaben dazu: 3.100 ISO-Lumen für den HORIZON S Max, 110 % des Farbraums BT.2020, ein dynamischer Kontrast von 1.000.000:1; der AURA 2 als Ultrakurzdistanz-Gerät — der Bauform nach ein Laser TV — kommt auf 2.300 ISO-Lumen und 99 % DCI-P3. Dazu führt der Hersteller Prüfzeichen des Prüfdienstleisters SGS für geringes Blaulicht, geringen Speckle und geringe Farbaufspaltung an. Der dynamische Kontrastwert stammt aus einer Messung mit nachgeregelter Lichtquelle und ist mit nativen Kontrastangaben nicht vergleichbar — die Einordnung solcher Zahlen steht beim Kontrastverhältnis.

Abgrenzung

Gegen Laserphosphor. Die verbreitetste Laser-Bauart im Heimkino nutzt einen blauen Laser, der einen Leuchtstoff anregt; aus einer einzigen Quelle wird das übrige Licht durch Umwandlung gewonnen. Dual Light hält stattdessen zwei eigenständige Quellenarten parallel und mischt ihr Licht. Beide Wege bekämpfen die Artefakte des reinen Lasers — der eine durch Umwandlung, der andere durch Beimischung.

Gegen den reinen Dreifarblaser. Er bleibt die Referenz für Farbraum und Helligkeit und behält seine Artefakte. Dual Light 2.0 ist ausdrücklich als Antwort darauf gebaut: gleiche Stärken, ohne Speckle und Farbsäume — so das Versprechen, das bisher allein der Hersteller belegt.

Gegen den eigenen Katalog. Nicht jede XGIMI-Lichtquelle ist Dual Light. Die portablen Geräte arbeiten mit reiner LED, das erste AURA-Ultrakurzdistanz-Gerät mit reinem Laser; die Hybridquelle steckt in den größeren Heimgeräten und im AURA 2. Die Bezeichnung meint die Quellenbauart, keine Gerätereihe.

Grenzen

Alle Leistungszahlen sind Herstellerangaben. Helligkeit, Farbraum, Farbtreue und die Wirksamkeit gegen Speckle stammen aus der Herstellerdarstellung; auch die angeführten Prüfzeichen sind an den geprüften Stellen nur dort dokumentiert. Unabhängige Messungen wurden nicht gefunden.

Der dynamische Kontrast ist eine Regelgröße. 1.000.000:1 beschreibt das Verhältnis zwischen hellster und dunkelster Szene bei nachgeregelter Lichtquelle — nicht den Kontrast innerhalb eines Bildes. Für die Planung eines dunklen Raums ist der native Kontrast die belastbare Größe, und den nennt der Hersteller nicht.

Die Helligkeit bleibt Consumer-Klasse. Auch 3.100 ISO-Lumen sind für das normal genutzte Wohnzimmer gedacht. Ob sie für eine konkrete Bildbreite reichen, entscheidet die Zielleuchtdichte — nicht der Katalogwert.

Die Lichtquelle ist keine Option. Dual Light ist fest verbaut; welche Quellenbauart ein Gerät hat, steht mit dem Kauf fest. Angaben zur Lebensdauer der Hybridquelle unter Dauerlast veröffentlicht der Hersteller an den geprüften Stellen nicht.

Verknüpfte Inhalte

Die beiden Laser-Bauarten, gegen die sich Dual Light abgrenzt — Laserphosphor und Dreifarblaser —, samt der Entscheidungslogik dazwischen erklärt die Laserlichtquelle; was hinter ISO-Lumen und anderen Helligkeitsangaben steckt, die Helligkeitsangaben bei Projektoren. Was ein Farbraum ist und was Prozentangaben dazu bedeuten, steht beim Farbraum; die Einordnung von Kontrastangaben beim Kontrastverhältnis, die Helligkeitsplanung bei der Zielleuchtdichte. Die Bauform des AURA 2 erklärt der Eintrag zum Laser TV, den Bildwandler dahinter die Seite zu DLP und DMD. Die zweite Eigenentwicklung des Hauses ist die Automatikschicht ISA.

Quellen

Aufbau und Zweck der ersten Ausführung stammen aus dem Vorstellungsartikel des Herstellers vom Mai 2023, die Angaben zu Dual Light 2.0 aus dem Technik-Blog vom Oktober 2024 und den Produktseiten der HORIZON-Reihe; dass nicht jedes Gerät die Hybridquelle führt, belegen die Produktseiten selbst. Die Architektur von Dual Light 2.0 ist zusätzlich über einen benannten Fachpressebericht gegengeprüft. Alle Leistungszahlen sind Herstellerangaben; unabhängige Messungen wurden nicht gefunden. Datenstand 2026-08-19.

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