Zum Inhalt
Tastatur
  • Hilfe anzeigen?
  • Untermenü öffnen↓ / Space
  • Untermenü schließenEsc
  • Studio finden→ Studio

Bild 1 von 3

Einleitung

Deckeneinbaulautsprecher mit eingebautem 100-V-Trafo, wahlweise auch im klassischen 8-Ohm-Betrieb zu betreiben.

Die Highlights des InCeiling 855 T im Überblick

  • Einbauöffnung

    270 mm

  • Einbautiefe

    90 mm

  • Empfindlichkeit

    91 dB

    2,83 V / 1 m

  • Frequenzgang

    42 – 40.000 Hz

  • Gehäuse

    3 kg

Technische Daten

  • Leistungsdaten

    Frequenzgang

    Glossar

    Frequenzgang

    Der Frequenzgang beschreibt, mit welchem Pegel ein Gerät jede Frequenz wiedergibt — aufgetragen als Kurve des Schalldruckpegels in Dezibel über der Frequenz in Hertz. Als Zahlenpaar im Datenblatt („40 Hz bis 20 kHz") belegt er erst dann etwas, wenn eine Toleranz und die Messbedingungen dabeistehen.

    Jedes Gerät gibt manche Töne lauter wieder als andere. Der Frequenzgang ist die Kurve, die das sichtbar macht: ganz links die tiefen Töne, ganz rechts die hohen, und die Höhe der Kurve sagt, wie laut sie ankommen. Eine waagerechte Linie hieße, dass jeder Ton gleich behandelt wird — das schafft weder ein Lautsprecher noch ein Zimmer. Im Prospekt steht von der ganzen Kurve meistens nur, wo unten und oben Schluss ist, und ausgerechnet diese Angabe verrät am wenigsten. Zwei Lautsprecher mit derselben Prospektzeile können deutlich verschieden klingen.

    Ausführliche Erklärung

    Was aufgetragen wird

    Auf der waagerechten Achse steht die Frequenz, logarithmisch geteilt, damit jede Oktave gleich breit erscheint; auf der senkrechten der Schalldruckpegel in Dezibel. Die Kurve beantwortet damit eine einzige Frage: Wie viel Pegel kommt bei welcher Frequenz an?

    Genau genommen hat die Übertragung zwei Hälften, den Amplitudengang und den Phasengang. Was Datenblätter und Messprogramme als „Frequenzgang" zeigen, ist fast immer nur die erste — der Betrag, die Lautstärke je Frequenz. Die Zeitseite steckt im Phasengang und wird gesondert dargestellt.

    Bei einem Lautsprecher entsteht diese Kurve aus einer Messung mit Mikrofon, bei einem Verstärker oder Wandler aus einer elektrischen Messung. Der Unterschied ist erheblich: Elektronik liefert heute routinemäßig eine praktisch gerade Linie über den ganzen Hörbereich, Wandler und Räume nie.

    Ohne Toleranz keine Aussage

    Ein „von … bis" ohne Toleranzfenster belegt nichts — auch wenn Datenblätter die Angabe ständig in dieser Form führen. Die vollständige Form lautet „40 Hz bis 20 kHz, ±3 dB": Innerhalb dieser Grenzen weicht die Kurve höchstens 3 dB nach oben oder unten von einem Bezugspegel ab, und dieser Bezugspegel ist der Mittelwert über ein angegebenes Band.

    Die Toleranz ist die eigentliche Information, denn sie lässt sich gegen die Reichweite tauschen. Derselbe Lautsprecher, der bei ±3 dB von 40 Hz bis 20 kHz spielt, deckt bei ±6 dB vielleicht 32 Hz bis 22 kHz ab und bei einem 10-dB-Fenster noch mehr. Wer die untere Grenze im Prospekt niedriger haben will, muss nichts am Gerät ändern — es genügt, das Fenster aufzumachen. Eine Angabe ohne Toleranz lässt sich deshalb mit keiner anderen vergleichen.

    Genau hier liegt der Unterschied zwischen Übertragungsbereich und belegtem Frequenzgang. Den Übertragungsbereich legt IEC 60268-5 fest: Er reicht von der unteren bis zur oberen Frequenz, bei der die Kurve auf der Bezugsachse höchstens 10 dB unter dem gemittelten Pegel liegt; Einbrüche, die schmaler als eine Neuntel-Oktave sind, zählen dabei nicht mit. Das ist ein bewusst weites Fenster für eine Reichweitenangabe — ein Pegelabfall um 10 dB ist rund die halbe empfundene Lautstärke. Als Aussage über Klangbalance taugt der Übertragungsbereich damit nicht, und er soll es auch nicht. Ein belegter Frequenzgang zeigt stattdessen die Kurve selbst, mit Toleranzband und Bedingungen.

    Messbedingungen entscheiden mit

    Eine Frequenzgangkurve ist nur so vergleichbar wie die Angaben, unter denen sie entstanden ist. Vier davon sollten immer dabeistehen:

    • Achse und Winkel. Die Normmessung läuft auf der Bezugsachse, also auf der vom Hersteller definierten Hauptrichtung. Eine Kurve unter 30 Grad seitlich sieht anders aus, und im Wohnraum hört niemand ausschließlich auf Achse.
    • Umgebung und Abstand. Freifeld oder Halbraum, gemessen in 0,5 m oder ganzen Metern und auf 1 m umgerechnet. Eine Messung im normalen Zimmer bildet unterhalb der Schroeder-Frequenz — der Grenze, ab der Raummoden einzeln durchschlagen statt sich zu überlagern — überwiegend den Raum ab und nicht mehr den Lautsprecher.
    • Pegel. Eine bei Zimmerlautstärke aufgenommene Kurve sagt nichts über das Verhalten bei Kinopegel; Antrieb und Schwingspule verhalten sich dort messbar anders.
    • Glättung. Sie fasst benachbarte Messpunkte zusammen. Ein schmaler Einbruch, der mit einer Zwölftel-Oktave deutlich sichtbar dasteht, ist unter Terzglättung kaum noch zu erkennen. Dieselbe Messung ergibt so zwei sehr verschiedene Bilder.

    Die Kette selbst muss dabei genauer sein als das Prüfobjekt: IEC 60268-5 verlangt von Generator, Verstärker und Messverstärker einen Amplitudengang, der über den Messbereich innerhalb von ±0,5 dB bleibt.

    Was die Kurve nicht zeigt

    Drei Eigenschaften bleiben grundsätzlich außerhalb dieser Darstellung, und alle drei entscheiden im Wohnraum mit.

    Die Richtung. Eine Einzelkurve gilt für eine Richtung. Am Hörplatz kommt aber beides an, der Direktschall von der Achse und der Anteil, den Wände und Decke zurückwerfen. Wie ein Lautsprecher seinen Schall auf die Winkel verteilt, zeigt erst eine Kurvenfamilie über viele Winkel — der Rundum-Messdatensatz nach ANSI/CTA-2034, den der kanadische Forscher Floyd Toole am National Research Council seit den 1980er-Jahren etabliert hat.

    Die Pegelfestigkeit. Bei welchem Pegel die Kurve aufgenommen wurde, steht in den Bedingungen; wie weit sie sich bei höherem Pegel verformt, steht nirgends. Erwärmte Schwingspulen liefern weniger Wirkungsgrad, und Verzerrungen steigen an, lange bevor ein Gerät die angegebene Belastbarkeit erreicht.

    Das Zeitverhalten. Zwei Lautsprecher mit derselben Amplitudenkurve können unterschiedlich nachschwingen. Was nach dem Signal übrig bleibt, zeigen Impulsantwort und Wasserfalldiagramm. Nur unter der Bedingung der Minimalphasigkeit hängen Amplituden- und Phasenverlauf so zusammen, dass einer aus dem anderen folgt — bei Mehrwegelautsprechern und im Raum gilt das eben nicht durchgehend.

    Häufiges Missverständnis

    „Der spielt bis 32 Hz, der andere nur bis 40 Hz — also hat der erste den besseren Bass." Ohne Toleranz und Messbedingung vergleichst Du zwei Zahlen, die auf verschiedene Weise entstanden sind. Der eine Hersteller nennt vielleicht seinen Übertragungsbereich mit dem 10-dB-Fenster der Norm, der andere einen Frequenzgang mit ±3 dB. Die Zahl des Ersten sieht besser aus und belegt weniger. Belastbar wird der Vergleich erst, wenn beide Angaben dasselbe Fenster nennen — und wirklich belastbar erst mit den Kurven.

    Ebenso verbreitet ist der Schluss vom glatten Verlauf auf guten Klang. Eine gerade Kurve auf Achse ist eine notwendige Voraussetzung und keine hinreichende: Ein Lautsprecher, dessen Bündelung sich am Übergang zwischen zwei Chassis sprunghaft ändert, kann auf Achse tadellos messen und im Zimmer trotzdem unruhig klingen, weil der Raumanteil eine ganz andere Klangfarbe hat als der Direktschall.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Frequenz: die Größe auf der waagerechten Achse. Der Frequenzgang ist der Verlauf über dieser Achse.
    • Übertragungsbereich: eine Reichweitenangabe nach IEC 60268-5 mit einem Fenster von 10 dB unter dem Mittelwert. Er beantwortet, wo ein Gerät noch etwas abgibt, und nicht, wie gleichmäßig.
    • Phasengang und Gruppenlaufzeit: die Zeitseite derselben Übertragung. Sie beschreiben, wann eine Frequenz ankommt, während der Amplitudengang sagt, wie laut.
    • Zielkurve: die Sollvorgabe einer Raumkorrektur, auf die hin entzerrt wird. Sie beschreibt einen Wunsch und ist keine Messung.
    • Klirrfaktor: der Anteil neu erzeugter Frequenzen. Ein Gerät kann einen geraden Frequenzgang und hohe Verzerrung zugleich haben.

    In der Planung

    Ein Kunde legt zwei Standlautsprecher nebeneinander und will wissen, welcher tiefer spielt. Modell A steht mit „32 Hz bis 25 kHz" im Prospekt, Modell B mit „45 Hz bis 20 kHz, ±3 dB". Nach den Zahlen wäre die Sache klar.

    Die erste Frage ist trotzdem keine Gerätefrage: Wird im Raum überhaupt ein Lautsprecher gebraucht, der die unterste Oktave abdeckt, oder übernimmt sie ein Subwoofer mit eigener Aufstellung und eigener Ankopplung? In fast allen Wohnräumen bringt die zweite Antwort mehr, weil die tiefsten Töne von den Raummoden dominiert werden und ihre Wiedergabe damit an der Position hängt und kaum am Datenblatt.

    Dann erst das Verfahren. Für beide Modelle lässt sich der Messreport anfragen — Kurvenfamilie über die Winkel, Toleranzband, Messbedingungen. Liegt er für A nicht vor und für B schon, ist das bereits ein Befund. Kommt er, lässt sich prüfen, mit welchem Fenster die 32 Hz von A zustande gekommen sind und wo die Kurve tatsächlich abzufallen beginnt.

    Die Geräteentscheidung fällt damit zuletzt und aus anderen Gründen als den Prospektzahlen: aus dem Abstrahlverhalten, das zur Raumgeometrie passen muss, und aus der Frage, wie sauber sich der Übergang zum Subwoofer legen lässt.

    Verknüpfte Inhalte

    Die Größe auf der waagerechten Achse erklärt der Eintrag zur Frequenz, die Pegelskala der Eintrag zum Dezibel. Wie eine Messung im Raum abläuft und welche Sichten sie liefert, steht bei der Raummessung; ab welcher Frequenz der Raum die Kurve bestimmt, klärt die Schroeder-Frequenz. Die Zeitdarstellung derselben Aufnahme behandeln Impulsantwort und Wasserfalldiagramm. Warum eine Einzelkurve über das Verhalten im Zimmer wenig verrät, führen Bündelungsmaß, Hörfenster und der Rundum-Messdatensatz aus. Wie veröffentlichte Messreports gelesen werden, behandelt die Wissensseite zum Rundum-Messdatensatz und zur Wandlermessung.

    Quellen

    Der Übertragungsbereich mit dem 10-dB-Kriterium, der Mittelung über ein angegebenes Band und der Ausnahme für Einbrüche schmaler als eine Neuntel-Oktave ist in IEC 60268-5 festgelegt und in IEC 60268-21 ein zweites Mal beschrieben; ebenso die Messung auf der Bezugsachse, der Messabstand mit Umrechnung auf 1 m und die Anforderung von ±0,5 dB an die Messkette. Der Rundum-Messdatensatz steht in ANSI/CTA-2034; seine Herkunft und die Verbindung zum Klangeindruck im Raum stammen aus der Standardliteratur zur Lautsprecherwiedergabe.

    42 – 40.000 Hz
    Belastbarkeit (RMS)

    Glossar

    Belastbarkeit (Lautsprecher)

    Die Belastbarkeit beschreibt, wie viel elektrische Leistung ein Lautsprecher aufnehmen kann, ohne beschädigt zu werden. Sie ist eine Grenze, keine Leistungsangabe: Wie laut der Lautsprecher dabei wird, steht in einer ganz anderen Zahl — dem Kennschalldruckpegel.

    Auf vielen Boxen steht eine Wattzahl, und fast alle lesen sie als Maß für Lautstärke. Gemeint ist aber etwas anderes: wie viel Strom der Lautsprecher verträgt, bevor etwas kaputtgeht. Zwei Boxen mit derselben Zahl können unterschiedlich laut spielen, weil sie aus derselben Energie unterschiedlich viel Schall machen. Und zerstört werden Lautsprecher im Alltag selten von einem zu großen Verstärker — meistens von einem zu kleinen, der über seine Grenze getrieben wird.

    Ausführliche Erklärung

    Ein Lautsprecher kann auf zwei ganz verschiedene Arten an seine Grenze kommen. Der thermische Weg betrifft die Schwingspule: Der weitaus größte Teil der zugeführten Leistung wird dort in Wärme umgesetzt, und wenn diese Wärme nicht schnell genug abfließt, verliert der Kleber seine Festigkeit oder der Lackdraht brennt durch. Der mechanische Weg betrifft die Auslenkung: Fährt die Membran über den Bereich hinaus, in dem Antrieb und Aufhängung sie noch führen, schlägt die Schwingspule an oder die Sicke reißt — die äußere Einspannung, die die Membran am Korb hält. Welcher der beiden Fälle zuerst eintritt, hängt an der Frequenz — tiefe Signale bringen viel Hub bei wenig Erwärmung, hohe Signale genau umgekehrt.

    Deshalb gibt es nicht die eine Belastbarkeitszahl, sondern mehrere. Die Nennbelastbarkeit nach IEC 60268-5 wird mit einem genormten Rauschsignal über eine lange Prüfdauer ermittelt und ist der einzige Wert, der sich zwischen Herstellern halbwegs vergleichen lässt. Daneben stehen Kurzzeit- und Spitzenwerte für Signalimpulse von Sekunden oder Bruchteilen davon — und schließlich Angaben wie „Musikleistung" oder „PMPO", hinter denen kein Prüfverfahren steht und die sich deshalb weder vergleichen noch überprüfen lassen.

    Der praktisch wichtigste Zusammenhang ist ein anderer, und er kehrt die verbreitete Sorge um. Musik und Filmton haben einen großen Abstand zwischen mittlerem Pegel und Spitzen; die mittlere Leistung liegt deutlich unter dem, was die lauten Momente kurzzeitig verlangen. Ein reichlich dimensionierter Verstärker liefert diese Spitzen sauber und läuft im Mittel weit unterhalb der Belastbarkeit. Ein zu knapp dimensionierter begrenzt die Spitzen stattdessen — aus den Sinusbögen werden abgeflachte Rechtecke, deren zusätzliche Oberwellenenergie im Hochton landet. Der Hochtöner bekommt dann dauerhaft ein Vielfaches dessen ab, wofür er ausgelegt ist, und stirbt an einer Leistung, die weit unter der Belastbarkeit des Gesamtsystems liegt.

    Bei mehrwegigen Lautsprechern verteilt die Frequenzweiche die Energie auf die einzelnen Wege, und die Belastbarkeitsangabe gilt für das System unter der Annahme einer üblichen spektralen Verteilung. Ein Dauerton in der Nähe der Übernahmefrequenz oder ein stark höhenbetontes Signal verschiebt diese Verteilung — das ist der Grund, warum Testtöne und Rückkopplungen Lautsprecher zerstören, die im Musikbetrieb jahrelang unauffällig laufen.

    Häufiges Missverständnis

    „Die Box verträgt 150 Watt, also darf der Verstärker höchstens 150 Watt haben" — diese Rechnung behandelt die Verstärkerleistung als etwas, das dem Lautsprecher aufgezwungen wird. Tatsächlich bestimmt die Stellung des Lautstärkereglers, wie viel Leistung fließt; ein 300-Watt-Verstärker liefert bei Zimmerlautstärke wenige Watt. Gefährlich ist nicht die Reserve, sondern dauerhaftes Aufdrehen über die Belastbarkeit hinaus — dieselbe Rechnung aus der Sicht des Verstärkers steht im Eintrag zur Verstärkerleistung.

    Ebenso hartnäckig ist die Gleichsetzung von Belastbarkeit und Maximalpegel. Wie laut ein Lautsprecher werden kann, ergibt sich erst aus Belastbarkeit und Kennschalldruckpegel zusammen — und begrenzt wird der Pegel in der Praxis oft schon vorher durch den Membranhub oder durch die Kompression, mit der der Wirkungsgrad bei steigender Spulentemperatur nachlässt.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Verstärkerleistung: Was geliefert werden kann, nicht was aufgenommen werden darf. Eigenschaft des Verstärkers.
    • Maximalpegel: Der erreichbare Schalldruck. Er hängt zusätzlich am Kennschalldruckpegel, am Hub und an der Leistungskompression.
    • Impedanz: Die Last, die der Lautsprecher darstellt. Sie entscheidet darüber, wie viel Leistung bei gegebener Spannung überhaupt fließt.

    Typischer Fehler

    Eine Terrassenbeschallung mit sechs kleinen Außenlautsprechern an einem sparsam dimensionierten Verstärker. Die Konzeptfrage wird selten gestellt: Welcher Pegel soll draußen bei Gesprächslautstärke am Tisch ankommen — und über welche Fläche?

    Im Freien fehlt der Raumgewinn, den geschlossene Räume liefern, und der Pegel fällt mit der Entfernung deutlich schneller ab. Wer das unterschätzt, gleicht es am Regler aus, treibt den Verstärker ins Begrenzen und verliert nach zwei Sommern die Hochtöner — nicht, weil die Lautsprecher zu schwach gewesen wären, sondern weil die Auslegung zu knapp war. Das Verfahren der Wahl ist deshalb, den Zielpegel am Hörort zu bestimmen, daraus die nötige Leistung je Lautsprecher abzuleiten und erst dann Geräte auszusuchen. Bei größeren Flächen führt dieser Weg regelmäßig zur 70-Volt-Technik statt zu mehr Watt.

    Verknüpfte Inhalte

    Wie viel Pegel aus einem Watt wird, steht beim Wirkungsgrad; was die Wattangabe auf der Verstärkerseite bedeutet, bei Verstärkerleistung. Warum die Last dabei mitspielt, klärt Impedanz. Die Verteilung der Energie auf die einzelnen Wege behandelt die Frequenzweiche.

    Quellen

    Die Definitionen und Prüfbedingungen folgen IEC 60268-5 und AES2.

    90 W
    Empfindlichkeit

    Glossar

    Wirkungsgrad und Kennschalldruckpegel

    Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der elektrischen Leistung ein Lautsprecher in Schall umsetzt. Er liegt bei üblichen HiFi-Lautsprechern im Bereich weniger Prozent — der Rest wird Wärme. In Datenblättern steht stattdessen fast immer der Kennschalldruckpegel: der Schalldruck in einem Meter Abstand bei einer definierten Eingangsspannung, angegeben in Dezibel.

    Lautsprecher sind erstaunlich schlechte Wandler: Von dem, was der Verstärker liefert, wird nur ein winziger Teil zu Musik, fast alles wird Wärme. Wie gut ein Modell darin ist, steht als Dezibel-Zahl im Datenblatt. Ein Lautsprecher mit einer höheren Zahl braucht für dieselbe Lautstärke einen kleineren Verstärker. Das sagt aber nichts darüber, wie gut er klingt — nur, wie viel Kraft er dafür braucht.

    Ausführliche Erklärung

    Die beiden Begriffe messen dasselbe aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Wirkungsgrad ist ein physikalisches Verhältnis in Prozent und für den Alltag wenig griffig. Der Kennschalldruckpegel dagegen sagt Dir direkt, wie laut es in einem Meter Abstand wird — und ist damit die Zahl, mit der sich rechnen lässt.

    Rechnen heißt hier vor allem: abschätzen, wie viel Verstärkerleistung ein Lautsprecher braucht. Der Zusammenhang ist unbequem, weil er logarithmisch verläuft. Eine Verdopplung der Leistung bringt drei Dezibel mehr Pegel, und deutlich lauter empfindet das Gehör erst einen Zuwachs von rund zehn Dezibel — dafür wäre die zehnfache Leistung nötig. Ein Lautsprecher mit drei Dezibel mehr Kennschalldruckpegel spart also die Hälfte der Verstärkerleistung ein, und das ist mehr wert, als die kleine Zahl vermuten lässt.

    Der Haken liegt in den Messbedingungen. Die verbreitete Angabe bezieht sich auf 2,83 Volt in einem Meter Abstand. Bei einem Acht-Ohm-Lautsprecher entspricht das genau einem Watt, bei einem Vier-Ohm-Lautsprecher aber zwei Watt — dieselbe Spannung liefert dort die doppelte Leistung, und die Angabe fällt entsprechend etwa drei Dezibel günstiger aus. Wer zwei Modelle mit unterschiedlicher Impedanz über die Datenblattzahl vergleicht, vergleicht deshalb nicht dasselbe. Dazu kommt, dass Hersteller unterschiedlich mitteln, in unterschiedlichen Frequenzbereichen und teilweise im Raum statt reflexionsarm messen.

    Hinter der Zahl steht außerdem ein Zielkonflikt, an dem sich nichts drehen lässt: Wirkungsgrad, Tiefgang und Gehäusevolumen lassen sich nicht gleichzeitig maximieren. Wer bei kleiner Box tief spielen will, zahlt mit Wirkungsgrad; wer hohen Wirkungsgrad und Tiefgang will, braucht Volumen. Genau deshalb sind kompakte Lautsprecher mit beeindruckender Tiefgangangabe fast immer die leistungshungrigen.

    Ein hoher Kennschalldruckpegel ist praktisch, sagt aber nichts über den erreichbaren Maximalpegel aus. Wie laut ein Lautsprecher wirklich werden kann, bestimmen Belastbarkeit, Membranhub und Verzerrungsverhalten, nicht seine Empfindlichkeit bei einem Watt.

    Häufiges Missverständnis

    Verbreitet ist die Lesart „hoher Wirkungsgrad heißt guter Lautsprecher". Der Wirkungsgrad ist eine Auslegungsentscheidung, keine Qualitätsnote. Kino- und Beschallungslautsprecher sind bewusst hoch ausgelegt, weil dort große Pegel und lange Wege gefragt sind; kompakte Wohnraumboxen tauschen Wirkungsgrad gegen Tiefgang bei kleiner Bauform.

    Hartnäckig ist auch die Umkehrung: „Mein Verstärker hat genug Watt, dann ist die Empfindlichkeit egal." Das stimmt für den mittleren Pegel und geht bei Spitzen schief. Ein unempfindlicher Lautsprecher zieht bei dynamischen Passagen ein Vielfaches der mittleren Leistung, und genau dort geht einem knappen Verstärker die Reserve aus.

    Nicht zu verwechseln mit

    • Maximalpegel: Was der Lautsprecher aushält, nicht was er aus einem Watt macht.
    • Verstärkerleistung: Die andere Seite derselben Rechnung.
    • Impedanz: Bestimmt, wie viel Leistung bei gegebener Spannung fließt — und verzerrt genau deshalb den Vergleich zweier Datenblätter.

    Typischer Fehler

    Ein Kunde besitzt einen hochwertigen Röhrenverstärker mit rund zehn Watt pro Kanal und möchte dazu passende Lautsprecher. Die Frage nach dem „besten" Lautsprecher hilft hier nicht weiter — zuerst muss klar sein, welcher Pegel im Raum gebraucht wird und was der Verstärker dafür liefern kann.

    Bei zehn Watt und einem Hörabstand von drei Metern kommt man mit einem Lautsprecher um 86 Dezibel Kennschalldruckpegel bereits an die Grenze, sobald es um Dynamikspitzen geht. Sinnvoll ist deshalb, die Auswahl von vornherein auf empfindlichere Konstruktionen einzugrenzen — und dabei zu akzeptieren, dass diese bei gleicher Baugröße weniger tief spielen. Konkrete Modelle kommen zuletzt ins Gespräch. Der Weg andersherum — erst der Lautsprecher, dann die Frage nach dem Pegel — endet regelmäßig damit, dass der schöne Verstärker ersetzt werden muss.

    Verknüpfte Inhalte

    Wie viel Pegel daraus im Raum wird, steht bei Verstärkerleistung; warum die Ohm-Angabe die Vergleichbarkeit stört, bei Impedanz. Die Dezibel-Rechnung selbst behandelt der Eintrag zu Dezibel.

    Quellen

    Die Messbedingungen folgen IEC 60268-5, die Einordnung der Herstellerangaben Toole.

    2,83 V / 1 m
    91 dB
  • Treiberanzahl

    Anzahl Hochtöner
    1
    Anzahl Tieftöner
    1
  • Allgemein-direct

    Gewicht
    3 kg
  • Einbaumaße

    Einbauöffnung Durchmesser
    270 mm
    Einbautiefe
    90 mm

Anschlüsse

Canton InCeiling 855 T – Rückansicht

Canton InCeiling 855 T – Rückansicht

Canton InCeiling 855 T – Rückansicht
  • Eingänge / I/O

    • Input

    Ausgänge

    • Link

Downloads

Nimm Kontakt auf

Erzähl uns von Dir, Deinen Träumen, Ideen, Erwartungen oder Bedenken.

Tastaturkürzel