Crestron
DM NAX
DM NAX ist die Gerätefamilie, mit der Crestron Ton im Haus über das Netzwerk verteilt: Verstärker, Vorverstärker, Wandplatten, ein Surround-Prozessor und Deckenlautsprecher, die alle dieselbe Leitung benutzen, über die auch die Daten laufen. Wo früher ein Matrixverstärker im Technikraum stand und von dort ein Lautsprecherkabel in jeden Raum ging, sitzt hier die Verstärkung dort, wo der Ton gebraucht wird.
Zur MarkenseiteAuf einen Blick
- Hersteller
- Crestron Electronics, Inc.
- Serie
- DM NAX
- Segment
- Tonverteilung über das Netzwerk (Audio over IP)
- Produkttypen
- Verstärker mit Streaming je Zone
- Vorverstärker
- Ein- und Ausgabegeräte für lokale Quellen (Wandplatten
- Konverter)
- Surround-Prozessor mit eARC
- Deckenlautsprecher mit Netzwerkspeisung
- Position im Portfolio
- Crestrons aktueller Weg für Tonverteilung im Haus; die älteren Matrixverstärker-Reihen führt die Kompatibilitätsliste von Crestron Home weiterhin daneben.
DM NAX im Überblick
Der Ausgangspunkt der Reihe ist eine Entscheidung über die Leitung. Ein Signal, das als Netzwerkpaket läuft, kann an beliebig vielen Stellen gleichzeitig ankommen und an jeder Stelle anders weiterbehandelt werden. Wie viele Räume bei DM NAX Musik bekommen, hängt daher an der Zahl der Geräte im Haus und nicht an den Ausgängen eines zentralen Verstärkers. Crestron beziffert das System auf bis zu 32 DM-NAX-Geräte, die miteinander synchron laufen, und auf bis zu 256 Ausgangszonen.
Technik der Reihe
Die Reihe ist auf AES67 gebaut, also auf einen offengelegten Weg für Ton über Netzwerk statt auf ein eigenes Verfahren; Crestron führt daneben einen Kompatibilitätsbetrieb mit Dante-Geräten. Was die Geräte konstruktiv eint, ist weniger die Endstufe als der Umgang mit dem Netz: Taktung, Priorisierung und Gruppenadressierung sind bei allen Modellen gleich gelöst.
Technologien
- FremdtechnologieTechnologieAES67
AES67 ist der Standard, über den verschiedene Systeme für Netzwerk-Audio miteinander Ton austauschen: Er legt Zeitbasis, Transport, Tonformat und Priorisierung fest — den kleinsten gemeinsamen Nenner der IP-basierten Welten. Gerätesuche, Verbindung und Verwaltung regelt er bewusst nicht, und genau daraus folgt, was „AES67-fähig" in der Praxis heißt: eine Brücke zwischen Systemen, kein fertiges System. Ein eigener Abschnitt ordnet RAVENNA ein — die offene, rundfunknahe Umsetzung von ALC NetworX (heute Lawo), die älter ist als der Standard und ihm nach Darstellung von Lawo als Vorlage diente.
- FremdtechnologieTechnologieDante
Dante ist ein proprietäres Verfahren für Netzwerk-Audio: Tonkanäle laufen unkomprimiert und zeitsynchron über gewöhnliches Ethernet. Anders als bei einer Plattform wählt man Dante nicht aus — ein Gerät kann es oder kann es nicht, weil sein Hersteller ein Modul, einen Chip oder eine Software-Umsetzung von Audinate eingebaut hat. Diese Seite erklärt, was Dante im Gerät tut, was das Netz dafür können muss, wo die Interoperabilität mit AES67 endet und warum das große Zubehörangebot ringsum an dieser Einordnung nichts ändert.
- FremdtechnologieTechnologieAirPlay 2
AirPlay 2 ist Apples Zuspielverfahren für Ton und Bild im eigenen Drahtlosnetz: Der Sender — iPhone, iPad oder Mac — schickt den Datenstrom selbst an ein oder mehrere Geräte. Seit iOS 11.4 vom Mai 2018 lassen sich mehrere Ziele gleichzeitig bespielen. Weil der Sender den Strom hält, endet die Wiedergabe mit ihm; ein Apple-Haushalt, der ohne Telefon auskommen soll, braucht zusätzlich einen ortsfesten Zuspieler, den Apple als Home-Hub dokumentiert. Die Seite erklärt die Rollenverteilung, den Takt und die Verzögerung, die Geräteklassen mit und ohne Anbindung an die Home-App — und benennt, was Apple gar nicht veröffentlicht: eine Höchstzahl gleichzeitig bespielter Geräte und eine Formatangabe für die Übertragung.
- FremdtechnologieTechnologieSpotify Connect
Spotify Connect — die App steuert, das Gerät im Raum holt den Stream selbst.
Welches Gerät passt wohin?
Die Auswahl innerhalb der Reihe entscheidet sich an drei Fragen, und keine davon ist eine Klangfrage.
DM NAX, DM NVX oder die älteren Verteilwege?
| Reihe | Aufgabe | Konzeptioneller Unterschied |
|---|---|---|
| DM NAX | Ton über das Netzwerk | Verstärkung und Zuspielung sitzen in der Zone; die Zahl der Zonen hängt an der Zahl der Geräte. |
| DM NVX | Bild über das Netzwerk | Derselbe Gedanke für Video; die Kompatibilitätsliste von Crestron Home führt beide Wege nebeneinander. |
| C2N-AMP, SWAMP, CNAMPX | Ton über zentrale Verstärker | Ältere Wege, die Crestron Home weiterhin unterstützt. Die Verstärkung steht zentral, jede Zone braucht ihre eigene Lautsprecherleitung dorthin. |
Die letzte Zeile ist für eine Planung wichtiger, als sie aussieht: Die älteren Wege sind nicht abgekündigt, und in einem Haus, in dem die Lautsprecherleitungen ohnehin sternförmig im Technikraum zusammenlaufen, hat ein zentraler Verstärker weiterhin gute Gründe. DM NAX gewinnt dort, wo diese Leitungen nicht liegen oder nicht mehr zu ziehen sind.
Typische Anwendungen
Multiroom in einem Haus mit vielen kleinen Hörzonen
Bad, Ankleide, Flur, Terrasse: Räume, für die sich eine eigene Zuleitung aus dem Technikraum kaum lohnt, in denen aber eine Netzwerkdose ohnehin geplant ist.
Nachrüstung in einem Gebäude mit Netzwerkverkabelung
Liegen die Datenleitungen, entsteht die Tonverteilung ohne neuen Kabelweg.
Fernsehton als Hausquelle
Über den Surround-Prozessor am Fernseher wird der Filmton zu einer Quelle, die auch in anderen Räumen zur Verfügung steht.
Gemischte Anlagen mit Geräten Dritter
Über AES67 lassen sich fremde Geräte einbinden, die denselben Weg beherrschen.
Für wen eignet sich DM NAX?
Bauherren, die Zonen später ergänzen wollen
Eine zusätzliche Zone ist ein Gerät an einer vorhandenen Netzwerkdose. Das gilt für den Rohbau ebenso wie für den Umbau in fünf Jahren.
Projekte, in denen Bild und Ton über dasselbe Netz laufen sollen
Wer die Bildverteilung ohnehin über das Netzwerk plant, bekommt für den Ton dieselbe Denkweise und dieselben Anforderungen an die Switche.
Anlagen mit unterschiedlichen Quellen je Raum
Ein eigener Streaming-Player je Zone erspart die Frage, wie viele Zuspieler im Technikraum stehen müssen.
Objekte jenseits des Einfamilienhauses
Die Systemgrenze von 32 Geräten und 256 Zonen ist auf eine Größe ausgelegt, die ein Wohnhaus selten erreicht.
Häuser, in denen ein Fachbetrieb die Anlage betreut
Die Einrichtung läuft über eine Weboberfläche, über die Programmierumgebung oder über eine Programmierschnittstelle — sie ist kein Einrichtungsassistent für den Betreiber.
Ein anderer Weg kann sinnvoller sein, wenn …
Das Netz die Anforderungen nicht erfüllt
Crestron verlangt IGMPv2-Snooping, einen Querier im Netz und eine Priorisierung nach DSCP. Ein einfacher Switch aus dem Baumarkt reicht dafür nicht, und die Nachrüstung des Netzes kostet mehr als der Unterschied zwischen zwei Verstärkern.
Es um zwei oder drei Zonen geht
Bei dieser Größe steht der Aufwand für Netzplanung und Programmierung in keinem Verhältnis; eine Plattform aus fertigen Geräten ist dann der ehrlichere Weg.
Die Anlage ohne Fachbetrieb wachsen soll
Wer selbst Zonen anlegen und Quellen umhängen möchte, ist mit einem System besser bedient, das sich in seiner Bedien-App einrichten lässt.
Die Lautsprecherleitungen bereits sternförmig liegen
Dann ist der Vorteil der verteilten Verstärkung schon aufgebraucht, bevor das erste Gerät gesetzt ist.
Häufige Fragen zu DM NAX
- Brauche ich Crestron Home, um DM NAX zu betreiben?
Nein. Crestron dokumentiert die Einrichtung über eine Weboberfläche, über die Programmierumgebung und über eine Programmierschnittstelle. Die Kompatibilitätsliste von Crestron Home führt die DM-NAX-Geräte zugleich als unterstützte Tonverteilung auf — beide Wege sind belegt, und welcher im Projekt gewählt wird, hängt daran, ob im Haus ohnehin eine Crestron-Steuerung entsteht.
- Kann ich DM NAX mit Dante-Geräten mischen?
Crestron gibt für die Geräte einen Kompatibilitätsbetrieb mit Dante an und beschreibt sie zugleich als interoperabel mit AES67-Geräten Dritter. Welche Betriebsart im konkreten Projekt gilt und welche Einschränkungen sie mit sich bringt, gehört vor der Bestellung an das jeweilige Datenblatt.
- Was passiert bei einem Netzwerkausfall?
Ohne Netz gibt es keine Verteilung — der Weg zwischen Quelle und Zone ist das Netzwerk. Was mit einer laufenden Gruppe geschieht, wenn ein einzelnes Gerät ausfällt, geht aus den geöffneten Unterlagen nicht hervor.
- Reicht mein vorhandener Switch?
Das entscheidet sich an drei Punkten: IGMPv2-Snooping, ein IGMPv2-Querier im Netz und die Priorisierung des Tonverkehrs nach DSCP. Ein Switch, der diese drei Punkte nicht beherrscht, ist der wahrscheinlichste Grund für Aussetzer.
- Ist DM NAX dasselbe wie Audio over IP?
DM NAX ist Crestrons Umsetzung davon. Der zugrunde liegende Weg ist AES67, und was Tonverteilung über Netzwerke allgemein voraussetzt, gilt hier genauso.
Quellen
Datenstand dieser Seite: 7. September 2026. Angaben zu Modellbestand, Systemgrenzen, Netzanforderungen und Formatunterstützung stammen aus der Herstellerdokumentation von Crestron.
- Crestron, DM NAX Audio-over-IP Distribution System — Overview — Grundlage AES67, Einrichtungswege, Modellliste und die Angabe von bis zu 32 synchron laufenden Geräten.
- Crestron, DM NAX Audio-over-IP Network Design — IGMP-Anforderungen und DSCP-Zuordnung.
- Crestron, DM NAX Audio — Gerätegruppen der Reihe einschließlich der Deckenlautsprecher mit Netzwerkspeisung.
- Crestron, DM-NAX-4ZSA-50 — Zonen, Leistung, Streaming-Player je Zone sowie die Angabe von bis zu 256 Ausgangszonen je System.
- Crestron, DM-NAX-XSP Manual — Overview — eARC-Betrieb und unterstützte Tonformate.
- Crestron, Crestron Home OS Documentation — Works with Crestron Home: Audio — die von Crestron Home unterstützten DM-NAX-Geräte und die daneben geführten älteren Verteilwege.
Zum Erscheinungsjahr der Reihe, zu einer Generationszählung und zum Verhalten einer Gruppe beim Ausfall eines Geräts liegen keine Herstellerangaben vor.