HDMI — High-Definition Multimedia Interface — ist die Schnittstelle,
über die Unterhaltungselektronik Bild, Ton und Steuerbefehle gemeinsam
durch ein Kabel schickt. Die erste Fassung erschien im Dezember 2002,
herausgegeben von sieben Unternehmen der Unterhaltungselektronik und der
Halbleiterindustrie; seit 2011 entwickelt
das HDMI Forum die weiteren Fassungen, und der HDMI Licensing
Administrator lizenziert sie an die Hersteller.
Damit ist HDMI die Schnittstelle, an der eine Heimkino- oder
HiFi-Anlage tatsächlich zusammenhängt: Fernseher, Projektor, AV-Receiver
und Zuspieler haben sie alle, und zwischen ihnen läuft über dieselbe
Leitung mehr als das Bild.
Das Wort, um das sich fast jede Rückfrage dreht, ist die
Versionsnummer. Sie bezeichnet eine Fassung der Spezifikation. Was ein
einzelnes Gerät davon umgesetzt hat und was eine konkrete Strecke
überträgt, sind zwei weitere Fragen mit eigenen Antworten.
In einfachen Worten
HDMI ist der breite, flache Stecker, mit dem Du Fernseher, Receiver
und Zuspieler verbindest. Durch dieses eine Kabel läuft alles
gleichzeitig: das Bild, der Ton, und obendrein kleine Befehle, mit
denen die Geräte sich gegenseitig einschalten oder umschalten. Alle
paar Jahre kommt eine neue Ausbaustufe heraus, damit schärfere und
flüssigere Bilder durchpassen — die Nummern 1.4, 2.0, 2.1 und 2.2, die
Du auf Kartons siehst. Diese Nummer ist allerdings ein schwaches
Versprechen: Ein Hersteller darf sie schon nennen, wenn er nur einen
kleinen Teil der neuen Fassung eingebaut hat. Verlass Dich deshalb
lieber darauf, was ein Gerät namentlich kann, als auf die Zahl vorn
auf der Verpackung.
Ein HDMI-Kabel führt kein einzelnes Signal. Es führt mehrere Wege
gleichzeitig, die unabhängig voneinander funktionieren oder eben
ausfallen — und genau daran hängt fast jedes Fehlerbild in der Praxis.
Vier davon prägen die Planung.
Der Bilddatenweg ist der breiteste Teil. Er arbeitet in einem von
zwei Verfahren, dem älteren TMDS oder dem seit der Fassung 2.1
verfügbaren Fixed Rate Link; welches davon läuft und mit welcher Rate,
handeln Quelle und Senke beim Einschalten aus. Beides ist unter
FRL und TMDS beschrieben, die Aushandlung
selbst unter Link Training . Der Ton läuft im
Regelfall in diesem Datenstrom mit.
Daneben liegt ein langsamer Zweidrahtbus . Über ihn liest die Quelle
aus, was das Anzeigegerät annimmt — das ist EDID —,
und über ihn läuft die Berechtigungsprüfung
HDCP . Beide Vorgänge entscheiden darüber, ob überhaupt
ein Bild kommt, und beide haben mit der Bandbreite nichts zu tun. Ein
schwarzer Bildschirm beim Quellenwechsel stammt fast immer von hier.
Die Steuerleitung CEC hat eine eigene Ader und ist ein eigenes,
sehr langsames Protokoll, mit dem die Geräte einer Kette sich
gegenseitig ein- und umschalten; ausgeführt unter
HDMI CEC . Und seit der Fassung 1.4 gibt es den
Tonrückweg , über den ein Fernseher seinen eigenen Ton an einen
Verstärker zurückgibt — ARC und sein Nachfolger eARC ,
die sich zwei Kontakte mit anderen Funktionen teilen.
Auf welchen Kontakten das jeweils liegt, steht bei
HDMI Type A . Daraus folgt etwas, das jede
Fehlersuche abkürzt: „HDMI funktioniert nicht" ist keine brauchbare
Fehlerbeschreibung. Bild ohne Ton, Ton ohne Bild, ein Gerät, das sich
nicht mitschalten lässt, und ein Bild in schlechterem Format als
erwartet sind vier verschiedene Störungen auf vier verschiedenen Wegen
im selben Kabel.
Die Zuständigkeit hat einmal gewechselt, und das erklärt eine
Eigenheit der Versionsnummern.
Die HDMI Founders — im Jahr 2002 Hitachi, Matsushita Electric
(Panasonic), Royal Philips Electronics, Silicon Image, Sony, Thomson und
Toshiba — haben die Fassungen 1.0 bis 1.4b herausgegeben. Der Kreis
besteht bis heute, teils unter anderen Firmennamen: Neben Philips,
Panasonic, Sony und Toshiba stehen dort inzwischen Lattice
Semiconductor, Maxell und Vantiva Technologies.
2011 kam das HDMI Forum dazu, ausdrücklich zu dem Zweck, die
Weiterentwicklung auf eine breitere Beteiligung der Industrie zu
stellen; die Begründung der Gründer war, dass HDMI die Rolle eines
faktischen weltweiten Verbindungsstandards erreicht hatte. Mitglied
wird, wer aktiv und wesentlich zur Entwicklung beiträgt — inzwischen
sind es rund 85 Unternehmen. Alles ab der Fassung 2.0 stammt vom Forum.
Lizenziert wird beides von einer Stelle, dem HDMI Licensing
Administrator : im Auftrag des Forums für die Fassung 2.2, im Auftrag
der Founders für die früheren. Ein Hersteller braucht eine
Adopter-Lizenz, um HDMI einzubauen und das Zeichen zu führen.
Für die Beratung folgt daraus ein unbequemer Punkt: Der Text der
aktuellen Fassungen ist kostenpflichtig und Lizenznehmern vorbehalten.
Frei abrufbar ist allein die Fassung 1.3a. Wer nachprüfen will,
was eine Fassung verlangt und was sie freistellt, ist auf die
Darstellungen des Lizenzgebers angewiesen.
Zwanzig Jahre Fassungen lassen sich auf wenige Schritte eindampfen, die
in einer Planung wirklich etwas ändern. Die Bandbreitenangaben stammen
aus der eigenen Rückschau des Lizenzgebers.
Fassung Jahr Bandbreite Was neu hinzukam 1.0 2002 4,95 Gbit/s Bild und Ton unkomprimiert über ein Kabel, 1080p bei 60 Bildern 1.1 und 1.2 2004, 2005 unverändert Erweiterungen ohne Bandbreitensprung 1.3 2006 10,2 Gbit/s Verdopplung der Bandbreite 1.4 2009 10,2 Gbit/s Tonrückkanal ARC, 3D, Auto-Lip-Sync, erweiterte CEC-Befehle, Deep Color, verbesserte Tonformate, Ethernet-Kanal, 4K bei 24 bis 30 Bildern, Micro-Steckverbinder 2.0 2013 18 Gbit/s 4K bei 50 und 60 Bildern, 32 Tonkanäle, dynamische Lippensynchronität 2.1 2017 48 Gbit/s Fixed Rate Link, 8K bei 60 und 4K bei 120 Bildern, Dynamic HDR, eARC, die Spielmerkmale VRR, ALLM, QFT und QMS, Ultra-High-Speed-Kabel 2.2 2025 96 Gbit/s weiterentwickelter Fixed Rate Link, 4K bei 240 und 8K bei 60 Bildern unkomprimiert, Latency Indication Protocol, Ultra96-Kabel
Drei Ergänzungen gehören dazu, weil ihre Namen im Handel auftauchen. Die
Fassung 1.4a vom März 2010 hat verbindliche 3D-Formate für
Rundfunkinhalte nachgereicht. Der erste Nachtrag zur Fassung 2.1
brachte HDMI Cable Power, mit dem ein aktives Kabel seine Versorgung aus
dem Steckverbinder zieht statt aus einem eigenen Netzteil — beide Enden
müssen es beherrschen, das Kabel und die Quelle. Und die Bezeichnung
2.1a steht für eine überarbeitete Fassung aus dem Jahr 2022. Aus
dieser Zeit stammt auch Source-Based Tone Mapping, bei dem die Quelle
ihre HDR-Ausgabe an das angeschlossene Anzeigegerät anpasst, statt einen
festen Helligkeitsbereich auszugeben; der Lizenzgeber führt das Merkmal
heute unter der Fassung 2.2.
Zwei Muster ziehen sich durch diese Reihe. Erstens ist der
Steckverbinder in zwanzig Jahren derselbe geblieben — die Fassung 2.0
sagt ausdrücklich, dass sie weder neue Kabel noch neue Steckverbinder
festlegt, und schon vorhandene High-Speed-Kabel übertragen die erhöhte
Bandbreite. Zweitens ist jede Fassung abwärtskompatibel: Ein neues Gerät
arbeitet mit einem alten zusammen, es einigt sich eben auf weniger.
Ab der Fassung 2.0 sind die meisten Merkmale einer Fassung für den
Hersteller freiwillig. Ein Gerät darf HDMI 2.1 führen und weder die
volle Bandbreite noch VRR noch eARC beherrschen — es muss die
Spezifikation umgesetzt haben, in dem Umfang, den es für richtig hält.
Deshalb ist die Nummer als Kaufkriterium schwach, und deshalb lässt die
Markenrichtlinie des Lizenzgebers sie in der Vermarktung auch nur
begrenzt zu — für Kabel gar nicht. Ein Kabel hat eine Klasse, keine
Fassung.
An ihre Stelle treten drei andere Angaben, und die sind belastbar:
Der Funktionsname. Kann ein Gerät ein bestimmtes Merkmal, wird das
Merkmal namentlich genannt — eARC, VRR, ALLM, Ultra96. Was hinter dem
jüngsten dieser Namen steht, klärt
Ultra96 und HDMI 2.2 .
Die Kabelklasse. Standard, High Speed, Premium High Speed, Ultra
High Speed, Ultra96 — jede steht für eine geprüfte Bandbreite an einem
Artikel in einer Länge. Was das zusagt und was es kostet, wenn man es
überspringt, steht bei den
HDMI-Kabelklassen .
Die ausgehandelte Rate. Was die fertige Strecke wirklich
überträgt, ermitteln die Geräte beim Einschalten selbst und niemand
sonst. Fällt das Ergebnis schlecht aus, kommt trotzdem ein Bild, nur
in einem sparsameren Format und ohne Meldung.
„Ich habe ein HDMI-2.1-Kabel." Kabel haben keine HDMI-Fassungen.
Die Angabe auf der Verpackung ist entweder eine Klassenbezeichnung —
dann ist sie brauchbar — oder eine Versionsnummer, und die ist auf
Kabeln nach der Markenrichtlinie des Lizenzgebers ausgeschlossen. Ein
Kabel, das mit einer Zahl wirbt, sagt damit vor allem etwas über seinen
Anbieter.
„Beide Geräte können 2.1, also läuft die volle Bandbreite." Die
Fassung ist eine Umsetzungsgrundlage, keine Leistungszusage. Die
Bandbreite handelt die Verbindung aus, und die Strecke dazwischen
entscheidet mit — Länge, Kabelklasse und jedes Zwischengerät. Ein
Verteiler oder Extender in der Mitte handelt eigenständig aus und ist
damit ein zweites Nadelöhr.
„HDMI überträgt Bild und Ton komprimiert." Der Regelfall ist
unkomprimiert; das war von Anfang an der Zweck der Schnittstelle. Erst
mit der Fassung 2.1 kam mit
Display Stream Compression ein
optionales Kompressionsverfahren dazu, das eine Quelle einsetzen darf,
wenn ein Format die verfügbare Rate übersteigt. Eine getrennte Frage
ist die
Farbunterabtastung — dort wird
Farbauflösung weggelassen, um Datenrate zu sparen, und das passiert
still.
„HDMI ist die Bildverbindung." Bild ist der größte Teil, aber nicht
der einzige. Über dieselbe Leitung laufen der Ton, der Tonrückweg vom
Fernseher, die Gerätesteuerung, die Fähigkeitsabfrage, die
Berechtigungsprüfung und eine kleine Stromversorgung. Wer HDMI plant,
plant all das mit.
Kabelklasse gegenüber Fassung: Die Klasse gehört einem Artikel in
einer Länge und ist geprüft, die Fassung gehört der Spezifikation.
Beide werden „HDMI 2.1" genannt, und nur eine davon zu Recht.
Type A, C, D und E: Bauformen desselben Anschlusses — die große
Standardbuchse, Mini, Micro und die Ausführung für Fahrzeuge. Sie
ändern nichts an den Verfahren, siehe
HDMI Type A .
DVI : der elektrisch verwandte Vorläufer aus der
Rechnerwelt. HDMI hat dessen Übertragungsverfahren übernommen und Ton,
Steuerkanal und Kopierschutz ergänzt; ein Adapter zwischen beiden
überträgt deshalb Bild, aber keinen Ton.
DisplayPort : eine eigene Schnittstelle
für dieselbe Aufgabe, herausgegeben von einem anderen Gremium und
anders gebaut. Sie sitzt an Rechnern und Monitoren, HDMI im
Wohnzimmer.
HDMI Alt Mode: das HDMI-Signal über einen USB-C-Steckverbinder.
Ein anderer Weg für dasselbe Signal.
HDBaseT und
AV over IP : Transportverfahren, die ein
HDMI-Signal über Netzwerkleitungen weitertragen. Sie sind keine
HDMI-Fassungen und haben eigene Grenzen.
Ein Wohnraum mit Fernseher, AV-Receiver, einem Zuspieler und einer
Spielkonsole, dazu ein fest verlegtes Kabel zu einem Projektor an der
Decke. Die Frage, die zuerst gestellt wird, gilt weder den Geräten noch
der Fassung.
Welche Formate müssen tatsächlich laufen, und
welchen Weg nimmt der Ton? Film in 4K bei 24 Bildern stellt bescheidene
Ansprüche; eine Konsole mit 4K bei 120 Bildern ist ein anderer Fall, und
der Ton entscheidet sich daran, ob er vom Zuspieler direkt in den
Verstärker geht oder vom Fernseher über den Rückkanal zurückkommt. Diese
zweite Variante ist der häufigere Wunsch und die anspruchsvollere
Lösung, weil sie an beiden Geräten eARC voraussetzt.
Die Verfahrensfrage schließt sich an: Welche Strecke bekommt welche
Aufgabe? Die kurzen Wege im Schrank sind unkritisch. Die feste Strecke
zur Decke ist die kritische, weil sie später niemand tauscht — dort
entscheiden Kabelklasse, geprüfte Länge und die Frage, ob ein aktives
Kabel oder eine Umsetzung auf HDBaseT die bessere Wahl ist. Ein
Leerrohr mit Zugreserve macht diese Entscheidung reversibel und ist
deshalb fast immer die günstigere Antwort als das teuerste Kabel.
Erst danach die Geräte. Gefragt sind dann keine Versionsnummern,
sondern drei namentliche Fähigkeiten je Gerät: Beherrscht der Eingang
die Formate, die er wirklich bekommt? Beherrscht er eARC, falls der Ton
diesen Weg nimmt? Und reicht ein Verteiler oder Umschalter in der Mitte
die höchste FRL-Rate durch, oder fällt er auf ein älteres Verfahren
zurück? Die dritte Frage wird am häufigsten übersehen und kippt am
zuverlässigsten eine sonst saubere Planung.
Die Übertragungsverfahren behandelt
FRL und TMDS , den Steckverbinder
HDMI Type A , die geprüften Kabel die Seite
HDMI-Kabelklassen und die jüngste Fassung
Ultra96 und HDMI 2.2 . Auf derselben
Leitung liegen die Gerätesteuerung CEC , der
Tonrückweg eARC und ARC , die
Fähigkeitsabfrage EDID und die Berechtigungsprüfung
HDCP .
Was die Fassung 2.1 an Bildratenverfahren gebracht hat, steht bei
VRR und QMS , die Bild-Ton-Synchronisation über
mehrere Geräte beim
Latency Indication Protocol ,
die optionale Kompression bei
Display Stream Compression .
Sobald eine Strecke länger wird als das, was ein passives Kabel
aushält, führen die Wege zu AOC und DAC , zu
HDBaseT und zu
AV over IP . Die konkurrierende Schnittstelle ist
DisplayPort ; warum Signalart, Schnittstelle,
Medium, Steckverbinder und Port getrennt zu betrachten sind, klärt
Signalart, Schnittstelle, Medium, Steckverbinder und
Port .
Die Gründungsgeschichte, die sieben Gründerunternehmen und die
Bandbreitenstufen der Fassungen 1.0 bis 2.1a stammen aus der eigenen
Rückschau des HDMI Licensing Administrator zum zwanzigsten Jahrestag der
Fassung 1.0; dort steht auch das Gründungsjahr 2011 des HDMI Forum. Die
heutige Zusammensetzung des Gründerkreises ist der Adopter-Übersicht
desselben Hauses entnommen, Zweck und Mitgliedschaft des Forums der
Selbstdarstellung des Forums. Die Zuständigkeit für die Lizenzierung —
HDMI LA im Auftrag des Forums für die Fassung 2.2, im Auftrag der
Founders für die früheren Fassungen — und das Erscheinungsdatum der
ersten Spezifikation im Dezember 2002 stehen auf der Spezifikationsseite
des Lizenzgebers.
Die Merkmale der einzelnen Fassungen sind an ihren jeweiligen
Bekanntmachungen belegt: die Fassung 1.4 an der Merkmalsseite zu 1.4b, die
Fassung 1.4a an der Mitteilung vom März 2010, die Fassung 2.0 an der
Mitteilung des HDMI Forum vom September 2013 — aus der auch stammt, dass
sie weder neue Kabel noch neue Steckverbinder festlegt —, die Fassung
2.1 an der Mitteilung vom November 2017 und die Fassung 2.2 an der
Technologieübersicht des Lizenzgebers sowie an der Angabe des Forums,
dass sie am 25. Juni 2025 an die Adopter herausgegeben wurde. HDMI Cable
Power und Source-Based Tone Mapping sind an den zugehörigen
Merkmalsseiten belegt. Dass Versionsnummern in der Vermarktung nur
begrenzt und auf Kabeln gar nicht verwendet werden dürfen, steht in der
Bekanntmachung zur überarbeiteten Trademark-Richtlinie vom Mai 2018.