Marantz
Marantz ist eine Marke für HiFi- und AV-Elektronik: Stereo-Vollverstärker, AV-Receiver, getrennte AV-Vorstufen und Mehrkanal-Endstufen, CD- und SACD-Spieler, Netzwerk-Player, Plattenspieler und drahtlose Lautsprecher. Begonnen hat sie 1953 in New York, gebaut wird sie seit 2002 in Shirakawa in Japan. Seit September 2025 gehört Marantz über die Geschäftseinheit Sound United zu Harman International und damit zum Samsung-Konzern.
Auf einen Blick
- Offizieller Name
- Marantz
- Gegründet
- 1953
- Muttergesellschaft
- HARMAN International (Tochtergesellschaft der Samsung Electronics Co., Ltd.)
- Marktsegmente
- HiFi
- Heimkino
- Multiroom
- Produktbereiche
- Stereo-Vollverstärker
- AV-Receiver
- getrennte AV-Vorstufen und Mehrkanal-Endstufen
- CD- und SACD-Spieler
- Netzwerk-Player
- Plattenspieler
- Kompaktanlagen
- drahtlose Lautsprecher
Herkunft
Saul B. Marantz war Grafiker und Musikliebhaber und fand um 1950 keine Anlage, die seinem Anspruch genügte. Also baute er sich eine: Die ersten hundert Stück der Audio Consolette entstanden 1953 auf seinem Küchentisch, ein Vorverstärker mit einstellbaren Entzerrungskurven. Die Nachfrage überstieg, was ein Küchentisch hergibt, und mit dem Ingenieur Sidney Smith folgten die weiteren Modelle. Die Fertigung liegt heute rund 185 Kilometer nordöstlich von Tokio, am Fuß der Nasu-Berge — eine zweite Heimat, die die Marke seit 2002 hat und die ihre Erzählung inzwischen stärker prägt als der New Yorker Anfang.
Wofür Marantz steht
Genau eine Technologie benennt dieses Haus als seine eigene: HDAM, das Hyper Dynamic Amplifier Module. Die Verstärkerbaugruppe zieht sich seit Jahrzehnten durch die Palette, vom Vollverstärker bis in die AV-Geräte, und der Hersteller führt sie als eine der Zutaten seines Klangs. Bemerkenswert ist, was er dazu nicht sagt: Er nennt HDAM ein Geheimrezept und veröffentlicht weder Schaltbild noch Messwerte. Wer die Marke einordnen will, hat damit einen benannten Baustein und ein Herstellerversprechen, aber keine nachrechenbare Angabe. Die Entscheidung fällt bei dieser Marke deshalb am Hören.
Technologische Handschrift
Was dieses Haus selbst entwickelt, liegt im analogen Teil hinter der Wandlung: Verstärkerbaugruppen, Netzteile und der mechanische Aufbau. Als eigenen Beitrag versteht Marantz darüber hinaus einen Arbeitsschritt — die Auswahl und Abstimmung der Bauteile nach Hörurteil, in Shirakawa von Personen, die das Unternehmen Sound Masters nennt. Wie diese Auswahl im Einzelnen zustande kommt und woran sie sich misst, veröffentlicht der Hersteller nicht.
Technologien und Materialien
- EigenentwicklungTechnologieHDAM — Hyper Dynamic Amplifier Module
Marantz' eigene Verstärkerbaugruppe aus Einzelbauteilen anstelle eines Operationsverstärker-Chips.
- FremdtechnologieBegriffDirac Live
Dirac Live ist eine Einmess- und Korrektursoftware des schwedischen Herstellers Dirac Research, die aus mehreren Messpositionen digitale Filter für den Frequenzgang und das Zeitverhalten eines Lautsprechersystems berechnet.
- FremdtechnologieBegriffDirac Live Bass Control
Dirac Live Bass Control ist eine kostenpflichtige Erweiterung von Dirac Live, die mehrere Subwoofer gemeinsam einmisst, sie zeitlich und im Pegel auf die Hauptlautsprecher abstimmt und das Bassmanagement übernimmt.
- FremdtechnologieTechnologieDirac Live ART
Dirac Live ART (Active Room Treatment) ist eine lizenzpflichtige Erweiterung von Dirac Live. Sie bestimmt je Signal einen Hauptlautsprecher und mehrere Stützlautsprecher, die zeitlich berechnete Gegensignale abgeben, damit der Raum zwischen 20 und 150 Hz weniger nachschwingt. Das Wirkprinzip ist über eine begutachtete Arbeit von 2015 und ein Patent mit Priorität 2012 belegt, die Voraussetzungen sind herstellerdokumentiert — für die beanspruchte Wirkung nennt Dirac dagegen keine einzige Zahl, und eine unabhängige Messung ist nicht auffindbar.
Wer den Klang festlegt
Marantz beschreibt seine Abstimmung als Sache von Personen und nennt sie beim Namen: nach dem Gründer Saul Marantz vor allem Ken Ishiwata, dazu Ryuichi Sawada und Yoshinori Ogata. Ein Sound Master lernt nach Darstellung des Hauses über Jahre bei einem erfahreneren, bevor er selbst entscheidet, welches Bauteil in ein Gerät kommt.
Wofür sich Marantz eignet
Anlagen, die überwiegend Musik spielen und trotzdem Mehrkanalton können
Die Palette kommt aus der Stereoseite und reicht von dort in den Heimkinobereich hinein.
Getrennt aufgebaute Heimkinos
Wo Prozessor und Endstufe eigene Geräte sein sollen, damit sich der Prozessorteil später allein ersetzen lässt, gibt es hier beide Hälften aus einem Haus.
Sichtbare Technik im Wohnraum
Die Geräte sind als Gegenstand gestaltet und für den offenen Platz im Regal gedacht.
Projekte mit mehreren Zonen
Die Netzwerkgeräte der Marke arbeiten mit derselben Multiroom-Plattform wie die übrigen Marken des Konzerns; ein Vollverstärker im Wohnzimmer und ein Lautsprecher in der Küche gehören damit zum selben System.
Der Schritt aus einer Kompaktanlage heraus
Vollverstärker, Netzwerk-Player und Plattenspieler stehen einzeln zur Verfügung, sodass eine Anlage über mehrere Jahre wachsen kann.
Was Marantz nicht bietet
Keine Lautsprecher für Heimkino und Installation
Die Elektronik kommt aus diesem Haus, die Lautsprecherseite planst Du getrennt — auch dann, wenn im selben Konzern Lautsprechermarken geführt werden.
Keine eigene Raumkorrektur
Was in den AV-Geräten einmisst, ist lizenziert; welches Verfahren ein bestimmtes Gerät mitbringt, ist eine Frage an das Gerät und an seinen Firmwarestand.
Keine nachprüfbaren Angaben zur eigenen Schaltungstechnik
Wer eine Kaufentscheidung auf offengelegte Messwerte stützen will, findet die Grundlage dafür bei dieser Marke nicht.
Quellen
Datenstand dieser Seite: 16. August 2026. Sechs Belege, davon fünf vom Hersteller selbst und einer vom übernehmenden Konzern.
- Marantz — Born in New York (Gründung 1953, Saul B. Marantz 1911–1997, die ersten 100 Audio Consolette am Küchentisch, Sidney Smith als Ingenieur der Folgemodelle, erklärte Prämisse der realistischen Klangwiedergabe)
- Marantz — Shirakawa Audio Works (Fertigungsheimat seit 2002, Lage rund 185 km nordöstlich von Tokio am Fuß der Nasu-Berge, rund 200 Beschäftigte, jahrelange Ausbildung unter erfahrenen Ingenieuren, Prüfungen auf Temperatur, Vibration und Transportbelastung)
- Marantz — Most Musical Sound (die Rolle der Sound Masters, namentlich Saul Marantz, Ken Ishiwata, Ryuichi Sawada und Yoshinori Ogata; Bauteilauswahl nach Hörurteil, Weitergabe des Wissens an die nächste Generation)
- Marantz — A Mark of Performance (HDAM als Hyper Dynamic Amplifier Module und als einzige ausdrücklich eigene Technologie benannt; der Hersteller nennt sie ein „secret ingredient" und beschreibt die Schaltungstopologie nicht)
- Marantz — Produktnavigation der Herstellerseite (Kategorien Amplifiers, AV Receivers, AV Separates, CD & SACD Players, Turntables, Network Audio Players, Systems, Wireless Speakers)
- HARMAN — HARMAN Completes Sound United Acquisition (Abschluss am 23.09.2025, übernommene Marken einschließlich Denon, Marantz und HEOS, HARMAN als Tochter von Samsung Electronics, Sound United als eigenständige Geschäftseinheit der Lifestyle-Sparte)
Die Quellen 2 bis 4 sind Markenerzählung und als Angabe des Herstellers zu lesen; zu HDAM und zur Abstimmung gibt es außerhalb dieser Darstellung keine Quelle. Zu Firmierung, Unternehmenssitz und Marktposition veröffentlicht Marantz nichts.