Zum Inhalt
Tastatur
  • Hilfe anzeigen?
  • Untermenü öffnen↓ / Space
  • Untermenü schließenEsc
  • Studio finden→ Studio

Bild 1 von 3

Einleitung

Mit dem Era 100 Pro geht Sonos in die Festinstallation. Das Gehäusemaß entspricht dem der Wohnraum-Modelle, die Rückseite gehört einem anderen Produkt: kein Netzkabel, kein USB-C. Übrig bleibt eine einzelne RJ45-Buchse, über die Daten und Strom zugleich ankommen. Geliefert wird paarweise, samt Ösen für einen zweiten Befestigungspunkt an der Aufputzhalterung.

[!EINFACH] Dieser Lautsprecher hat kein Stromkabel. Er hängt an einer einzigen Netzwerkleitung, und über die kommt beides — die Musik und der Strom. Deshalb braucht er an der Wand oder unter der Decke keine Steckdose, und deshalb ist er der Typ, den man in ein Haus einbaut und dann nicht mehr anfasst. Gekauft wird er immer zu zweit.

Die Highlights des Era 100 Pro im Überblick

  • Frequenzgang

    45 – 20.000 Hz

    ±3dB

  • Maximaler SPL

    96 dB

  • Anzahl Tieftöner

    1

  • Gehäuse

    B × H × T

    120 mm182,5 mm130,5 mm

    Gewicht 2,03 kg

  • Strom und Daten kommen über PoE+ oder PoE: 30 Watt an einem Port nach 802.3at, 15,4 Watt an einem nach 802.3af. Der Funkweg bleibt abgeschaltet, solange am Ethernet-Anschluss eine gültige Verbindung anliegt; erst an einer Einspeisung, die nur Strom liefert, meldet sich das Gerät im WLAN an. Und es ist das erste Sonos-Gerät ohne Spanning Tree Protocol — die Netzanforderung, die für den übrigen Katalog gilt, entfällt hier.

  • Eingerichtet und bedient wird der Era 100 Pro in derselben App wie die Wohnraumgeräte. Dazugekommen ist dort die Zone: eine feste Zusammenfassung mehrerer Lautsprecher, die danach als ein einziges Ausgabeziel erscheint — höchstens 16 Produkte je Zone, höchstens 32 Produkte oder Zonen je System. Lautstärke und Klangeinstellung lassen sich darin je Lautsprecher nachziehen, für Räume, in denen Deckenhöhe und Oberflächen wechseln. Die Raumeinmessung bleibt davon ausgenommen; sie läuft am einzelnen Gerät.

    Eine zweite Ebene für den Betreuer heißt Sonos Pro und bringt eine Fernüberwachung über mehrere Standorte mit; angeboten wird sie allein in den Vereinigten Staaten.

Technologien im Era 100 Pro

Was in den technischen Daten steckt — auf unseren Wissensseiten erklärt und vertieft.

Technische Daten

  • Leistungsdaten

    Frequenzgang

    Glossar

    Frequenzgang

    Der Frequenzgang beschreibt, mit welchem Pegel ein Gerät jede Frequenz wiedergibt — aufgetragen als Kurve des Schalldruckpegels in Dezibel über der Frequenz in Hertz. Als Zahlenpaar im Datenblatt („40 Hz bis 20 kHz") belegt er erst dann etwas, wenn eine Toleranz und die Messbedingungen dabeistehen.

    Jedes Gerät gibt manche Töne lauter wieder als andere. Der Frequenzgang ist die Kurve, die das sichtbar macht: ganz links die tiefen Töne, ganz rechts die hohen, und die Höhe der Kurve sagt, wie laut sie ankommen. Eine waagerechte Linie hieße, dass jeder Ton gleich behandelt wird — das schafft weder ein Lautsprecher noch ein Zimmer. Im Prospekt steht von der ganzen Kurve meistens nur, wo unten und oben Schluss ist, und ausgerechnet diese Angabe verrät am wenigsten. Zwei Lautsprecher mit derselben Prospektzeile können deutlich verschieden klingen.

    Ausführliche Erklärung

    Was aufgetragen wird

    Auf der waagerechten Achse steht die Frequenz, logarithmisch geteilt, damit jede Oktave gleich breit erscheint; auf der senkrechten der Schalldruckpegel in Dezibel. Die Kurve beantwortet damit eine einzige Frage: Wie viel Pegel kommt bei welcher Frequenz an?

    Genau genommen hat die Übertragung zwei Hälften, den Amplitudengang und den Phasengang. Was Datenblätter und Messprogramme als „Frequenzgang" zeigen, ist fast immer nur die erste — der Betrag, die Lautstärke je Frequenz. Die Zeitseite steckt im Phasengang und wird gesondert dargestellt.

    Bei einem Lautsprecher entsteht diese Kurve aus einer Messung mit Mikrofon, bei einem Verstärker oder Wandler aus einer elektrischen Messung. Der Unterschied ist erheblich: Elektronik liefert heute routinemäßig eine praktisch gerade Linie über den ganzen Hörbereich, Wandler und Räume nie.

    Ohne Toleranz keine Aussage

    Ein „von … bis" ohne Toleranzfenster belegt nichts — auch wenn Datenblätter die Angabe ständig in dieser Form führen. Die vollständige Form lautet „40 Hz bis 20 kHz, ±3 dB": Innerhalb dieser Grenzen weicht die Kurve höchstens 3 dB nach oben oder unten von einem Bezugspegel ab, und dieser Bezugspegel ist der Mittelwert über ein angegebenes Band.

    Die Toleranz ist die eigentliche Information, denn sie lässt sich gegen die Reichweite tauschen. Derselbe Lautsprecher, der bei ±3 dB von 40 Hz bis 20 kHz spielt, deckt bei ±6 dB vielleicht 32 Hz bis 22 kHz ab und bei einem 10-dB-Fenster noch mehr. Wer die untere Grenze im Prospekt niedriger haben will, muss nichts am Gerät ändern — es genügt, das Fenster aufzumachen. Eine Angabe ohne Toleranz lässt sich deshalb mit keiner anderen vergleichen.

    Genau hier liegt der Unterschied zwischen Übertragungsbereich und belegtem Frequenzgang. Den Übertragungsbereich legt IEC 60268-5 fest: Er reicht von der unteren bis zur oberen Frequenz, bei der die Kurve auf der Bezugsachse höchstens 10 dB unter dem gemittelten Pegel liegt; Einbrüche, die schmaler als eine Neuntel-Oktave sind, zählen dabei nicht mit. Das ist ein bewusst weites Fenster für eine Reichweitenangabe — ein Pegelabfall um 10 dB ist rund die halbe empfundene Lautstärke. Als Aussage über Klangbalance taugt der Übertragungsbereich damit nicht, und er soll es auch nicht. Ein belegter Frequenzgang zeigt stattdessen die Kurve selbst, mit Toleranzband und Bedingungen.

    Messbedingungen entscheiden mit

    Eine Frequenzgangkurve ist nur so vergleichbar wie die Angaben, unter denen sie entstanden ist. Vier davon sollten immer dabeistehen:

    • Achse und Winkel. Die Normmessung läuft auf der Bezugsachse, also auf der vom Hersteller definierten Hauptrichtung. Eine Kurve unter 30 Grad seitlich sieht anders aus, und im Wohnraum hört niemand ausschließlich auf Achse.
    • Umgebung und Abstand. Freifeld oder Halbraum, gemessen in 0,5 m oder ganzen Metern und auf 1 m umgerechnet. Eine Messung im normalen Zimmer bildet unterhalb der Schroeder-Frequenz — der Grenze, ab der Raummoden einzeln durchschlagen statt sich zu überlagern — überwiegend den Raum ab und nicht mehr den Lautsprecher.
    • Pegel. Eine bei Zimmerlautstärke aufgenommene Kurve sagt nichts über das Verhalten bei Kinopegel; Antrieb und Schwingspule verhalten sich dort messbar anders.
    • Glättung. Sie fasst benachbarte Messpunkte zusammen. Ein schmaler Einbruch, der mit einer Zwölftel-Oktave deutlich sichtbar dasteht, ist unter Terzglättung kaum noch zu erkennen. Dieselbe Messung ergibt so zwei sehr verschiedene Bilder.

    Die Kette selbst muss dabei genauer sein als das Prüfobjekt: IEC 60268-5 verlangt von Generator, Verstärker und Messverstärker einen Amplitudengang, der über den Messbereich innerhalb von ±0,5 dB bleibt.

    Was die Kurve nicht zeigt

    Drei Eigenschaften bleiben grundsätzlich außerhalb dieser Darstellung, und alle drei entscheiden im Wohnraum mit.

    Die Richtung. Eine Einzelkurve gilt für eine Richtung. Am Hörplatz kommt aber beides an, der Direktschall von der Achse und der Anteil, den Wände und Decke zurückwerfen. Wie ein Lautsprecher seinen Schall auf die Winkel verteilt, zeigt erst eine Kurvenfamilie über viele Winkel — der Rundum-Messdatensatz nach ANSI/CTA-2034, den der kanadische Forscher Floyd Toole am National Research Council seit den 1980er-Jahren etabliert hat.

    Die Pegelfestigkeit. Bei welchem Pegel die Kurve aufgenommen wurde, steht in den Bedingungen; wie weit sie sich bei höherem Pegel verformt, steht nirgends. Erwärmte Schwingspulen liefern weniger Wirkungsgrad, und Verzerrungen steigen an, lange bevor ein Gerät die angegebene Belastbarkeit erreicht.

    Das Zeitverhalten. Zwei Lautsprecher mit derselben Amplitudenkurve können unterschiedlich nachschwingen. Was nach dem Signal übrig bleibt, zeigen Impulsantwort und Wasserfalldiagramm. Nur unter der Bedingung der Minimalphasigkeit hängen Amplituden- und Phasenverlauf so zusammen, dass einer aus dem anderen folgt — bei Mehrwegelautsprechern und im Raum gilt das eben nicht durchgehend.

    Häufiges Missverständnis

    „Der spielt bis 32 Hz, der andere nur bis 40 Hz — also hat der erste den besseren Bass." Ohne Toleranz und Messbedingung vergleichst Du zwei Zahlen, die auf verschiedene Weise entstanden sind. Der eine Hersteller nennt vielleicht seinen Übertragungsbereich mit dem 10-dB-Fenster der Norm, der andere einen Frequenzgang mit ±3 dB. Die Zahl des Ersten sieht besser aus und belegt weniger. Belastbar wird der Vergleich erst, wenn beide Angaben dasselbe Fenster nennen — und wirklich belastbar erst mit den Kurven.

    Ebenso verbreitet ist der Schluss vom glatten Verlauf auf guten Klang. Eine gerade Kurve auf Achse ist eine notwendige Voraussetzung und keine hinreichende: Ein Lautsprecher, dessen Bündelung sich am Übergang zwischen zwei Chassis sprunghaft ändert, kann auf Achse tadellos messen und im Zimmer trotzdem unruhig klingen, weil der Raumanteil eine ganz andere Klangfarbe hat als der Direktschall.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Frequenz: die Größe auf der waagerechten Achse. Der Frequenzgang ist der Verlauf über dieser Achse.
    • Übertragungsbereich: eine Reichweitenangabe nach IEC 60268-5 mit einem Fenster von 10 dB unter dem Mittelwert. Er beantwortet, wo ein Gerät noch etwas abgibt, und nicht, wie gleichmäßig.
    • Phasengang und Gruppenlaufzeit: die Zeitseite derselben Übertragung. Sie beschreiben, wann eine Frequenz ankommt, während der Amplitudengang sagt, wie laut.
    • Zielkurve: die Sollvorgabe einer Raumkorrektur, auf die hin entzerrt wird. Sie beschreibt einen Wunsch und ist keine Messung.
    • Klirrfaktor: der Anteil neu erzeugter Frequenzen. Ein Gerät kann einen geraden Frequenzgang und hohe Verzerrung zugleich haben.

    In der Planung

    Ein Kunde legt zwei Standlautsprecher nebeneinander und will wissen, welcher tiefer spielt. Modell A steht mit „32 Hz bis 25 kHz" im Prospekt, Modell B mit „45 Hz bis 20 kHz, ±3 dB". Nach den Zahlen wäre die Sache klar.

    Die erste Frage ist trotzdem keine Gerätefrage: Wird im Raum überhaupt ein Lautsprecher gebraucht, der die unterste Oktave abdeckt, oder übernimmt sie ein Subwoofer mit eigener Aufstellung und eigener Ankopplung? In fast allen Wohnräumen bringt die zweite Antwort mehr, weil die tiefsten Töne von den Raummoden dominiert werden und ihre Wiedergabe damit an der Position hängt und kaum am Datenblatt.

    Dann erst das Verfahren. Für beide Modelle lässt sich der Messreport anfragen — Kurvenfamilie über die Winkel, Toleranzband, Messbedingungen. Liegt er für A nicht vor und für B schon, ist das bereits ein Befund. Kommt er, lässt sich prüfen, mit welchem Fenster die 32 Hz von A zustande gekommen sind und wo die Kurve tatsächlich abzufallen beginnt.

    Die Geräteentscheidung fällt damit zuletzt und aus anderen Gründen als den Prospektzahlen: aus dem Abstrahlverhalten, das zur Raumgeometrie passen muss, und aus der Frage, wie sauber sich der Übergang zum Subwoofer legen lässt.

    Verknüpfte Inhalte

    Die Größe auf der waagerechten Achse erklärt der Eintrag zur Frequenz, die Pegelskala der Eintrag zum Dezibel. Wie eine Messung im Raum abläuft und welche Sichten sie liefert, steht bei der Raummessung; ab welcher Frequenz der Raum die Kurve bestimmt, klärt die Schroeder-Frequenz. Die Zeitdarstellung derselben Aufnahme behandeln Impulsantwort und Wasserfalldiagramm. Warum eine Einzelkurve über das Verhalten im Zimmer wenig verrät, führen Bündelungsmaß, Hörfenster und der Rundum-Messdatensatz aus. Wie veröffentlichte Messreports gelesen werden, behandelt die Wissensseite zum Rundum-Messdatensatz und zur Wandlermessung.

    Quellen

    Der Übertragungsbereich mit dem 10-dB-Kriterium, der Mittelung über ein angegebenes Band und der Ausnahme für Einbrüche schmaler als eine Neuntel-Oktave ist in IEC 60268-5 festgelegt und in IEC 60268-21 ein zweites Mal beschrieben; ebenso die Messung auf der Bezugsachse, der Messabstand mit Umrechnung auf 1 m und die Anforderung von ±0,5 dB an die Messkette. Der Rundum-Messdatensatz steht in ANSI/CTA-2034; seine Herkunft und die Verbindung zum Klangeindruck im Raum stammen aus der Standardliteratur zur Lautsprecherwiedergabe.

    ±3dB
    45 – 20.000 Hz
    Maximaler SPL

    Glossar

    Schallleistung und Schalldruck

    Die Schallleistung ist die Energie, die eine Quelle je Sekunde als Schall abgibt — eine Eigenschaft des Geräts, unabhängig davon, wo man steht. Der Schalldruck ist die Druckschwankung, die an einem bestimmten Ort ankommt — eine Eigenschaft dieses Orts.

    Denk an einen Heizkörper. Seine Leistung in Watt ist eine Eigenschaft des Geräts und ändert sich nicht, wenn Du durchs Zimmer gehst. Die Temperatur, die Du spürst, ändert sich sehr wohl — direkt davor ist es warm, in der Ecke kühl. Genauso ist es beim Schall: Was der Lautsprecher abgibt, ist das eine, was bei Dir ankommt, das andere. Und weil beide Angaben in Dezibel stehen, werden sie ständig verwechselt.

    Ausführliche Erklärung

    Beide Größen werden als Pegel angegeben, und beide heißen Dezibel — aber sie beziehen sich auf verschiedene Referenzen und lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.

    text Schallleistungspegel L_W = 10 · log₁₀(P / P₀) P₀ = 1 pW = 10⁻¹² W Schalldruckpegel L_p = 20 · log₁₀(p / p₀) p₀ = 20 µPa

    Der Unterschied zwischen 10 und 20 ist keine Konvention, sondern folgt aus der Physik. Die Leistung ist proportional zum Quadrat des Schalldrucks. Wer also den Druck halbiert, viertelt die Leistung — und beide Rechnungen ergeben denselben Abschlag von 6 dB, wenn vor dem Logarithmus einmal die 20 und einmal die 10 steht. Genau daher kommt die 6-dB-Regel des Abstandsgesetzes: Die abgegebene Leistung verteilt sich auf eine Kugelfläche, die mit dem Quadrat der Entfernung wächst.

    Im Freifeld hängen beide Größen über die Geometrie zusammen: Aus dem Schallleistungspegel der Quelle, ihrem Bündelungsgrad und dem Abstand folgt der Schalldruckpegel an einem Ort — die Gleichung dazu und durchgerechnete Beispiele stehen auf der Formelseite Schalldruckpegel aus Schallleistungspegel. Für die beiden Begriffe zählt daran vor allem eine Folge: Derselbe Lautsprecher erzeugt bündig in einer Wand rund 3 dB mehr Schalldruck als frei im Raum aufgehängt, und seine Schallleistung ändert sich dabei nicht. Genau dort laufen die beiden Größen auseinander — die Quelle gibt gleich viel ab, der Ort bekommt verschieden viel.

    Gemessen wird immer der Druck; ein Mikrofon kann nichts anderes. Die Schallleistung wird daraus berechnet, indem man den Druck auf einer gedachten Hüllfläche um die Quelle abtastet und über die Fläche aufsummiert. Die Verfahren dafür stehen in ISO 3745 für den reflexionsarmen Raum und in ISO 3744 für Messungen über einer reflektierenden Ebene. Der Aufwand erklärt, warum Lautsprecherdatenblätter fast nie einen Schallleistungspegel nennen, sondern den Kennschalldruckpegel in einem Meter Abstand — eine Größe, die einfacher zu messen und für die Auslegung praktischer ist.

    Häufiges Missverständnis

    „Der Verstärker hat 200 Watt, der Lautsprecher gibt also 200 Watt Schallleistung ab." Es sind zwei verschiedene Watt. Die eine Angabe ist elektrische Leistung, die andere akustische — und dazwischen liegt der Wirkungsgrad, der bei Lautsprechern klein ist. Der ganz überwiegende Teil der zugeführten Leistung wird zu Wärme in der Schwingspule, nicht zu Schall. Wie klein der Anteil ist und was das für die Auslegung bedeutet, steht beim Wirkungsgrad.

    Der zweite Fehlschluss ist heimtückischer, weil beide Angaben gleich aussehen: „95 dB ist 95 dB." Ein Schallleistungspegel von 95 dB und ein Schalldruckpegel von 95 dB beschreiben völlig verschiedene Sachverhalte, und zwischen ihnen liegen der Messabstand und die Richtwirkung der Quelle. Wer zwei Datenblätter vergleicht, muss zuerst prüfen, welche der beiden Größen angegeben ist — und bei Schalldruck zusätzlich, in welchem Abstand, auf welcher Achse und mit welcher Leistung.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Elektrische Leistung: Was der Verstärker abgibt, in Watt — eine Eingangsgröße des Lautsprechers, keine Ausgangsgröße.
    • Wirkungsgrad und Kennschalldruckpegel: Sie beschreiben, wie viel Schalldruck ein Lautsprecher aus einer bestimmten elektrischen Leistung in einem festen Abstand macht.
    • Lautheit: die empfundene Lautstärke. Sie hängt neben dem Pegel auch von Frequenz und Dauer ab; minus 6 dB ist der halbe Schalldruck, aber bei weitem nicht die halbe Lautstärke.
    • Schallschnelle: die zweite Feldgröße neben dem Druck, die Bewegungsgeschwindigkeit der Luftteilchen.

    In der Planung

    Ein Kunde vergleicht zwei Einbaulautsprecher und liest bei einem 89 dB, beim anderen 92 dB. Der Schluss „der zweite ist lauter" hält nur, wenn beide Angaben denselben Bezug haben — dieselbe Messgröße, denselben Abstand, dieselbe zugeführte Leistung und dasselbe Frequenzband. In der Praxis ist mindestens eine dieser Bedingungen regelmäßig verletzt.

    Für die Planung ist die Unterscheidung mehr als Sorgfalt beim Lesen. Der Pegel am Hörplatz folgt aus drei Dingen: was die Quelle abgibt, wie sie es verteilt und wie weit weg gehört wird. Nur das erste ist eine Geräteeigenschaft. Das zweite entscheidet die Aufstellung — ein bündig montierter Lautsprecher gewinnt Schalldruck, ohne mehr Leistung abzugeben —, das dritte die Raumgeometrie. Wer nur Datenblätter vergleicht, optimiert genau ein Drittel.

    Verknüpfte Inhalte

    Was ein Dezibel überhaupt ist, steht beim Dezibel; wie aus dem Schallleistungspegel der Pegel an einem Ort wird, rechnet die Formelseite Schalldruckpegel aus Schallleistungspegel vor, und wie derselbe Pegel mit der Entfernung abnimmt, die Freifeld-Formelseite. Wie stark eine Quelle bündelt, klärt das Bündelungsmaß, und ab welchem Abstand im Raum nicht mehr der Lautsprecher, sondern der Raum bestimmt, der Hallradius. Den Zusammenhang zwischen elektrischer Leistung und erreichbarem Pegel führen Wirkungsgrad und Verstärkerleistung aus.

    Quellen

    Die Definitionen der beiden Pegel mit ihren Bezugsgrößen und die Hüllflächenverfahren folgen der Normenreihe ISO 3744/3745.

    96 dB
  • Treiberanzahl

    Anzahl Hochtöner
    2
    Anzahl Tieftöner
    1
  • Gehäusemaße

    Höhe
    182,5 mm
    Breite
    120 mm
    Tiefe
    130,5 mm
    Gewicht
    2,03 kg
  • Netzwerk

    WLAN / Wi-Fi
    Ja

    Streaming & Steuerung

    Multiroom-Plattform
    Sonos

    Plattform

    Sonos als Multiroom-Plattform

    Sonos ist die Plattform, zu der ein Sonos-Gerät gehört: vernetzte Aktivlautsprecher, Verstärker und Anschlusskomponenten, die sich über das Hausnetz zu einem System zusammenschließen, dazu eine App als Fernbedienung und ein Konto beim Hersteller. Ein zentrales Gerät im Technikschrank gibt es nicht. Was Du kaufst, ist die Zugehörigkeit zu diesem System — der Lautsprecher ist die sichtbare Hälfte davon.

    Jeder Sonos-Lautsprecher ist ein kleiner Computer mit eingebautem Verstärker. Stellst Du mehrere davon ins Haus, finden sie sich über Dein Netz und spielen auf Wunsch zusammen oder getrennt. Bedient wird das über eine App am Handy, und die App funktioniert nur, wenn Du beim Hersteller ein Konto hast. Kommt später ein Gerät dazu oder geht eines kaputt, bleibt alles andere so, wie Du es eingerichtet hast.

    Was die Plattform zusammenhält

    Die Rechenarbeit sitzt im Gerät und nicht im Handy. Der Hersteller sagt das in seiner Entwicklerdokumentation ungewöhnlich deutlich: Das Gerät ist der intelligente Teil, die App ist die Fernbedienung. Daraus folgt die eigentliche Eigenschaft der Plattform — es gibt keinen Ort, an dem das System als Ganzes gespeichert wäre und dessen Ausfall alles anhielte. Die Geräte arbeiten in Gruppen, halten sich untereinander synchron, und ein Stereopaar oder ein Heimkino-Verbund verhält sich nach außen wie ein Gerät.

    Was Sonos Gruppe nennt, heißt in der Planungssprache Zone: der kleinste Bereich, der sich unabhängig bedienen lässt — eigene Quelle, eigene Lautstärke, eigenes Ein und Aus. Auch ein einzelnes Gerät führt der Hersteller als Gruppe, nämlich als eine von einem. Wer in Zonen plant und in der App nach ihnen sucht, findet sie unter diesem anderen Namen.

    Für die Planung heißt das dreierlei. Ein Gerät zu tauschen ist folgenlos für den Rest; das System nimmt das nächste auf. Eingerichtet wird am Handy, Gerät für Gerät, von wem auch immer das Konto hält — im privaten Betrieb gibt es keine zweite Ebene, auf der ein Fachbetrieb die Anlage als Ganzes in der Hand hätte; eine solche Ebene existiert nur in der gewerblichen Stufe Sonos Pro, mit eigenem Verwaltungsportal und eigenem Abonnement, und die bietet der Hersteller allein in den Vereinigten Staaten an. Und das System hat eine Obergrenze: 32 Produkte je System führt der Hersteller unter den Systemvoraussetzungen auf. Für ein Einfamilienhaus ist das reichlich; bei größeren Objekten ist es die Zahl, gegen die geplant wird.

    Bestandteile

    Gekauft werden Geräte, und mit jedem Gerät kommt sein Verstärker, sein Zuspieler und seine Anbindung mit. Dazu gehören zwei Dinge, die nicht im Karton liegen: die App und das Konto. Beides ist Bedingung — für die Ersteinrichtung verlangt der Hersteller ein iOS- oder Android-Gerät und die Anlage eines Sonos-Kontos, mit dem die Produkte registriert werden.

    Die App stellt dabei eigene Ansprüche. Aktuell sind iOS 18, iPadOS 18, Android 10 oder Fire OS 7 die Untergrenze; die Desktop-Fassungen für Windows und macOS bedienen zwar ein bestehendes System, richten aber weder ein neues ein noch fügen sie Produkte hinzu. Wer eine feste Wandbedienung plant, klärt das vorher.

    Nebeneinander laufen außerdem zwei Softwarestände. Ältere Geräte — Bridge, Connect und Connect:Amp der ersten Generation, Play:5 (Gen 1) und die ZonePlayer — arbeiten nur mit der älteren S1-Controller-App weiter, die neuesten Geräte nur mit der aktuellen. Beide Welten lassen sich betreiben, aber nicht zu einem System verbinden.

    Was sie spricht

    Für Fremdsysteme dokumentiert Sonos eine Schnittstelle, die Control API. Sie führt über die Sonos-Cloud: Ein Fremdsystem lässt sich vom Nutzer den Zugriff auf dessen Konto freigeben und spricht danach über das Internet mit den Geräten im Haus. Eine Fassung derselben Schnittstelle für das lokale Netz gibt es in der Dokumentation, der Hersteller bezeichnet sie aber als nicht allgemein verfügbar.

    Offen ist die Plattform damit auf eine bestimmte Art: für Entwickler, über einen Weg, der das Haus verlässt. Eine Steuerungsanlage, die im Keller steht und ohne Internet funktionieren soll, findet hier keine dokumentierte Tür.

    Cloud oder lokal

    Bei dieser Frage lohnt es, den Signalweg von der Musikquelle zu trennen. Der Signalweg im Haus kommt ohne Internet aus: Die Geräte finden sich im Hausnetz und halten sich dort synchron. Die Quelle tut es in den seltensten Fällen — was ein Sonos-Haushalt hört, kommt in aller Regel von außen. Streaming-Dienste, Ersteinrichtung, Registrierung, Anmeldung am Konto, Aktualisierungen und die Steuerung durch Fremdsysteme brauchen die Verbindung. Einen Breitbandanschluss führt der Hersteller deshalb unter den Systemvoraussetzungen auf, gleichrangig mit dem WLAN-Router. Wer „läuft auch ohne Internet" als Zusage liest, liest die Zusage für das Kabel im Haus und nicht für die Musik, die darüber läuft.

    Lizenz und laufende Kosten

    Für den privaten Betrieb weist die geprüfte Herstellerdokumentation weder Lizenz noch Abonnement aus; bezahlt werden die Geräte und die Musikdienste, die Du ohnehin nutzt. Eine eigene Stufe gibt es für Betriebe: Sonos Pro, ein Abonnement mit Verwaltungsoberfläche über mehrere Standorte und gewerblich lizenzierter Musik, bei der Ankündigung im April 2023 mit 35 US-Dollar je Monat und Standort beziffert. Auf die Vereinigten Staaten beschränkt ist es geblieben: Sowohl die Produktseite zum Era 100 Pro als auch dessen Handbuch führen die Einschränkung im September 2026 unverändert. Für ein deutsches Projekt heißt das, dass es keine zweite Ebene neben der App gibt.

    Abgrenzung

    Gegen die Marke. Sonos ist das Unternehmen und sein Katalog. Diese Seite beschreibt das System, zu dem die Geräte gehören — und das ist die Festlegung, die ein Projekt eingeht.

    Gegen Audio over IP. Audio over IP beschreibt eine Familie offener Verfahren für die Echtzeitübertragung im Netz; für ein Gerät ist das eine Fähigkeit, keine Kaufentscheidung. Sonos dagegen ist die Umgebung eines einzigen Anbieters, und sie arbeitet mit großzügigem Puffer statt in Echtzeit. Warum das zwei verschiedene Aufgaben sind, steht bei Multiroom-Plattform oder Audio over IP.

    Gegen das Produkt. Amp, Port oder Era 100 sind einzelne Geräte; ihre Daten stehen im AVITECT OS. Die Plattform ist das, was zwischen ihnen läuft und jedes einzelne von ihnen überdauert.

    Wo Du Dich festlegst

    Drei Festlegungen bleiben nach der Entscheidung bestehen.

    Erstens die Elektronik. Verstärkung, Zuspielung und Bedienoberfläche kommen als Paket in jedem Gerät. Eine andere Verstärkung, eine andere Raumkorrektur oder eine andere Oberfläche zu wählen, heißt das Gerät zu wechseln.

    Zweitens Konto und App. Die Bedienung gehört dem Hersteller und ändert sich mit seinen Aktualisierungen; die Mindestanforderungen der App entscheiden mit, welches Endgerät im Haus als Fernbedienung taugt. Was in der Wand steckt, lässt sich nicht so leicht nachziehen wie ein Handy.

    Drittens der Lebenszyklus. Der geteilte Softwarestand ist der sichtbare Beleg dafür: Welche Geräte im aktuellen System bleiben, entscheidet der Hersteller, und Altgeräte laufen dann als zweites, getrennt bedientes System weiter. Für ein Haus, in dem Geräte eingebaut sind, ist das die teuerste der drei Festlegungen. Was daraus im Betrieb folgt, steht bei Sonos im Netzwerk.

    Verknüpfte Inhalte

    • Sonos — Herkunft, Katalog und Einordnung des Herstellers.
    • Sonos im Netzwerk — was die Infrastruktur leisten muss, damit das System läuft.
    • Multiroom-Plattform oder Audio over IP — die Systemfrage, die vor der Plattformwahl steht.
    • Konkurrierende Plattformen derselben Aufgabe sind BluOS und HEOS.

    Quellen

    Datenstand aller Angaben: 22. August 2026. Systemvoraussetzungen, App-Anforderungen, Schnittstellen und Preise sind Momentaufnahmen und ändern sich bei Plattformen ohne Ankündigung.

    1. Sonos Support, Sonos system requirements — Breitbandanschluss und WLAN-Router als Voraussetzung, iOS- oder Android-Gerät für die Einrichtung, 32 Produkte je System.
    2. Sonos Support, Creating your Sonos Account — Konto als Bedingung der Ersteinrichtung, Registrierung der Produkte.
    3. Sonos Support, Sonos app requirements — Mindeststände der Betriebssysteme, Einschränkungen der Desktop-Fassungen.
    4. Sonos Support, Sonos app version compatibility — die Geräte, die nur mit dem S1-Controller arbeiten, und die, die nur mit der aktuellen App arbeiten.
    5. Sonos Support, Known limitations with separate S1 and S2 Sonos systems — was zwischen zwei getrennten Systemen nicht mehr geht.
    6. Sonos Developer Documentation, Connected Home — Architecture — Control API über die Cloud, Freigabe des Nutzerkontos, die lokale Variante als nicht allgemein verfügbar.
    7. Sonos Developer Documentation, How Sonos works — Gerät statt App als rechnender Teil, Gruppen, gebundene Geräte, Steuerwege.
    8. Sonos Newsroom, Sonos Expands into Commercial Spaces with Launch of Sonos Pro, 18.04.2023 — Sonos Pro als Abonnement, Preis, Verwaltungsoberfläche, Start in den USA.
    9. Sonos, Sonos Pro for Businesses: Pricing — am 22. August 2026 nicht abrufbar (HTTP 403); die Preisangabe stützt sich deshalb auf Quelle 8.
    10. Sonos Support, Era 100 Pro samt zugehörigem Handbuch — die Beschränkung von Sonos Pro auf die Vereinigten Staaten, im September 2026 unverändert, und die Zonen als feste Lautsprechergruppen.

    Die Quellen 1 bis 7 und 10 sind Herstellerdokumentation, Quelle 8 eine Mitteilung des Unternehmens und als dessen Darstellung zu lesen. Zum Verhalten ohne Internetverbindung und zu einer Zusage über die Laufzeit der Cloud-Dienste veröffentlicht Sonos auf den geprüften Seiten nichts.

    Unterstützte Streaming-Dienste
    • AirPlay 2

      Technologie

      AirPlay 2

      AirPlay 2 ist der Weg, auf dem ein iPhone, ein iPad oder ein Mac Ton an Geräte im eigenen Drahtlosnetz schickt — an einen Lautsprecher, an einen Fernseher oder an mehrere Ziele gleichzeitig. Eingeführt hat Apple die zweite Ausbaustufe mit iOS 11.4 im Mai 2018, und das gleichzeitige Bespielen mehrerer Geräte ist genau die Neuerung. Für die Planung zählt vor allem eine Eigenschaft: Der Sender schickt den Datenstrom selbst. Er ist damit Teil der Kette und nicht bloß die Fernbedienung — und alles Weitere folgt daraus.

      Wenn Du auf Deinem iPhone das AirPlay-Symbol antippst und einen Lautsprecher auswählst, schickt Dein Telefon die Musik dorthin. Du kannst mehrere Lautsprecher gleichzeitig auswählen, dann spielen sie im Gleichtakt. Das Telefon bleibt dabei die Quelle: Geht es aus dem Haus oder ist der Akku leer, hört die Musik überall auf. Wenn morgens im Bad automatisch Radio laufen soll, braucht es deshalb noch ein Gerät, das dauerhaft zu Hause bleibt.

      Das zugrunde liegende Problem

      Zwischen dem Telefon in Deiner Hand und dem Lautsprecher an der Wand steht immer die Frage, wer den Datenstrom hält. Holt ihn das Gerät im Raum selbst beim Musikdienst, darf das Telefon gehen. Schickt ihn das Telefon, hängt die Wiedergabe an dessen Funkverbindung, dessen Akku und dessen Anwesenheit. Die Antwort entscheidet mehr über den Alltag einer Anlage als jedes Datenblatt, und sie ist an keinem Gerät abzulesen. Die Ordnung aller verbreiteten Wege entlang dieser Frage steht unter Zuspielverfahren ordnen; diese Seite beantwortet sie für AirPlay 2.

      Funktionsweise

      Der Sender schickt, die Geräte spielen ab. Apple beschreibt AirPlay als Wiedergabe vom iPhone, iPad oder Mac auf Geräte im selben Drahtlosnetz. Die Ziele wählst Du im Kontrollzentrum, auf dem Sperrbildschirm oder im laufenden Titel aus; mehrere Ziele gleichzeitig sind seit AirPlay 2 möglich. Ein Stereopaar aus zwei HomePod behandelt das System dabei als ein einziges Ausgabegerät.

      Gruppen entstehen im Moment der Auswahl. Anders als bei einer MultiRoom-Plattform gibt es keine gespeicherte Zonenverwaltung im Verfahren selbst. Du hakst Ziele an und ab, und die Zusammenstellung lebt so lange wie die Wiedergabe. Dauerhafte Räume und Gruppen entstehen erst eine Ebene darüber, in der Home-App — dort ordnest Du die Lautsprecher Räumen zu, und danach versteht Siri Befehle wie „spiel das in der Küche" oder „spiel das überall".

      Die Auffindung läuft über Bonjour. Sender und Ziel finden einander über Apples Namensdienst im lokalen Netz, der auf Multicast aufsetzt. In sauber getrennten Netzen verschwinden AirPlay-Ziele deshalb aus der Liste, obwohl beide Geräte online sind — die Mechanik dahinter steht bei Multicast und IGMP und VLAN und Subnetz.

      Takt und Verzögerung

      Wer den Datenstrom schickt, gibt auch den Takt vor — und daran hängt der am häufigsten diskutierte Punkt des Verfahrens.

      Roon beschreibt für sein eigenes Transportverfahren den Grundsatz, dass das Abspielgerät die Uhr besitzen müsse, und nennt AirPlay ausdrücklich als Gegenbeispiel; als eigenes Ziel gibt Roon eine Synchronität innerhalb einer Millisekunde an und kritisiert an AirPlay namentlich die Verzögerung von rund zwei Sekunden beim Bedienen der Transportbefehle. Das ist die Position eines Herstellers über ein fremdes Verfahren und keine Messung — als Erklärung ist sie trotzdem brauchbar, weil sie zusammenpasst mit dem, was ein quelloffener Nachbau des Verfahrens beobachtet: eine Betriebsart, in der der Ton nach etwa zwei Sekunden einsetzt, und eine zweite, in der er schneller anläuft und beim Empfänger gepuffert wird.

      Für die Praxis heißt das zweierlei. Der Puffer ist der Grund, warum AirPlay über ein durchschnittliches WLAN überhaupt stabil spielt — er fängt Funklöcher ab, die eine Echtzeitübertragung sofort hörbar machen würde. Und dieselbe Verzögerung schließt Anwendungen aus, bei denen Ton und Bild oder Ton und Bedienung eng zusammenliegen müssen: Ein Lautstärkeschritt, der zwei Sekunden später kommt, wird zweimal gedrückt. Die Abgrenzung zur echtzeitfähigen Übertragung im Netz erklärt Multiroom-Plattform oder Audio over IP.

      Formate und Auflösung

      Apple veröffentlicht keine Spezifikation, welche Abtastraten und Wortbreiten AirPlay überträgt. Die Seite zur verlustfreien Wiedergabe in Apple Music nennt die Stufen — Lossless bis 24 Bit/48 kHz, Hi-Res Lossless bis 24 Bit/192 kHz — und sagt, dass oberhalb von 48 kHz auf den meisten Geräten ein externer USB-Wandler nötig ist und Apple TV 4K Hi-Res Lossless nicht wiedergibt. Über den Übertragungsweg AirPlay steht dort nichts.

      Damit gibt es für die naheliegende Frage („kommt mein Hi-Res-Titel am Lautsprecher an?") keine Herstellerantwort. Der quelloffene Nachbau beobachtet ALAC und AAC bei 44,1 und 48 kHz; das deckt sich mit der Beobachtung, dass höhere Abtastraten einen anderen Weg brauchen, ist aber kein Beleg von Apple.

      Voraussetzungen

      Sender und Ziel müssen im selben WLAN sein — das schreibt Apple ausdrücklich, und es ist die Voraussetzung, an der es in der Praxis am häufigsten scheitert. Getrennte Funknetze für Gäste, ein eigenes Netzsegment für Haustechnik oder ein Repeater, der Multicast nicht weiterreicht, brechen die Auffindung, obwohl beide Geräte online sind. Was das Heimnetz dafür leisten muss, klärt Heimnetzwerk-Grundlagen. Dazu kommt ein aktueller Softwarestand auf beiden Seiten; für automatische Verbindungsvorschläge zum HomePod verlangt Apple außerdem dieselbe iCloud-Anmeldung auf Telefon und Lautsprecher.

      Für alles, was ohne Telefon laufen soll, kommt eine zweite Voraussetzung dazu — ein Home-Hub. Apple dokumentiert dafür HomePod, HomePod mini und Apple TV; ohne ihn gibt es keine Automationen, keinen Fernzugriff und keine geteilte Steuerung.

      Geräteklassen: mit und ohne Home-App

      AirPlay 2 zu können und in der Home-App zu erscheinen, sind zwei verschiedene Eigenschaften — und der Unterschied entscheidet, was in einem Haus automatisierbar ist.

      Geräte in der Home-App. Lautsprecher, die sich der Home-App zuordnen lassen, bekommen einen Raum. Danach versteht Siri Befehle je Raum, und eine Szene kann eine Wiedergabeliste auf HomePod, Apple TV oder einem AirPlay-fähigen Lautsprecher starten. Automationen und Szenen setzen den Home-Hub voraus, laufen also über ein ortsfestes Gerät. Das ist die Antwort auf die Frage, was morgens im Bad passiert, ohne dass jemand ein Telefon in der Hand hat.

      Geräte ohne Anbindung. Ein AirPlay-fähiger Fernseher mancher Hersteller nimmt Ton und Bild entgegen, erscheint aber in der Home-App nicht und lässt sich folglich weder einem Raum zuordnen noch in eine Szene einbauen. Das AirPlay-Logo auf einem Datenblatt sagt also noch nichts darüber, ob sich das Gerät automatisieren lässt.

      Der Sonderfall Apple TV 4K mit Lautsprechern. Apple TV 4K lässt sich dauerhaft auf HomePod oder AirPlay-Lautsprecher ausgeben, wenn beide demselben Raum und Netz zugeordnet sind. Ein HomePod-Stereopaar nimmt dabei Dolby Atmos, Dolby Digital 7.1 und 5.1 entgegen. Bei Fremdlautsprechern zieht Apple eine Grenze, die im Wohnzimmer sofort auffällt: Systemtöne und Spieleton bleiben auf dem Fernseher, während der übrige Ton über die AirPlay-Lautsprecher läuft.

      Abgrenzung

      Gegen Google Cast. Das Gegenstück im Android-Umfeld löst dieselbe Aufgabe mit umgekehrter Rollenverteilung: Dort übergibt das Telefon nur den Auftrag, und das Gerät im Raum holt den Datenstrom selbst beim Dienst. Bei AirPlay 2 schickt der Sender den Ton. Im Alltag entscheidet dieser Unterschied darüber, was passiert, wenn das Telefon geht — die Einzelheiten stehen unter Google Cast.

      Gegen die Connect-Verfahren der Dienste. Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect gehören zur gerätegehaltenen Familie: Das Gerät baut die Verbindung zum Dienst selbst auf, das Telefon wählt aus. Wer Apple Music hört, hat diesen Weg nicht — Apple bietet kein eigenes Connect-Verfahren an, und deshalb ist AirPlay 2 dort der Regelweg. Welcher Dienst welches Verfahren mitbringt, ordnet der Eintrag Zuspielprotokolle.

      Gegen eine MultiRoom-Plattform. Sonos, HEOS oder BluOS verwalten Konto, Gruppen, Warteschlange und Weckzeit als System und veröffentlichen Systemgrenzen. AirPlay 2 ist ein Übertragungsweg, den Geräte vieler Hersteller einbauen. Man entscheidet sich nicht für AirPlay — man prüft, ob ein Gerät es kann.

      Gegen Bluetooth. Auch dort schickt das Telefon den Ton, aber über eine Funkstrecke mit erneuter Kompression und in Reichweite eines Raumes. AirPlay läuft über das WLAN und damit durchs ganze Haus; für ein Haus ist Bluetooth der falsche Weg, für einen Kopfhörer der richtige.

      Gegen die erste Ausbaustufe. Ältere AirPlay-Geräte nehmen Ton entgegen, gehören aber nicht in einen Verbund mehrerer gleichzeitig bespielter Ziele — das gleichzeitige Abspielen kam erst mit AirPlay 2. Auf Datenblättern steht beides nebeneinander, gemeint ist Verschiedenes.

      Grenzen

      Keine dokumentierte Höchstzahl. Wie viele Geräte gleichzeitig bespielt werden können, veröffentlicht Apple auf keiner der geprüften Seiten. Wo eine Plattform ihre Systemgrenze nennt, steht hier nichts — die Grenze bilden das Funknetz und der Sender, und beide lassen sich nur am konkreten Haus beziffern.

      Der Mac kann weniger als das Telefon. Aus dem Kontrollzentrum eines Mac lässt sich der Ton nur an ein Ziel senden, nicht an mehrere. Wer den Rechner als Hauptquelle plant, plant damit an der Mehrraumfunktion vorbei.

      Der Sender ist der Schwachpunkt. Ein leerer Akku, ein Telefonat, ein schlechter Funkempfang in der Hosentasche oder die Ausfahrt aus der Einfahrt beenden die Wiedergabe im ganzen Haus. Das ist kein Fehler des Verfahrens, das ist seine Bauart.

      AirPlay 2 ersetzt keine Anlagenplanung. Der Weg, auf dem Musik ins Gerät kommt, sagt nichts darüber, welche Zonen ein Haus braucht, wie sie versorgt werden und was ohne Telefon funktionieren soll. Diese Fragen stehen vor der Verfahrenswahl.

      Verknüpfte Inhalte

      Die Frage, wer den Datenstrom hält, und ihre Folgen für die Planung ordnet Zuspielverfahren ordnen über alle verbreiteten Wege. Das Gegenstück mit gerätegehaltenem Datenstrom steht unter Google Cast, welcher Musikdienst welchen Weg mitbringt bei Zuspielprotokolle. Was das Heimnetz dafür leisten muss, klärt Heimnetzwerk-Grundlagen, die Abgrenzung zur echtzeitfähigen Übertragung Multiroom-Plattform oder Audio over IP, und was eine Zone ist, der Eintrag Zone.

      Quellen

      Einführung und Zeitpunkt von AirPlay 2 stammen aus Apples eigener Mitteilung vom 29. Mai 2018, die Netzvoraussetzung, die Auswahl mehrerer Ziele und die Einschränkung am Mac aus der Supportseite zur Tonübertragung. Räume, Sprachbefehle und Szenen sind über die Apple-Seiten zu Siri, zur Home-App und zum Home-Hub belegt, die Ausgabe von Apple TV 4K auf Lautsprecher über das tvOS-Handbuch; die Stufen der verlustfreien Wiedergabe über die Apple-Seite zu Apple Music. Alle Apple-Fundstellen sind am 23. August 2026 am Objekt gelesen. Der Grundsatz zur Taktherrschaft und die namentliche Kritik an AirPlay stehen in der Dokumentation von Roon zum eigenen Transportverfahren — die Position eines Herstellers über ein fremdes Verfahren. Die Betriebsarten und die beobachteten Formate stammen aus der Projektdokumentation eines quelloffenen AirPlay-2-Empfängers, die einleitend feststellt, dass Apple keine Spezifikation veröffentlicht hat; sie sind als Beobachtung eines Nachbaus gekennzeichnet und im Text mit einem Prüfvermerk versehen.

    Bluetooth
    Ja

Downloads

Angaben zur Produktsicherheit

Herstellerinformation

Firma
Sonos, Inc.
Postanschrift
301 Coromar Drive93117 Santa Barbara, CA

Verantwortliche Person in der EU

Firma
Sonos Europe B.V.
Postanschrift
Groest 1061211 EE Hilversum
Telefon
+31 (0) 356 260520

Sicherheitsrelevante Dokumente findest Du im Bereich Downloads. Zu den Downloads

Vorteile

  • Eine einzige RJ45-Leitung führt Daten und Strom zum Lautsprecher. Wo Netzwerk ohnehin verlegt wird, entfällt die Steckdose am Montageortund mit ihr eine Abstimmung mit dem Elektrogewerk.
  • Sonos veröffentlicht zu diesem Modell Pegel, Bündelungswinkel und Frequenzgang mit genannter Messbedingung45 Hz bis 20 kHz ±3 dB im reflexionsfreien Raum auf Achse, 240° horizontal zu 140° vertikal. Damit lässt sich eine Fläche rechnerisch belegen statt nach Gefühl.
  • Die Signalverarbeitung stellt sich auf die Einbaulage ein, und für die Aufputzhalterung gibt es einen zweiten Sicherungspunkt über Öse und Gewinde-Einsatz.

Einschränkungen

  • Keine lokale QuelleDie Anschlussseite besteht aus der einen RJ45-Buchse. Ein Plattenspieler, ein CD-Spieler oder ein Fernsehton kommen an diesem Gerät nicht herein.
  • Die veröffentlichten Pegelwerte gelten ausdrücklich für PoE+. Für den Betrieb an einfachem PoE mit 15,4 Watt nennt der Hersteller keinen Pegeldie Portklasse des Switches ist damit eine akustische Entscheidung.
  • Der Karton enthält zwei Lautsprecher. Für eine einzelne Zoneeinen Flur, ein WC — ist die kleinste Beschaffungseinheit ein Paar.
  • Für den Betreuer gibt es hierzulande keine eigene Ebene. Die Fernverwaltung, die Sonos zu diesem Gerät anbietet, ist auf die Vereinigten Staaten beschränkt; wer die Anlage über Jahre begleitet, arbeitet in derselben App wie der Bewohner.

Häufige Fragen

Lässt er sich mit den Wohnraumgeräten in eine Zone legen?

Ja. Zonenfähig sind Amp Multi, Era 100, Era 100 Pro, Five, One und One SL. Ein Raum kann also aus einem eingebauten Paar und einem vorhandenen Wohnraumgerät bestehen und wird trotzdem als eine Einheit bedient.

Braucht jeder Lautsprecher einen eigenen Switch-Port?

Er braucht eine eigene Speisequelle — meist einen Port am Switch, ersatzweise einen Einspeiser — und dazu 30 Watt vom Leistungsbudget. Sonos rechnet 20 Prozent Reserve über die Summe, also 288 Watt für acht Lautsprecher; andere PoE-Geräte am selben Verteiler zählen mit. Wird das Budget überzogen, schaltet der Switch im schlechtesten Fall ab und nimmt das Netz mit. Für ein konkretes Haus rechnen wir das im Studio gegen den Netzwerkplan.

Nimm Kontakt auf

Erzähl uns von Dir, Deinen Träumen, Ideen, Erwartungen oder Bedenken.

Tastaturkürzel